Autor Thema: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto  (Gelesen 8851 mal)

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EmZet

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Liebe Leserinnen und Leser!
Bin gerade über I. Wiener Straßenverkehrsenquete 1955. Empfehlungen an die Stadt Wien in einer Arbeit gestolpert. (cool google Books ordnet das der Universität von Michigan zu ;) mal scheuen ob ein e-book aufzutreiben ist)

Von dem abgesehenen bis dato unverändertem Streit U-Bahn ja nein hat sich erstaunlicherweise nicht viel geändert in den Argumentationsstandpunkten. laut den Zitaten in der Arbeit. Selbst dass das Einzugsgebiet ein bisserl größer geworden ist wurde damals schon einbezogen ;) (Kurt Keller 1955 z.B.)

Vielleicht finde ich mal Zeit einen historischen Statistischen vergleich zu machen:
Verfügbare Straßen in KM Anzahl Autos 1955 2021
Zu KM ÖNV und Fahrgastzahlen.

Ich würde es spannend finden zu sehen wie das E-Auto hier das Spiel grundlegend ändert oder vielleicht doch nicht. Gerade in der Pendlersituation ist für mich der Zusammenhang, des zersiedelten Landes (jeder hat ein Dach, damit eine PV Anlage), mit der Förderpolitik E-Auto und PV Ausbau und die Bestrafung von Diesel und Benzin entscheidend. Ich erwarte gerade in diesen Punkten eine vermehrtes Individualverkehrsaufkommen. Wer ein E-Auto hat pendelt nie wieder in einer S-Bahn. Und wie lange dauerts das sich eine Partei dieser Schicht annehmen wird. Und wie gehen wir mit dem Flächenbedarf um?
Entspricht es noch der Wahrheit (Anfangs der Nuller war es noch so) dass der Verkehr auf der Tangente: 25% LKW davon ein Drittel Transit,  und 75 % PKW Verkehr ist davon 10% Transit. Meiner Beobachtung denke ich hat sich daran noch nicht viel geändert. (Thema Straßenrückbau). Wenn Wiener dann E-Autos haben werden, werden die jemals wieder ÖNV fahren?

Homeoffice: Welchen Druck auf den Wohnungsmarkt in Wien und den Wunsch von Familien wieder eine Trennung von Privat und Arbeit haben zu wollen, wird sich aufbauen? Und wie vermehrt drängt es dann die Mittelschicht aus der Stadt raus. Wo sie ja dann geförderte PV Anlage und E-Auto zur Verfügung haben. Wird ÖNV dann zum Verkehrsmittel der Sozial Schwachen? Wenn sich Bobos SUV in der Stadt leisten dann auch in der E-Variante.

Solange Beamen nie gehen wird, gibt es hier ein Konzept für die Großregion Wien/Bratislava/Brünn/Györ? Eins dass auch Realistisch ist? Außer es gibt keine Alternative zu einem massiven Ausbau der Straßen bei gleichzeitiger Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit?

Und liebe Leute ich benutze kein ÖNV obschon ich nur 3 Minuten entfernt von einer S-Bahn Station entfernt wohne, P+R ist in welcher Methode auch immer keine Alternative solange die Differenz über 60 Minuten pro Tag ausmacht. (bei mir Exakt 33 Minuten für die und 43 für die Rückfahrt, und das auch nur weil die U-Bahn neben dem Büro ist. Ich stehe durchschnittlich 4x im Jahr im Stau, Die S-Bahn an der ich wohn fällt genauso oft aus. (oder Schienenersatzverkehr). Dann brauch ich genauso einen Parkplatz im Büro, den ich aber dann nicht hab. Für mich ist P+R Konzept nicht tauglich solange die Fahrzeiten sich nicht angleichen. Kostentechnisch macht es das Klimaticket überhaupt andenkbar, denn ich benötige so oder so ein Auto, denn mein Heimatort ist frei von ÖNV.

Mein persönlicher Ansatz wird sein: PV+Elektro Auto, dann bin ich zumindest aus der Verbrauchsfalle (CO2 Steuer).

