Autor Thema: Parkraumbewirtschaftung  (Gelesen 187264 mal)

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Z-TW

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #555 am: 21. Januar 2022, 13:17:46 »
Und wer Autoverkehr so toll findet, kann sich ja eine Wohnung an der Triester Straße besorgen und dann auch die Folgen seines Tuns selbst genießen.

Schau, das ist so: Jeder, der den Autoverkehr toll findet, möchte ihn nicht vor seiner Haustür haben - findet aber nichts dabei, das Verkehrsgeschehen vor anderen Haustüren mit seiner Teilnahme zu verdichten. Das ist nicht polemisch, sondern Fakt. In unserer Gasse mit sehr wenig Autoverkehr (12 Schwellen auf 1,5 km Länge sei Dank) gibt es kaum Durchzugsverkehr, es dominiert schwacher Anrainerverkehr. Trotzdem verlangten vor etlichen Jahren neue Anrainer ein Durchfahrtsverbot. Wurde natürlich abgelehnt, da könnte ja jeder Anwohner ein Durchfahrtsverbot in "seiner" Gasse verlangen - erst recht die in einer stark frequentierten Straße.

Katana

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #556 am: 21. Januar 2022, 16:52:29 »
Als Normalfall wird vorausgesetzt, dass man das Privateigentum "Auto" fast überall im öffentlichen Raum lagern darf, Ausnahmen und Einschränkungen müssen explizit ausgeschildert bzw. in der StVO oder anderen Rechtstexten definiert sein. Wieso eigentlich nicht umgedreht? Parken ist im öffentlichen Straßenraum prinzipiell verboten, außer dort, wo es explizit erlaubt ist. Das würde automatisch auch die Argumentation umkehren: diejenigen, die Parkplätze fordern, müssten dies rechtfertigen, nicht diejenigen, die sinnvollere Nutzungen im Straßenraum vorsehen.
Ist es nicht so, dass unser gesamtes Rechtssystem auf Verbote ausgerichtet ist? Es ist definiert, das ein Mord, eine Körperverletzung, eine Beleidigung verboten ist. So auch die Missachtung eines Parkverbots.
Und wenn ich mir vorstelle, dass man in Schaßklappersdorf statt zwei Verbotstafeln zwölf Erlaubnistafeln aufstellt, dann gute Nacht.

abc

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #557 am: 21. Januar 2022, 16:56:39 »
Und wenn ich mir vorstelle, dass man in Schaßklappersdorf statt zwei Verbotstafeln zwölf Erlaubnistafeln aufstellt, dann gute Nacht.

Wieso sollte man nicht genauso Bereiche markieren können wie man es heute bei Verboten tut?

coolharry

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #558 am: 25. Januar 2022, 12:57:07 »
Und wenn ich mir vorstelle, dass man in Schaßklappersdorf statt zwei Verbotstafeln zwölf Erlaubnistafeln aufstellt, dann gute Nacht.

Wieso sollte man nicht genauso Bereiche markieren können wie man es heute bei Verboten tut?

Grundsätzlich macht man das ja bei Fahrbahnen, die eigentlich zu schmal für Parkplätze sind (wegen der nicht mehr ausreichenden Restfahrbahnbreite). Um das aber dauerhaft zu erlauben, um z.B. durch die Parkflächen eine Verschmälerung der Fahrbahn zu erzielen um den Durchzugsverkehr zu verlangsamen. Oder um eben Anwohner die legale möglichkeit zu geben auf der Gasse zu parken.
Auch in Wohnstraßen und Begegnungszonen müssen Parkflächen extra gekennzeichnet sein.

Wenn man jetzt vorallem die Restfahrbahnbreite hernimmt, ist in verdammt vielen Straßen in Österreich das parken eigentlich verboten.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

Bhf_Breitensee

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #559 am: 26. Januar 2022, 21:26:31 »
Berlin hat angeblich 40 bewirtschafte Parkraumzonen, womit Verkehr innerhalb der Zone wie bei uns im 21 oder 10.Hieb vermindert wird.

95B

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #560 am: 26. Januar 2022, 21:37:29 »
Berlin hat angeblich 40 bewirtschafte Parkraumzonen, womit Verkehr innerhalb der Zone wie bei uns im 21 oder 10.Hieb vermindert wird.

Berlin ist doppelt so groß wie Wien. :lamp:
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Petersil

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #561 am: 12. Februar 2022, 17:17:06 »
Allerdings overrulen Markierungen diese Bestimmung. Bei mir in der Seisgasse hat die Bezirksvorstehung eine Parkordnung durchgeboxt, die die Gasse zur unerträglichen Blechwüste macht. Ich weiß nicht wie akkurat die Messung aus dem Luftbild ist, aber sie sagt 4 Meter, und so wirkt es auch vor Ort. Auch die 5-Meter-Zone an Straßenecken wurde wegmarkiert.

Ich weiß leider nicht mehr, wo das war, aber irgendwo habe ich eine Gasse mit einer noch engeren Restfahrbahnbreite gesehen, wo ich mich gefragt habe, wie da ein Feuerwehrauto durchpassen soll. Beliebt ist auch der Trick, eine enge Gasse als Wohnstraße zu kennzeichnen.

