Autor Thema: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau  (Gelesen 2094 mal)

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #15 am: 05. Juni 2017, 13:38:04 »
Die Strecke.

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #16 am: 05. Juni 2017, 13:44:48 »
Ja genau!

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #17 am: 05. Juni 2017, 14:13:22 »
Tja, leider war in Graz das Verkehrsressort nach der Gemeinderatswahl eine bloße Manövriermasse, welches der KPÖ von Schwarz-blau quasi als "Strafe" aufgebrummt wurde und in dem man dieser natürlich keinerlei Erfolge gönnen will. In Österreich ist man leider parteiübergreifend unfähig, in Konzentrationsregierungen so zusammenzuwirken, wie es dem Geist dieser Regierungsform entspricht. Wenn man das aber schon nicht kann oder will, dann soll man wenigstens den Mut haben und als nächsten logischen Schritt klar zwischen Regierung und Opposition trennen, wie dies etwa in Innsbruck bereits gehandhabt wird.
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diogenes

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #18 am: 05. Juni 2017, 18:25:48 »
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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #19 am: 07. Juni 2017, 13:26:22 »
Die Mariatroster Strecke wird bis 2019 wie geplant ausgebaut die nötigen Mitteln sind nun im Budget enthalten für die Jahre 2018 und 2019.


Ferry

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #21 am: 19. Juni 2017, 09:21:55 »
https://kurier.at/chronik/oesterreich/grazer-strassenbahn-ausbau-steckt-in-der-haltestelle-fest/270.143.797

Den Wert von 1600 Zügen (also 800 pro Richtung) halte ich für stark übertrieben - das würde bei einer angenommenen Betriebszeit von 5-23 Uhr (18 Stunden) bedeuten, dass alle 81 Sekunden ein Zug daherkommen müsste - und das durchgehend, ohne Unterbrechung. Das mag während der HVZ stimmen, außerhalb davon aber wird man bei sechs Linien kein derartiges Intervall erreichen. Des weiteren ist zu bedenken, dass ja ab 19:00 drei Linien eingestellt und nur durch eine Linie ersetzt werden, d.h., zu diesem Zeitpunkt werden bis Betriebsschluss nur mehr vier Linien betrieben.

Ich glaube auch nicht, dass der Bürgermeister während der gesamten Betriebszeit der Straßenbahn in seinem Büro anwesend ist, was aber nötig wäre, um hier eine seriöse Aussage treffen zu können. Dass die Situation in Graz wegen des Flaschenhalses Herrengasse betrieblich sehr ungünstig ist, bleibt hingegen unwidersprochen. Aber das ließe sich bei einigem politischen Willen ändern: dass eine Route nicht errichtet werden kann, weil sie "der StVO widerspricht", dem ließe sich durch eine entsprechende Ausnahmeregelung sicher abhelfen. Wollen müsste man halt!
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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #23 am: 19. Juni 2017, 09:59:04 »
https://kurier.at/chronik/oesterreich/grazer-strassenbahn-ausbau-steckt-in-der-haltestelle-fest/270.143.797

Wie kann eine Straßenbahnstrecke der STVO widersprechen?

Wenn man etwas verhindern will, fließt die Kreativität nur so in Strömen. :blank:

Den Wert von 1600 Zügen (also 800 pro Richtung) halte ich für stark übertrieben - das würde bei einer angenommenen Betriebszeit von 5-23 Uhr (18 Stunden) bedeuten, dass alle 81 Sekunden ein Zug daherkommen müsste - und das durchgehend, ohne Unterbrechung. Das mag während der HVZ stimmen, außerhalb davon aber wird man bei sechs Linien kein derartiges Intervall erreichen. Des weiteren ist zu bedenken, dass ja ab 19:00 drei Linien eingestellt und nur durch eine Linie ersetzt werden, d.h., zu diesem Zeitpunkt werden bis Betriebsschluss nur mehr vier Linien betrieben.

Ja, es ist übertrieben, aber nicht allzu stark. Der tatsächliche Wert liegt Richtung Jakominiplatz bei 711 planmäßigen Zugfahrten im Fahrgastbetrieb an Werktagen. Gehen wir davon aus, dass dieselbe Anzahl an Zugfahrten auch in der Gegenrichtung stattfindet und gibt man großzügig ein paar Sonderzugsfahrten dazu, sind es insgesamt ca. 1.450 Fahrten am Tag.
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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #24 am: 19. Juni 2017, 11:00:14 »
https://kurier.at/chronik/oesterreich/grazer-strassenbahn-ausbau-steckt-in-der-haltestelle-fest/270.143.797

Wie kann eine Straßenbahnstrecke der STVO widersprechen?
Das habe ich mich auch schon gefragt - und komme auf keinen grünen Zweig. Es ist halt wieder eine Ausrede mehr, um zu kaschieren dass man nichts machen will bzw. dass man offenkundig unfähig ist, wenigstens ein einziges Projekt, welches etwas größer und komplexer ist aus nur das Umlegen einer Schleife, zu verwirklichen.