Wäre ein Ansatz der Verwendung der Straßen mit E-Sammeltaxis (Fahrdienstleistung statt AMS Beitrag) innerhalb des Klimatickets eine Möglichkeit? Und die Selbstorganisationskraft der Menschen nutzen, ein Dorf bucht jeden Tag die 3 Sammeltaxis die sie braucht, und ähnlich kommst heim...die Digitalisierung wird da sicher eine App und eine Algorithmus anbieten können. Ich denke am Ende des Tages auch nichts was umgesetzt wird. (werden kann)

Welche der vielen S-Bahn Stammstrecken und U-Bahnen Systeme kann so etwas überhaupt leisten was dem Speckgürtler durch die Sonne und die Fr. Landeshauptfrau gemeinsam mit der Fr. Umweltministerin geschenkt wird?

Mal schauen was ihr dazu sagt?

Finde hier passt die Community auch dazu die ist kritischer als so manch andere.

lg
EmZet

Signalabhängigkeit

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #1 am: 27. Oktober 2021, 15:00:20 »
Na seawas.  :o

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #2 am: 27. Oktober 2021, 15:50:14 »

Ich würde es spannend finden zu sehen wie das E-Auto hier das Spiel grundlegend ändert oder vielleicht doch nicht. Gerade in der Pendlersituation ist für mich der Zusammenhang, des zersiedelten Landes (jeder hat ein Dach, damit eine PV Anlage), mit der Förderpolitik E-Auto und PV Ausbau und die Bestrafung von Diesel und Benzin entscheidend. Ich erwarte gerade in diesen Punkten eine vermehrtes Individualverkehrsaufkommen. Wer ein E-Auto hat pendelt nie wieder in einer S-Bahn.

Klar, die meisten Probleme des MIV werden auch mit dem E-Auto nicht gelöst. Leider geht das in der öffentlichen Diskussion gern unter. Der Grund, nicht mit dem Auto nach/in Wien zu pendeln, ist aber nicht die Kostenfrage je nach Antriebsart. Parkraumbewirtschaftung, verfügbarer Parkplatz, Verkehrsaufkommen etc. sind weiter wichtige Faktoren. Darum finde ich auch eine, immer wieder gewünschte, Besserstellung von E-Autos bei gewissen Kosten oder Vorgaben kontraproduktiv.

Ganz versteh ich aber nicht, was jetzt unter ÖV-erschlossen und nicht fällt:
Und liebe Leute ich benutze kein ÖNV obschon ich nur 3 Minuten entfernt von einer S-Bahn Station entfernt wohne, [...] , denn ich benötige so oder so ein Auto, denn mein Heimatort ist frei von ÖNV.

Z-TW

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #3 am: 27. Oktober 2021, 17:22:29 »
S.g. EmZet! Könntest du den Text bitte noch einmal  verständlicher formulieren und das ohne Rechtschreibfehler?

Kurzzug

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #4 am: 28. Oktober 2021, 00:29:55 »
Ich würde es spannend finden zu sehen wie das E-Auto hier das Spiel grundlegend ändert oder vielleicht doch nicht. Gerade in der Pendlersituation ist für mich der Zusammenhang, des zersiedelten Landes (jeder hat ein Dach, damit eine PV Anlage), mit der Förderpolitik E-Auto und PV Ausbau und die Bestrafung von Diesel und Benzin entscheidend. Ich erwarte gerade in diesen Punkten eine vermehrtes Individualverkehrsaufkommen. Wer ein E-Auto hat pendelt nie wieder in einer S-Bahn. Und wie lange dauerts das sich eine Partei dieser Schicht annehmen wird. Und wie gehen wir mit dem Flächenbedarf um?
Entspricht es noch der Wahrheit (Anfangs der Nuller war es noch so) dass der Verkehr auf der Tangente: 25% LKW davon ein Drittel Transit,  und 75 % PKW Verkehr ist davon 10% Transit. Meiner Beobachtung denke ich hat sich daran noch nicht viel geändert. (Thema Straßenrückbau). Wenn Wiener dann E-Autos haben werden, werden die jemals wieder ÖNV fahren?
Warum soll sich deiner Meinung nach denn was ändern, wenn Leute ein E-Auto haben? Wenn die Argumentation lautet, dass durch Förderung der Photovoltaik billiger Strom für ein gefördertes E-Auto zur Verfügung steht, frage ich mich, ob sich die Kosten wirklich von einem Verbrenner heutzutage unterscheiden. Und selbst wenn sie signifikant geringer sind, das Stauproblem geht nicht weg. Man hat also immer noch zwei Angebote in der HVZ: Überfüllte S-Bahn und verstaute Autobahn, man wird sich je nach der persönlichen Situation für eines von beiden entscheiden und zwar in erster Näherung kostenunabhängig.

Homeoffice: Welchen Druck auf den Wohnungsmarkt in Wien und den Wunsch von Familien wieder eine Trennung von Privat und Arbeit haben zu wollen, wird sich aufbauen? Und wie vermehrt drängt es dann die Mittelschicht aus der Stadt raus. Wo sie ja dann geförderte PV Anlage und E-Auto zur Verfügung haben. Wird ÖNV dann zum Verkehrsmittel der Sozial Schwachen? Wenn sich Bobos SUV in der Stadt leisten dann auch in der E-Variante.
ÖV ist in Österreich kein Verkehrsmittel der ökonomisch Schwächeren und wird es aus meiner Sicht nie werden. Alle deine Annahmen beruhen auf Fortsetzung einer autozentrierten Politik und Raumordnung - wir sehen allerdings heute schon, dass diese Art der Politik im Sterben liegt und mit dem Versuch, den Lobautunnel durchzudrücken, ein letztes Mal aufbegehrt.

Solange Beamen nie gehen wird, gibt es hier ein Konzept für die Großregion Wien/Bratislava/Brünn/Györ? Eins dass auch Realistisch ist? Außer es gibt keine Alternative zu einem massiven Ausbau der Straßen bei gleichzeitiger Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit?
Das ist jetzt wirklich sehr unverständlich. Wien-Bratislava ist vielleicht noch eine interessante Verbindung und könnte einmal slowakische Analogon zu Städten wie Wr. Neustadt und St. Pölten werden, Brno und Györ sind allerdings eher mit Graz und Linz zu vergleichen. Man muss hier auch immer berücksichtigen, dass die Landes- und Sprachgrenzen neben den Reisezeiten große Barrieren darstellen. Ich weiß also nicht, wie du darauf kommen könntest, dass Wien mit Györ, Bratislava und Brno eine Großregion bildet.

Und liebe Leute ich benutze kein ÖNV obschon ich nur 3 Minuten entfernt von einer S-Bahn Station entfernt wohne, P+R ist in welcher Methode auch immer keine Alternative solange die Differenz über 60 Minuten pro Tag ausmacht. (bei mir Exakt 33 Minuten für die und 43 für die Rückfahrt, und das auch nur weil die U-Bahn neben dem Büro ist. Ich stehe durchschnittlich 4x im Jahr im Stau, Die S-Bahn an der ich wohn fällt genauso oft aus. (oder Schienenersatzverkehr). Dann brauch ich genauso einen Parkplatz im Büro, den ich aber dann nicht hab. Für mich ist P+R Konzept nicht tauglich solange die Fahrzeiten sich nicht angleichen. Kostentechnisch macht es das Klimaticket überhaupt andenkbar, denn ich benötige so oder so ein Auto, denn mein Heimatort ist frei von ÖNV.

Mein persönlicher Ansatz wird sein: PV+Elektro Auto, dann bin ich zumindest aus der Verbrauchsfalle (CO2 Steuer).
Was möchtest du uns mitteilen? Dass du ewig weit weg wohnst und nur mit dem Auto in halbwegs annehmbarer Zeit zu deiner S-Bahn kommst? Ist das ein Ratespiel über deinen ausgefallenen Arbeitsweg oder deinen Wohnort? Ich weiß auch nicht, was du uns mit dem Begriff Verbrauchsfalle sagen willst und was der mit der CO2-Steuer zu tun hat.

