Autor Thema: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission  (Gelesen 8365 mal)

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t12700

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #15 am: 23. November 2020, 08:23:31 »
Nein, aber wo soll es zu einer längeren Wegstrecke gekommen sein? ???
Das war eine Annahme meinerseits, dass dem Herrn Kassmannhuber die Trasse der Traunseetram aus persönlicher Sicht "im Weg" ist und er daher einen Umweg fahren muss, den er vorhin nicht musste. Denn seine Argumente wirken mir nur justament dagegen.

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #16 am: 23. November 2020, 09:03:37 »
Lustig. Wenn der RH gleiches bei der U-Bahn anprangert, dann ist das okay. Wenn man das bei der Straßenbahn anprangert dann wachsen die Verschwörungstheorien.
Der Rechnungsprüfer prüft ob und für was das Geld eingesetzt worden ist. Das der jetzt keine fachlische Expertise im Schienenverkehr hat ist klar. Haben Buchhalter selten. Deswegen ist es auch nicht sinnvoll jeden Schaß den der RH von sich gibt gleich als Bare Münze zu nehmen und egal in welche Richtung gleich Bashing zu betreiben.
Zahlen sind nunmal Zahlen. Und gerade Schieneninfra rentiert sich selten innerhalb weniger Monate.
Na ja, hier geht es nicht um den RH-Bericht, der wird ab hier abgehandelt.
Hier geht es um eine neue Initiative der "Bürgerliste" unter Stadtrat Reinhold Kassmannhuber, die Traunseetram vor die EU-Kommission zu bringen.
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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #17 am: 23. November 2020, 09:51:48 »
Na ja, hier geht es nicht um den RH-Bericht, der wird ab hier abgehandelt.
Hier geht es um eine neue Initiative der "Bürgerliste" unter Stadtrat Reinhold Kassmannhuber, die Traunseetram vor die EU-Kommission zu bringen.
Irgendwas stimmt da nicht, da ist vom Landesrechnungshof die Rede, der aktuelle Bericht stammt vom Bundesrechnungshof: https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/Traunseetram_Bund2020_34.pdf

Der Rechnungsprüfer prüft ob und für was das Geld eingesetzt worden ist. Das der jetzt keine fachlische Expertise im Schienenverkehr hat ist klar. Haben Buchhalter selten. Deswegen ist es auch nicht sinnvoll jeden Schaß den der RH von sich gibt gleich als Bare Münze zu nehmen und egal in welche Richtung gleich Bashing zu betreiben.
Zahlen sind nunmal Zahlen. Und gerade Schieneninfra rentiert sich selten innerhalb weniger Monate.
Moment, der Rechnungshof prüft immer Wirkungen. Der schaut sich das normalerweise wirklich auch auf einer inhaltlichen Ebene an, natürlich nicht aus der fachlichen Perspektive wie ein Verkehrsplaner (das wäre ja auch nicht das Ziel), und stellt diese den Kosten entgegen. Solche Punkte, wie von mir aufgebracht, sollten also nicht passieren, wenn man ein Grundverständnis für Zahlen mitbringt.

Nein, aber wo soll es zu einer längeren Wegstrecke gekommen sein? ???
Das war eine Annahme meinerseits, dass dem Herrn Kassmannhuber die Trasse der Traunseetram aus persönlicher Sicht "im Weg" ist und er daher einen Umweg fahren muss, den er vorhin nicht musste. Denn seine Argumente wirken mir nur justament dagegen.
Deine Vermutung wirkt sehr ziellos: Wo soll dieser Umweg sein? Welcher Weg soll nicht mehr befahrbar sein?

t12700

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #18 am: 23. November 2020, 10:20:22 »
Nein, aber wo soll es zu einer längeren Wegstrecke gekommen sein? ???
Das war eine Annahme meinerseits, dass dem Herrn Kassmannhuber die Trasse der Traunseetram aus persönlicher Sicht "im Weg" ist und er daher einen Umweg fahren muss, den er vorhin nicht musste. Denn seine Argumente wirken mir nur justament dagegen.
Deine Vermutung wirkt sehr ziellos: Wo soll dieser Umweg sein? Welcher Weg soll nicht mehr befahrbar sein?
Es war auch nur eine bloße Annahme, ohne dass ich jetzt eine Stelle entlang der Strecke nennen könnte, wo sich für Autofahrer ein Nachteil ergibt (vielleicht gibt's auch keine). Wodurch für mich jedoch die Beweggründe von Herrn Kassmannhuber, die Traunseetram zu bekämpfen auch nicht klarer werden. Klar die Auslastung könnte höher sein, aber deswegen eine neue Trasse stillzulegen und Citybusse einzusetzen kann ja auch keine zielführende Lösung sein...

