Autor Thema: Stromsysteme  (Gelesen 10338 mal)

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Re: Stromsysteme
« Antwort #45 am: 05. Oktober 2016, 20:41:34 »
Zitat
Das Problem mit dem Ohmschen Gesetz ist es, dass es nur am Ohmschen Widerstand gilt. Motoren können niemals als ohmsche Widerstände betrachtet werden.

Gleichstrommotoren schon annähernd, da gibt es keinen induktiven Blindwiderstand und ähnlich nette Dinge.

ET ist bei mir schon eine Zeitlang her, aber hat man nicht durch die Kommutierung intern einen Wechselstrom durch die Motorwicklung und damit automatisch einen Blindwiderstand?

Puh, langsam wirds kompliziert... weiß ich ehrlich gesagt auch nicht!
Eher nicht, weil die Wicklungen ja beim kommutieren kurz spannungsfrei sind und daher in der Zeit kein definiertes Potential haben (die Wicklungen sind ja keine Kondensatoren, die sich aufladen). Demnach wird eigentlich immer nur ein Gleichstrom in die umgekehrte Richtung angelegt - also eine Stufenfunktion, und kein Sinus.
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
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W_E_St

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Re: Stromsysteme
« Antwort #46 am: 05. Oktober 2016, 23:11:28 »
Zitat
Das Problem mit dem Ohmschen Gesetz ist es, dass es nur am Ohmschen Widerstand gilt. Motoren können niemals als ohmsche Widerstände betrachtet werden.

Gleichstrommotoren schon annähernd, da gibt es keinen induktiven Blindwiderstand und ähnlich nette Dinge.

ET ist bei mir schon eine Zeitlang her, aber hat man nicht durch die Kommutierung intern einen Wechselstrom durch die Motorwicklung und damit automatisch einen Blindwiderstand?

Puh, langsam wirds kompliziert... weiß ich ehrlich gesagt auch nicht!
Eher nicht, weil die Wicklungen ja beim kommutieren kurz spannungsfrei sind und daher in der Zeit kein definiertes Potential haben (die Wicklungen sind ja keine Kondensatoren, die sich aufladen). Demnach wird eigentlich immer nur ein Gleichstrom in die umgekehrte Richtung angelegt - also eine Stufenfunktion, und kein Sinus.

Würde aber die Induktivität den Abfall bzw. anschließenden Wiederanstieg nicht bremsen und somit ein sagen wir sinusähnliches Bild ergeben statt reiner Rechtecke?
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invisible

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Re: Stromsysteme
« Antwort #47 am: 06. Oktober 2016, 08:07:30 »
Eher nicht, weil die Wicklungen ja beim kommutieren kurz spannungsfrei sind und daher in der Zeit kein definiertes Potential haben (die Wicklungen sind ja keine Kondensatoren, die sich aufladen). Demnach wird eigentlich immer nur ein Gleichstrom in die umgekehrte Richtung angelegt - also eine Stufenfunktion, und kein Sinus.

Die Wicklungen sind zwar keine Kondensatoren, aber dafür Induktivitäten. Genau darum hat man ja Bürstenfeuer :-)
Liebe Fahrgäste: Der Zug ist abgefahren.

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Re: Stromsysteme
« Antwort #48 am: 06. Oktober 2016, 21:18:06 »
Stimmt - ich hatte irgendwie nicht dran gedacht, dass sich ja die Leiterschleife (bzw. die Wicklungen) im Magnetfeld weiterbewegen. ::)
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leofink

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Re: Stromsysteme
« Antwort #49 am: 07. Oktober 2016, 09:16:51 »

ET ist bei mir schon eine Zeitlang her, aber hat man nicht durch die Kommutierung intern einen Wechselstrom durch die Motorwicklung und damit automatisch einen Blindwiderstand?

Ja, und das war genau das Problem: Während bei der durch die Kohlen kurzgeschlossenen Rotorwindung beim Gleichstrommotor nicht besonders viel passiert, da die Stromrichtung im Stator nicht ändert, wird in der, von den Kohlen kurzgeschlossenen Rotorspule des Wechselstrommotors, bei dem die Stromrichtung im Stator im Takt der Frequenz ändert eine Spannung induziert. Die kurzgeschlossene Rotorspule mit der dazugehörigen Statorspule kannst Du sozusagen als Trafo ansehen. Genau das wird beim Drehstrommotor ja ausgenützt, indem der Rotor rein über die Induktion mit Spannung versorgt wird.
Und genau das war die Krux beim Wechselstrommotor. Mit 50HZ (Je höher die Frequenz, bzw,. je schneller die Spannungsänderung, desto höher die Induktion) war das lange Zeit nicht in den Griff zu kriegen. Mit 16 2/3 HZ hat man dann das in den Griff bekommen. Mit phasenverschobenem Wendefeld UND der Kompensationswicklung, die als Spirale über den Hauptpolen liegt.
Gruss Guru