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[PM] Konzept bei Seestadt Aspern mangelhaft?

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13er:

--- Zitat ---Konzept bei Seestadt Aspern mangelhaft?

Das Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern schneidet bei einer Verkehrskonzeptanalyse der TU Wien nicht besonders gut ab. Zentrale Orte wie etwa die Seepromenade sind demnach nur schwer zu erreichen.

Die Entfernungen zwischen einzelnen Orten im neuen Stadtentwicklungspunkt war ein Punkt der Untersuchung, ein anderer setzte sich mit der genauen Struktur der Straßenzüge auseinander. Dabei lag das Augenmerk darauf, wie oft man abbiegen muss, um von einem Ausgangspunkt zum Ziel zu gelangen. Die zu Grunde liegende Annahme dahinter war, dass Wege umso länger erscheinen, je komplexer sie sind.

Randlage erleichtert Situation nicht

Auf diese Art und Weise wurde zuerst die „verkehrstechnische Mitte der Stadt“, also die Punkte, von denen man schnell in die meisten anderen Regionen der Stadt gelangt, identifiziert. Wenig überraschend, lag hier das Zentrum Wiens in und um die Innere Stadt. Der Analyse nach können zusätzlich vor allem die Innenbezirke westlich des ersten Bezirks und Teile von Ottakring als verkehrstechnisch zentral betrachtet werden.

Weniger gut schnitt das Flugfeld Aspern bei dieser Bewertung ab. „Das wäre in dieser Randlage auch gar nicht möglich - so gut lässt sich diese Region einfach nicht an das Zentrum anbinden“, so Gerda Hartl vom Institut für Digital Architecture and Planning (IEMAR) der TU. Allerdings konnte das Areal auch bei der lokalen Bewertung nicht punkten. Die Seepromenade sei eine gebrochene Linie und wirke daher „verwinkelt, abgelegen und schwer erreichbar.“

Zentrale Verkehrsachsen nicht optimal

Straßenzüge, die als zentrale Verkehrsachsen geplant seien, sammelten in der Computersimulation der TU nur wenige Pluspunkte. Hier zeige sich, wie schwierig es ist, am Reißbrett einen Plan zu entwerfen, der einer natürlich gewachsenen städtischen Struktur nahekommt.

Die Wiener SPÖ reagierte umgehend auf die Analyse. „Der richtige Infrastrukturmix werde entscheidend sein“, hieß es. Straßen allein seien klarerweise zu wenig, um einem Stadtteil als Zentrum zu etablieren. Daher achte man bei der Entwicklung der Seestadt besonders auf die Gesamtkonzeption.

--- Ende Zitat ---

Quelle: http://wien.orf.at/news/stories/2520179/

Da baut man den Leuten eine U-Bahn und die sind trotzdem wegen verkehrlicher Erreichbarkeit ein undankbares Gfraster! ;)

HLS:
Wegen mir könnens dort auch eine zweite U-Bahn bekommen, idealerweise die U5 dann bleibt wenigstens mein 43er und auch für den 13er bestehen dann wieder geringe Hoffnungen.

158er:
Das kommt eben daher, weil man sich bei der Seestadt offenbar hauptsächlich Gedanken darüber gemacht hat, wie man als Bewohner aus ihr wegkommt, nicht, wie man sich effizient im eigenen Wohngebiet bewegt. So eine Analyse ist besonders schlimm für ein Viertel, das ja extra als Gesamtkonzept konzipiert war, um eine Ansammlung von nach innen gerichteten Baublöcken und toten Straßenräumen (weil sich keiner der Bauträger dafür zuständig fühlt) zu vermeiden.

95B:
Aspern: „Seestadt“ soll ab Ende 2014 bewohnbar sein

Ende 2014 soll urbanes Leben auf Wiens größtem Stadtentwicklungsgebiet einziehen. Dann sind nämlich die ersten 1.600 Wohnungen bezugsfertig, versprach Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Belebt war das Gebiet bereits vor Jahrzehnten: Etwa als Spielwiese von Niki Lauda.

Angesiedelt sind die Bauten im Südwesten des Areals, das sich offiziell mit dem Namen „Seestadt“ schmücken darf. Die Wohnungen werden zwar frei - also ohne Fördermittel - realisiert, allerdings im Rahmen der städtischen Wohnbauinitiative. Die Stadt stellt den privaten Bauträgern günstige Kredite zur Verfügung, dafür müssen Miet- bzw. Eigenmittelobergrenzen eingehalten und einige andere Auflagen erfüllt werden.

Die günstigen Mietkonditionen gelten für jene Neo-Asperner, die in den ersten zehn Jahren Erstmieter sind. Danach werde der Zins bei einer Neuvermietung „vertretbar“ angehoben, so Ludwig.

Konsortium errichtet erste Wohnbauten

Die ersten 1.600 Einheiten werden vom Partnerkonsortium Wiener Städtische, Erste Bank gemeinsam mit acht Bauträgern auf insgesamt 14 Bauplätzen errichtet. Zwei davon liegen direkt am projektierten, 50.000 Quadratmeter großen See, der gleichzeitig das Herzstück des neuen Stadtteils bilden soll. Sieben weitere befinden sich nahe dem sogenannten Westpark.

Laut Ludwig richtet sich das Wohnungsangebot an unterschiedliche Zielgruppen. Single-Haushalte seien genauso möglich wie betreutes Wohnen oder generationenübergreifende Einheiten. Außerdem sollen sämtlichen Mietern Balkone, Loggien, Terrassen oder Gartenflächen zur Verfügung stehen. Die Erdgeschoßzonen sind für Geschäfte, Lokale, Ateliers oder Handwerksbetriebe reserviert, um gute Infrastruktur zu gewährleisten bzw. das Grätzel zu beleben.