Gut 10 Jahre an oberster Priorität gestellt, schon viel Geld in die Planung gesteckt, jetzt endgültig abgesagt.
Dafür ist jetzt plötzlich wieder die Nordwest-Linie im Gespräch, die Nagl nach der letzten Wahl (oder war es schon die vorletzte? Seine Legislaturperioden sind halt auch so ungewöhnlich kurz...) endgültig abgesagt hat, da technisch nicht umsetzbar (auch hier wieder die Frage, wo da das Problem liegen könnte, fuhr doch auf großteils selber Strecke schon vor Jahrzehnten eine Straßenbahn).

Da darf man sich auch nicht wundern, dass weder Bund noch Land mitzahlen wollen. Ohne verbindlichen Masterplan, mit verbindlicher Zeit- Finanzierungs- und Prioritätenplanung wird da eben nix - oder geht unsereiner zur Bank und sagt, ich hätte gerne ein Geld, ich will ein Haus bauen. Ich weiß zwar noch nicht, wo und wie, aber ich weiß dass ich es mir nicht leisten kann, also bitte, her mit dem Geld!  ::)

Ein Blick über den Tellerrand würde zeigen, was alles technisch und rechtlich möglich ist, wenn man nur will. Stichwort Tamtrain in diversen Städten, Pöstlingbergbahn mit starker Steigung und EK in AT, etc...

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #25 am: 19. Juni 2017, 11:20:59 »
https://kurier.at/chronik/oesterreich/grazer-strassenbahn-ausbau-steckt-in-der-haltestelle-fest/270.143.797

Den Wert von 1600 Zügen (also 800 pro Richtung) halte ich für stark übertrieben - das würde bei einer angenommenen Betriebszeit von 5-23 Uhr (18 Stunden) bedeuten, dass alle 81 Sekunden ein Zug daherkommen müsste - und das durchgehend, ohne Unterbrechung. Das mag während der HVZ stimmen, außerhalb davon aber wird man bei sechs Linien kein derartiges Intervall erreichen.
Das wäre auch nicht das Problem, aber in der HVZ liegt die Zugfolge bei 63 Sek. je Richtung, also 31 Sek. im Abschnitt! Und auch im restlichen Tagesverkehr fallen hier nur 3 oder 4 Kurse heraus, das heißt es bleibt bis ca. 19:00 bei etwa 65 Sek./Richtung.
Da ist es natürlich schon grandios, sämtliche halbwegs realistischen Ausbauten wieder durch dieses Nadelöhr zu führen - ohne Verlängerung der Fahrzeuge, dafür notgedrungen mit Intervallverdichtung. :P

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #26 am: 19. Juni 2017, 13:25:12 »
https://kurier.at/chronik/oesterreich/grazer-strassenbahn-ausbau-steckt-in-der-haltestelle-fest/270.143.797

Wie kann eine Straßenbahnstrecke der STVO widersprechen?

Nagl wird sich auf die verbrecherische Zielvorgabe der STVO beziehen: die "Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs".

Nachdem kein anderes österreichisches Gesetz eine Zielvorgabe formuliert - wir haben schließlich keine Common Law-Tradition - sieht man schön, wo die Prioritäten der Politik liegen.
Und dass die 60er-Jahre nicht nur in der Stadtplanung, sondern auch in den Gesetzestexten noch nicht vorbei sind.

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #27 am: 19. Juni 2017, 13:46:06 »
Nagl wird sich auf die verbrecherische Zielvorgabe der STVO beziehen: die "Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs".
Ich würde aber sogar wagen, zu behaupten, dass ein öffentliches Verkehrsmittel ebenfalls der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs dient, weil es eben durch ein Alternativangebot den Individualverkehr verringert.
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Mark Twain über die Wienerstadt.

KSW

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #28 am: 19. Juni 2017, 13:56:55 »
Wenn es tatsächlich daran liegen sollte, dann prost Mahlzeit! Weil, wie soll eine Fußgängerzone z.B. der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs dienen? Hätte also nie errichtet werden dürfen, weg damit! Busspuren? Behindern doch auch! Weg damit!
Aber Ok - wenn man schon 10 Tage nach der Eröffnung der Südgürtels erkennt, dass man mit einer neuen Straße TATSÄCHLICH mehr Verkehr generiert hat und daher als sofortige Konsequenz die Zulaufstrecken ausgebaut werden, dann stellt sich auch niemand die Frage, woher das Geld dafür kommen soll, da es beim ÖV ja nicht vorhanden ist.

Armes Graz, so etwas hast du dir eigentlich nicht verdient  :o

coolharry

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Re: Kein Geld für Öffi-Ausbau bei Schwarz-Blau
« Antwort #29 am: 19. Juni 2017, 14:06:29 »
Nagl wird sich auf die verbrecherische Zielvorgabe der STVO beziehen: die "Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs".

Bezogen auf den Satz müsste man ganze Städte abreissen somit ist es eher unwahrscheinlich das jemand diesen Satz in den Mund ohne vorher über Flaschparker geredet zu haben.  ::)

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