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #19 am: 23. November 2020, 11:11:23 »
Moment, der Rechnungshof prüft immer Wirkungen. Der schaut sich das normalerweise wirklich auch auf einer inhaltlichen Ebene an, natürlich nicht aus der fachlichen Perspektive wie ein Verkehrsplaner (das wäre ja auch nicht das Ziel), und stellt diese den Kosten entgegen. Solche Punkte, wie von mir aufgebracht, sollten also nicht passieren, wenn man ein Grundverständnis für Zahlen mitbringt.

Schön das du dich angesprochen fühlst. Warst es aber nicht.
Und egal wie der Rechnungshof (egal Bund oder Land) herum prüft, das sind BWL wissende. Die interpretieren Zahlen. Nicht mehr nicht weniger. Alles andere ist bestensfalls eine Meinung (die auch interpretierbar ist). Genauso eine wie die eines Bürgermeisters oder Landesrates. Deine oder meine ist da leider zu unbedeutend.
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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #20 am: 23. November 2020, 12:25:09 »
Ich fühl mich nicht angesprochen, möchte aber dein daher gestelltes Bild vom Rechnungshof in Frage stellen.

Habe sowohl bereits Prüfern des Landesrechnungshof Oberösterreich als auch mit denen des Bundesrechnungshofs zu tun gehabt, und bei beiden hatte ich ganz und gar nicht den Eindruck, dass es reine Buchhalter sind, die nur die Zahlen prüfen. Klar tun sie das auch, aber sie interessieren sich vor allem auch für die Ergebnisse und Wirkungen sowie (und damit muss man schon inhaltlich firm sein) Alternativen, wieso etwas nicht gewählt wurde. Und das sind nicht nur BWLer, auch VWLer, aber viele Prüfer haben auch einen fachlichen Hintergrund.

Halbstarker

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #21 am: 23. November 2020, 16:33:14 »
Dann liegen also die RH-Prüfer richtig und die Traunseetram gehört weg?
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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #22 am: 23. November 2020, 16:37:57 »
Dann liegen also die RH-Prüfer richtig und die Traunseetram gehört weg?
Lies bitte den Rechnungshofbericht, die Prüfenden kommen zu ganz anderen Empfehlungen. :bh:

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #23 am: 23. November 2020, 18:09:03 »
Der Kassmannhuber ist mit seiner Bürgerinitiative in den Gemeinderat gewählt worden, weil er als Gegner von Bauprojekten (Hotel, Traunseetram) Stimmung machte. Im September 2021 wird wieder gewählt, sein einziges Wahlkampfthema ist offenbar gegen die Traunseetram herzuziehen.
Die Traunseetram ist übrigens eine Regionalbahn, das Eisenbahnverkehrsunternehmen Lokalbahn Gmunden – Vorchdorf AG erbringt Eisenbahnverkehrsleistungen auf einer Eisenbahn- und Straßenbahnstrecke. Vergleiche mit Straßenbahnen sind daher unpassend.
Was die Fahrgastzahlen betrifft, bei ÖBB-Regionalbahnen liegt die Schmerzgrenze bei 2000 Fahrgäste pro Tag. Die Traunseetram liegt deutlich darüber, etliche von den Ländern geförderte Regionalbahnen erreichen diese Zahl hingegen nicht und werden dennoch nicht eingestellt.

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #24 am: 24. November 2020, 10:51:53 »
Dann liegen also die RH-Prüfer richtig und die Traunseetram gehört weg?
Lies bitte den Rechnungshofbericht, die Prüfenden kommen zu ganz anderen Empfehlungen. :bh:
Ja, z.B. Traunseetram - Bericht des (Bundes)Rechnungshofes:

S. 47 Pkt. 11.4: "...Im Hinblick auf das für das Jahr2025 prognostizierte Fahrgastaufkommen der Traunseetram wäre nach Ansicht des RH auch der Einsatz von Bussystemen möglich gewesen. ...
Aus Sicht des RH wäre es zweckmäßig gewesen, wenn das Land Oberösterreich und die Stadtgemeinde Gmunden bei der Ausarbeitung verschiedener Planungsalternativen im Zuge der Machbarkeitsstudie 2003 bereits eine oder mehrere Busalternativen (unabhängig von der Antriebstechnologie oder des Designs der Busse) hätten entwerfen lassen."

