Autor Thema: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)  (Gelesen 2347 mal)

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Klingelfee

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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #30 am: 14. März 2017, 13:53:11 »
Das war noch zu einer Zeit, wo im Straßenbahnnetz eine Nennspannung von 600V war.
Ich war der Meinung, dass das noch immer so ist?
Ist es auch! Zwar ist schon seit einiger Zeit eine Erhöhung auf 750 V angedacht, dazu gekommen ist es aber noch nicht.

Nur dass du früher oft nur noch 500V in der Fahrleitung hattest, während jetzt die 600 gewährleistet sind.
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95B

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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #31 am: 14. März 2017, 14:36:58 »
Das war noch zu einer Zeit, wo im Straßenbahnnetz eine Nennspannung von 600V war.
Ich war der Meinung, dass das noch immer so ist?

Ich staune übrigens, dass das alles so problemlos klingt... immerhin sind zwischen 600 und knapp 1000 Volt doch ein ziemlicher Unterschied. Machen das Motoren und sonstige elektrische Komponenten so problemlos mit?  :o

Die Motoren sind von den Isolationswerten her auf höhere Spannungen ausgelegt, da die beim generatorischen Bremsen erzeugten Spannungen höher als 600 V sein können. Für die Oldtimer sollte die Spannungserhöhung kein Problem darstellen. Eventuell müssen die Vorwiderstände von Schienenbremse und Fahrtrichtungsanzeiger verstärkt werden, aber das ist keine Hexerei. Auch mit den Lichtserien könnte es Probleme geben, sofern noch die Originallampen 120 V/40 W verbaut sind. Durch ein Wechseln auf 230 V/100 W ist das aber auch erledigt.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #32 am: 14. März 2017, 15:01:29 »
Verstehe.  :) Und von der Wärmeentwicklung ist das auch unproblematisch? Vermutlich steigt ja die Abwärme bei höherer Spannung ja in ähnlichem Maße wie die Motorleistung an.

95B

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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #33 am: 14. März 2017, 15:57:14 »
Verstehe.  :) Und von der Wärmeentwicklung ist das auch unproblematisch? Vermutlich steigt ja die Abwärme bei höherer Spannung ja in ähnlichem Maße wie die Motorleistung an.

Da man auf den Widerstandsstufen nur kurz verweilen soll, wird das kein großes Problem darstellen.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #34 am: 14. März 2017, 16:05:47 »
Außerdem haben die Badener 100er die gleichen Motoren wie E1/E2/E6. 1000 Volt waren da sicher nie in der Oberleitung, wo sollten die herkommen?  ;)  ::)
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #35 am: 14. März 2017, 23:47:26 »
Die Wiener Straßenbahn hatte drei unterschiedliche Arten von Farbscheibentachographen im Einsatz:

  • gerade Bauform (Motor ist unterhalb des Armaturenpults, nur die Skala schaut heraus), Plexiglasblendschutz, vmax 60 km/h, Zwei- und Vierachser
  • gebogene Bauform (Typen C3, E), vmax 60 km/h
  • gebogene Bauform (Typen E1, E2, E6), vmax 75 km/h
Da ich zu diesen Farbscheiben bisher keine Detailinformationen gefunden habe, wollte ich mich nach dem Funktionsprinzip der Farbscheibe erkundigen. Wurde die Linie durch Magnetisierung erzeugt und nach einer Umdrehung wieder gelöscht?
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95B

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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #36 am: 15. März 2017, 08:49:00 »
Da ich zu diesen Farbscheiben bisher keine Detailinformationen gefunden habe, wollte ich mich nach dem Funktionsprinzip der Farbscheibe erkundigen. Wurde die Linie durch Magnetisierung erzeugt und nach einer Umdrehung wieder gelöscht?

