Autor Thema: Linie 60  (Gelesen 83951 mal)

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haidi

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Re: Linie 60
« Antwort #15 am: 28. Oktober 2011, 17:18:08 »
Genau so ist es. Dieses System wird seit dem Tod Hans Lehnharts von Michael Vitecek weitergeführt und durch mehr oder weniger regelmäßig erscheinende Austauschblätter aktualisiert. Als Bearbeiter der Straßenbahndaten hat sich, wie auch schon früher bei Lehnhart, Peter Macho sehr verdient gemacht.

Freut mich zu hören, dass Michael noch immer so engagiert ist. Ich habe ihm nach dem Tod meines Vaters dessen total ungeordnete Anhäufung von FAhrzeitzetteln, Dienstaufträge über mehrere Jahrzehnte *) und sonstige viele Unterlagen überlassen, da ich mich aus beruflichen Gründen und auch wissensmäßig nicht im Stande sah, diese zu katalogisieren und zu ordnen.

Hannes

*) da die Quelle der Dienstaufträge knapp nach meinem Vater starb, kann ich das schreiben.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

60er

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Re: Linie 60
« Antwort #16 am: 29. Oktober 2011, 10:40:35 »
Mit Proletenfahrzeug im Bild  ;D
Nein, nicht die Bim, sondern das Werbeplakat für den neuen Opel Manta im Hintergrund. Nur an den Werbungen kann man sofort erkennen, dass das Bild nicht von heute stammt. Alles andere hat sich dort ja praktisch nicht verändert.
Najo! Die Gegend sieht heute schon ein bissl anders aus. Im Bereich der ehemaligen Kuppelendstelle des 360ers, wo die Plakatwände sind, ist heute eine Grünfläche (damals offenbar eine graue Betonwüste). Auch die Haltestelleninsel wurde umgestaltet und direkt hinter der Insel, in der Dreiständegasse befindet sich seit Ende der 80er-Jahre eine Bodenschwelle zur Verkehrsberuhigung. Das Haus Ecke Geßlgasse - Maurer-Lange-Gasse (früher einmal ein Hotel) wurde zwischenzeitlich komplett saniert, die Fassade erstrahlt jetzt in gelb und beherbergt heute ein Ärztezentrum und einen BILLA.

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Re: Linie 60
« Antwort #17 am: 23. Dezember 2011, 01:11:43 »
Ein wunderschöner Dreiwagenzug der Linie 60 fährt in der Lainzer Straße in Richtung Rodaun. Der Triebwagen weist zahlreiche Modernisierungen, wie neuen Abblendscheinwerfer, daneben ein großes Schlußlicht, gummigefaßte Stirnwandscheiben und ebensolche Plattformeckfenster sowie pneumatischen Scheibenwischer auf. Lediglich als Stromabnehmer hat er noch den ursprünglichen SS24. Trotz dieser mannigfaltigen Änderungen und obwohl eine Rückkehr zum Stadtbahnbetrieb seit den 1950er Jahren längst nicht mehr in Betracht kam, konnte man sich nicht entschließen, Tramway-Dachsignale, vernünftigerweise natürlich Ecksignale, zu montieren und die Lackierung an die Straßenbahnwagen anzugleichen. So blieben diese Wagen bis zuletzt auch optisch ein Fremdkörper im Wiener Straßenbahnbetrieb.

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Re: Linie 60
« Antwort #18 am: 27. Dezember 2011, 18:59:13 »
Die Zeit der E1 am 60er, scheint wohl entgültig vorbei zu sein! 1982 waren sie noch Alltag auf dieser Linie. Einer der schönsten Streckenteile der Wiener Straßenbahn liegt im Süden Wiens, der Maurer-Einschnitt zwischen Mauer und Rodaun. Damals standen aber noch die etwas zierlicheren Schienenmasten!

