Autor Thema: [RU] Verschiedene Bilder aus Russland  (Gelesen 2206 mal)

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4010-freak

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[RU] Verschiedene Bilder aus Russland
« am: 23. September 2020, 11:27:34 »
Straßenbahnen in Russland

In Russland gibt es etwa 60 Städte, in denen Straßenbahnen als öffentliches Transportmittel dienen – leider mit fallender Tendenz, etliche Straßenbahnbetriebe mussten in den letzten Jahren wegen verwahrlosten Fahrzeugen und Infrastruktur stillgelegt werden.

Jekaterinburg gehört zu jenen Städten, in denen hauptsächlich aus der ehemaligen Tschechoslowakei importierte Wagen im Einsatz sind. Hier ein Fahrzeug des Typs Tatra T3:


4.4.2008

In Wladiwostok hingegen sind Fahrzeuge aus russischer Produktion unterwegs. Bei meinem Besuch wirkten sie sehr heruntergekommen, auch die Gleise wären in unseren Breiten längst wegen Unbefahrbarkeit gesperrt worden. Vom einst 46 Kilometer langen Netz ist nur noch eine einzige, 5,5 km lange Linie übrig.


30.3.2008

In Komsomolsk am Amur wurde der schlechte Zustand der Fahrzeuge durch bunte Werbefolien kaschiert. Dieses Fahrzeug gehört, ebenso wie der Wagen aus Wladiwostok am vorigen Bild, dem in Ust-Kataw (Russland) gebauten Typ KTM-5 an – mit fast 15 000 gebauten Exemplaren der meistgebaute Straßenbahn-Triebwagen der Welt.



Weiters waren auch einige Exemplare des urig anmutenden Typs RVZ-6 unterwegs; diese Triebwagen wurden in Riga gebaut.


beide Fotos vom 27.3.2008

Die bunten Werbefolien konnten den Straßenbahnbetrieb leider auch nicht retten, 2018 wurde das Netz in Komsomolsk am Amur wegen des katastrophalen Gleiszustandes stillgelegt.

St. Petersburg konnte sich einst rühmen, den größten Straßenbahnbetrieb der Welt zu haben. Doch mit der politischen Wende um 1990 begann der Niedergang der Tram – gab es um 1990 auf ca. 600 km Streckenlänge noch 67 Linien mit einer Linienlänge von über 1000 Kilometern, fahren heute auf nur noch ca. 230 Streckenkilometern 41 Linien mit einer Linienlänge von ungefähr 500 Kilometern.
Der Fuhrpark der St. Petersburger Straßenbahn bestand jahrzehntelang praktisch ausschließlich aus Fahrzeugen, die vor Ort im "Petersburger Straßenbahn-mechanischen Werk" (Петербургский трамвайно-механический завод) hergestellt wurden. Erst seit der Insolvenz dieser Fabrik im Jahr 2013 werden die Triebwagen gezwungenermaßen anderswo gekauft. Hier einer der fast 500 in den 80er- und 90er-Jahren hergestellten Triebwagen des Typs LVS-86:


März 2005

Auch das Straßenbahnnetz in der Hauptstadt Moskau gehört mit einer Streckenlänge von 181 km zu den größten Straßenbahnnetzen der Welt. (Zum Vergleich: Die Streckenlänge der Wiener Straßenbahn beträgt 177 km.) Im Gegensatz zu den meisten anderen russischen/sowjetischen Städten begann die Reduktion des Streckennetzes schon einige Jahrzehnte vor der Wende, viele Strecken (darunter alle im Stadtzentrum) wurden durch die Metro oder durch O-Busse ersetzt. Seit den 70er-Jahren ist das Straßenbahnnetz in zwei Teilnetze zerschlagen, die nicht einmal durch eine Betriebsstrecke miteinander verbunden sind.
Ein weiterer Unterschied zu vielen anderen russischen Städten ist, dass sowohl die Fahrzeuge als auch die Infrastruktur recht gepflegt wirken.


26.3.2010


12.4.2010

Die Reihe 4010 (1965-2008). Der wahrscheinlich schönste Triebzug der Welt.

dalski

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Re: [RU] Verschiedene Bilder aus Russland
« Antwort #1 am: 23. September 2020, 11:39:01 »
Schöne Eindrücke, da weiß ich genau was mir heuer abgehen wird.  ;D
Всё будет хорошо

Ferry

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Re: [RU] Verschiedene Bilder aus Russland
« Antwort #2 am: 23. September 2020, 16:03:45 »
Straßenbahnen in Russland
In Russland gibt es etwa 60 Städte, in denen Straßenbahnen als öffentliches Transportmittel dienen – leider mit fallender Tendenz, etliche Straßenbahnbetriebe mussten in den letzten Jahren wegen verwahrlosten Fahrzeugen und Infrastruktur stillgelegt werden.

Eine Frag zu Bild 3: die beiden erkennbaren Straßenbeleuchtungslampen erinnern irgendwie an die Peitschenleuchten, wie sie in der DDR sehr verbreitet waren. Täusch mich dieser Eindruck?
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")