Autor Thema: Linie 217 (1922-1970)  (Gelesen 67647 mal)

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #30 am: 27. Dezember 2012, 21:59:51 »
Und zu deinen Antworten: Ich denke, ein Betriebsgleis wäre ohne weiters mit einer festen Kreuzung betreibbar gewesen.
Du hast wohl keine Ahnung vom Straßenbahnbetrieb? Wie willst du einen Gelegenheitsverkehr mit festen Kreuzungen abwickeln?

Zitat
Weiters war es ja auch etwas mühsam, die Fahrten von Lohner über die Reichsbrücke zu führen, die Fahrten zu Lohner
über die Floridsdorfer Brücke.
Was war daran mühsam?

Zitat
Mir geht halt nicht ein, warum man nicht nur von Floridsdorf aus das Gleis (ev. mit Sicherungsanlage) eingleisig gelassen hätte,
und dann von dort bis Kagran gänzlich aufgelassen.
Hätte aus meiner Sicht mehr Sinn gehabt und noch weniger Wartungskosten.
Sicher nicht. In einer Richtung wäre man gegen die Fahrtrichtung des Individualverkehrs gefahren. Das ging bei einer ständig verkehrenden Linie gerade noch so schlecht und recht, bei nur fallweise verkehrenden Wagen oder Zügen wäre das ein Fiasko gewesen.

Zitat
Denn Fahrzeugüberstellungen von FLO nach VOR wären gegangen, zurück nur über den Umweg über die Floridsdorfer Brücke.
Der Umweg führte aber über Kagran. Über die Floridsdorfer Brücke war es deutlich näher.

Zitat
Daher geht mir die Entscheidung, das Gleis in einer Richtung durchgehend befahrbar zu lassen nicht ein.
Wie gesagt, das ist 40 Jahre her und lässt sich nicht mehr beantworten.
Doch, ich hab's versucht.

haidi

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #31 am: 27. Dezember 2012, 22:45:56 »
die jeweils anzumeldende Befahrung unter Sicherung durch eine vorausfahrende WVB-Funkstreife

Davon hab ich noch nie gehört - wie wurde der Linienverkehr damals abgewickelt?

Hannes
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Ferry

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #32 am: 28. Dezember 2012, 09:23:38 »
Mit einem Gleisplan wäre das vielleicht sofort schlüssig gewesen, hat man ja den 317/217 überwiegend deswegen gekillt,
weil man ja zwangsläufig gegen die Autos gefahren ist und ein zweigleisiger Ausbau nicht drinnen war.
Das stimmt so nicht; Grund für die Einstellung waren letztlich politische Streitereien zwischen der Stadt Wien und dem Land Niederösterreich über die Finanzierung der Erhaltungskosten für die auf niederösterreichischem Gebiet liegende Strecke. Natürlich hätte man den 317er auch nur bis zur Stadtgrenze zurückziehen können, doch im Zuge der damaligen Buseuphorie wurde die Umstellung auf Busbetrieb für sinnvoller erachtet. Die Überlegungen hinsichtlich eines zweigleisigen Ausbaus - der ja dann 12 Jahre später ohnehin kam - haben da, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #33 am: 28. Dezember 2012, 09:38:53 »
Mit einem Gleisplan wäre das vielleicht sofort schlüssig gewesen, hat man ja den 317/217 überwiegend deswegen gekillt,
weil man ja zwangsläufig gegen die Autos gefahren ist und ein zweigleisiger Ausbau nicht drinnen war.
Das stimmt so nicht; Grund für die Einstellung waren letztlich politische Streitereien zwischen der Stadt Wien und dem Land Niederösterreich über die Finanzierung der Erhaltungskosten für die auf niederösterreichischem Gebiet liegende Strecke. Natürlich hätte man den 317er auch nur bis zur Stadtgrenze zurückziehen können, doch im Zuge der damaligen Buseuphorie wurde die Umstellung auf Busbetrieb für sinnvoller erachtet. Die Überlegungen hinsichtlich eines zweigleisigen Ausbaus - der ja dann 12 Jahre später ohnehin kam - haben da, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Naja, die einseitige Führung im Straßenplanum wurde mit dem zunehmenden Individualverkehr schon zu einem immer größeren Problem und hat die Einstellung zusätzlich erstrebenswert gemacht.

