Autor Thema: Neue Mariahilfer Straße  (Gelesen 826464 mal)

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Schienenfreak

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3060 am: 30. Juli 2016, 20:52:43 »
Wenn dem so ist, dann ist das kurzsichtig gedacht. Was, wenn nicht nur die Blauen die Roten überholen, sondern auch die Grünen? Dann hätte man sich einen Feind gemacht, wo man einen Verbündeten bräuchte.
In Wien wird DAS nicht passieren! Dafür sind die Roten zu "verwurzelt" in Wien.

moszkva tér

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3061 am: 31. Juli 2016, 19:55:50 »
Genaugenommen ist der Vergleich von zwei Zeitpunkten in der selben Straße allein überhaupt nicht besonders aussagekräftig, da man externe Effekte damit prinzipiell nicht erfasst.
Sinnvoll wäre nur, wenn man *mehrere* Einkaufsstraßem oder -zentren über mehrere Jahre vergleichen würde. Ich vermute, dass die WK solche Zahlen auch zur Verfügung hätte - die machen ja nicht nur auf der Mahü Zahlungen. Sollte diese Vermutung zutreffen dann sagt die Rechenweise eh schon alles darüber aus, welches Ergebnis man erreichen wollte.
Die Passantenzählung (WK Wien in Kooperation mit MA 18) findet jedes zweite Jahr statt. Die Zählstellen bleiben seit den 1970er-Jahren mehr oder weniger konstant, allerdings wird nicht jedes Mal jede gezählt.
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/grundlagen/stadtforschung/stadtoekonomie/passantenzaehlung/index.html

Die Endberichte muss man um teures Geld bei der WK erwerben, allerdings kann man ein paar bei oben angeführtem Link herunterladen, bzw. gibt es auch Kurzzusammenfassungen.

Hubi

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3062 am: 10. Januar 2017, 18:24:35 »
Das sterben geht weiter:

Zitat
http://wien.orf.at/news/stories/2817409/

tramway.at

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3063 am: 10. Januar 2017, 19:01:39 »
Das sterben geht weiter:
Zitat
http://wien.orf.at/news/stories/2817409/

Liest man genauer zwischen den Zeilen klingt immer durch, dass die Wirtschaftskammer die Straße schlechtredet (1), die Konzerne selbst es aber nicht auf die Straße schieben. (2)(3)(4)(5)

(1) Im Sommer meldete die Wirtschaftskammer Wien (WKW), dass die Zahl der Einkäufer in der Mariahilfer Straße seit dem Umbau um 13 Prozent zurückgegangen sei.

(2) Peter Lindner, geschäftsführender Gesellschafter von der Beratungsfirma Standort+Markt, führt den Rückzug von Ketten wie Forever 21 nicht auf den Umbau der Straße, sondern auf das hohe Mietniveau zurück

(3) Überbewerten will Hania Bomba, Geschäftsführerin der Unternehmensberatungsfirma Regioplan, die Auswirkungen von Demonstrationen jedoch nicht: „Ich glaube, dass Amazon, eBay und Zalando einen viel größeren Einfluss auf den Weihnachtsumsatz haben, als eine Demo von 200 Leuten.

(4) Auch das Modegeschäft Promod bringt zu hohe Mieten als Grund für den Auszug ins Spiel: „Es war die Summe aller Fakten, von den Mietpreisen bis zur Kundenzahl.“ Vergangenen August wurde bekannt, dass Promod in Deutschland insolvent ist. (Anm: sicher nicht wegen der Mahü in Wien)

(5) Bershka hat ebenfalls eine junge Zielgruppe, das Geschäft hat eine kleinere Fläche als das Forever 21-Gebäude. Von wirtschaftlichen Turbulenzen oder einem Standortproblem, will die Geschäftsleitung nichts wissen: „Nein, nein, alles gut.“

Auch Betten-Reiter hat einen "Flagshipstore" im Stafa eröffnet und deshalb den kleineren Standort weiter unten geschlossen; Slama hat ebenfalls immer betont, dass es nichts mit der Straße zu tun hat, gerüchteweise gabs da eine attraktive Ablösesumme von der Hauseigentümerschaft (Ärztekammer).

