Autor Thema: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse  (Gelesen 11085 mal)

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Klingelfee

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #30 am: 20. März 2022, 20:33:53 »
Im Falle der Linie 10 könnten die bisher ab Unter St.Veit fahrenden Buslinien bereits ab Hietzing fahren. Auf diese Art ließe sich auch der Außenast des 62ers reduzieren. Gibt sicher kreative Verkehrsplaner, da da einiges an Stilllegungen finden würden.

Und damitauch dem Krankenhaus Hietzing den Straßenbahn Anschluß nehmen.

Bitte einmal nachdenken, bevor ihr Horrorszenarien konstr.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

N1

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #31 am: 20. März 2022, 20:45:59 »
Dieses Delektieren an selbst ersonnenen Horrorszenarien ohne jede reale Grundlage finde ich schlichtweg bizarr. :o
"Wenn es keine Evidenz gibt, heißt das nicht, dass etwas nicht wirkt."
Christina Berndt, Qualitätsjournalistin und richtige Expertin

darkweasel

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #32 am: 20. März 2022, 21:00:01 »
Wenn die Stadt Wien Straßenbahnstrecken auf Bus umstellen wollte, täte sie das, egal ob es E-Busse gibt oder nicht.

In den letzten ca. 10 Jahren ist die Wiener Stadtpolitik doch deutlich straßenbahnfreundlicher geworden und hat vieles umgesetzt, was wir damals in den diversen Foren gefordert haben (Tokiostraße, 26er, D-Wagen, O-Wagen – alle mit Rasengleisen); inzwischen ist sogar eine Straßenbahn nach Schwechat konkret geplant. Wenn sich die Welt zum Besseren verändert, sollten wir das anerkennen und feiern.
Alle meine Meinungen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs treten erst mit Abschaffung der Maskenpflicht in Kraft. Bis dahin wird niemand, der die Wahl hat, damit fahren wollen.

T1

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #33 am: 21. März 2022, 09:34:11 »
Aber vielleicht hat jemand etwas zu meiner im Eingangsposting geäußerten Befürchtung zu schreiben?
Wäre halt gut, wenn du deine Befürchtung begründen könntest. Eine Umstellung von Buslinien auf Straßenbahnbetrieb nur aufgrund des Antriebs stand in Wien sicherlich nie zur Debatte und wird auch in Zukunft kein wirklicher Grund sein. Da wären, wenn Umstellungen wirklich kommen sollten, andere Argumente (Kapazität, Effizienz) ausschlaggebend.

Sorry, ich dachte, das wäre klar.
Durch E-Busse spart man sich die Investitionen für Gleise + Fahrleitung sowie Widerstände gegen die Planung von Trassen für Schienenfahrzeuge und kann sich trotzdem das grüne Mäntelchen umhängen.
Das löst aber genau keines der anderen und viel dringlicheren Probleme, die stark belastete Buslinien haben.

Da kann ich mich nur dem Post von darkweasel anschließen - das Vorhandensein von E-Bussen hat keine Auswirkungen, wenn man sowieso nicht will.

Halbstarker

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #34 am: 21. März 2022, 10:01:41 »
Das löst aber genau keines der anderen und viel dringlicheren Probleme, die stark belastete Buslinien haben.

Schon richtig, aber das erkennt man bei den WL nicht oder will es nicht erkennen.

Da kann ich mich nur dem Post von darkweasel anschließen - das Vorhandensein von E-Bussen hat keine Auswirkungen, wenn man sowieso nicht will.

Ja, aber man hat damit eine Ausrede: "Wos woit's, mia hab'n jetzt E-Busse, die san genauso umwöltfreindlich wia die teire Bim!"

Ich befürchte, das damit Projekte wie die "Re-Tramifizierung" z.B. der Linien 11A, 13A und 48A gestorben sind.
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Bus

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #35 am: 21. März 2022, 10:15:39 »
Das löst aber genau keines der anderen und viel dringlicheren Probleme, die stark belastete Buslinien haben.

Schon richtig, aber das erkennt man bei den WL nicht oder will es nicht erkennen.

Da kann ich mich nur dem Post von darkweasel anschließen - das Vorhandensein von E-Bussen hat keine Auswirkungen, wenn man sowieso nicht will.

Ja, aber man hat damit eine Ausrede: "Wos woit's, mia hab'n jetzt E-Busse, die san genauso umwöltfreindlich wia die teire Bim!"

