Autor Thema: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen  (Gelesen 14053 mal)

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moszkva tér

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #75 am: 05. April 2017, 13:05:05 »
Aber wahnsinnig viele "neue" Korridore gibt es mMn sonst nicht.
Es gibt schon auch in der Bestandsstadt - im dicht bebauten Gebiet - Korridore, die derzeit nicht oder kaum befahren werden und die durchaus Potential  haben. Ein Beispiel von vor ein paar Jahren war der 5B, der wider Erwarten eingeschlagen hat wie eine Bombe.

Andere Beispiele:
Lückenschluss durch den Prater (18 und/oder 1 bzw. 4A)
Lückenschluss Kaisermühlen - Floridsdorf (Verknüpfung 92A-22B - hätte durchaus Straßenbahnpotential)

öffi-dude

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #76 am: 05. April 2017, 13:10:23 »
Beim 5B können wir aber wieder diskutieren ob das ein neuer Korridor ist. ;)

moszkva tér

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #77 am: 05. April 2017, 14:03:02 »
Beim 5B können wir aber wieder diskutieren ob das ein neuer Korridor ist. ;)
Er bedient zumindest eine Relation, die vorher nicht bedient wurde und die auch in der Form nicht mit Umsteigeverbindungen nur mühsam zu fahren war (Taborstraße U - Gaußplatz)  :lamp:
Oder wie definierst du "neuer Korridor"?

60er

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #78 am: 05. April 2017, 14:03:36 »
Natürlich gibt es in dichter verbauten Gebieten kaum Korridore, die noch nie von einer Straßenbahn befahren worden sind. Dazu reicht der Blick in einen Stadtplan aus 1950, um zu sehen, was für ein engmaschiges Straßenbahnnetz Wien einst hatte. Die meisten innerstädtischen Projekte sind daher zwangsläufig Wiedererrichtungen eingestellter Strecken.

Komplette Neuerschließungen hast du am Stadtrand bzw. in Stadterweiterungsgebieten, wie dem Sonnwend- oder Nordbahnhof-Viertel.

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #79 am: 05. April 2017, 15:32:18 »
Dabei müsste man der Straßenbahn nur ihren gerechten Anteil an den Einnahmen (Erlöse) gewähren und nicht kunstvoll viel zu viel zur U-Bahn "rüberrechnen" und schwupps, was glaubst du, wie viele Projekte man (zusätzlich zur gediegenen Erhaltung des Bestandes) aus eigener Kasse finanzieren könnte.

Was passiert eigentlich in diesem utopischen Szenario mit dem ach so defizitären U-Bahn-Netz? Wird das dann eingestellt? Oder existieren dann drei Gesellschaften parallel nebeneinander? Je eine für Busbetrieb, Straßenbahnbetrieb und U-Bahnbetrieb mit jeweils kostendeckenden Fahrpreisen?

Gibt es eigentlich ein Quelle dazu, dass ein reiner Straßenbahnbetrieb nicht nur kostendeckend operieren würde, sondern auch noch so viel Gewinn erwirtschaften würde, dass Investitionen in neue Strecken und Fahrzeuge möglich wären ganz ohne öffentliche Einnahmen?.

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #80 am: 05. April 2017, 18:25:21 »
Gibt es eigentlich ein Quelle dazu, dass ein reiner Straßenbahnbetrieb nicht nur kostendeckend operieren würde, sondern auch noch so viel Gewinn erwirtschaften würde, dass Investitionen in neue Strecken und Fahrzeuge möglich wäre ganz ohne öffentliche Einnahmen?
Wieso wird immer davon ausgegangen, dass öffentlicher Verkehr kostendeckend sein muss?
Solange der Individualverkehr von einer Kostenwahrheit kilometerweit entfernt ist - und insbesondere der Schwerverkehr auf der Straße hochsubventioniert wird - ist es nur recht und billig, dass der öffentliche Verkehr umso stärker gefördert wird, weil es nur dieser ist, der Entlastung herbeiführen kann. :lamp:
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N1

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #81 am: 05. April 2017, 19:25:06 »
Wieso wird immer davon ausgegangen, dass öffentlicher Verkehr kostendeckend sein muss?
Ein marktgläubiger Tramwayfreund (die soll's ja geben) muss davon ausgehen, weil ansonsten sein Weltbild ins Wanken gerät.
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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #82 am: 05. April 2017, 20:42:40 »
Kostendeckend werden öffentliche Verkehrsmittel nie sein!
Und genau das ist, wenn man so will, die Wurzel des Problems, denn:
Der eigentliche Grundgedanke bei der Einführung war die Herstellung der Mobilität!!
Die ganze Miserie fing erst mit dem wirtschaftlichen Denken bei Verkehrsunternehmen an, mit folgenden Ergebnissen->
Einstellungen und Ausdünnungen von Bahn-, Bus-, Straßenbahnlinien,
Massive Einsparungen beim Personal, etc...


martin8721

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #83 am: 05. April 2017, 20:52:21 »
Die ganze Miserie fing erst mit dem wirtschaftlichen Denken bei Verkehrsunternehmen an, mit folgenden Ergebnissen->
Einstellungen und Ausdünnungen von Bahn-, Bus-, Straßenbahnlinien,
Massive Einsparungen beim Personal, etc...

Die U-Bahn ist von diesem wirtschaftlichen Denken aber nicht betroffen, oder?  >:D

Lerchenfelder

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #84 am: 09. April 2017, 11:37:44 »
Lückenschluss durch den Prater (18 und/oder 1 bzw. 4A)

Diese Verbindung ist wohl spätestens mit dem fixierten S80 Ausbau beerdigt worden. Zurecht wie ich finde, denn es gibt deutlich wichtigere Straßenbahn-Projekte!

darkweasel

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #85 am: 10. April 2017, 12:05:07 »
Lückenschluss durch den Prater (18 und/oder 1 bzw. 4A)

Diese Verbindung ist wohl spätestens mit dem fixierten S80 Ausbau beerdigt worden. Zurecht wie ich finde, denn es gibt deutlich wichtigere Straßenbahn-Projekte!
Was haben diese Dinge miteinander zu tun?

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #86 am: 10. April 2017, 14:00:39 »
Lückenschluss durch den Prater (18 und/oder 1 bzw. 4A)
Diese Verbindung ist wohl spätestens mit dem fixierten S80 Ausbau beerdigt worden. Zurecht wie ich finde, denn es gibt deutlich wichtigere Straßenbahn-Projekte!

Die Verbindung ist vom Raumordnungs-Institut gerechnet worden und wäre sinnvoll. Erstens wäre der 18er damit über die Linienlänge gleichmäßiger ausgelastet (Ostteil dzt schwächer als der Westen), und zweitens wäre die Verbindung Stadlau in Richtung Stadtentwicklungsgebiete Erdberg bzw später Richtung Arsenal/Sonnwendviertel (mögliche Velängerung statt der U2 Süd) ohne Umwegfahrt bzw 2x umsteigen attraktiv.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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60er

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #87 am: 10. April 2017, 14:01:09 »
Was haben diese Dinge miteinander zu tun?
Das frage ich mich auch. Die S80 hat mit dem 18er von der Streckenführung ähnlich viel gemein, wie die S7 mit der U3, nämlich nur, dass sie halt im selben Bezirk fahren.

Lerchenfelder

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #88 am: 10. April 2017, 14:59:45 »
Lückenschluss durch den Prater (18 und/oder 1 bzw. 4A)

Diese Verbindung ist wohl spätestens mit dem fixierten S80 Ausbau beerdigt worden. Zurecht wie ich finde, denn es gibt deutlich wichtigere Straßenbahn-Projekte!
Was haben diese Dinge miteinander zu tun?

Was haben diese Dinge miteinander zu tun?
Das frage ich mich auch. Die S80 hat mit dem 18er von der Streckenführung ähnlich viel gemein, wie die S7 mit der U3, nämlich nur, dass sie halt im selben Bezirk fahren.

Ach echt??? Also nicht dass ich behaupten will, dass nicht bei ausreichend vorhandenen Finanzmitteln beide Projekte sinnvoll wären, aber geht doch einmal von der altbekannten Wiener Sichtweise aus: Die S80 verbindet den Bereich Seestadt/ Hirschstetten/ Stadlau mit Simmering/ dem Hbf-Viertel/ dem Matzleinsdorfer Platz. Die U2 und der verlängerte 18er würden für einen großen Anteil ihrer Fahrgäste genau die gleiche Relation bedienen, und das mit 1x umsteigen! Natürlich ist mir schon klar, dass es bei der U2 und dem 18er wesentlich attraktivere Intervalle gäbe und im 3. Bezirk ein großer Bereich durchfahren werden würde, den die S80 nicht anbindet, aber dennoch bieten die S80 und die U2/18er-Kombination eben prinzipiell die Verbindung des 22. Bezirkes mit den genannten Bereich südlich der Donau an. Da kann man also sehr leicht argumentieren, dass man die 18er-Verlängerung durch die S80 nicht mehr so dringend braucht, darauf wollte ich hinaus...

Natürlich gibt es zB auch Umsteiger vom 11A, die in den 3. wollen, etc. - da funktioniert dieser Vergleich mit der S80 natürlich nicht...

darkweasel

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Re: [PM] Studien für Straßenbahn statt Bussen
« Antwort #89 am: 10. April 2017, 23:30:14 »
Ach echt??? Also nicht dass ich behaupten will, dass nicht bei ausreichend vorhandenen Finanzmitteln beide Projekte sinnvoll wären, aber geht doch einmal von der altbekannten Wiener Sichtweise aus: Die S80 verbindet den Bereich Seestadt/ Hirschstetten/ Stadlau mit Simmering/ dem Hbf-Viertel/ dem Matzleinsdorfer Platz. Die U2 und der verlängerte 18er würden für einen großen Anteil ihrer Fahrgäste genau die gleiche Relation bedienen, und das mit 1x umsteigen! Natürlich ist mir schon klar, dass es bei der U2 und dem 18er wesentlich attraktivere Intervalle gäbe und im 3. Bezirk ein großer Bereich durchfahren werden würde, den die S80 nicht anbindet, aber dennoch bieten die S80 und die U2/18er-Kombination eben prinzipiell die Verbindung des 22. Bezirkes mit den genannten Bereich südlich der Donau an. Da kann man also sehr leicht argumentieren, dass man die 18er-Verlängerung durch die S80 nicht mehr so dringend braucht, darauf wollte ich hinaus...

Natürlich gibt es zB auch Umsteiger vom 11A, die in den 3. wollen, etc. - da funktioniert dieser Vergleich mit der S80 natürlich nicht...
Das gilt allerhöchstens für den 18er, aber nicht für den 1er oder 4A.