Wäre ein Ansatz der Verwendung der Straßen mit E-Sammeltaxis (Fahrdienstleistung statt AMS Beitrag) innerhalb des Klimatickets eine Möglichkeit? Und die Selbstorganisationskraft der Menschen nutzen, ein Dorf bucht jeden Tag die 3 Sammeltaxis die sie braucht, und ähnlich kommst heim...die Digitalisierung wird da sicher eine App und eine Algorithmus anbieten können. Ich denke am Ende des Tages auch nichts was umgesetzt wird. (werden kann)

Welche der vielen S-Bahn Stammstrecken und U-Bahnen Systeme kann so etwas überhaupt leisten was dem Speckgürtler durch die Sonne und die Fr. Landeshauptfrau gemeinsam mit der Fr. Umweltministerin geschenkt wird?
Sammeltaxis (welche Antriebsart auch immer) sind in Randzeiten und entlegenen Gegenden einzusetzen. Also kein Mittel für die grundlegende Verkehrsplanung im Raum Wien, selbst die Wienerwaldgemeinden sind groß genug für einen stündlichen Bus von 5-22 Uhr. Ganz ohne Bestellung, damit eine spontane Nutzung möglich ist.
Schienenmassenverkehrsmittel können eine ganztägige dichte Taktung gewährleisten, um den Nutzer an alle möglichen Orte in der Stadt zu bringen und machen ihm damit alle Annehmlichkeiten einer Stadt nutzbar. Wenn einem der Garten im Speckgürtel lieber ist, dann wohnt man halt dort...

Linie106

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #5 am: 28. Oktober 2021, 11:01:05 »
Wer ein E-Auto hat pendelt nie wieder in einer S-Bahn.
Wenn Wiener dann E-Autos haben werden, werden die jemals wieder ÖNV fahren?
Bereits jetzt hat die Mehrheit der Wiener Haushalte kein Auto. (10.9.2021: https://wien.orf.at/stories/3120905/ ) - der Trend ist, dass es immer mehr autofreie Haushalte werden. Also halte ich deine Thesen für realitätsfremd, sorry.
Und am Land ist es auch oft nur Bequemlichkeit und persönliche Faulheit. Zumindest wenn wir vom Wiener Speckgürtel reden. Selbst im Autobundesland außerhalb Wiens kommt man recht gut öffentlich voran. Paar Käffer ohne Öffianbindung gibts natürlich sehrwohl, aber die sind eher in der Unterzahl.

Homeoffice: Welchen Druck auf den Wohnungsmarkt in Wien und den Wunsch von Familien wieder eine Trennung von Privat und Arbeit haben zu wollen, wird sich aufbauen? Und wie vermehrt drängt es dann die Mittelschicht aus der Stadt raus. Wo sie ja dann geförderte PV Anlage und E-Auto zur Verfügung haben. Wird ÖNV dann zum Verkehrsmittel der Sozial Schwachen?
1. das Homeoffice ist zwar nett, kann dir aber von meinem Arbeitgeber sagen, dass das während den Lockdowns nicht reibungsfrei funktioniert hat und der Chef dem daher negativ gegenübersteht. Wird sich also zumindest in dieser Firma nicht durchsetzen.
Und selbst wenn, gibt es noch immer genügend Jobs wo kein Homeoffice möglich ist.

2. ÖPNV ist mMn sogar das komplette Gegenteil - also zumindest wenn man nach dem Aussehen der Leute geht. Ich sehe öfters Anzugträgerinnen und Anzugträger in der U-Bahn, während in meiner Bekanntenbubble der "Durchschnittshackler" aus Prinzip und Gewohnheit seinen 10 Jahre alten bereiften Untersatz verwendet....

Solange Beamen nie gehen wird, gibt es hier ein Konzept für die Großregion Wien/Bratislava/Brünn/Györ?
Brno und Györ ist zu weit weg, Sopron ist recht gut an Wien angebunden durch die Raaberbahn (die etwa über Fertöszentmiklos und Neusiedl nach Wien fährt, aber auch über Ebenfurth nach Wien)
Bratislava könnte man besser verbinden. Zwar gibts auch hier 2 Zugverbindungen (Wien-Marchegg-Bratislava hl.n. und Wien-Parndorf-Bratislava Petrzalka), es gibt den Twin City Liner; was mir einfallen würde wäre aber (wieder) die Verlängerung der S7 von Wolfsthal bis Petrzalka (ehemalige Preßburgerbahn); eventuell lässt sich die S7 dann auch soweit ertüchtigen, dass man die Flughafen-Railjets bis Bratislava führen könnte. Ausschließen möchte ich das nicht... 
Aber wie du siehst gäbe es genug Schienenmöglichkeiten ;)
 