Nicht durch Magnetisierung (sonst hieße das Ding ja Magnetscheibe), sondern durch Farbe. Durch die Schreibstifte wird die Farbe entfernt, nach einer Umdrehung trägt eine Walze die Farbe wieder gleichmäßig auf. Bei der Farbe handelt es sich um ein ausgesprochenes Spezialprodukt – sie trocknet nämlich nicht. Auch nicht nach Jahrzehnten: Ich habe einen Farbscheibentachographen, der laut Aufschrift aus einem T2 stammt, also Anfang der 1980er zum letzten Mal in Verwendung war. Die Farbscheibe ist bis heute intakt und zeichnet alles korrekt auf.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #37 am: 15. März 2017, 14:09:05 »
Offiziel gabs natürlich nie mehr als die Nennspannung. Aber miss mal deine Steckdosen durch. Da hast teilweise auch schwankende Spanunngen.
Ich glaub schon das es durchaus (mit ungenauigkeit des Anzeigenden Instrumentes) 1000V gegeben haben kann. 850V + 10% sind ja schon 935V. Lügt das Instrument auch noch 10% dazu bist über 1000V.

Das ist dann aber Messungenauigkeit und nicht die tatsächliche Spannung. Außerdem betrug und beträgt, wie ich bereits geschrieben habe, die Spannung dort nur 750V. Bei einem Wert von 1000V wäre die Ungenauigkeit jenseits der 30%, das wage ich ja doch zu bezweifeln.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #38 am: 19. März 2017, 15:19:06 »
Das war noch zu einer Zeit, wo im Straßenbahnnetz eine Nennspannung von 600V war.
Ich war der Meinung, dass das noch immer so ist?
Ist es auch! Zwar ist schon seit einiger Zeit eine Erhöhung auf 750 V angedacht, dazu gekommen ist es aber noch nicht.

Nur dass du früher oft nur noch 500V in der Fahrleitung hattest, während jetzt die 600 gewährleistet sind.

Ich weiß nicht, was du mit "früher" und "jetzt" meinst, aber 2012 ist es bei einer mittleren Spannung von 670 V gelegentlich unter 500 V am Stromabnehmer gegangen. Woher ich das weiß? Von Seite 14 einer aufschlussreichen Präsentation.

Offiziel gabs natürlich nie mehr als die Nennspannung. Aber miss mal deine Steckdosen durch. Da hast teilweise auch schwankende Spanunngen.
Ich glaub schon das es durchaus (mit ungenauigkeit des Anzeigenden Instrumentes) 1000V gegeben haben kann. 850V + 10% sind ja schon 935V.

Natürlich kann die mittlere Spannung höher als die Nennspannung sein. Insbesondere in Netzen ohne Rückspeisung sollte man in den Unterwerken die zulässigen Plus-Toleranzen ausgenutzt haben, um große Speisebereiche effizient versorgen zu können. Und die genormten Toleranzen in Bahnnetzen sind weit größer als 10 %. Auch das kann obige Quelle gut illustrieren.

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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #39 am: 20. März 2017, 01:35:50 »
Außerdem haben die Badener 100er die gleichen Motoren wie E1/E2/E6. 1000 Volt waren da sicher nie in der Oberleitung, wo sollten die herkommen?  ;)  ::)

Nein haben sie nicht. Wie Revisor dir schon 2009 mitgeteilt hat, haben die 100er WD 785 VS, mit verstärkter Isolierung.  >:D
Diese dürfte aber eher der Auslegung für 80 km/h und den entsprechend höheren Spannungen beim generatorischen Bremsen geschuldet sein als der höheren Netzspannung geschuldet sein.

Quelle: http://nahverkehr.wien/forum/index.php?topic=5986.280

Offiziel gabs natürlich nie mehr als die Nennspannung. Aber miss mal deine Steckdosen durch. Da hast teilweise auch schwankende Spanunngen.
Ich glaub schon das es durchaus (mit ungenauigkeit des Anzeigenden Instrumentes) 1000V gegeben haben kann. 850V + 10% sind ja schon 935V. Lügt das Instrument auch noch 10% dazu bist über 1000V.

Das ist dann aber Messungenauigkeit und nicht die tatsächliche Spannung. Außerdem betrug und beträgt, wie ich bereits geschrieben habe, die Spannung dort nur 750V. Bei einem Wert von 1000V wäre die Ungenauigkeit jenseits der 30%, das wage ich ja doch zu bezweifeln.

Ja und nein. Die 10% sind Messungenauigkeit, die 935 hingegen die Toleranz der tatsächlichen Spannung. Unsere Lichtnetzspannung ist ja auch 230 V +/- 10%, kann also bis zu 253 V betragen. Und es ging ja nicht darum, ob eine Messung korrekt ist, oder ob man tatsächlich an einem Voltmeter je 1000 V gesehen haben kann. Und das scheint eben nicht unmöglich.