Ferry

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #34 am: 28. Dezember 2012, 11:24:35 »
Naja, die einseitige Führung im Straßenplanum wurde mit dem zunehmenden Individualverkehr schon zu einem immer größeren Problem und hat die Einstellung zusätzlich erstrebenswert gemacht.
Natürlich, aber sie war nicht, wie von User "Heinz Godler" behauptet, der überwiegende Grund. Hätte es das politische Hickhack nicht gegeben, wäre die Strecke vermutlich eben schon irgendwann in den Siebzigern zweigleisig ausgebaut worden und nicht erst Anfang der 80er Jahre.
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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #35 am: 28. Dezember 2012, 12:12:11 »
Jetzt hamma a bißl a Mischkulanz. Die Einstellung der Strecke nach Großenzersdorf hatte was mit politischem Hickhack zu tun, bis Englisch Feld war sie ja auf Wiener Stadtgebiet, da entschied Wien ganz allein. Ebenso entsprach die ein Jahr später erfolgte Einstellung der Linie 17 ganz einfach dem damaligen Zeitgeist in Verbindung mit dem Problem der einseitigen Streckenführung. Eine Investition in einen zweigleisigen Ausbau, damals undenkbar.

TARS631

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #36 am: 29. Dezember 2012, 15:44:53 »
Ausschnitte aus der Stadtkarte aus dem Jahre 1970 (nicht gescannt - nur fortlaufend abfotografiert, ich hoffe der Streckenverlauf ist halbwegs erkennbar)
Streckenverlauf der Linie 217 und 317 bis vor der Endstelle Groß Enzersdorf
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Floridsdorf – Kagran

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #37 am: 29. Dezember 2012, 15:47:51 »
Streckenverlauf der Linie 217 und 317 bis vor der Endstelle Groß Enzersdorf
Kagran – Hirschstetten

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #38 am: 29. Dezember 2012, 15:50:18 »
Ausschnitte aus der Stadtkarte aus dem Jahre 1970 (nicht gescannt - nur fortlaufend abfotografiert, ich hoffe der Streckenverlauf ist halbwegs erkennbar)
Streckenverlauf der Linie 217 und 317 bis vor der Endstelle Groß Enzersdorf
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Floridsdorf – Kagran

Das ist aber merkwürdig. Am Plan eins sieht man noch Gleise in die Fahrbachgasse, die dann aber plötzlich enden!?

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #39 am: 29. Dezember 2012, 15:50:32 »
Streckenverlauf der Linie 217 und 317 bis vor der Endstelle Groß Enzersdorf
Hirschstetten – Aspern

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #40 am: 29. Dezember 2012, 15:52:37 »
Streckenverlauf der Linie 217 und 317 bis vor der Endstelle Groß Enzersdorf
Aspern – Essling

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #41 am: 29. Dezember 2012, 15:54:35 »
Streckenverlauf der Linie 217 und 317 bis vor der Endstelle Groß Enzersdorf
Essling – fast bis Endstelle Groß Enzersdorf

matto

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #42 am: 29. Dezember 2012, 16:09:38 »
Das ist aber merkwürdig. Am Plan eins sieht man noch Gleise in die Fahrbachgasse, die dann aber plötzlich enden!?

Auch die Gleise an der Ostseite des Kagraner Platzes fehlen. Anscheinend waren diese Strecken damals schon aufgelassen.

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #43 am: 29. Dezember 2012, 18:30:00 »
Das ist aber merkwürdig. Am Plan eins sieht man noch Gleise in die Fahrbachgasse, die dann aber plötzlich enden!?

Auch die Gleise an der Ostseite des Kagraner Platzes fehlen. Anscheinend waren diese Strecken damals schon aufgelassen.

Ja seltsam, warum hat man sich dann noch die Mühe gemacht und sie trotzdem eingezeichnet? War wohl für den Beamten eine Fleißaufgabe.

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Re: Linie 217 (1922-1970)
« Antwort #44 am: 29. Dezember 2012, 19:30:08 »
Ja seltsam, warum hat man sich dann noch die Mühe gemacht und sie trotzdem eingezeichnet? War wohl für den Beamten eine Fleißaufgabe.
Bei Gleisen und Kartenwerken ist das halt immer so eine Sache. Wer weiß, ob wirklich eine Bestandsaufnahme gemacht wurde oder ob die Gleise nicht nur nach Gutdünken der ausführenden Kartographen ausradiert wurden ("i hob ghert, de Gleis gengan nur mehr bis doher"). Nachher kann man ja immer sagen: "Zum Zeitpunkt des Ortstermins lagen die Gleise noch wie beschrieben." Man darf nicht vergessen, dass damals Karten und Pläne rein händisch erstellt werden mussten.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!