Autor Thema: Grazer U-Bahn?  (Gelesen 25460 mal)

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Grazer U-Bahn?
« am: 23. Oktober 2020, 12:22:22 »
In der kleinen Zeitung gibt es einen Bericht über eine Grazer U-Bahn...….

diogenes

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #1 am: 23. Oktober 2020, 12:44:16 »
So wie ich es sehe, haben Städte mit 2 Millionen Einwohnern eine U-Bahn so nötig wie Menschen einen Kropf, wenn sie eine gut gebaute Straßenbahn haben. Und Städte, die eteas größer als ein Zehntel dessen sind, noch viel nötiger.
Ceterum censeo in Vindobona ferrivias stratarias ampliores esse.
Oh 8er, mein 8er!

nord22

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #2 am: 23. Oktober 2020, 12:55:09 »
Zum Vergleich: Es gab schon in Bratislava seit den 70er Jahren immer wieder Pläne für eine U - Bahn. Nach dem Fall des Kommunismus war für solche teuren Luxusprojekte kein Geld da und letztendlich wurde mit EU Fördergeldern eine neue Schnellstraßenbahnlinie über die Donau gebaut. Dort wird übrigens nur mit modernen Skoda Niederflurwagen gefahren, während auf der Neubaustrecke zur Hausfeldstraße 2020 mit E1 + c4 gefahren wird  :D

nord22

KSW

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #3 am: 23. Oktober 2020, 12:58:14 »
Es geht doch einzig und alleine darum, dass der Hr. Bürgermeister Nagl zusammen mit seinem getreuen Waldi von der Holding, Hr. Mailk, wieder einmal einen Vorwand benötigen, um den nicht erfolgten ÖV-Ausbau zu kaschieren bzw zu rechtfertigen, warum Projekte, die trotzt GR-Beschluss seit Jahren fertig sein sollten (Uni-1er, SW-Linie, Innenstadtentlastung, 1. Etappe NW-Linie) noch immer nicht gebaut wurden bzw auch nicht so schnell gebaut werden, weil es eben viel größere, wichtigere Projekte zu planen gibt. Bisher war dieses Feigenblatt die Murgondel, die war aber nicht mehr länger haltbar (da man sie ja zusammen mit dem Kraftwerk realisieren wollte, dieses ist aber seit gut 1 Jahr fertiggestellt). Also muss jetzt mal wieder die U-Bahn herhalten.
Und, oh Wunder, beim Errichten der Innenstadtentlastung klemmt es wieder mal gewaltig, weil die neue Brückt 4 Mio € mehr kosten soll.

Man bedenke: 4 Mio Mehrkosten für die Errichtung der dringend benötigten Entlastungsstrecke in der Innenstadt (Kapazitätserhöhung, Bypass zur Störungsumgehung) sind nicht finanzierbar - aber der Aufbau von einem U-Bahn System, das geht schon  :bh:

Zusätzlich muss man da seit Wochen täglich einen Artikel dazu in der Zeitung bringen, weil die (eh von der Stadt Graz in Auftrag gegebene) aktuelle Hüsler-Studie zum ÖV-Ausbau wieder einmal das als Tageslicht bringt, was die vergangenen Studien schon gezeigt haben: es geht nicht ohne Ausbau der Straßenbahn als Rückgrat im ÖV.

Dem hat auch ganz brav Hr. Maik in einer Presseaussendung entgegnet, dass Hr. Hüsler (als renomierter Verkehrsexperte) etwas inkompetent sei, den seit 20 Jahren werden von ihm für die Stadt Studien erstellt, aber am Modal Split hat sich noch immer nichts geändert.... (dabei verschweigt er aber, dass bisher aber auch noch keine von Hr. Hüsler vorgeschlagenen Verbesserungen umgesetzt wurden :fp:).

Ein Schmierentheater sondergleichen, welches an Lächerlichkeit und Peinlichkeit eigentlich kaum mehr zu überbieten ist. Nur, solange sich in der Stadtregierung nicht gravierend etwas ändert, wird es wohl so weiter gehen, leider....