Trotzdem kann auch ich mich sehr genau erinnern gelesen zu haben, dass die WLB im gemeinsamen Bereich Schedifkaplatz - Tscherttegasse nur 750 V Nennspannung hatte, 850 V erst ab Schöpfwerk. Dementsprechend sind die 1000 V eher unwahrscheinlich. Maximal könnte ich mir vorstellen (ohne viel über die Traktionsstromversorgung zu wissen), dass dieser Speiseabschnitt einmal irrtümlich auf 850 V umgeschaltet wurde, aber wenn das separate Unterwerke sind ist das auch fast unmöglich.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #40 am: 20. März 2017, 02:13:33 »

Nein haben sie nicht. Wie Revisor dir schon 2009 mitgeteilt hat, haben die 100er WD 785 VS, mit verstärkter Isolierung.  >:D

Ist aber der gleiche Motor punkto Leistung usw. Die E2 sind ja auch jahrelang problemlos am 64er mit 750 Volt gefahren. Die E1 an sich auch, nur durften sie nur ausnahmsweise dort verwendet werden, weil sie keine Schwenkstufen haben und sich wer einbildete die Leute würden reihenweise stürzen oder in den Bahnsteigspalt steigen!
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #41 am: 20. März 2017, 16:10:35 »

Nein haben sie nicht. Wie Revisor dir schon 2009 mitgeteilt hat, haben die 100er WD 785 VS, mit verstärkter Isolierung.  >:D

Ist aber der gleiche Motor punkto Leistung usw. Die E2 sind ja auch jahrelang problemlos am 64er mit 750 Volt gefahren.

Ja, wie gesagt, die verstärkte Isolierung dürfte hauptsächlich für das Bremsen von 80 und etwas mehr km/h gedacht sein und nicht für die höhere Netzspannung.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #42 am: 20. März 2017, 21:25:41 »
Die E1 und E2 sind aber nur für 60 zugelassen (für 70 konzipiert), die hätten wohl kaum von mehr als 80 bremsen müssen!  ;)

Außerdem ergeben sich bei starken Bremsungen auch bei den E1 sehr hohe Spannungen, sicher 800 Volt oder mehr. Der ULF darf auch bis 800 Volt ins Netz rückspeisen, wenn also zwei ULFs gleichzeitig stark bremsen, könnte ein E1 im selben Abschnitt beschleunigen wie ein "Turbo"!    :D
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #43 am: Gestern um 12:19:10 »
Die E1 und E2 sind aber nur für 60 zugelassen (für 70 konzipiert), die hätten wohl kaum von mehr als 80 bremsen müssen!  ;)

Außerdem ergeben sich bei starken Bremsungen auch bei den E1 sehr hohe Spannungen, sicher 800 Volt oder mehr. Der ULF darf auch bis 800 Volt ins Netz rückspeisen, wenn also zwei ULFs gleichzeitig stark bremsen, könnte ein E1 im selben Abschnitt beschleunigen wie ein "Turbo"!    :D

Deswegen haben ja auch nur die WLB-100er die verstärkte Isolierung?!?

Selbst bei den 2-Achsern (maximal 40 km/h) ist die Motorisolierung auf 1500 V ausgelegt, bei den E1 und E2 also sicher ähnlich oder noch höher.
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Re: E oder E1 - seltsames Fahrzeug (hist.)
« Antwort #44 am: Gestern um 14:09:50 »

Deswegen haben ja auch nur die WLB-100er die verstärkte Isolierung?!?

Selbst bei den 2-Achsern (maximal 40 km/h) ist die Motorisolierung auf 1500 V ausgelegt, bei den E1 und E2 also sicher ähnlich oder noch höher.
Eh! Aber es ging ja um das angebliche Problem, dass die E1 und E2 im Bereich der 750 Volt nicht (mehr) fahren durften, weil die angeblich dort auftretende höherere Bremsstromspannung die Motoren kaputt machen würde. Damit bei ihnen aber Spannungen von jenseits der 1000 Volt auftreten, müssten sie sicher aus mindestens hundert km/h eine scharfe Bremsung hinlegen.
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