kmh

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Re: Linie 60
« Antwort #19 am: 27. Dezember 2011, 22:13:36 »
Die N60 waren lackmäßig immer Exoten, und dadurch erübrigte sich fast das Linien-Dachsignal, weil praktisch jeder Wiener aufgrund der Fargebung wusste, dass das ein 60er nach Rodaun/Hietzing ist. Dass allerdings in den letzten Betriebsjahren noch so viele Um- und Einbauten erfolgten, war nicht gerade weitblickend. Der wichtige Einbau einer Schienenbremse erfolgte jedoch nicht - wahrscheinlich wegen zu großen notwendigen Aufwandes. Interessant war allerdings die Überstellung der N60-Garnituren nach deren Abzug aus Linie 60 von Speising nach Kagran. Hier sollten sie nach unbestätigten Meldungen noch einmal einen Einsatz auf transdanubischen Strecken erleben. Selbst für eingefleischte Fans wäre das eine Sensation gewesen. Die Verschrottung der Garnituren machte dann dem "Kagraner Spuk" ein Ende! Allerdings muss man auch sagen, dass die schweren Garnituren auf der Straßenbahn mit der niedrigeren Betriebsspannung und der Druckluftbremse keine gar so gute Figur machten. Es "zahte" sich. Ein Dreißiger konnte nur mit Mühe und viel "Anrang" erreicht werden. In den letzten Betriebsjahren war dann ohnehin Trödeln mit 25 kmh angesagt.

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Re: Linie 60
« Antwort #20 am: 28. Dezember 2011, 00:02:08 »
In den letzten Betriebsjahren war dann ohnehin Trödeln mit 25 kmh angesagt.

Das war aber so gut wie kein Unterschied, denn auch vor Inkrafttreten der StrabVO 1957 durfte mit den N(60) auf der Straße maximal mit 26 km/h gefahren werden. Ein Einsatz in KAG nach dem letzten Betriebstag auf der Linie 60 ist natürlich völliger Unsinn. Ich bin nicht sicher, ob überhaupt ein Stadtbahnzug noch von SPEIS in einem anderen Bahnhof abgestellt wurde, werde aber versuchen, mich diesbezüglich schlau zu machen.

kmh

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Re: Linie 60
« Antwort #21 am: 28. Dezember 2011, 09:32:31 »
Tatsächlich wurden die N60er nach Kagran überstellt und im Freien abgestellt. (War von der Wagramer Straße aus  gut zu sehen!) Gefahren in einer Linie sind sie aber nie! Nicht einmal von einer Probefahrt als Sonderwagen ist etwas bekannt.

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Re: Linie 60
« Antwort #22 am: 28. Dezember 2011, 10:19:39 »
Natürlich nicht, da mit der letzten Fahrt am 14. Juni 1968 auf der Linie 60 die Ausmusterung der Wagen bereits beschlossene Sache war. Wer hätte in KAG die Wagen auch fahren sollen? Aus dem Personenwagenstand ausgeschieden wurden die letzten Trieb- und Beiwagen am 29. September 1968.

Ferry

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Re: Linie 60
« Antwort #23 am: 28. Dezember 2011, 10:34:28 »
Die N60 waren lackmäßig immer Exoten, und dadurch erübrigte sich fast das Linien-Dachsignal, weil praktisch jeder Wiener aufgrund der Fargebung wusste, dass das ein 60er nach Rodaun/Hietzing ist.
Wurde nicht auch der 60/62 mit Stadtbahnwagen betrieben?
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

W_E_St

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Re: Linie 60
« Antwort #24 am: 28. Dezember 2011, 11:29:43 »
Die N60 waren lackmäßig immer Exoten, und dadurch erübrigte sich fast das Linien-Dachsignal, weil praktisch jeder Wiener aufgrund der Fargebung wusste, dass das ein 60er nach Rodaun/Hietzing ist.
Wurde nicht auch der 60/62 mit Stadtbahnwagen betrieben?
Natürlich.
http://www.sehr.org/verkehr/linien/pics/60-01-03-2004-02.jpg

