Autor Thema: Linie 360 (1921-1967)  (Gelesen 80933 mal)

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Linie 360 (1921-1967)
« am: 25. Januar 2011, 21:10:27 »
ZU Pfingsten 1967 waren auf der Linie 360 Dreiwagenzüge unterwegs. Das Bild zeigt einen 360er am Pfingstdonntag bei der Ausfahrt Richtung Mödling aus der Endstation Rodaun.

158er

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Re: Linie 360
« Antwort #1 am: 25. Januar 2011, 21:24:41 »
Eine sehr schöne Aufnahme aus dem letzten Betriebsjahr, herzlichen Dank dafür! Man könnte sie ja sogar heute noch an derselben Stelle ohne große Veränderungen nachstellen, wenn man schnell einen K-Dreiwagenzug eingleist... :)

Zwei Fragen hätte ich:
1. Sind das rechts alles Sandcontainer?
2. Ich glaube, daß das hier oder drüben schon einmal Thema war, aber ich kanns nicht mehr finden: Wie sah das Tarifwesen am 360er aus? Galten dieselben Tarife wie auf den anderen Linien der WL oder mußte ein "Zuschlag" für Niederösterreich entrichtet werden? Mir ist noch dunkel irgendeine Kuriosität bezüglich Fahrscheine am 360er in Erinnerung, ich kann sie allerdings gerade nicht reproduzieren...

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Re: Linie 360 (1921-1967)
« Antwort #2 am: 25. Januar 2011, 21:44:39 »
Zwei Fragen hätte ich:
1. Sind das rechts alles Sandcontainer?
2. Ich glaube, daß das hier oder drüben schon einmal Thema war, aber ich kanns nicht mehr finden: Wie sah das Tarifwesen am 360er aus? Galten dieselben Tarife wie auf den anderen Linien der WL oder mußte ein "Zuschlag" für Niederösterreich entrichtet werden? Mir ist noch dunkel irgendeine Kuriosität bezüglich Fahrscheine am 360er in Erinnerung, ich kann sie allerdings gerade nicht reproduzieren...
ad 1. Die zwei hellgrauen dienen dem Sandnachfüllen der Triebwagen. Beim kleineren, dunklen kann ich nur vermuten, daß es sich um Streumittel für die Haltestellenbereiche handelt.
ad 2. Hast du schon das Buch "Wiens Straßenbahnlinien 51-60" gelesen?

158er

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Re: Linie 360
« Antwort #3 am: 25. Januar 2011, 23:05:31 »
ad 2. Hast du schon das Buch "Wiens Straßenbahnlinien 51-60" gelesen?
Ich gestehe - nein, da ich bei der Präsentation verhindert war und noch nicht dazugekommen bin, es mir zu kaufen. Vielleicht habe ich die Sache rund um den Fahrpreis aus dem Bahn im Bild-317/360-Buch, das ich vor Urzeiten einmal in der Hand hatte. Ich werde mich also selber schlau machen.

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Re: Linie 360 (1921-1967)
« Antwort #4 am: 26. Januar 2011, 00:02:22 »
Ich gestehe - nein, da ich bei der Präsentation verhindert war und noch nicht dazugekommen bin, es mir zu kaufen. Vielleicht habe ich die Sache rund um den Fahrpreis aus dem Bahn im Bild-317/360-Buch, das ich vor Urzeiten einmal in der Hand hatte. Ich werde mich also selber schlau machen.
Du solltest dir das Buch aber auf jeden Fall kaufen, da für das Tarifverständnis auch die dort zu findenden Angaben über die Linie 60 von Bedeutung sind. Zum Thema 360 kurz gesagt, dieser lag immer zumindest teilweise im Tarifgebiet II und erforderte eigene Fahrscheine. Seit 1949 lag diese Tarifgrenze in Rodaun. Bis dorthin konnte man mit einem normalen Wiener Straßenbahnfahrschein fahren. Von Rodaun bis Mödling waren es dann zwei Teilstrecken (Rodaun - Perchtoldsdorf, Brunnergasse und Perchtoldsdorf, Brunnergasse - Mödling). Im letzten Betriebsjahr der Linie 360 kostete der Fahrschein für eine dieser Teilstrecken S 3,-, für beide S 5,- und das beim Preis des Tagesfahrscheins von ebenfalls S 5,-.

95B

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Re: Linie 360
« Antwort #5 am: 26. Januar 2011, 08:20:51 »
und das beim Preis des Tagesfahrscheins von ebenfalls S 5,-.
Nur, damit keine Missverständnisse aufkommen: Mit Tagesfahrschein ist keine Tageskarte gemeint, sondern der normale Fahrschein, der uns heute als Einzelfahrschein vertraut ist.
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Ferry

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Re: Linie 360
« Antwort #6 am: 26. Januar 2011, 16:12:30 »
Im letzten Betriebsjahr der Linie 360 kostete der Fahrschein für eine dieser Teilstrecken S 3,-, für beide S 5,- und das beim Preis des Tagesfahrscheins von ebenfalls S 5,-.
Ja, das ist interessant - heute wäre der 360er - wie auch der 317er - wohl Teil der ersten Außenzone des VOR und damit mit einer "normalen" Netzkarte nicht zu benützen... wie war das früher? Umfassten Zeitkarten (Wochen-, Monats-, Jahreskarten) auch die Benutzung von Linien im Tarifgebiet II? Oder musste die Zeitkarte dafür entsprechend erweitert werden?
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darkweasel

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Re: Linie 360
« Antwort #7 am: 26. Januar 2011, 16:47:35 »
heute wäre der 360er - wie auch der 317er - wohl Teil der ersten Außenzone des VOR
Der 317er nicht unbedingt - seine heutige Nachfolgelinie, der 26A, ist ja auch bis zur Endstation (Großenzersdorf Busbahnhof) mit der Kernzonenfahrkarte benutzbar.

