Autor Thema: Klimabonus (war: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat)  (Gelesen 1827 mal)

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haidi

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Re: Klimabonus (war: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat)
« Antwort #30 am: 08. Oktober 2021, 13:21:49 »
Was man jetzt so hört ist der Hauptplan zur Ablöse von Gas, der Anschluss ans Fernwärmenetz - welcher Brennstoff wird dort in Wien eingesetzt? Hauptsächlich ebenfalls Gas und Heizöl. Zusätzlich hat man dort Systemverluste.
In der Hauptsache Hausmüll. Daher erscheint mir die getrennte Sammlung von einigen Altstoffen nicht sinnvoll. Getränkekartons, bei denen aufwändig Karton von Kunststoff getrennt werden  muss, wären in der Müllverbrennung besser aufgehoben.
Übrigens: Auch im Sommer wird die Wärme aus der Mǘllverbrennung verwendet - zum Betreiben von Klimaanlagen nach dem Prinzip von Absorberkühlschränken,.

Ja und Nein. Ja es gibt einige Absorberanlagen. Der Rest der Fernkälte sind aber gewöhnliche Kälteerzeuger die entweder über die Luft oder den Donaukanal Rückkühlen.
Und der Primäreinsatz bei der Fernwärme ist Gas. Der Müll brennt nämlich verhältnismässig schlecht und muss mit Hilfe des Gases auf Temperatur gebracht werden. Je höher die Temperatur desto besser die Verbrennnung desto sauberer das Abgas.
Und natürlich macht Mülltrennung Sinn. Schließlich ist die thermische Verwertung die schlechteste aller "Recycling" verfahren. Ausserdem produzieren wir viel zu viel Restmüll.
Die Probleme mit dem Heizwert von Müll sind erst so richtig dadurch entstanden, dass man Papier und Getränkekartons nicht mehr hat. Bei Papier ist es ok, bei Getränkepackungen ist eine physikalisch-chemische Aufbereitung notwendig, die auch Energie braucht. Ich bin der Überzeugung, dass bei der Verbrennung in der Müllverbrennungsanlage ein positiverer Umwelteffekt eintritt, unter Anderem, weil bei der Müllverbrennung weniger Erdgas/Erdöl eingesetzt werden muss.


Btw. Bauten die Wien Energie einen riesen Elektrodenkessel. Damit sie im Sommer den Solarstrom in Wärme umwandeln können um z.B. die Kraftwerke im Sommer runter bzw. ganz abzuschalten. Für den Müll gibts im Sommer ein Verpackungswerk bei der MVA Pfaffenau.
https://www.wienenergie.at/blog/wie-funktioniert-wiens-groesster-wasserkocher/
Zeolithspeicher scheinen mit da die Zukunft zu sein. Sie brauchen wesentlich weniger Platz.
Führt man Zeolith feuchte Luft zu, speichern sie das Wasser der Luft und erwärmen diese. Erwärmt man das Zeolith, dann wird das Wasser abgegeben und kühlt die Luft. Da lässt sich ein lokaler (lokal im Sinne auch von Einfamililenhaus) Energiekreislauf zwischen Heizen und Klimaanlage realisieren.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Katana

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Re: Klimabonus (war: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat)
« Antwort #31 am: 08. Oktober 2021, 16:16:40 »
Die Probleme mit dem Heizwert von Müll sind erst so richtig dadurch entstanden, dass man Papier und Getränkekartons nicht mehr hat. Bei Papier ist es ok, bei Getränkepackungen ist eine physikalisch-chemische Aufbereitung notwendig, die auch Energie braucht.
Angeblich ist die Müllverbrennung der Grund, wieso man in Wien in der Gelben Tonne keine Folien haben möchte.

Taurus

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Re: Klimabonus (war: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat)
« Antwort #32 am: 09. Oktober 2021, 00:47:17 »
Was man jetzt so hört ist der Hauptplan zur Ablöse von Gas, der Anschluss ans Fernwärmenetz - welcher Brennstoff wird dort in Wien eingesetzt? Hauptsächlich ebenfalls Gas und Heizöl. Zusätzlich hat man dort Systemverluste.
In der Hauptsache Hausmüll. Daher erscheint mir die getrennte Sammlung von einigen Altstoffen nicht sinnvoll. Getränkekartons, bei denen aufwändig Karton von Kunststoff getrennt werden  muss, wären in der Müllverbrennung besser aufgehoben.
Übrigens: Auch im Sommer wird die Wärme aus der Mǘllverbrennung verwendet - zum Betreiben von Klimaanlagen nach dem Prinzip von Absorberkühlschränken,.
Müll ist auch wichtig, fossile Energieträger dominieren allerdings: