Autor Thema: Technische Spielereien der Wiener Linien  (Gelesen 34170 mal)

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Technische Spielereien der Wiener Linien
« am: 04. Februar 2016, 10:03:00 »
Wird langsam Zeit für einen eigenen Thread: Spielereien der Wiener Linien:

http://wien.orf.at/news/stories/2755783/

Lichtpunkte im Boden warnen vor Straßenbahn

Neben Ampeln sollen nun auch LED-Lichter, die auf dem Boden in der Straße verankert sind, als Warnzeichen im Straßenverkehr dienen. Dadurch kann laut Wiener Linien die Anzahl der Unfälle zwischen Autos und Straßenbahnen verringert werden.

Mod-Edit: Thread-Titel angepasst.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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95B

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #1 am: 04. Februar 2016, 10:41:08 »
Das WL-Intranet meint hierzu:

Warn-Leuchtkörper entschärfen neuralgische Kreuzungsbereiche

Lane Lights sind in der Straße verankerte LED-Markierungsleuchtknöpfe. Sie blinken hell und warnen den Individualverkehr, dass sich unmittelbar neben dem Fahrstreifen eine Straßenbahn nähert.

Im Mai 2013 wurden im Kreuzungsbereich Brünner Straße # Kummergasse und Jörgerstraße # Müglendergasse erstmals Lane Lights installiert. Mit dem Ziel, dass die Gefahrenquelle bei diesen neuralgischen Kreuzungsbereichen reduziert und entschärft werden kann. Denn immer wieder haben sich dort Pkw-Lenkerinnen und Lenker unachtsam verhalten und sind kurz vor der Straßenbahn abgebogen. Dadurch häuften sich Unfälle zwischen Straßenbahn und Pkw.

In beiden Bereichen hat sich die Installation der Warn-Leuchtkörper mittlerweile bewährt, die Anzahl der Unfälle mit PKWs sind stark gesunken. Unsere Fahrerinnen und Fahrer befahren diese sensiblen Kreuzungspunkte natürlich auch weiterhin mit erhöhter Vorsicht.

Demnächst folgt die Installation der LEDs im Bereich Margareten Gürtel # Arbeitergasse. Weitere Lane Lights können folgen, vor allem bei jenen Stellen, wo andere bauliche Maßnahmen für eine Entschärfung nicht greifen oder umgesetzt werden.
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haidi

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #2 am: 04. Februar 2016, 11:29:05 »
Naja, der Grasser muss halt anständig was z'sammsparen, entweder zum Schmieren und wenn das nichts hilft für seinen Verteidiger.

Aber im Ernst:
BEi der Müglendergasse helfen nur 2 Sachen Entweder 15 m Halteverbot mit Poller oder das, die Straßenbahn ist dort beim Abbiegen, insbesondere wenn dort ein Kastenwagen oder LKW am letzten Parkplatz steht, sehr schwer zu sehen. find ich nicht so schlecht, eine rot-gelb-Abbiegeampel hätte es aber auch getan und mehr Sicherheit gebracht, weil ein eindeutiges Signal.
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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #3 am: 04. Februar 2016, 11:40:43 »
Die Müglendergasse ist keine 100 m lang und hat lediglich sechs Hausnummern. Aus verkehrlicher Sicht würde nichts dagegensprechen, die Einbahn umzudrehen oder überhaupt eine nur von der Hernalser Hautpstraße erreichbare Sackgasse einzurichten. Die könnte man dann auch gleich als Wohnstraße ausgestalten – und das wäre eine bessere und nachhaltige Lösung als die Beschaffung von Blinklichtern bei GESIG & Co.
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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #4 am: 04. Februar 2016, 14:10:53 »
ad haidi  #2: Was hat ein Grasser (welcher auch immer) damit zu tun ?, ich verstehe es nicht!!

haidi

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #5 am: 04. Februar 2016, 17:02:45 »
Gerüchteweise hat Grasser (bzw. die Fiona über die Familien-Betriebe) Anteile an einer Firma, die die Lane-Lights erzeugt.
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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #6 am: 04. Februar 2016, 17:28:10 »
Das Ganze ist sowieso ein bissl ein Holler, der der Liebe der heutigen Zeit zur Überregulierung entspringt. Es verliert das spätestens dann an Wirkung, wenn es zu häufig eingesetzt wird. Dann ist da noch das Problem, wenn es aus irgendeinem Grund nicht funktioniert und es kommt zu einem Unfall, dann wird sich bald ein Richter finden, der die WiLi (teil-)schuldig spricht. Gleiches gilt für alle Kreuzungen ohne Lichter, die gängige Ausrede wird sein, "Da hot ja nix g'leucht!". Wer zu blöd dafür ist, einzusehen, dass auf einem Gleis auch ein Zug daherkommen kann (auch wenn man ihn momentan schlecht oder noch gar nicht sehen kann), der ist halt leider ein Fall für den alten Darwin.