Vollausbau im Jahr 2028 geplant

Wenn die erste Tranche an Wohnungen bezugsfertig ist, fährt auch bereits die U-Bahn zum früheren Flugfeld. Schließlich ist die Eröffnung der U2-Verlängerung bis in die Seestadt für das kommende Jahr vorgesehen. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2016 einmal mit mehr als 2.800 Wohnungen Lebensraum für rund 6.000 Menschen zu schaffen. Im Vollausbau sollen in der „Seestadt“ dann ab 2028 je 20.000 Menschen leben und arbeiten.

Vom Flughafen zur „Rumpelpiste“

Am 3. Juli 2009 wurde mit dem Abriss der Rollbahn des einstigen Flugfelds Aspern in Wien-Donaustadt begonnen. Spätestens damit endete die knapp 100-jährige Geschichte eines zu seinen Anfangszeiten modernen Luftverkehrsknotenpunkts. Der längst stillgelegte Flughafen bzw. dessen infrastrukturellen Rudimente gingen gewissermaßen dank der Stadtplanung endgültig baden. Schließlich wird am Areal bis 2028 die „Seestadt“ Aspern aus dem Boden gestampft. Die ersten 1.600 Wohnungen werden schon Ende 2014 bezugsfertig sein.

Mit anvisierten 20.000 Wohn- und genauso vielen Arbeitsplätzen im Vollausbau ist das 240 Hektar umfassende Projekt derzeit Wiens größtes Stadtentwicklungsgebiet. Mit Superlativen konnte das Gelände allerdings bereits vor Jahrzehnten aufwarten. Im Sommer 1912 wurde dort ein Flughafenkomplex eröffnet, der zeitweilig als größter Airport des Landes fungierte.

Spielwiese von Rindt und Lauda

Nach wechselvoller Geschichte wurde das Gelände 1955 vom Österreichischen Aero-Club übernommen und für Sportflugzeuge genutzt. Ab diesem Zeitpunkt drehten am Areal auch schnelle Autos ihre Runden: Exakt am 28. April 1957 fand am Stadtrand Wiens das erste internationale Autorennen in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Die legendäre „Rumpelpiste“ wurde in der Folge bis 1977 Spielwiese von Legenden wie Niki Lauda oder Jochen Rindt. Letzterer gewann dort 1962 im Alfa Romeo.

Aspern hatte als Fliegerstützpunkt nicht zuletzt wegen des sukzessiven Ausbaus von Wien-Schwechat zunehmend an Bedeutung verloren. 1977 wurde das Flugfeld endgültig geschlossen. Auf einem Teil des Platzes siedelte sich Anfang der 1980er Jahre General Motors mit einem Motorenwerk an, das Flughafengebäude und der Kontrollturm fielen Abrissbirnen und Bulldozern zum Opfer. Die Fliegerclubs siedelten großteils ab. Ab 1988 nutzte der ARBÖ die Anlage als Verkehrsübungsplatz.

Q: http://wien.orf.at/news/stories/2529411/

Gut, jetzt soll also das Flugfeld ab Ende 2014 bewohnt sein. Die U2 wird allerdings schon Ende 2013 fertiggestellt werden. Wird man da tatsächlich schon den Betrieb aufnehmen und ein ganzes Jahr lang im 4-Minuten-Takt klimatisierte Luft spazierenführen? Möglich... aber wie würde man das anderswo lösen? Tatsächlich gibt es ein ähnlich gelagertes Beispiel in Hamburg, wo mit der sogenannten Hafen-City auch ein neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft wird, der eine Anbindung mit der neuen U4 bekommen wird. Aber, man lese und staune: "Zur Eröffnung der Strecke am Ende des Jahres [2012, Anm.] gibt es Überlegungen, die Fahrgäste nur bis Überseequartier zu befördern und zur Hafen-City leer zum Kehren zu fahren, weil dort bisher die Bebauung fehlt!" (Q: Blickpunkt Straßenbahn 2/2012).

darkweasel:

--- Zitat von: 95B am 17. April 2012, 20:36:42 ---Gut, jetzt soll also das Flugfeld ab Ende 2014 bewohnt sein. Die U2 wird allerdings schon Ende 2013 fertiggestellt werden. Wird man da tatsächlich schon den Betrieb aufnehmen und ein ganzes Jahr lang im 4-Minuten-Takt klimatisierte Luft spazierenführen? Möglich... aber wie würde man das anderswo lösen? Tatsächlich gibt es ein ähnlich gelagertes Beispiel in Hamburg, wo mit der sogenannten Hafen-City auch ein neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft wird, der eine Anbindung mit der neuen U4 bekommen wird. Aber, man lese und staune: "Zur Eröffnung der Strecke am Ende des Jahres [2012, Anm.] gibt es Überlegungen, die Fahrgäste nur bis Überseequartier zu befördern und zur Hafen-City leer zum Kehren zu fahren, weil dort bisher die Bebauung fehlt!" (Q: Blickpunkt Straßenbahn 2/2012).

--- Ende Zitat ---
Noch gescheiter wäre es im Wiener Fall wohl, bei der Hausfeldstraße eine Wendemöglichkeit zu bauen (sofern das nicht eh so vorgesehen ist) und überhaupt nur bis dort zu fahren. Der vergleichbare Fall in Hamburg besteht aus nur einem leer zu fahrenden Stationsabstand von <1km - dagegen würden in Wien die Züge da eine ziemliche Distanz leer zurücklegen.

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