Autor Thema: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse  (Gelesen 42946 mal)

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Ferry

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #45 am: 01. Juli 2019, 12:06:51 »
U-Bahn-Überstellung auf der Gürtelstrecke gab es zumindest zu Stadtbahnzeiten.

Wo hast du denn das her? Wo hätten die Wagen auf die Gürtelstrecke auf- und wieder abfahren sollen? Ganz abgesehen davon, dass das wegen der engen Gleisradien nicht möglich gewesen wäre.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #46 am: 01. Juli 2019, 14:01:18 »
U-Bahn-Überstellung auf der Gürtelstrecke gab es zumindest zu Stadtbahnzeiten.

Wo hast du denn das her? Wo hätten die Wagen auf die Gürtelstrecke auf- und wieder abfahren sollen? Ganz abgesehen davon, dass das wegen der engen Gleisradien nicht möglich gewesen wäre.
Die Beiträge #35, #37 und #44 sollten diese Frage eigentlich hinreichend beantwortet haben.
"Der Raum, wo das stattfand, ist ziemlich groß."
Hans Rauscher

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #47 am: 01. Juli 2019, 19:25:23 »
Bei der Längenfeldgasse ist ein Bahnsteig in Vorbereitung und bedeckt bereits rund ein Viertel von Gleis 1 der U4.

fr3

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #48 am: 01. Juli 2019, 21:35:03 »
Die Bahnsteige standen schon seit ein paar Wochen in der Schönbrunner Straße bereit. Jetzt weiß ich endlich wozu diese Tribünen gut waren.

Heute Abend reger Zugbetrieb zwischen Pilgramgasse und Margaretengürtel: Akku-Lokomotive mit mehreren offenen Vierachsern. Es wurden abgebaute Stromschienen transportiert.

fr3

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #49 am: 01. Juli 2019, 21:45:31 »
Wo hast du denn das her? Wo hätten die Wagen auf die Gürtelstrecke auf- und wieder abfahren sollen? Ganz abgesehen davon, dass das wegen der engen Gleisradien nicht möglich gewesen wäre.
Das war zu Zeiten, als es noch den Verbindungsbogen zur Friedensbrücke inklusive Gleisverbindung gab. Der Grund für die Überstellungsfahrt ist mir nicht in Erinnerung. Muss das einmal nachlesen.

Gürtelstrecke hat wie alle alten Stadtbahnstrecken Vollbahnprofil und -radien. Das Problem mit den Gleisradien wäre einzig bei der Gumpendorferstraße wegen der ungünstigen Bahnsteigabstände gegeben, ist aber für eine Überstellungsfahrt belanglos.

fr3

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #50 am: 02. Juli 2019, 23:03:39 »
Mit heutigem Tag wurden die Gleise zwischen Steggasse (Tunnelende) und Pilgrambrücke abgebaut. Dabei wurde ebenfalls die erst vorigen Sommer aufwendig errichtete Hosenträger-Kreuzung entfernt.

Ein großer mobiler Kran wurde nahe der Pilgrambrücke direkt im Flussbett aufgestellt. Dieser beförderte zunächst zwei kleinere Bagger/Kräne von der linken Wienzeile auf das Gleisbett. Danach wurden etwa Sattelschlepper-lange  Gleisjoche aus der Bahntrasse gehoben und auf einer Fahrbahn der linken Wienzeile gestapelt, von wo sie voraussichtlich in der Nacht abtransportiert werden.

Die Bagger haben mittlerweile begonnen, den Gleisschotter aufzuhäufen.

Zwischen Pilgramgasse und Margaretengürtel wurden mit einem Zug Kabel entlang der Trasse entfernt und auf eine Kabeltrommel gewickelt. Dabei verkehrte der Zug im Schrittempo.

Bilder 1 und 2: ausheben der Kabeljoche
Bild 3: Hilfszug nahe der Reinprechtsdorfer Brücke


T1

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #51 am: 03. Juli 2019, 23:10:46 »
U-Bahn-Überstellung auf der Gürtelstrecke gab es zumindest zu Stadtbahnzeiten.

Wo hast du denn das her? Wo hätten die Wagen auf die Gürtelstrecke auf- und wieder abfahren sollen? Ganz abgesehen davon, dass das wegen der engen Gleisradien nicht möglich gewesen wäre.
Die Beiträge #35, #37 und #44 sollten diese Frage eigentlich hinreichend beantwortet haben.
Ich hab das Heftl leider nicht zur Hand, aber steht da Näheres drinnen? Ich habe auch ähnliches wie Harald im Kopf.

fr3

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #52 am: 03. Juli 2019, 23:54:39 »
So, ich hab das Bild gefunden. Fahrt war von Heiligenstadt Richtung Nussdorferstraße und dann über den Verbindungsbogen zur Friedensbrücke. Das Bild entstand vermutlich bei der Abzweigung Nussdorferstraße.