Mike60

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #4 am: 23. Oktober 2020, 13:31:14 »
Zum Vergleich: Es gab schon in Bratislava seit den 70er Jahren immer wieder Pläne für eine U - Bahn. Nach dem Fall des Kommunismus war für solche teuren Luxusprojekte kein Geld da und letztendlich wurde mit EU Fördergeldern eine neue Schnellstraßenbahnlinie über die Donau gebaut. Dort wird übrigens nur mit modernen Skoda Niederflurwagen gefahren, während auf der Neubaustrecke zur Hausfeldstraße 2020 mit E1 + c4 gefahren wird  :D

nord22

Da muss ich dich aber korrigieren, auch in Bratislava gibt es zb noch die Type T3, die seit den 70er/80er Jahren fahren. Lustigerweise obwohl das Netz um fast 40 Prozent kleiner ist durch Streckensperren, schaffen sie es nicht nur Niederflur zu fahren. Und weder Bratislava noch Graz brauchen eine Ubahn.

KSW

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #5 am: 23. Oktober 2020, 14:30:21 »
Nord22 meinte, dass auf der Neubaustrecke nur moderne NF-Wagen verkehren, sozusagen als Symbol für den modernen ÖV, wogegen in Wien auf modernen Schnellstraßenbahnstrecken das älteste Material eingesetzt wird.
So unterschiedlich kann der Stellenwert der Investition sein...

Mike60

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #6 am: 23. Oktober 2020, 14:33:54 »
Das liegt aber dran weil in Peterzalka es keine Schleife gibt und man zwangsweise die neuen Zweirichter fahren lassen muss. Ausserdem wurde auf der Neubaustrecke Meter und Normalspur verbaut, dank oder wegen EU Förderung, obwohl dort wahrscheinlich nie Normalspur Fahrzeuge verkehren werden :)

coolharry

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #7 am: 23. Oktober 2020, 14:36:19 »
In der kleinen Zeitung gibt es einen Bericht über eine Grazer U-Bahn...….
Haben die dort Wahlkampf? Das Thema ist ja schon so alt wie der Uhrturm.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

KSW

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #8 am: 23. Oktober 2020, 15:02:38 »
In der kleinen Zeitung gibt es einen Bericht über eine Grazer U-Bahn...….
Haben die dort Wahlkampf? Das Thema ist ja schon so alt wie der Uhrturm.
Bald gibt's Gemeinderatswahlen. Und es wurde eben eine Studie präsentiert, die den Straßenbahnausbau als einzig sinnvolle Lösung empfahl - das darf aber nicht sein, weil dann müsste man ja mal wirklich was für die Stadt und die Bevölkerung tun, nicht nur was für die "Spezis". Daher muss schnell was neues, tolles, größeres her. Was, wo man wieder jemandem Studien zuschanzen kann, jemanden, den man mit Immobilien-Ablösen und Grundstücks-Tausch ein wenig weiterhelfen kann - und letztlich auch eine Daseinsberechtigung für die eigene innerhalb der Holding gegründete Planungsgesellschaft MUM (moderne urbane Mobilität), die sich parallel und durchwegs gegensätzlich zur städtischen Planung eigene Ziele und Strategien im Auftrag des Hr. Bürgermeister erdenkt.

coolharry

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #9 am: 18. Februar 2021, 08:53:39 »
Jaja. Die anscheinend auschließliche Allheillösung für alle Verkehrsprobleme befindet sich in Graz weiterhin im politischen Gespräch.

https://steiermark.orf.at/stories/3090694/

Ich kann das Ergebnis der Machbarkeitsstudie von den U-Bahn Befürwortern jetzt schon vorweg nehmen.
Ja eine U-Bahn ist möglich, sinnvoll und wird sicher alle Probleme lösen.  >:D

Milliardengrab, Auslastungsprobleme, Reisezeitverlängerungen und falsch positionierte Stationen werden da wohl nicht vorkommen.

Daweil wäre mit dem gleichen Geld, der Straßenbahn viel mehr geholfen. Damit könnte man Unterführungen, freimachungen und eigenständige Gleisabschnitte finanzieren das es nur so rauscht.
Aber das hatten wir alles schon mal.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

whz

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #10 am: 18. Februar 2021, 08:58:30 »
Genau, es wird Zeit, dass endlich die Tram über den Griesplatz fährt und auch durch die Keplerstraße zur Uni, und natürlich am Lendplatz ein Umsteigepunkt zur Linie nach Gösting kommt. Alles schön städtebaulich integriert und so gestaltet, dass sich die Menschen dort wohl fühlen und gerne aufhalten....(wie etwa in Montpellier)