Warum sonst wird der Bericht des Bundesrechnungshofs als "vernichtend" bezeichnet und dient nun der Bürgerliste als Munition, sich an die EU-Kommission zwecks Prüfung zu wenden?

Aber da Du den RH-Bericht offensichtlich gründlicher studiert hast, kannst Du uns vielleicht die Highlights zusammenfassen, damit wir das  :bh: besser verstehen.
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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #25 am: 24. November 2020, 11:23:10 »
Dann liegen also die RH-Prüfer richtig und die Traunseetram gehört weg?
Lies bitte den Rechnungshofbericht, die Prüfenden kommen zu ganz anderen Empfehlungen. :bh:
Ja, z.B. Traunseetram - Bericht des (Bundes)Rechnungshofes:

S. 47 Pkt. 11.4: "...Im Hinblick auf das für das Jahr2025 prognostizierte Fahrgastaufkommen der Traunseetram wäre nach Ansicht des RH auch der Einsatz von Bussystemen möglich gewesen. ...
Aus Sicht des RH wäre es zweckmäßig gewesen, wenn das Land Oberösterreich und die Stadtgemeinde Gmunden bei der Ausarbeitung verschiedener Planungsalternativen im Zuge der Machbarkeitsstudie 2003 bereits eine oder mehrere Busalternativen (unabhängig von der Antriebstechnologie oder des Designs der Busse) hätten entwerfen lassen."

Ich würde das jetzt aber nicht als "vernichtend" bezeichnen. Es wird lediglich aufgezeigt, dass man möglicherweise Alternativen hätte prüfen können. Schön, hätte man vielleicht, hat man aber aus Gründen, die wir nicht kennen, nicht. Aber es wird wohl niemand ernsthaft auf die Idee kommen, den Zugverkehr auf einer teilweise neu errichteten Strecke  mit neu beschafften Fahrzeugen nach wenigen Jahren wieder einzustellen.

Da, wie ja schon geschrieben wurde, 2021 gewählt wird, dürfte die ganze Aufregung wohl eher politisch motiviert sein. Der Herr Stadtrat möchte halt im Gemeinderat bleiben und daher bei der Bevölkerung ein bisserl Aufmerksamkeit schüren.

Nach der Wahl wird kein Mensch mehr von einer Einstellung reden (und der Herr Stadtrat hoffentlich nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein).
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #26 am: 24. November 2020, 18:37:53 »
@Halbstarker, der Rechnungshof ignorierte, dass die Lokalbahn Gmunden - Vorchdorf so oder so erhalten bleibt, ein Großteil der Investitionen wäre als so oder so notwendig gewesen.
Man muss mit bedenken, dass der Rechnungshof nicht von sich aus prüfte, sondern von der Bürgerinitiative dazu gedrängt wurde. Zur Erinnerung, auch der oö Landesrechnungshof prüfte das Projekt Traunseetram vor und während des Baus, dieser genehmigte damals die Errichtung bzw. den Weiterbau.

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #27 am: 24. November 2020, 20:13:23 »
@Halbstarker, der Rechnungshof ignorierte, dass die Lokalbahn Gmunden - Vorchdorf so oder so erhalten bleibt, ein Großteil der Investitionen wäre als so oder so notwendig gewesen.
Was nicht für dessen Fachkompetenz spricht - siehe auch hier.

Man muss mit bedenken, dass der Rechnungshof nicht von sich aus prüfte, sondern von der Bürgerinitiative dazu gedrängt wurde. Zur Erinnerung, auch der oö Landesrechnungshof prüfte das Projekt Traunseetram vor und während des Baus, dieser genehmigte damals die Errichtung bzw. den Weiterbau.
Aber! Und jetzt hacken sie drauf rum?
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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #28 am: 24. November 2020, 21:28:22 »
Zur Erinnerung, auch der oö Landesrechnungshof prüfte das Projekt Traunseetram vor und während des Baus, dieser genehmigte damals die Errichtung bzw. den Weiterbau.

Ein Rechnungshof genehmigt genau gar nichts.

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Re: [PM] Traunseetram wird nun ein Fall für EU-Kommission
« Antwort #29 am: 25. November 2020, 10:07:38 »
Zur Erinnerung, auch der oö Landesrechnungshof prüfte das Projekt Traunseetram vor und während des Baus, dieser genehmigte damals die Errichtung bzw. den Weiterbau.

Ein Rechnungshof genehmigt genau gar nichts.

Genehmigung ist in diesem Falle eine Umschreibung dafür, dass der Landesrechnungshof dem Projekt ein öffentliches Interesse bzw. Nutzen aussprach, was für die Politik ein "go" bedeutet.