Die S-Bahn an der ich wohn fällt genauso oft aus. (oder Schienenersatzverkehr).
was ist am SEV - bedingt durch Baustellen - schlimm? Die Schienen müssen nunmal von Zeit zu Zeit gewartet werden, auf der Autobahn muss die Asphaltdecke ja auch irgendwann mal frisch gemacht werden.... Beim Auto ist die Baustelle ok, beim Zug nicht?
Zugausfälle sind afaik recht selten bei der S-Bahn. Verspätungen gibt es, ja. Die sind auch ärgerlich. Allerdings auch nicht immer vermeidbar.
Und auch da kann man wieder Parallelen zum Auto ziehen: wenn im Winter Eis ist, die Straße spiegelglatt und du musst in angemessener Fahrweise langsamer fahren, bist dadurch später dran: ok? Wenn der Zug wegen eventuell eingefrorener Weichen etc. 20min zu spät kommt ists dann "unzuverlässige Bahn" - du merkst selbst den Fehler in der Logik?

Welche der vielen S-Bahn Stammstrecken und U-Bahnen Systeme kann so etwas überhaupt leisten was dem Speckgürtler durch die Sonne und die Fr. Landeshauptfrau gemeinsam mit der Fr. Umweltministerin geschenkt wird?
also wenn ich daran denke, dass in der Hauptverkehrszeit zB die S3 aus Richtung Hollabrunn/Stockerau/Korneuburg rammelvoll in Floridsdorf ankommt, oder die Badnerbahn morgens rammelvoll am Schedifkaplatz ihre entlang der B7 aufgesammelten Fahrgäste entlädt... naja .... unser Öffisystem hier ist saugut und attraktiv - sonst würde es nicht so gut genutzt werden. Bereits jetzt.
Wenn du in deinem Wohnort wie du schreibst eher nicht so gesegnet mit öffentlichem Verkehr bist, dann ist das nicht unbedingt die Schuld der Öffis - ich würde da auch eine Teilschuld bei dir selbst sehen: man kann ja auch woanders hinziehen. Etwa dorthin, wo man Öffis hat (nein, ich mein nicht nach Wien, es gibt genug "Land" mit S-Bahn-Haltestellen die zu fuß oder mit E-Bike, Scooter erreichbar wären)

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #6 am: 28. Oktober 2021, 11:48:40 »
2. ÖPNV ist mMn sogar das komplette Gegenteil - also zumindest wenn man nach dem Aussehen der Leute geht. Ich sehe öfters Anzugträgerinnen und Anzugträger in der U-Bahn, während in meiner Bekanntenbubble der "Durchschnittshackler" aus Prinzip und Gewohnheit seinen 10 Jahre alten bereiften Untersatz verwendet....

Tatsächlich dreht sich das mehr und mehr Richtung Statussymbol, so wie in der Schweiz. Und das Klimaticket wird zum coolen Ding, das man haben muss, wie hier ein Bekannter von mir beschreibt (Manager in Pension).
Der öffentliche Verkehr als Prestigeobjekt, nicht als Arme-Schlucker-Notlösung:
Deswegen entwerfen in Frankreich die berühmtesten Designer, Modeschöpfer und Künstler die neuen Züge.
Aaaaber: In Brüssel und sogar in Linz sitzt man auf eleganten Ledersesseln - nur in Wien glaubt man, sich mit Plastikpritschen was zu ersparen.
Welcher Autofahrer hat Holzbänke in seinem Wagen?
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #7 am: 28. Oktober 2021, 15:12:45 »
In Brüssel und sogar in Linz sitzt man auf eleganten Ledersesseln - nur in Wien glaubt man, sich mit Plastikpritschen was zu ersparen.

