Autor Thema: Rauchfangkehrerkirche  (Gelesen 16228 mal)

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coolharry

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #30 am: 20. Mai 2016, 09:02:03 »
Als U-Bahn-Vorläufer wäre die Streckenführung (Klieberg....) aber denkbar ungeeignet gewesen. Knotenpunkt ist auch jetzt (U2-Planung) der Matz.

1.: Das wäre nicht so eine U-Bahn geworden, wie wir sie heute haben.
2.: Hauptprämisse war: Weg von oben.
3.: Man wollte halt keine + Kreuzung sondern nur eine T Kreuzung am Matz.
4.: Es ist sinnlos über etwas zu diskutieren, was seit über 40 Jahren eh keiner mehr bauen will.
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Ferry

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #31 am: 20. Mai 2016, 09:28:53 »
Anbei eine Farbaufnahme der Rauchfangkehrerkirche aus dem Jahr 1965, welche eine gewisse Tristesse ausstrahlt (Quelle: Vienna timeline).

Man hätte sie nur renovieren müssen, dann hätte sie auch weniger Tristesse ausgestrahlt. Das Rathaus war vor seiner Renovierung auch ein Schandfleck, jetzt sieht es zumindest zum Ring hin durch die Aufhellung etwas freundlicher aus.
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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #32 am: 20. Mai 2016, 09:30:04 »
Als U-Bahn-Vorläufer wäre die Streckenführung (Klieberg....) aber denkbar ungeeignet gewesen. Knotenpunkt ist auch jetzt (U2-Planung) der Matz.

Im Endausbau hätte nach den damaligen Ideen die U1A an der Kliebergasse den Gürtel gekreuzt. Gerade Laurenzgasse ist eine typische Premetro-Station, man sieht's an den paar Stufen für einen Hochbahnsteig. Die Abzweigung von der U1 am Karlsplatz wurde auch gebaut (der große Leerraum unmittelbar südlich der Wienflussquerung, das ist das kurze Tunnelstück in NÖT nach der Station). Auch Blechturmgasse und Kliebergasse hat diese Stufen teilweise, nur am Matz Richtung stadtauswärts hat man sich anscheinend keine Gedanken zur Bahnsteigbreite und -Länge gemacht, da begrenzt die Autounterführung die Stationsbreite. Übrigens, tragische Pointe - mit den neuen Liften der Laurenzgasse ist der nutzbare Straßenquerschnitt jetzt so eng wie vor dem Kirchenabriss.

Achja, noch was: Schon paar Jahrzehnte vorher wurde dort in das Straßenbild eingegriffen, mit einer Assanierung, eine der wenigen ständestaatlichen Baumaßnahmen in der Stadt. Architekt des neuen Pfarrhauses war übrigens pikanterweise Architekt Karl Ehn - von ihm stammt auch das Symbol der sozialdemokratischen Wohnbauten schlechthin, der Karl-Marx-Hof.
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h 3004

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #33 am: 20. Mai 2016, 15:33:22 »
Ich bleib dabei: einen U-Bahn-Vorläufer in den Außenbezirken ohne Not zu bauen, wobei noch nicht einmal durch die Innenstadt gebaut wurde, ist grenzgenial, zumal die U1 - Streckenführung schlußendlich doch anders verlaufen ist.

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #34 am: 20. Mai 2016, 16:08:09 »
Ich bleib dabei: einen U-Bahn-Vorläufer in den Außenbezirken ohne Not zu bauen, wobei noch nicht einmal durch die Innenstadt gebaut wurde, ist grenzgenial, zumal die U1 - Streckenführung schlußendlich doch anders verlaufen ist.

Das ist unvollständig mit den damaligen Politquereleien zu erklären - die ÖVP wollte eine U-Bahn, die SPÖ partout nicht. Diese Planungsunsicherheit gibts doch bitte bis heute, was werden wohl zukünftige Generationen über die skurrile Baugeschichte der U-Bahn denken? Man "probiert" ja auch zB Bahnsteigtüren auf der Rest-U2, die die wohl am schwächsten belastete Linie werden wird, statt auf der U1.
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nord22

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #35 am: 09. September 2017, 19:35:58 »
Ein Zug der WLB mit der Rauchfangkehrerkirche (Foto: Mag. Alfred Luft, 13.04.1963). Die Rauchfangkehrerkirche war nach der Laimgrubenkirche die zweite Kirche, welche aus "Verkehrsrücksichten" abgerissen wurde.

LG nord22

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #36 am: 09. September 2017, 22:15:33 »
Ein Zug der WLB mit der Rauchfangkehrerkirche (Foto: Mag. Alfred Luft, 13.04.1963). Die Rauchfangkehrerkirche war nach der Laimgrubenkirche die zweite Kirche, welche aus "Verkehrsrücksichten" abgerissen wurde.