95B

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #562 am: 12. Februar 2022, 19:27:45 »
Ich weiß leider nicht mehr, wo das war, aber irgendwo habe ich eine Gasse mit einer noch engeren Restfahrbahnbreite gesehen, wo ich mich gefragt habe, wie da ein Feuerwehrauto durchpassen soll.

Zum Beispiel die Novaragasse – da kommt unsereins ja gern etwas öfter vorbei.
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WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #563 am: 12. Februar 2022, 22:42:33 »
Ich weiß leider nicht mehr, wo das war, aber irgendwo habe ich eine Gasse mit einer noch engeren Restfahrbahnbreite gesehen, wo ich mich gefragt habe, wie da ein Feuerwehrauto durchpassen soll.

Zum Beispiel die Novaragasse – da kommt unsereins ja gern etwas öfter vorbei.

Fragt einmal die Müllabfuhr wie das einmal wöchentlich geht.

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #564 am: 12. Februar 2022, 23:14:49 »
Ich weiß leider nicht mehr, wo das war, aber irgendwo habe ich eine Gasse mit einer noch engeren Restfahrbahnbreite gesehen, wo ich mich gefragt habe, wie da ein Feuerwehrauto durchpassen soll.

Zum Beispiel die Novaragasse – da kommt unsereins ja gern etwas öfter vorbei.

Fragt einmal die Müllabfuhr wie das einmal wöchentlich geht.

Die hat ja Zeit, sich gemächlich durchzutasten.
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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #565 am: 15. Februar 2022, 08:20:22 »
Zum Thema

Wenn nun überall Kurzparkzone sein wird, werden die Sheriffs auch in Gassen kommen, wo sie von selbst normalerweise nicht hinkommen. Und damit wird es viele bisher tolerierte, weil unkontrollierte Parkplätze nicht mehr geben.

gibts übrigens einen Absatz im aktuellen "Info-Brief" der Bezirksvorsteherin für Hietzing, Inhalt wie zu erwarten:

Zitat
Das Parkpickerl bringt es mit sich, dass in manchen Gassen und Straßen in Hietzing mit traditionellen Parkgewohnheiten, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, die Parkordnung nach den Vorgaben der Stadt Wien legalisiert werden muss. Unser Ziel ist es, die örtlichen Gegebenheiten so gut wie möglich beizubehalten.

abc

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #566 am: 15. Februar 2022, 08:37:59 »
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Wenn nun überall Kurzparkzone sein wird, werden die Sheriffs auch in Gassen kommen, wo sie von selbst normalerweise nicht hinkommen. Und damit wird es viele bisher tolerierte, weil unkontrollierte Parkplätze nicht mehr geben.

gibts übrigens einen Absatz im aktuellen "Info-Brief" der Bezirksvorsteherin für Hietzing, Inhalt wie zu erwarten:

Zitat
Das Parkpickerl bringt es mit sich, dass in manchen Gassen und Straßen in Hietzing mit traditionellen Parkgewohnheiten, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, die Parkordnung nach den Vorgaben der Stadt Wien legalisiert werden muss. Unser Ziel ist es, die örtlichen Gegebenheiten so gut wie möglich beizubehalten.

Diese Argumentation hat Potential. Demnächst fordert die ÖVP, ihre traditionellen Gewohnheiten bei der Besetzung von Posten, die nicht geringsten rechtsstaatlichen Ansprüchen entsprechen, zu legalisieren. Oder die katholische Kirche, ihre traditionellen Gewohnheiten im Umgang mit Ministranten, die nicht dem Strafgesetzbuch entsprechen, durch eine Änderung des StGB zu legalisieren.  :fp:

coolharry

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Re: Parkraumbewirtschaftung
« Antwort #567 am: 15. Februar 2022, 08:56:27 »
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Wenn nun überall Kurzparkzone sein wird, werden die Sheriffs auch in Gassen kommen, wo sie von selbst normalerweise nicht hinkommen. Und damit wird es viele bisher tolerierte, weil unkontrollierte Parkplätze nicht mehr geben.

gibts übrigens einen Absatz im aktuellen "Info-Brief" der Bezirksvorsteherin für Hietzing, Inhalt wie zu erwarten:

Zitat
Das Parkpickerl bringt es mit sich, dass in manchen Gassen und Straßen in Hietzing mit traditionellen Parkgewohnheiten, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, die Parkordnung nach den Vorgaben der Stadt Wien legalisiert werden muss. Unser Ziel ist es, die örtlichen Gegebenheiten so gut wie möglich beizubehalten.

Dies hat man ja nicht nur in Hietzing vor sondern auch in vielen anderen Bezirken bereits durchgeführt oder vor sich. nicht nur in schwarzen.
So sind km an Nebengassen in den Flächenbezirken, wo man traditionell immer auf der Straße geparkt hat, trotz Platz am Grundstück, eigentlich zu schmal zum legalen parken. Da wird die Markiermaschine, sobald es warm genug zum Markieren ist, so richtig glühen.
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