Das Problem ist wohl der Onlinehandel, die wirtschaftliche Lage und die Konkurrenz (Westbahnhof-Shoppingcenter), dazu das ständige Torpedieren der Wirtschaftskammer, die ihren Zwangsmitgliedern gern das Leben schwer macht, um politisches Kleingeld zu lukrieren.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3064 am: 10. Januar 2017, 19:45:36 »
Das sehe ich auch so wie tramway.at . Als besondere Chuzpe der WKW finde ich, dass diese zwar davon spricht dass der Umsatz zurückging dies allerdings durch keinerlei Studie o.ä. belegt werden kann sondern ausschließlich durch Meldungen von WKW-Funktionären.
M.W.n. zeigen die einzigen messbaren Zahlen, nämlich die der Passantenzählung der WKW (!), dass es sogar zu einer Zunahme der Passanten kam.

hewerner

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3065 am: 10. Januar 2017, 20:16:17 »
Es geht ja auch nicht um die Passanten, sondern wie die Geschäfte florieren.

Von Nur-Passanten kannst Du keine Gewinne machen.
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haidi

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3066 am: 10. Januar 2017, 20:24:11 »
Nur: Die Parkplätze auf der Mariahilfer Straße haben nicht wirklich Kunden gebracht. Wie viele Kuzrzparkplätze (also ohne Taxistand, Ladezone und sonstige Einschränkungen) gab es. Rechne 1 Stunde durchschnittliches Parken pro Parkplatz während der Geschäftszeit und dann multipliziere mit Null-Komma-Irgendwas, weil nicht alle, die parkten, auch eingekauft haben. Irgendwo habe ich gelesen, dass Fußgänger im Schnitt genau so viel beim Einkaufen ausgeben wie Autofahrer.
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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3067 am: 10. Januar 2017, 20:25:19 »
Es geht ja auch nicht um die Passanten, sondern wie die Geschäfte florieren.
Von Nur-Passanten kannst Du keine Gewinne machen.

Eh. Aber da plakatieren sämtliche Ketten Bilder von jungen hübschen Menschen und wundern sich dann, dass die auch kommen - aber deutlich weniger Kohle haben als die "Golden Agers", die weder von der Werbung noch vom Sortiment angesprochen werden. Ich denke, man darf die heutigen Großketten von H&M abwärts nicht mit den früheren Traditionsgeschäften vergleichen. Die Marken poppen auf und verschwinden nach paar Jahren wieder, um durch noch billigere Ware mit noch geringerer Marge ersetzt zu werden. So what?
Harald A. Jahn, www.tramway.at

hewerner

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3068 am: 11. Januar 2017, 03:39:12 »
Das ist des Pudels Kern.
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coolharry

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3069 am: 11. Januar 2017, 08:53:10 »
Firmen kommen, Firmen gehen aber die Immo Preise in Wien sind stellenweise halt schon etwas jenseits von allem. Und dies Betrifft halt auch große Geschäfte in guten Lagen. Wobei H&m und C&A wahrscheinlich nie aus der Mariahilfer weg ziehen. Die gehen immer.

Versandhandel braucht halt kein Lokal auf der MaHü, Graben oder Kärtner Straße. Die haben ein paar Flächen am A der Welt wo sie ihr Lager aufstellen und fertig. Aber versuch jemand mal den Zusammenhang zwischen seiner Internet Bestellung und dem Geschäftssterben zu erklären.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

haidi

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3070 am: 11. Januar 2017, 09:48:51 »
Internethandel und Lager?
Viele von den kleinen Internethändler sehen die Ware nie. Logistikunternehmen machen die Lagerhaltung und den Versand, wobei der Internethändler als Absender aufscheint. Der Internethändler hat den Vorteil: Ihm genügt ein Laptop als Werkzeug, er bekommt das Geld bevor er die Ware versendet, damit hat er kein Ausfallrisiko und auch keinen Geldeinsatz für die Ware. Der lokale Händler muss die Ware bezahlen bevor er sie verkauft, d.h. er muss neben den anderen Fixkosten auch noch das kapital für die Lagerware aufbringen.
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60er