Ich befürchte, das damit Projekte wie die "Re-Tramifizierung" z.B. der Linien 11A, 13A und 48A gestorben sind.

Warte mal ab, bis die Ernüchterung der Leistungsfähigkeit dieser Fahrzeuge eintritt. In Berlin ist der Verkehr im Winter zusammengebrochen deswegen.
Nicht nur das diese Fahrzeuge einen Anschaffungspreis haben, der momentan mehr als das doppelte ausmacht, die Lebensdauer der Akkus trägt nicht gerade zu einer halbwegs wirtschaftlichen Betriebsführung bei. Um das Geld kann man schon 5 andere Linien mit Subunternehmern betreiben.

T1

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #36 am: 21. März 2022, 10:23:27 »
Da kann ich mich nur dem Post von darkweasel anschließen - das Vorhandensein von E-Bussen hat keine Auswirkungen, wenn man sowieso nicht will.

Ja, aber man hat damit eine Ausrede: "Wos woit's, mia hab'n jetzt E-Busse, die san genauso umwöltfreindlich wia die teire Bim!"

Ich befürchte, das damit Projekte wie die "Re-Tramifizierung" z.B. der Linien 11A, 13A und 48A gestorben sind.
Die Ausreden haben die WL schon derzeit zur Genüge, allen voran sind es ja auch noch die Parkplätze. Ich würde meinen, das macht keinen großen Unterschied. Die Umstellungsprojekte sind durch die E-Busse genauso wenig lebendig wie vorher.

Umgekehrt könnte auch andersherum argumentiert werde: Da wird eine große E-Ladeinfrastruktur im Süden Wiens aufgebaut, das wäre doch ein Argument, dort Straßenbahnlinien aufzubauen und so wird der E-Bus ein Push für Straßenbahnausbauten. >:D

Beide Argumentationsstränge sind denkbar, aber haben real wenig mit den Entscheidungsprozessen in der Stadt zu tun. ;)

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #37 am: 21. März 2022, 11:45:39 »
Warte mal ab, bis die Ernüchterung der Leistungsfähigkeit dieser Fahrzeuge eintritt. In Berlin ist der Verkehr im Winter zusammengebrochen deswegen.
Nicht nur das diese Fahrzeuge einen Anschaffungspreis haben, der momentan mehr als das doppelte ausmacht, die Lebensdauer der Akkus trägt nicht gerade zu einer halbwegs wirtschaftlichen Betriebsführung bei. Um das Geld kann man schon 5 andere Linien mit Subunternehmern betreiben.

In Moskau hat man das O-Bus-Netz aus undurchsichtigen Gründen auf Batteriebusse umgestellt. Im Winter zusammengebrochen.

In Paris will Hidalgo unbedingt nur noch Batteriebusse. Kosten das dreifache, deshalb wurden viel weniger bestellt als eigentlich nötig gewesen wären.

In Wien meinte ein höherer WiLi-Mitarbeiter, die Innenstadtbusse sind Spielzeug und nur aus "zeitgeistigen, modischen" Gründen unterwegs, sie ensprächen überhaupt nicht den Anforderungen.

Herr Dr. Richard meinte mal, E-Busse sind in seinem bereich eine Nische, wenn, dann wird Wasserstoff die Technik der Zukunft.

Dass Kulturstädte aus Stadtbildgründen bei Tram und Bus keine Oberleitung wollen ist noch einleuchtend, in Wien mit der elektrischen Tramway-Infrastruktur spricht wenig gegen O-Busse, das Stadtbild ist hier eh völlig wurscht und die Straßen hängen eh voller Kabel.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #38 am: 21. März 2022, 12:06:38 »
Herr Dr. Richard meinte mal, E-Busse sind in seinem bereich eine Nische, wenn, dann wird Wasserstoff die Technik der Zukunft.
Da bin ich gespannt ::) Wasserstoff ist mit seiner Effizienz (Wirkungsgrad liegt jenseits von gut und böse) halt sehr sehr sehr teuer, vor allem dann, wenn es grüner Wasserstoff sein soll.

Halbstarker

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #39 am: 21. März 2022, 12:11:17 »
@T1 in Antwort #36: ich hoffe, Du hast recht.  :up:
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Tunafish

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #40 am: 21. März 2022, 13:26:42 »
In Wien meinte ein höherer WiLi-Mitarbeiter, die Innenstadtbusse sind Spielzeug und nur aus "zeitgeistigen, modischen" Gründen unterwegs, sie ensprächen überhaupt nicht den Anforderungen.