Da geht es um Verunreinigung (leichter zu beheben auf Pritschen) und Vandalismus. Die Sitze sind ein Spiegel des Publikums, das darauf sitzt (Sandhasen etc.).
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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #8 am: 28. Oktober 2021, 15:37:32 »
Da geht es um Verunreinigung (leichter zu beheben auf Pritschen) und Vandalismus. Die Sitze sind ein Spiegel des Publikums, das darauf sitzt (Sandhasen etc.).

Sagen wir es lieber so: Gepolsterte Sitze müsste man häufiger reinigen und hin und wieder den Bezug erneuern. Die Plastikpritschen sind also – Häselein hin oder her – in der Erhaltung kostengünstiger. Und letzten Endes zählt nur das.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #9 am: 28. Oktober 2021, 17:02:57 »
Richtig, denn wenn man nicht einmal das Budget für eine ausreichende Gleisinstandhaltung hat, wie soll man sich da den Luxus leisten, gepolsterte Sitze häufiger zu reinigen und hin und wieder den Bezug zu erneuern? >:D
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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #10 am: 28. Oktober 2021, 21:19:08 »
Sagen wir es lieber so: Gepolsterte Sitze müsste man häufiger reinigen und hin und wieder den Bezug erneuern. Die Plastikpritschen sind also – Häselein hin oder her – in der Erhaltung kostengünstiger. Und letzten Endes zählt nur das.
Wenn ein Gasthaus kostengünstiger mit Clever- oder Hofer-Fertigprodukten arbeitet, merke ich das am Geschmack und bleibe fern, weil das genau das ist, was ich mir zu Hause selber koche. Letzten Endes zählt nur das.

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #11 am: 28. Oktober 2021, 23:38:50 »
2. ÖPNV ist mMn sogar das komplette Gegenteil - also zumindest wenn man nach dem Aussehen der Leute geht. Ich sehe öfters Anzugträgerinnen und Anzugträger in der U-Bahn, während in meiner Bekanntenbubble der "Durchschnittshackler" aus Prinzip und Gewohnheit seinen 10 Jahre alten bereiften Untersatz verwendet....
Tatsächlich dreht sich das mehr und mehr Richtung Statussymbol, so wie in der Schweiz. Und das Klimaticket wird zum coolen Ding, das man haben muss, wie hier ein Bekannter von mir beschreibt (Manager in Pension).
Und das ist auch gut so. Besser das Klimaticket als Statussymbol, als den Mercedes.
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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #12 am: 14. März 2022, 15:38:25 »
In Brüssel und sogar in Linz sitzt man auf eleganten Ledersesseln - nur in Wien glaubt man, sich mit Plastikpritschen was zu ersparen.

Da geht es um Verunreinigung (leichter zu beheben auf Pritschen) und Vandalismus. Die Sitze sind ein Spiegel des Publikums, das darauf sitzt (Sandhasen etc.).
Na, Brüssel ist ja eine Stadt, die für Vandalismusfreiheit und Sauberkeit weltbekannt ist  ::)

4498

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #13 am: 14. März 2022, 17:03:39 »
2. ÖPNV ist mMn sogar das komplette Gegenteil - also zumindest wenn man nach dem Aussehen der Leute geht. Ich sehe öfters Anzugträgerinnen und Anzugträger in der U-Bahn,
Also Anzugträgerinnen sehe ich in der U-Bahn so gut wie nie - man kanns mit dem Gendern auch gewaltig übertreiben.

Hansdampf

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Re: Verkehrskonzepte 21.Jahrhundert Umweltkontexte, Homeoffice, E-Auto
« Antwort #14 am: 14. März 2022, 19:10:46 »
2. ÖPNV ist mMn sogar das komplette Gegenteil - also zumindest wenn man nach dem Aussehen der Leute geht. Ich sehe öfters Anzugträgerinnen und Anzugträger in der U-Bahn,
Also Anzugträgerinnen sehe ich in der U-Bahn so gut wie nie - man kanns mit dem Gendern auch gewaltig übertreiben.

Stimmt. Die Wiener Linien haben da ja wieder den Vogel abgeschossen und nennen ihre FB-Seite seit heute "Wienerinnen Linien"  :P