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3071 am: 11. Januar 2017, 09:50:09 »
Ich habe diesmal auch ein Weihnachtsgeschenkt über Amazon in Deutschland bestellt. Hätte ich in Österreich im Einzelhandel gekauft, wäre a) der Preis um 50 Euro (!!!) höher gewesen und b) war das Produkt bereits zwei Wochen vor Weihnachten überall vergriffen.

moszkva tér

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3072 am: 11. Januar 2017, 12:02:05 »
Aber versuch jemand mal den Zusammenhang zwischen seiner Internet Bestellung und dem Geschäftssterben zu erklären.
Weil ich eben kaum mehr was im Geschäft bekomme, was ich brauche, muss ich jetzt auch im Internet bestellen...

Aber nun ernsthaft: Ich bin eher kein Freund des Bestellens, weil ich die Dinge lieber zuerst sehe und in die Hand nehme, bevor ich sie kaufe. Aber beispielsweise bei Spezialprodukten hat man oft keine andere Option. Neulich habe ich eine Nadel für meinen alten Plattenspieler gebraucht. Die in einem Geschäft zu finden, hätte mich wahrscheinlich einige Tage Suche gekostet. Oder ich bestelle sie im Internet - dauert ein paar Minuten und eine Woche später habe ich sie in der Post - alles zusammen für keine 20 Euro!

Der lokale Händler muss die Ware bezahlen bevor er sie verkauft, ...
In den kleineren Geschäften ist das meiste sowieso Kommissionsware. Das wird erst mit dem Lieferanten / Hersteller verrechnet, wenn es wirklich verkauft ist, oder es wird zurückgeschickt.
Der Trafikant muss ja auch nicht für nicht verkaufte Tageszeitungen am nächsten Tag voll löhnen.  :lamp:

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3073 am: 11. Januar 2017, 12:34:39 »
Wenn es geht, sprich: wenn die Ware nicht extrem überteuert oder gar nicht erhältlich ist, kaufe ich viel lieber lokal ein: Einerseits will ich die Ware vorher sehen und mich vielleicht auch ein wenig beraten lassen. Andererseits ist es mir auch lieber, wenn ich im Gewährleistungs- oder Garantiefall einen realen Ansprechpartner habe.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!
Entklumpertung des Referats West am 02.02.2024 um 19.45 Uhr planmäßig abgeschlossen!

coolharry

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Re: Neue Mariahilfer Straße
« Antwort #3074 am: 11. Januar 2017, 13:05:31 »
Aber versuch jemand mal den Zusammenhang zwischen seiner Internet Bestellung und dem Geschäftssterben zu erklären.
Weil ich eben kaum mehr was im Geschäft bekomme, was ich brauche, muss ich jetzt auch im Internet bestellen...

Aber nun ernsthaft: Ich bin eher kein Freund des Bestellens, weil ich die Dinge lieber zuerst sehe und in die Hand nehme, bevor ich sie kaufe. Aber beispielsweise bei Spezialprodukten hat man oft keine andere Option. Neulich habe ich eine Nadel für meinen alten Plattenspieler gebraucht. Die in einem Geschäft zu finden, hätte mich wahrscheinlich einige Tage Suche gekostet. Oder ich bestelle sie im Internet - dauert ein paar Minuten und eine Woche später habe ich sie in der Post - alles zusammen für keine 20 Euro!


Ich bestell selbst gern Dinge im Netz. Dies sind meist Teile die man hier gar nicht oder nur zu Preisen bekommt wo ich schon fast selbst zum Produzenten und zurück fahren kann und mir immer noch was übrig bleibt.
Aber es soll ja Menschen geben die sämtliche Dinge des täglichen Bedarfs im Netz bestellen, weils ja so furchtbar praktisch ist. Aber dann 5x mal auf die Post latschen weils eben nicht daheim waren. Der nächste Supermärkt wäre aber näher als die Post. Die lassen sich aber von solchen Kleinigkeiten nicht beirren.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.