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Jahrhundertprojekt: Hochgeschwindigkeitszug durch Kalifornien

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13er:
Eine sehr spannende Bildreportage über einen Hochgeschwindigkeitszug durch Kalifornien:

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1575118/Jahrhundertprojekt_Hochgeschwindigkeitszug-durch-Kalifornien?gal=1575118&index=1&direct&_vl_backlink=%2Fhome%2Fgalerien%2Findex.do&popup

Abgesehen vom Nordosten (Washington, New York, Boston, ...) gibt es in den USA ja kaum irgendwo eine flotte Eisenbahn für den normalen Fernverkehr und nicht ausschließlich für Bahntouristen...

Linie 41:
Bei den Renderings konnte man sich offensichtlich nicht zwischen TGV, Velaro und Talgo entscheiden. ;D

Petersil:
Schaut spannend aus, aber ich frage mich schon, ob man nicht mehr erreichen würde, wenn man das Geld in den bestehenden Bahnverkehr stecken würde.
Derzeit gibt es z.B. zwischen San Francisco und Los Angeles keinen durchgehenden Zugverkehr. Es gibt einerseits eine Strecke, die durch das Kalifornische Längstal führt, aber leider nur bis Bakersfiel, von wo aus man mit dem Amtrak-Bus weiterfahren muss (2h 20 min), weil die Strecke südlich davon (Tehachapi Loop) nur eingleisig ist und deren Betreiber Union Pacific lieber möglichst viele Güterzüge durchschleusen möchte.
Dann gibt es die Strecke, die die Küste entlang führt, aber zwischen San Jose und San Luis Obispo gibt es nur ein Zugpaar pro Tag - und das ist der Nachtzug aus Seattle (Coast Stalight), der oft verspätet ist (und daher Starlate genannt wird). Ansonsten wird einem ernsthaft vorgeschlagen, die 5,5 h von SF bis San Luis Obispo mit dem Amtrak-Bus zu fahren.
Schließlich ist noch ein Problem, dass die Amtrak-Züge San Francisco gar nicht bedienen, sondern irgendwelche Vorortbahnhöfe östlich der Bucht von San Francisco. Dorthin gelangt man entweder mit einem Amtrak-Bus oder mit der U-Bahn BART, Ausnahme ist der Nachtzug aus Seattle, der bei der Umsteigestation zur U-Bahn durchfährt. Theoretisch könnte man mit einem Caltrain-Regionalzug von San Francisco nach San Jose fahren und dort umsteigen, aber das wird nicht beworben, es gibt auch keine durchgehenden Fahrscheine oder gar Fahrgastrechte wie bei uns in der EU, geschweige denn eine Fahrplanauskunft, in der man all das fände.

coolharry:

--- Zitat von: Petersil am 23. März 2014, 20:20:31 ---Schließlich ist noch ein Problem, dass die Amtrak-Züge San Francisco gar nicht bedienen, sondern irgendwelche Vorortbahnhöfe östlich der Bucht von San Francisco. Dorthin gelangt man entweder mit einem Amtrak-Bus oder mit der U-Bahn BART, Ausnahme ist der Nachtzug aus Seattle, der bei der Umsteigestation zur U-Bahn durchfährt. Theoretisch könnte man mit einem Caltrain-Regionalzug von San Francisco nach San Jose fahren und dort umsteigen, aber das wird nicht beworben, es gibt auch keine durchgehenden Fahrscheine oder gar Fahrgastrechte wie bei uns in der EU, geschweige denn eine Fahrplanauskunft, in der man all das fände.

--- Ende Zitat ---

Warum San Francisco nicht von Fernzügen angefahren wird ist schnell erklärt. Es ist ein Kopfbahnhof der zu 100% auf die Bedürfnisse der Nahverkehrszüge ausgelegt ist. Aber es bestehen ja Pläne die Bahn bis zum neuen Transbay Terminal zu verlängern.
Das Hauptproblem was in Amerika dem ganzen entgegen steht, ist der Absolute Autowahn. Dafür wurden hunderte Kilometer Gleis rückgebaut, abgebaut und zu Asphaltiert. Somit hat man jetzt quasi nur mehr die "Hauptstrecken" und die sind heillos unter dimensioniert. Man stelle sich den Güterverkehr der Westbahn auf einer eingleisigen nicht elektrifizierten Strecke vor.
Amerika wäre hier gut beraten keine Hochgeschwindigkeitsstrecken zu bauen sondern Hochleistungsstrecken. Dann könnten sie in zeitgemäßen Fahrgasttransport anbieten und zum anderen auch den Güterverkehr beschleunigen und damit die Privaten Bahnfirmen ins Boot holen. Aber ohne Milliarden Investition ins Bahnnetz wird's weder das eine noch das andere spielen.

moszkva tér:

--- Zitat von: coolharry am 24. März 2014, 07:03:16 ---Somit hat man jetzt quasi nur mehr die "Hauptstrecken" und die sind heillos unter dimensioniert. Man stelle sich den Güterverkehr der Westbahn auf einer eingleisigen nicht elektrifizierten Strecke vor.

--- Ende Zitat ---
Im Prinzip fährt man in Amerika - bzw. in weiten Teilen davon - immer noch auf der Infrastruktur von vor 100 Jahren herum. Klar, dass ein Zug da nicht konkurrenzfähig zum Auto, Flugzeug und Fernbus sein kann. Dabei wäre SF-LA eine gute Distanz für den Zug (~500 km glaube ich, also sozusagen Wien-München, nur mit 10 x so vielen Einwohnern.)

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