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Re: Linie 360 (1921-1967)
« Antwort #8 am: 26. Januar 2011, 17:32:30 »
Im letzten Betriebsjahr der Linie 360 kostete der Fahrschein für eine dieser Teilstrecken S 3,-, für beide S 5,- und das beim Preis des Tagesfahrscheins von ebenfalls S 5,-.
Ja, das ist interessant - heute wäre der 360er - wie auch der 317er - wohl Teil der ersten Außenzone des VOR und damit mit einer "normalen" Netzkarte nicht zu benützen... wie war das früher? Umfassten Zeitkarten (Wochen-, Monats-, Jahreskarten) auch die Benutzung von Linien im Tarifgebiet II? Oder musste die Zeitkarte dafür entsprechend erweitert werden?
Wertmarken für Streckenkarten galten entweder im Tarifgebiet I oder II. Es gab aber auch Marken für das Tarifgebiet I und II. So kostete 1967 die Wochenmarke für 6 Werktage im Tarifgebiet I oder II S 30,-, eine Wochenmarke für 6 Werktage im Tarifgebiet I und II S 40,-.

W_E_St

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Re: Linie 360
« Antwort #9 am: 26. Januar 2011, 21:07:24 »
heute wäre der 360er - wie auch der 317er - wohl Teil der ersten Außenzone des VOR
Der 317er nicht unbedingt - seine heutige Nachfolgelinie, der 26A, ist ja auch bis zur Endstation (Großenzersdorf Busbahnhof) mit der Kernzonenfahrkarte benutzbar.
Genau, und hieße vermutlich 17 oder wie auch immer. Der 360er würde dann vermutlich 260 heißen.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

Ferry

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Re: Linie 360
« Antwort #10 am: 21. Februar 2011, 10:15:51 »
Genau, und hieße vermutlich 17 oder wie auch immer. Der 360er würde dann vermutlich 260 heißen.
Eher 61. Die Umbenennung von 360 auf 260 - daher von einer dreistelligen Zahl auf eine andere dreistellige Zahl - erscheint mir wenig sinnvoll.
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13er

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Re: Linie 360
« Antwort #11 am: 21. Februar 2011, 10:21:46 »
Genau, und hieße vermutlich 17 oder wie auch immer. Der 360er würde dann vermutlich 260 heißen.
Eher 61.
Warum nicht 60M wie Mödling? :D

260 könnte man die Linie ja dann nennen, wenn sie im ersten Schritt nur bis (zum neuerrichteten Bahnhof) Perchtolsdorf fährt :D ;)

(So, jetzt bitte wieder Schluss mit der Liniensignaldiskussion, die ich hoffentlich erfolgreich ins Lächerliche gezogen habe :D )
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
                                  – Mahatma Gandhi

Ferry

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Re: Linie 360
« Antwort #12 am: 21. Februar 2011, 10:25:08 »
[Warum nicht 60M wie Mödling? :D
260 könnte man die Linie ja dann nennen, wenn sie im ersten Schritt nur bis (zum neuerrichteten Bahnhof) Perchtolsdorf fährt :D ;)
Warum nicht gleich 60?
Es gibt dann eber 60er Kurse bis Rodaun, bis nach Perchtoldsdorf und bis nach Mödling. Man muss halt dann neben dem Liniensignal auch auf das Zielschild achten.

Aber du hast schon recht: das ist mindestens genau so utopisch, wie dass nach Mödling wieder eine Straßenbahn fährt...  ;)
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Linie 41

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Re: Linie 360
« Antwort #13 am: 21. Februar 2011, 11:11:44 »
Es gibt dann eber 60er Kurse bis Rodaun, bis nach Perchtoldsdorf und bis nach Mödling. Man muss halt dann neben dem Liniensignal auch auf das Zielschild achten.
Das wäre in dem Fall ja sogar wurscht, weil der Fahrer die Fahrgäste ja nur früher rauswirft, die warten dann einfach auf den nächten Zug und fahren weiter. Problematisch ist es ja nur, wenn eine Linie abzweigt.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

haidi

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Re: Linie 360 (1921-1967)
« Antwort #14 am: 21. Februar 2011, 11:32:20 »
Das hat aber auf der U6 auch funktioniert, funktionert auf der Londoner Underground mehrfach, das einzige Problem wäre nur der Feuerwehreinsatz in Erdberg, wenn die RBL-Rechner abbrennen:)

Hannes
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging