Autor Thema: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien  (Gelesen 124211 mal)

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Kurzzug

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #240 am: 29. August 2022, 18:20:34 »
Anders sieht es in Toulouse aus. Dort scheint der Technologietransfer aus den Alpen in die Stadt funktioniert zu haben. In der viertgrößten Stadt Frankreichs ist gerade eine neue Seilbahn eingeweiht worden, die zwei Verkehrsknotenpunkte verbindet und dabei auch noch einen Berg und einen Fluss überquert. Weder Bus noch Tram wären angesichts dieser Topografie konkurrenzfähig.
Und genau das ist der Punkt - es gibt Anwendungen, wo es bestimmt sinnvoll ist - aber bestimmt nicht als Massenverkehrsmittel in der Fläche (statt rascher Spot-Spot-Verbindung) und ohne große topografische Hürden.
Die Frage ist: gibt es potentiell nachfragestarke Relationen in Wien, die diese Voraussetzungen erfüllen? Verbindungen wie Bhf. Hütteldorf-Baumgartner Höhe oder Handelskai (S/U6)-Kaisermühlen (U1) würden mir da ad hoc einfallen.

Sind das wirklich nachfragestarke Relationen?

darkweasel

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #241 am: 29. August 2022, 19:32:30 »
Anders sieht es in Toulouse aus. Dort scheint der Technologietransfer aus den Alpen in die Stadt funktioniert zu haben. In der viertgrößten Stadt Frankreichs ist gerade eine neue Seilbahn eingeweiht worden, die zwei Verkehrsknotenpunkte verbindet und dabei auch noch einen Berg und einen Fluss überquert. Weder Bus noch Tram wären angesichts dieser Topografie konkurrenzfähig.
Und genau das ist der Punkt - es gibt Anwendungen, wo es bestimmt sinnvoll ist - aber bestimmt nicht als Massenverkehrsmittel in der Fläche (statt rascher Spot-Spot-Verbindung) und ohne große topografische Hürden.
Die Frage ist: gibt es potentiell nachfragestarke Relationen in Wien, die diese Voraussetzungen erfüllen? Verbindungen wie Bhf. Hütteldorf-Baumgartner Höhe oder Handelskai (S/U6)-Kaisermühlen (U1) würden mir da ad hoc einfallen.

Sind das wirklich nachfragestarke Relationen?
Zweitere würde die UNO-City und Donau City (dort arbeiten sehr viele Menschen) an U6 und S45 anbinden, beides starke Linien, die keinen Umsteigepunkt mit der U1 haben. Das hat denke ich schon Potenzial. Der 20A ist ja völlig unattraktiv.
Alle meine Meinungen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs treten erst mit Abschaffung der Maskenpflicht in Kraft. Bis dahin wird niemand, der die Wahl hat, damit fahren wollen.

Kurzzug

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #242 am: 29. August 2022, 20:53:05 »
Anders sieht es in Toulouse aus. Dort scheint der Technologietransfer aus den Alpen in die Stadt funktioniert zu haben. In der viertgrößten Stadt Frankreichs ist gerade eine neue Seilbahn eingeweiht worden, die zwei Verkehrsknotenpunkte verbindet und dabei auch noch einen Berg und einen Fluss überquert. Weder Bus noch Tram wären angesichts dieser Topografie konkurrenzfähig.
Und genau das ist der Punkt - es gibt Anwendungen, wo es bestimmt sinnvoll ist - aber bestimmt nicht als Massenverkehrsmittel in der Fläche (statt rascher Spot-Spot-Verbindung) und ohne große topografische Hürden.
Die Frage ist: gibt es potentiell nachfragestarke Relationen in Wien, die diese Voraussetzungen erfüllen? Verbindungen wie Bhf. Hütteldorf-Baumgartner Höhe oder Handelskai (S/U6)-Kaisermühlen (U1) würden mir da ad hoc einfallen.
Sind das wirklich nachfragestarke Relationen?
Zweitere würde die UNO-City und Donau City (dort arbeiten sehr viele Menschen) an U6 und S45 anbinden, beides starke Linien, die keinen Umsteigepunkt mit der U1 haben. Das hat denke ich schon Potenzial. Der 20A ist ja völlig unattraktiv.

Der 20A ist keine Schnellverbindung, das ist klar. Das heißt aber noch nicht, dass eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen einem Knoten und einer großen Arbeitsstätte so nachfragestark ist, dass sich ein neues Verkehrssystem lohnt. Das riecht sehr nach HVZ-Linie, die genauso mit einem Bus über die bereits existente Autobahn realisiert werden kann.

Der Aufhänger der Seilbahn in Toulouse ist ja, dass man das Ding einfach über ein Naturschutzgebiet spannen kann und man keine Milliarden für einen Tunnel/eine Brücke ausgeben muss. Analog dazu hätte ich in "Wien" die Strecke Schwechat/KE - Groß Enzersdorf/Seestadt anzubieten. Das wäre doch mal eine attraktive Lobautunnel-Alternative!

Elin Lohner

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #243 am: 29. August 2022, 21:18:14 »
Der 20A ist keine Schnellverbindung, das ist klar. Das heißt aber noch nicht, dass eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen einem Knoten und einer großen Arbeitsstätte so nachfragestark ist, dass sich ein neues Verkehrssystem lohnt. Das riecht sehr nach HVZ-Linie, die genauso mit einem Bus über die bereits existente Autobahn realisiert werden kann.
Da würde sich eine Verknüpfung der Linie 37A mit dem 20B anbieten, allerdings wäre dann die Station Angelibad unbedient, doch dieses Thema gehört ins Autobusforum.
Ich bin der Meinung, dass man eine neue Remise am Gelände des ehemaligen Nordwestbahnhofes bauen, und dann die bestehende Remise Brigittenau dem VEF/WTM übergeben sollte.

abc

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #244 am: 29. August 2022, 22:17:53 »
Letztere Verbindung ginge baulich sogar recht günstig zu errichten. Von der U1-Kaisermühlen rüber zum Hubertusdamm und entlang diesem bis knapp vor U6-Neue Donau. Dann parallel zur U6 zum Handelskai. Streckenlänge auf dem Stadtplan ca. 3100 Meter.
Bei der Variante ohne Zwischenhalte bräuchte eine Fahrt bei angenommener vMAX 35 km/h* rund 6 Minuten. Verglichen zu U1-Schnellbahn unschlagbar flott.
Es ist zwar eine interessante Idee, aber ein Expressbus auf dieser Relation (über die Brigittenauer Brücke, die eh schwach ausgelastet ist) wäre ziemlich genau so schnell und sehr viel billiger.
Der Expressbus verhungert halt potentiell im Stau (A22) und vor Ampeln (20.) und ist überdies ein Stinker. Billiger ja, aber eben auf Kosten von Komfort und Reisezeit.

Das verdeutlicht ganz gut das Problem, das ich mit dem Seilbahn-Hype habe: es wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben, um auf gar keinen Fall den Elefanten im Raum ansprechen zu müssen - dass der Autoverkehr und der Platz, der ihm eingeräumt wird, einfach eingedämmt gehören. Da kann man mit Busspuren und Vorrangschaltungen eben zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, nämlich den ÖV attraktiveren und gleichzeitig das Autofahren unattraktiver gestalten. Aber letzteres darf auf gar keinen Fall geschehen, deshalb sind U-Bahnen in der Politik so viel beliebter als Straßenbahnen und Busse, deshalb dürfte der lobbygetriebene Seilbahn-Hype vielen Verkehrspolitiker:innen nicht unrecht sein, deshalb werden Radwege allenfalls auf Kosten von Gehsteigen ausgebaut, oder dort, wo sie den MIV nicht stören, statt dort, wo sie notwendig sind.

Die Frage ist auch: wenn es einen größeren Bedarf vom VIC bzw. der Donau City und der U6 gibt - wieso werden nicht im allerersten Schritt die Linien 20A und 20B verdichtet?

coolharry

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #245 am: 30. August 2022, 08:39:28 »


Die Frage ist auch: wenn es einen größeren Bedarf vom VIC bzw. der Donau City und der U6 gibt - wieso werden nicht im allerersten Schritt die Linien 20A und 20B verdichtet?
Weil's ein hypothetischen Planspiel ist. Natürlich wäre es auf der Route besser den Bus zu verdichten bevor man für Millionen eine Bahn baut. Die Strecke entlang der Arbeiterstrandbadstraße ist alles nur nicht Stau gefährdet. Und selbst wenn man jetzt eine Linie Handelskai-Kaisermühlen einrichten täte, wäre die nahezu Staufrei unterwegs. Und so oft wie diese Linie im Stau stehen täte wäre eine Seilbahn wegen Sturmes gesperrt.
Persönlich würde mir eine Verbindung Essling/Seestadt in den Bereich Schwechat/Kaiserebersdorf auch besser gefallen. Hier gibt's keine wirklich schnellen Alternativen. Und der Eingriff in den Nationalpark wäre nicht größer als er durch diverse Hochspannungsmasten jetzt schon ist. Ansonsten sehe ich in Wien für eine ÖV Seilbahn eher schwarz. Als Touristenattraktion auf einen Hausberg vielleicht. Aber das ist halt dann eine Schönwetter Linie.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #246 am: 30. August 2022, 11:35:27 »
S80 und S7 im 15'-Takt, Gemeinschaftsstation dort wo beide aufeinandertreffen, Verlängerung der S80 von Aspern Nord an den westlichen Rand von Eßling. Hätte viel mehr Nutzen, da die meisten aus Eßling ja eher zu Hbf., Matzleinsdorfer Platz oder nach Meidling wollen und die meisten aus Kaiserebersdorf eher zum Flughafen oder zu Zielen wie Wien Mitte, Praterstern, Handelskai oder Floridsdorf als ausgerechnet nach Eßling. Eine Verlängerung der S45 zur S80 wäre auch sinnvoller als eine Seilbahn von Kaisermühlen nach Handelskai. Der Vorteil der Seilbahn wäre ja anspruchsvolle Topographie zu überwinden und das gäbe es in Wien eigentlich nur die Ziele Leopoldsberg - Kahlenberg - Krapfenwaldbad - Cobenzl - An Himmel. Das Problem dabei ist jedoch, dass man mit einer Seilbahn aufgrund des Ortsensembles niemals nach Grinzing oder Nußdorf fahren könnte, somit auch nicht nach Heiligenstadt - und ein Verenden im Kahlenbergerdorf wäre auch nicht das wahre...bliebe also nur noch eine Führung über die Donau um die U6 bei der Neuen Donau zu erreichen, oder mittels zweimaliger Donauquerung die Station Handelskai.

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #247 am: 30. August 2022, 15:49:10 »
*Laut Eigenrecherche werden Pendelbahnen je nach Quelle zwischen 40 und 45 km/h maximal schnell, also habe ich für den Fahrgastbetrieb eine den WL entsprechende, leicht gemütlichere, Geschwindigkeit als exemplarischen Wert herangezogen.
Mit einer Pendelbahn und 6 Minuten Fahrzeit wirst du keinen 90- oder 60-Sekunden-Takt schaffen ;)
Ich habe bei den vielen unterschiedlichen Seilbahntechniken schon den Überblick verloren. Umlaufseilbahn wäre hier wohl der passendere Terminus.

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Re: Ideen für Stadtseilbahnen in Wien
« Antwort #248 am: 03. September 2022, 13:54:02 »
Eigentlich gibt es nur zwei wesentliche Techniken: Umlaufbahnen und Pendelbahnen. Der Rest ist Unterscheidung nach Seilanzahl und Kuppelfähigkeit.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.