Das Projekt wurde ja auch zu Recht vor Jahren vom Stadtrechnungshof kritisiert.

Insbesondere scheint mir auch weiterhin seltsam, dass man für solche Nischenlinien auf eine schwere und proprietäre Lösung mit Stromabnehmern gesetzt hat gegenüber gewöhnlichen Ladekabeln.

Dass Kulturstädte aus Stadtbildgründen bei Tram und Bus keine Oberleitung wollen ist noch einleuchtend, in Wien mit der elektrischen Tramway-Infrastruktur spricht wenig gegen O-Busse, das Stadtbild ist hier eh völlig wurscht und die Straßen hängen eh voller Kabel.

Die Alternative ist realistischerweise ein schlechteres (weil teureres) Öffi-Netz und mehr Autoabgase. Gewisser Pragmatismus sollte doch auch eine Rolle spielen, nur wegen einer nicht wirklich störenden Oberleitung eine proprietäre Akku- oder Unterleitungslösung anzuschaffen wie das viele neue Kleinbetriebe machen (etwa jener in Orleans, den du im Straßenbahn-Magazin vorgestellt hast) ist eher absurd.

Klingelfee

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #41 am: 21. März 2022, 13:31:49 »
In Wien meinte ein höherer WiLi-Mitarbeiter, die Innenstadtbusse sind Spielzeug und nur aus "zeitgeistigen, modischen" Gründen unterwegs, sie ensprächen überhaupt nicht den Anforderungen.

Das Projekt wurde ja auch zu Recht vor Jahren vom Stadtrechnungshof kritisiert.

Insbesondere scheint mir auch weiterhin seltsam, dass man für solche Nischenlinien auf eine schwere und proprietäre Lösung mit Stromabnehmern gesetzt hat gegenüber gewöhnlichen Ladekabeln.


Weil dies eigentlich eine weitverbreitete Methode ist und wesentlich einfacher und auch sicherer für den Lenker ist. So kann er jederzeit und unabhängig von der Witterung in der Ausgleichzeit den Ladevorgang gefahrlos durchführen. Außerdem läuft man so nicht Gefahr, dass ein Fahrgast oder Passant über das Ladekabel stolpert.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Tunafish

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #42 am: 21. März 2022, 13:33:58 »
Weil dies eigentlich eine weitverbreitete Methode ist und wesentlich einfacher und auch sicherer für den Lenker ist. So kann er jederzeit und unabhängig von der Witterung in der Ausgleichzeit den Ladevorgang gefahrlos durchführen. Außerdem läuft man so nicht Gefahr, dass ein Fahrgast oder Passant über das Ladekabel stolpert.

Welche Gefahr soll denn beim Einstecken eines Ladekabels drohen? Schweben die ganzen E-Auto-Fahrer die an 800 Volt 350 kW-Säulen laden in Lebensgefahr? Und das Stolperargument ist auch ganz schön albern. Viele andere Betriebe scheinen solche Sorgen jedenfalls nicht zu haben, besonders weit verbreitet ist dieses Ladesystem nicht.

Die Busse der MVG etwa haben einen ganz gewöhnlichen CCS-Stecker, daran ist nichts gefährlich.

hema

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #43 am: 21. März 2022, 13:35:31 »
Wäre interessant, wie weit ein E-Bus auf der Berg- und Talbahn 13A kommt!? Speziell im Winter!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Straßenbahn Graz

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Re: Wiener Linien bauen Zentrum für E-Busse
« Antwort #44 am: 21. März 2022, 13:42:24 »
Das Projekt wurde ja auch zu Recht vor Jahren vom Stadtrechnungshof kritisiert.

Insbesondere scheint mir auch weiterhin seltsam, dass man für solche Nischenlinien auf eine schwere und proprietäre Lösung mit Stromabnehmern gesetzt hat gegenüber gewöhnlichen Ladekabeln.

Landen an der Endhaltestelle kenne ich eigentlich nur mit Stromabnehmern jeglicher Form. Weiteres wäre ein Ladesäulensystem auch eher unbrachbar da aufwendiger. Und bedenke bitte, die Busse sind 10 Jahre alt. Da gab es noch keine Ladesäulensysteme mit den Geschwindigkeiten von heute.