Ich weiß, das wird in Graz nie kommen, weil die Stadtregierung lieber mit Verhindern als mit Gestalten beschäftigt ist, aber träumen wird man wohl dürfen.. 8)

LG
Wolfgang

Klingelfee

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #11 am: 18. Februar 2021, 09:01:22 »
Jaja. Die anscheinend auschließliche Allheillösung für alle Verkehrsprobleme befindet sich in Graz weiterhin im politischen Gespräch.

https://steiermark.orf.at/stories/3090694/

Ich kann das Ergebnis der Machbarkeitsstudie von den U-Bahn Befürwortern jetzt schon vorweg nehmen.
Ja eine U-Bahn ist möglich, sinnvoll und wird sicher alle Probleme lösen.  >:D

Milliardengrab, Auslastungsprobleme, Reisezeitverlängerungen und falsch positionierte Stationen werden da wohl nicht vorkommen.

Daweil wäre mit dem gleichen Geld, der Straßenbahn viel mehr geholfen. Damit könnte man Unterführungen, freimachungen und eigenständige Gleisabschnitte finanzieren das es nur so rauscht.
Aber das hatten wir alles schon mal.

Mag sein, dass eine eigenständige U-Bahn für Graz nicht notwendig ist. Aber dann sollte man doch schauen, ob man nicht die Straßenbahn nach unter verlegne kann. Und eines ist auch klar. Nach den heutigen Bauvorschriften ist eine einfache U-Bahn nicht wirklich viel billiger, als wenn man die Straßenbahn nach unten verlegt.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Linie106

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #12 am: 18. Februar 2021, 09:18:46 »
Wozu unter die Erde verlegen? Damit oben ungestört der Autoverkehr brummen kann so ala Verkehrsplanung 1960er Jahre?

Moderner wäre eine Verkehrsberuhigung mit Ausnahme der Straßenbahn, und das wäre sicher auf einigen Straßenzügen machbar.

Meine persönliche Meinung zu den U-Bahn-Phantasien: man sollte zuerst in Graz mal dafür sorgen, dass der eher benachteiligte Südwesten (Webling, Strassgang bis runter nach Seiersberg) eine gescheite Anbindung an die Stadt bekommt.
Also zB den 32er auf Bim umstellen.
Die Buslinien in dem Bereich (31, 32, 62) fielen mir zumindest vor etwa 2 Jahren, als ich beruflich dort zu tun hatte, durchwegs negativ, unpünktlich und vollkommen überlastet auf.

coolharry

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #13 am: 18. Februar 2021, 09:24:39 »
Wozu unter die Erde verlegen? Damit oben ungestört der Autoverkehr brummen kann so ala Verkehrsplanung 1960er Jahre?

Moderner wäre eine Verkehrsberuhigung mit Ausnahme der Straßenbahn, und das wäre sicher auf einigen Straßenzügen machbar.

Meine persönliche Meinung zu den U-Bahn-Phantasien: man sollte zuerst in Graz mal dafür sorgen, dass der eher benachteiligte Südwesten (Webling, Strassgang bis runter nach Seiersberg) eine gescheite Anbindung an die Stadt bekommt.
Also zB den 32er auf Bim umstellen.
Die Buslinien in dem Bereich (31, 32, 62) fielen mir zumindest vor etwa 2 Jahren, als ich beruflich dort zu tun hatte, durchwegs negativ, unpünktlich und vollkommen überlastet auf.

Derweil hat Seiersberg ja schon fast eine U-Bahn. Nennt sich GKB und was man mit der alles machen könnte würde man da einen niedrigen 3-stelligen Millionenbetrag hinein investieren.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

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Re: Grazer U-Bahn?
« Antwort #14 am: 18. Februar 2021, 10:40:45 »
Graz hat eine knappe halbe Million Einwohner. Bei dieser Größe ist eine U-Bahn völlig überdimensioniert. Man werfe beispielsweise einen Blick nach Krakau, das etwa 800.000 Einwohner hat und dessen Straßenbahn problemlos das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs bildet. Das Grazer Straßenbahnnetz ist auf die Einwohnerzahl bezogen dem Krakauer etwa gleichwertig, es gehört halt ausgebaut, beschleunigt und das Nadelöhr in der Innenstadt entschärft.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!