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Allerdings wurde die Laimgrubenkirche vor der Demolierung durch eine neubarocke Replik in einer Seitengasse (Windmühlgasse) ersetzt; kurzzeitig standen somit beide Kirchen hintereinander.

haidi

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #37 am: 09. September 2017, 23:18:33 »
Von rechts nach links: Ein Puchhupferl, ein Goggomobil und ein FK1000
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Hawk

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #38 am: 10. September 2017, 08:50:11 »
Von rechts nach links: Ein Puchhupferl, ein Goggomobil und ein FK1000
Stimmt!  :) :up:
Das leben zwingt einen oft in die Knie,jedoch ein jeder kann selbst entscheiden ob er liegen bleibt oder wieder aufsteht! :-)

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #39 am: 10. September 2017, 08:56:03 »
Ein Zug der WLB mit der Rauchfangkehrerkirche (Foto: Mag. Alfred Luft, 13.04.1963). Die Rauchfangkehrerkirche war nach der Laimgrubenkirche die zweite Kirche, welche aus "Verkehrsrücksichten" abgerissen wurde.

LG nord22
Ich vermute, heute wäre so etwas unmöglich, da würde ein Proteststurm losbrechen, dagegen wäre die Mariahilfer Straße ein "Lärchensch...."!

haidi

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #40 am: 10. September 2017, 12:01:35 »
Ich vermute, heute wäre so etwas unmöglich, da würde ein Proteststurm losbrechen, dagegen wäre die Mariahilfer Straße ein "Lärchensch...."!
Wusste gar nicht, dass Lärchen das auch können  >:D
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Ferry

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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #41 am: 11. September 2017, 09:38:04 »
Ein Zug der WLB mit der Rauchfangkehrerkirche (Foto: Mag. Alfred Luft, 13.04.1963). Die Rauchfangkehrerkirche war nach der Laimgrubenkirche die zweite Kirche, welche aus "Verkehrsrücksichten" abgerissen wurde.

LG nord22
Ich vermute, heute wäre so etwas unmöglich, da würde ein Proteststurm losbrechen, dagegen wäre die Mariahilfer Straße ein "Lärchensch...."!

Bei dem Zustand der Kirche (zumindest äußerlich) wird es nicht schwer gewesen sein, sie als "Schandfleck" und "Uraltbau" zu verkaufen. Wenn sich dann auch noch "zufällig" ein Teil der Stuckatur löst und auf den Gehsteig fällt (natürlich in der Nacht, wo ihn niemand benutzt), dann ist schnell von "Gefahr in Verzug" die Rede und der Abbruchbescheid nur mehr eine Formsache.

Dass man die Kirche mit entsprechenden Mitteln auch restaurieren hätte können, steht auf einem anderen Blatt. Aber abreißen und den freigewordenen Grund anders zu verwerten, ist halt wirtschaftlich interessanter.
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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #42 am: 11. September 2017, 11:26:30 »
Egal, wie man zur USTRAB steht: eine Kirche als Hindernis auf einer Hauptverkehrsachse ist absurd. Wenn diese noch dazu in einem schlechten baulichen Zustand ist, dann bitte weg damit!
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #43 am: 11. September 2017, 11:30:42 »
Egal, wie man zur USTRAB steht: eine Kirche als Hindernis auf einer Hauptverkehrsachse ist absurd. Wenn diese noch dazu in einem schlechten baulichen Zustand ist, dann bitte weg damit!

Quatsch. Der für den IV nutzbare Straßenquerschnitt ist an dieser Stelle heute geringer als damals, wegen der neuen Lifte der USTRAB-Station. Mit dem Argument hat man leider vieles zerstört, einiges ist uns glücklicherweise erspart geblieben. Heute sind zB viele der damaligen "neuralgischen Engstellen" völlig unproblematisch oder sogar verkehrsberuhigt.
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Re: Rauchfangkehrerkirche
« Antwort #44 am: 11. September 2017, 11:35:48 »
Egal, wie man zur USTRAB steht: eine Kirche als Hindernis auf einer Hauptverkehrsachse ist absurd. Wenn diese noch dazu in einem schlechten baulichen Zustand ist, dann bitte weg damit!

Quatsch. Der für den IV nutzbare Straßenquerschnitt ist an dieser Stelle heute geringer als damals, wegen der neuen Lifte der USTRAB-Station. Mit dem Argument hat man leider vieles zerstört, einiges ist uns glücklicherweise erspart geblieben. Heute sind zB viele der damaligen "neuralgischen Engstellen" völlig unproblematisch oder sogar verkehrsberuhigt.
Ich meinte eigentlich nicht den IV, sondern die Beschleunigung der Straßen- und Lokalbahn durch Wegfall der Kurven bei Umfahrung der alten Kirche. Dass die Wiedner Hauptstraße besonders im Bereich der USTRAB eine unnötige Verkehrshölle ist, ist ja unbestritten. Hier wäre eine Führung der Gleise an der Oberfläche sicher besser gewesen.
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