Ist der gleiche Effekt, wie bei Bahnübergängen. Wenn ein defekter Schranken offen bleibt oder ein Rotlicht nicht funktioniert, fahren nahezu alle Autofahrer blind rüber und haben bei Unfällen teils sogar noch recht bekommen. Dass dort auch ein Andreaskreuz steht, halten sie (und manche Richter) wohl für eine Verzierung ohne jede rechtlichen Bedeutung. Drum müssen ja heutzutage die straßenseitigen Sicherungen der Übergänge in das Signalsystem der Eisenbahn eingebunden sein.
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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #7 am: 04. Februar 2016, 18:00:19 »
Ist der gleiche Effekt, wie bei Bahnübergängen. Wenn ein defekter Schranken offen bleibt oder ein Rotlicht nicht funktioniert, fahren nahezu alle Autofahrer blind rüber und haben bei Unfällen teils sogar noch recht bekommen. Dass dort auch ein Andreaskreuz steht, halten sie (und manche Richter) wohl für eine Verzierung ohne jede rechtlichen Bedeutung. Drum müssen ja heutzutage die straßenseitigen Sicherungen der Übergänge in das Signalsystem der Eisenbahn eingebunden sein.
Viele Schranken stehen an Stellen, wo die nötigen Sichtdreiecke für (bis zu 140 km/h) schnelle Züge nicht gegeben sind oder diese Sichtdreiecke wegen der SChranken eingeschränkt werden konnten. Da hat der Autoafahrer systembedingt nicht mehr die Chance, einen Zug rechtzeitig zu erkennen. Dann ist es wohl Recht und Billig, wenn das Infrastrukturunternehmen Schuld bekommt.
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Tatra83

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #8 am: 04. Februar 2016, 18:20:04 »
Wird langsam Zeit für einen eigenen Thread: Spielereien der Wiener Linien:
Ja, das dachte ich mir auch, als ich die ORF-Meldung gelesen hab.  :fp: In diesen Thread gehört eigentlich auch das völlig nutzlose Park-Warn-System aus dem "Forschungsprojekt" Tram im Takt.  :ugvm:
Und ich dachte, mit der Straßenbahn bin ich schneller als zu Fuß.

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #9 am: 04. Februar 2016, 18:48:31 »
Dann ist es wohl Recht und Billig, wenn das Infrastrukturunternehmen Schuld bekommt.
Klar. Und wenn die blinkenden LEDs mal nicht funktionieren ist der Grasser schuld!  ::)
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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #10 am: 04. Februar 2016, 21:18:21 »
Dann ist es wohl Recht und Billig, wenn das Infrastrukturunternehmen Schuld bekommt.
Klar. Und wenn die blinkenden LEDs mal nicht funktionieren ist der Grasser schuld!  ::)
Jetzt denk einmal nach: Du hast einen Bahnübergang, bei dem du den Zug nicht rechtzeitig erkennen kannst, weil eben die Sicht nicht so weit reicht. Was machst, wenn der Schranken offen ist? Drehst um und suchst einen anderen Weg? Schickst deine Frau aufs Gleis, damit sie dich einweist? Wartest bis die Eisenbahner streiken oder rufst die Polizei, damit sie dir drüber hilft?
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hema

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #11 am: 04. Februar 2016, 22:12:02 »
Sicht Null ist wohl nirgends. Es war garantiert noch nie so, dass ein Autofahrer oder Fußgänger, der seine Sinne beieinander hatte, geschaut hat und dann trotzdem vom Zug erwischt wurde. Wer sich nicht sicher ist oder das Tempo eines erkannten Zuges nicht abschätzen kann, muss ihn halt abwarten.
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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #12 am: 04. Februar 2016, 22:23:21 »
Das frühere gelbe Blinklicht, das die prinzipielle Betriebsbereitschaft der Schrankenanlage anzeigte, war vielleicht doch keine so blöde Idee.

Der Lokführer hat außerdem noch das Eisenbahnkreuzungs-Überwachungssignal, das ihm anzeigt, wenn ein Schranken nicht ordnungsgemäß funktioniert – dann muss er anhalten.
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13er

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #13 am: 04. Februar 2016, 23:12:23 »
Überall wird den Menschen die Eigenverantwortung genommen...

Aber ich wundere mich über nichts mehr, seit auf den Tiefkühlpizzaschachteln steht, dass man die Folie abziehen muss, bevor man die Pizza in den Backofen gibt...
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

haidi

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Re: Technische Spielereien der Wiener Linien
« Antwort #14 am: 04. Februar 2016, 23:17:39 »
Sicht Null ist wohl nirgends. Es war garantiert noch nie so, dass ein Autofahrer oder Fußgänger, der seine Sinne beieinander hatte, geschaut hat und dann trotzdem vom Zug erwischt wurde. Wer sich nicht sicher ist oder das Tempo eines erkannten Zuges nicht abschätzen kann, muss ihn halt abwarten.

Zug mit 160 km/h (bis zu dieser darf mit Schranken gesichert werden) fährt in der Sekunde ca. 50 m, das sind in 5 Sekunden 250 m. Das ist REalität und nicht Wunschdenken.

Ein Beispiel - allerdings aus Deutschland (gibt es bei uns auch zur Genüge), da genügen 80 km/h um mit größeren Autos den Zug nicht mehr rechtzeitig sehen zu können:


Wie würdest du dich da verhalten, wenn du zu dieser Kreuzung kämest und die Schranken sind offen. Anhalten und durchtasten?
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