T1

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #53 am: 03. Juli 2019, 23:58:21 »
Danke!

Das ist aber im Kontext hier doch etwas anderes als "Überstellung über die Gürtelstrecke" – auch wenn das fachlich richtig sein mag, weiter als zur Nußdorfer Straße ist wohl kein U gekommen, sicherlich nicht bis Meidling, denn spätestens bei der Gumpendorfer Straße wäre wohl Schluss gewesen.

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #54 am: 04. Juli 2019, 00:45:23 »
Danke!

Das ist aber im Kontext hier doch etwas anderes als "Überstellung über die Gürtelstrecke" – auch wenn das fachlich richtig sein mag, weiter als zur Nußdorfer Straße ist wohl kein U gekommen, sicherlich nicht bis Meidling, denn spätestens bei der Gumpendorfer Straße wäre wohl Schluss gewesen.
Engere Bögen als bei der Gumpendorferstraße gibt es auf der U4 zwischen Pilgramgasse und Kettenbrückengasse. Gürtelbogen war auch enger. Und wenn die Hilfsloks UBL die U6 befahren können, ohne an irgendeinem Bahnsteig mit dem seitlichen Stromabnehmer hängen zu bleiben, sollte es bei den U-Bahnwagen auch kein Problem geben. Der breitere Wagenkasten beginnt erst einiges über den Bahnsteigkanten der U6. Type Ux ist um 15 cm breiter als Type T, das sind 7,5 cm pro Seite. So viel Spielraum sollte es im Profil geben. Gleisverlegung zum Bahnsteig hin gibt es heute nicht mehr. Aber vielleicht weiß ein Fachmann näheres...

Bleibt immer noch das Problem, wo der U-Bahnzug auf die Niederflur-Transportwagen geladen weden könnte. Eine mobile Ladeeinrichtung, die man schnell im Bereich der WLB-Strecke aufbaut, gibt es wohl nicht.

Klingelfee

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #55 am: 04. Juli 2019, 05:59:39 »

Bleibt immer noch das Problem, wo der U-Bahnzug auf die Niederflur-Transportwagen geladen weden könnte. Eine mobile Ladeeinrichtung, die man schnell im Bereich der WLB-Strecke aufbaut, gibt es wohl nicht.

Alos verladen könnte man die Wagen mMn ohne weiters in Michelbeuern oder in der Rößlergasse. Und zu dne Verladerampen. Da könnte man die gleichen Rampen benutzen, wie sie auch für den Flexity verwendet werden.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Ferry

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #56 am: 04. Juli 2019, 09:48:28 »
U-Bahn-Überstellung auf der Gürtelstrecke gab es zumindest zu Stadtbahnzeiten.

Wo hast du denn das her? Wo hätten die Wagen auf die Gürtelstrecke auf- und wieder abfahren sollen? Ganz abgesehen davon, dass das wegen der engen Gleisradien nicht möglich gewesen wäre.
Die Beiträge #35, #37 und #44 sollten diese Frage eigentlich hinreichend beantwortet haben.

Haben sie insofern, als hier testweise ein U-Bahn-Wagen auf die Rampe entlang des Donaukanals geschleppt wurde. Von einer "Überstellungsfahrt" kann man da ja wohl nicht sprechen. Wozu bzw. wohin hätte man einen U-Bahn-Wagen über die Gürtelstrecke überstellen wollen?
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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #57 am: 04. Juli 2019, 10:38:59 »
So, ich hab das Bild gefunden. Fahrt war von Heiligenstadt Richtung Nussdorferstraße und dann über den Verbindungsbogen zur Friedensbrücke. Das Bild entstand vermutlich bei der Abzweigung Nussdorferstraße.
Wenn ich das aus der Bildunterschrift richtig herauslese, wurde hier ein U-Triebwagen von Heiligenstadt über Abzweigung Nußdorfer Straße - Verbindungsbogen - Friedensbrücke - Schottenring in Richtung Stephansplatz (U1) überstellt.
Kann es sein, dass die Garnitur in Heiligenstadt (über die ÖBB) angeliefert und abgeladen wurde und dann nur so zur U1 gebracht werden konnte, weil es bei der Friedensbrücke zu diesem Zeitpunkt keine Gleisverbindung zwischen U4-Teststrecke (aus Richtung Heiligenstadt) und Stadtbahn (Richtung Schottenring) gegeben hat?

fr3

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #58 am: 04. Juli 2019, 12:13:59 »
Die Überstellungsfahrten wurden in diversen Foren ausführlich dokumentiert.