Im Khaldei-Buch (siehe SmallTalk-Thread über russische Wienfotos) steht auch eine N60-Garnitur in der Gegend des Rings herum, wir sind uns nicht ganz einig geworden, ob das Bellariastraße oder Babenbergerstraße ist.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

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Re: Linie 60
« Antwort #25 am: 28. Dezember 2011, 13:09:07 »
Die N60 waren lackmäßig immer Exoten, und dadurch erübrigte sich fast das Linien-Dachsignal, weil praktisch jeder Wiener aufgrund der Fargebung wusste, dass das ein 60er nach Rodaun/Hietzing ist.
Wurde nicht auch der 60/62 mit Stadtbahnwagen betrieben?
Natürlich.
http://www.sehr.org/verkehr/linien/pics/60-01-03-2004-02.jpg

Auch in meinem zuletzt geposteten Bild sieht man die hinter der Prellschiene steckende 60/62er-Scheibe.

Zitat
Im Khaldei-Buch (siehe SmallTalk-Thread über russische Wienfotos) steht auch eine N60-Garnitur in der Gegend des Rings herum, wir sind uns nicht ganz einig geworden, ob das Bellariastraße oder Babenbergerstraße ist.

Das ist die Babenbergerstraße und der Zug ist ein 57er.

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Re: Linie 60
« Antwort #26 am: 30. Dezember 2011, 11:07:51 »
Ein Update bezüglich der in KAG abgestellten Stadtbahnwagen. Ab April 1968 wurden mit dem zurückgehenden Einsatz auf der Linie 60 überzählige Stadtbahnwagen vermutlich aus Platzgründen nach KAG gebracht und dort auf den für die WIG 64 erweiterten und daher großteils unbenutzten Gartengleisen abgestellt. Im August 1968 kamen die Wagen zum Altlagerplatz Simmering. Selbstverständlich war niemals ein Einsatz dieser Fahrzeuge vom Bahnhof KAG aus auch nur im entferntesten angedacht.

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Re: Linie 60
« Antwort #27 am: 13. Januar 2012, 18:57:59 »
Noch ein Nachtrag. Am 7. April 1968 wurden die ersten sechs n1(60) in KAG abgestellt. Nach und nach kamen 12 weitere Beiwagen dazu. Am 13., 14, und 15. Juni wurden insgesamt acht N(60) nach KAG gebracht. Der letzte Beiwagen verließ KAG am 31. Oktober 1968 in Richtung Altlager Simmering, der letzte Triebwagen am 23. Dezember 1968.

Ferry

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Re: Linie 60
« Antwort #28 am: 16. Januar 2012, 12:19:00 »
Noch ein Nachtrag. Am 7. April 1968 wurden die ersten sechs n1(60) in KAG abgestellt. Nach und nach kamen 12 weitere Beiwagen dazu. Am 13., 14, und 15. Juni wurden insgesamt acht N(60) nach KAG gebracht. Der letzte Beiwagen verließ KAG am 31. Oktober 1968 in Richtung Altlager Simmering, der letzte Triebwagen am 23. Dezember 1968.
Heißt das, dass gar nicht alle N60 nach KAG kamen? Ich frage nur, weil man mit acht Triebwagen ja nicht alle 18 erwähnten Beiwagen hätte verwenden können, es werden bis März 1968 wohl noch mehr N60 in SPEIS stationiert gewesen sein, oder?
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Re: Linie 60
« Antwort #29 am: 16. Januar 2012, 13:39:57 »
Heißt das, dass gar nicht alle N60 nach KAG kamen? Ich frage nur, weil man mit acht Triebwagen ja nicht alle 18 erwähnten Beiwagen hätte verwenden können, es werden bis März 1968 wohl noch mehr N60 in SPEIS stationiert gewesen sein, oder?

Absolut gleichgültig, da die Wagen ohnedies nur bis zur bevorstehenden Ausmusterung dort abgestellt wurden. Alle Phantastereien über einen möglicherweise geplanten Einsatz in KAG sind völlig aus der Luft gegriffen und bar jedes Realitätsbezuges.