Straßenbahn Wien > Zukunftsperspektiven

Studie von Complexity Science Hub: Vor allem U-Bahn reduziert Autoverkehr

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Bus:

--- Zitat von: Nulltarif am 11. November 2025, 11:47:40 ---So wie konkret in Wien die Straßenbahn wenig bevorzugt gegenüber dem MIV behandelt wird, lockt sie natürlich kaum jemand aus dem Auto. Das müsste aber nicht sein, neben dem "Parkdruck" entstünde dann vielleicht auch ein "Geschwindigkeitsdruck", wenn man mit dem Auto nicht mehr (wesentlich) schneller ist als mit der Bim.

--- Ende Zitat ---

Da kämpft die Bim aber auf verlorenem Posten. Solange man über Weichen schleichen muss oder Schienenschäden Jahre dauern oder einfach das furchtbare 10 min Intervall erdulden muss, hat die Straßenbahn als "schnelles Beförderungsmittel" keine Etablierung. Als regelmäßiger Fahrgast erträgt man es vielleicht noch, aber als Gelegenheitsfahrgast (der vielleicht Vorzüge daran finden könnte) keine Chance. Die dumme Idee, "Parkdruck" zu erzeugen, hat noch wenige davon überzeugt, das ist so als ob ich beim Billa nur mehr Tofu statt Fleisch anbietet, in der Hoffnung, das die Leute auf Fleisch verzichten.

haidi:
Wenn wir in einer anderen Stadt mit Straßenbahn sind, dann nutzen wir diese und nicht die Ubahn, weil wir dann was von der Stadt sehen, auch die Teile, die nicht in einem Reiseführer stehen.
Wenn ein Ami mit dem Reiseführer "Europa in 10 Tagen" unterwegs ist, kann er sich diesen Luxus nicht leisten

Fahzeug Technik:

--- Zitat von: abc am 11. November 2025, 08:10:05 ---- Es ist auch nicht ganz klar, ob der stadtinterne Modal-Split oder auch Pendelnde aus dem Umland berücksichtigt sind. Ist letzteres der Fall, hängt die ÖV-Nutzung ja in erheblichem Maße davon ab, wie gut der ÖV zwischen dem Umland und der Stadt ist. Das Land OÖ selbst hat für die Linzer Wohnbevölkerung jedenfalls einen MIV-Modal-Split-Anteil von 42,1 und nicht 50 % ermittelt (pdf, S. 3). Und gerade in Linz hat man doch bekanntlich aus Richtung Mühlviertel das Problem, dass Bahnlinien fehlen oder unattraktiv sind (ortsferne Stationen, lange Fahrzeiten, Umsteigezwänge).

--- Ende Zitat ---
Die Erhebung vom Land OÖ ist für den Papierkübel, es wurden dazu einige Haushalte mittels Fragebogen gebeten ihre täglichen Wege niederzuschreiben.
Grundsätzlich kann ich der Studie schon etwas abgewinnen. Die U-Bahn hat eine mindestens zehnfach höhere Kapazität als eine Straßenbahnlinie und je nach Entfernung eine höhere Reisegeschwindigkeit, Ausnahmen bilden nur die Budapester Straßenbahnlinien 1 und 4/6.

tramway.at:
Abseits unseren typischen Diskussionen, warum die Tramway besser ist etc. müsste man bei der Studie (auf die ich im Original nicht zugreifen kann) genaueres über die Datengrundlage wissen. Sie ist zwar in "Nature" erschienen, was der Goldstandard ist, schon deswegen wird sie nicht per se Müll sein, aber mir scheint der Schluss doch zu kurz gegriffen bzw von der falschen Seite her aufgerollt - Üblicherweise haben größere, dichtere Städte eine U-Bahn, und üblicherweise sind diese Städte von Haus aus wenig autogerecht angelegt. Nachdem man kaum untersuchen kann wie sich der Autonutzungsgrad vor und nach der Einführung eines kompletten U-Bahn-Netzes darstellt (die Baudauer eines kompletten Netzes ist so lang, dass sich alle anderen Rahmenbedingungen zum Autobesitz geändert haben), kann man ja nur den Bestand vergleichen - und da ist es wohl eher so, dass große Städte weniger MIV haben, und kleinere, weniger dichte (ich denke an Linz oder Graz) wegen der anderen Streuung der Ziele eben mehr. Und die haben halt üblicherweise maximal eine Tramway. Andere Städte wie Kopenhagen (keine Tram, aber eine recht neue U-Bahn) haben halt stattdessen sehr auf den Radverkehr gesetzt. Interessant wären Vergleiche von ähnlichen Städten, die untwerschiedlich "abgebogen" sind - zB Rennes und Lille (Metro) gegenüber ähnlich großen Städten, die in der selben Zeit eine Tramway gebaut haben. Und sogar da reden wir von 30 Jahren, in denen sich bei den Rahmenbedingungen viel getan hat. Ich kann mir vorstellen, dass die PKW-Nutzung schon mit der Einführung "weicher" Maßnahmen wie Congestion Charge oder Parkpickerl viel deutlicher ändert als die Studie verallgemeinernd hergibt.

Linie 25/26:

--- Zitat von: tramway.at am 11. November 2025, 20:04:05 ---Sie ist zwar in "Nature" erschienen, was der Goldstandard ist

--- Ende Zitat ---
Naja, Goldstandard. Die lieben Wissenschaftler und innen sind die ersten, die weinerlich ihre Fachpublikationen korrigieren müssen, wenn ihnen die echte Natur einen Strich durch die Rechnung macht und es doch nicht so ist, wie sie dachten. 

Aber selbstverständlich ist sowas zumindest annähernd „das Beste“, was die Menschen(heit) zurzeit haben/hat, um „alles“ (wissenschaftlich) zu verstehen wie es funktioniert. Und natürlich geht Wissenschaft vor Glaube.


--- Zitat von: Operator am 11. November 2025, 07:24:25 ---"Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast!"
Stammt nicht von mir, trifft aber oft zu.

--- Ende Zitat ---
So würde ich das jetzt nicht sagen - wir gehen davon aus, dass alles redlich verlaufen ist und sich die Autoren bemüht haben.


--- Zitat von: abc ---vermeintlichen Anliegen damit einen Gefallen getan haben, ebenfalls. Es ist jedenfalls klar, was Straßenbahngegnerinnen  und -gegner nun immer aus dem Hut zaubern werden. Und so wird im Zweifelsfall an vielen Stellen eben weder U- noch Straßenbahn entstehen.

--- Ende Zitat ---
Allein schon der englische Titel: „Metros reduce car use in European cities but trams do not“ ist extrem tendenziös geschrieben. Dennoch sollte man keine Angst davor haben - diese Studie wird eh irgendwann einfach in irgendeine Schublade verschwinden und die Verantwortlichen für Straßenbahn(ausbau) denken in dem Fall glücklicherweise sowieso mit ihrem eigenen Kopf :)

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