Der leider von uns gegangene, stets bestens informierte Revisor hat als User "Zischer" dazu folgendes im EBFÖ geschrieben:

"Über die noch bestehenden Rampengleise der Stadtbahn wurden übrigens im September 1976 insgesamt neun U-Bahn-Doppeltriebwagen von Heiligenstadt zum Stephansplatz überstellt. Am Tag der offenen Tür, am 25. September 1976, wurden mit zwei Sechswagenzügen Publikumsfahrten zwischen Karlsplatz und Keplerplatz auf je einem Gleis durchgeführt. Ein dritter Dreiwagenzug diente als Reserve. Bei einer der Rückfahrten der Diesellok wurde der früher am Karlsplatz versenkte Zug 2003-3003 wieder nach Heiligenstadt gebracht."

...

"... zum Zeitpunkt der U-Überstellungen war der Verbindungsbogen noch in Betrieb, d. h. er wurde von den Linien DG/GD und WG/GW befahren. Die U4 fuhr zwischen Heiligenstadt und Friedensbrücke und endete dort in dem dann später von der Linie GD benutzten Stockgleis. Es gab bei der Friedensbrücke keine Verbindung zwischen U-Bahn und Stadtbahn, weshalb die Überstellgarnituren ihren Weg über die Abzweigung Nußdorfer Straße nehmen mussten. Jedenfalls war das leider keine Überstellung auf den nur noch als Verbindung existierenden Rampengleisen. Daß aber Arbeitswagenfahrten stattgefunden haben müssen ist sicher, da sonst keine andere Möglichkeit bestand, Arbeitswagen von der Straßenbahn auf die U-Bahn zu bringen. Natürlich fanden diese Fahrten ausschließlich in der betriebslosen Zeit statt. Übrigens erschien damals ein Foto eines U-Überstellungszuges bei der Abzweigung Nußdorfer Straße in der "Eisenbahn" 11/1976. Halt ein SW-Nachtbild auf dem nicht allzu viel zu erkennen ist."

Das ist das gleiche Bild wie im ESA7-Heft, jedoch mit einer ausführlicheren Bildunterschrift. Siehe unten.

Im Forum Stadtverkehr-Austria findet sich dazu auch folgender Eintrag von Karl Holzinger vom 8.9.2006:

"Am Tag der offenen Tür am 25. September 1976 wurden für das interessierte Publikum Pendelfahrten mit zwei U-Bahn-Dreifachgarnituren zwischen Karlsplatz und Keplerplatz durchgeführt, wobei jeder der beiden Züge auf einem Gleis hin- und herfuhr. Die dafür benötigten Garnituren plus drei Reserve-Doppeltriebwagen mußten also von Heiligenstadt über das Verbindungsgleis Morzinplatz auf die U1 überstellt werden.

Gleichzeitig sollte auch der einige Zeit früher spektakulär mittels Kran am Karlsplatz zur U1 hinabgelassene Triebwagenzug 2003-3003 nach Heiligenstadt rücküberstellt werden, um ihn der Serie anzupassen. Das Problem bestand darin, daß es zu diesem Zeitpunkt bei der Friedensbrücke keine Gleisverbindung U-Bahn - Stadtbahn gab. Daher wurde in den Nächten davor in der betriebslosen Zeit jeweils ein Doppeltriebwagen mit einer U-Bahn-Zweikraftlokomotive UDZ von Heiligenstadt über die Gürtelstrecke zur Abzweigung Nußdorfer Straße und von dort über den Gürtelbogen zur Donaukanalstrecke gebracht. Auf gleichem Weg erfolgte auch die Rückführung des 2003-3003."


Die Zitate habe ich aus folgenden Threads im EBFÖ übernommen, wo noch mehr interessante Details zur Gleislage Friedensbrücke und zu den Gründen, warum die U6 nicht mit Silberpfeilen betrieben wird, zu finden sind:
Gleislage Linie GD Station Friedensbrücke
Warum keine Silberpfeile auf der Guertellinie ??

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Re: U4-Sperre Karlsplatz – Längenfeldgasse
« Antwort #59 am: 04. Juli 2019, 13:42:50 »
Danke für die aufwendige Recherche! :up:
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Hans Rauscher