Autor Thema: Unterbodenbeschichtung ULF  (Gelesen 1208 mal)

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Bus33A

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Unterbodenbeschichtung ULF
« am: 25. Februar 2022, 11:12:46 »
Hoffe das passt hier her.
Für alle, die mal eine technische Geschichte über den ULF aus der Feder der Wiener Linien zu einer Direktvergabe lesen wollen:

Bitte erläutern Sie in einer klaren und leicht verständlichen Form unter Angabe der entsprechenden Tatsachen und gegebenenfalls der rechtlichen Schlussfolgerungen im Einklang mit der Richtlinie, warum die Vergabe des Auftrags ohne vorherige Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union rechtmäßig ist: (max. 500 Wörter):
Im Fahrwerk der Fahrzeugtype ULF (alle Serien), werden seit mehr als 10 Jahren Materialien verbaut, die eine „Sonderbeschichtung“ der Firma H&P Trading aufweisen. Bereits relativ kurz nach Auslieferung der ULFs hat sich herausgestellt, dass das Führungsrohr im Unterboden des ULFs schnell verschleißt. Dies ist der Bauweise des ULFs (extremes Niederflurfahrzeug) geschuldet. Da der ULF jede Pfütze, jeden Schneefall, jeden Unrat, auf seiner Fahrt mitnimmt. Andere Eisenbahnfahrzeuge haben diese Problematik nicht und auch der ULF kommt nur in Wien zum Einsatz. Seit 2008 wird daher nach Beschichtungen gesucht, die einer Korrosion der Unterboden-Bauteile vorbeugen. Ein renommiertes Unternehmen am Markt und Wiener Linien haben unabhängig voneinander Versuche angestellt. Letztlich hat sich das Produkt von der Firma H&P Traiding GmbH als das Einzige herausgestellt, welches eine vertretbare Verlängerung der Lebenszeit der Führungsrohre gewährleistet. Diese Erkenntnis war das Ergebnis eines Langzeitversuchs. Aus technischen Gründen ist ein Anbieterwechsel bzw. ein Produktwechsel nicht möglich. Die Führungsrohre sind im Fahrzeug so eingebaut, dass eine komplette Demontage des Fahrwerks notwendig ist, um einen Austausch der Führungsrohre vorzunehmen. Jeder Austausch bewirkt außerdem, dass die Führungsrohr-Sitze im Radkasten beschädigt werden, wodurch auch der Einbau eines neuen Radkastens erforderlich wird. Daher sollten Demontagen bzw. Montagen der Führungsrohre möglichst vermieden werden. Der Wechsel von Führungsrohren führt regelmäßig zu einem längeren Stillstand der Fahrzeuge und ist sehr personal- und kostenintensiv. Aus technischen Gründen kann daher die Leistung nur von H&P Traiding GmbH erbracht werden. Alternativen wären stets mit häufigerem Ein- und Ausbau verbunden und daher nicht vernünftig. Ein Ersatzprodukt ist nicht vorhanden. Das Beschichtungsprodukt wurde von H&P Traiding GmbH speziell für die Wiener Linien entwickelt. H&P hält sämtliche Rechte an dem Produkt. Den Wiener Linien ist die Zusammensetzung unbekannt.

haidi

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Re: Unterbodenbeschichtung ULF
« Antwort #1 am: 25. Februar 2022, 11:25:23 »
Wäre es nicht gescheiter, größere Räder einzubauen um dieses Problem zu beheben?
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

95B

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Re: Unterbodenbeschichtung ULF
« Antwort #2 am: 25. Februar 2022, 11:33:07 »
Wie machen s' denn das in Oradea? 8)
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

denond

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Re: Unterbodenbeschichtung ULF
« Antwort #3 am: 25. Februar 2022, 15:36:20 »
Wäre es nicht gescheiter, größere Räder einzubauen um dieses Problem zu beheben?

Bei Vergrößerung des Raddurchmessers gewinnt man zwar etwas an Bodenfreiheit, damit allerdings auch noch mehr Freiraum für Schmutz und Spritzwasser und dessen Verwirbelung und am Ende Ablagerung. Aber ich glaub', daß das durch zu wenig Platz im Portal bei Kurvenfahrten gar nicht möglich wäre. Abgesehen davon, daß man den Werbeschlager  'niedrigster Einstieg'  einbüßen würde. Will man das, besonders nach dem Ausbau der Hydraulik, womit man jetzt eh' schon ein paar Zentimeter - zugegeben geringfügig - höher liegt?

Die Kanäle, in denen die Schubstangen - in Form von Vierkantrohren - im Wagenboden selbst zwischen Portal 1 und 2, 5 und 6 z.B. bei Typ B, B1 vertieft, nach unten offen eingebaut sind, halten sich nur durch deren Bewegungen im Rollbetrieb halbwegs von Ablagerungen frei und sind durch sich ergebende blanke Stellen am Rohr selbst sehr korrosionsanfällig. Jetzt, nach ca. 26 Jahren komerziellem Betriebseinsatz bei den ersten 37 Garnituren wird die Lage wirklich problematisch.


hema

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Re: Unterbodenbeschichtung ULF
« Antwort #4 am: 25. Februar 2022, 16:15:57 »
Verschrotten!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!