Autor Thema: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe  (Gelesen 11032 mal)

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Gast1090

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #15 am: 22. Juli 2021, 19:08:30 »

Schade, daß es keine Paternosters mehr gibt - da lernte man Ein- und Aussteigen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Davon abgesehen scheint es im Wischi-Wischi Zeitalter aus der Mode gekommen zu sein, hinzuschauen, wo man hinsteigt, wenn man wo ein- oder aussteigt, man hat nur mehr das Display im Blickfeld ....

Früher war alles besser. Der Himmel war blauer, die Stadt war grauer und die Leute sind nicht gestolpert weil es hoch keine Handys gab.  :bh: :bh: :fp:

Ich hab nirgendwo behauptet, daß früher nicht auch Leute über ihre eigenen Beine gestolpert sind. Aber früher mußte man nicht in Schlangenlinien gehen um den Smombies auszuweichen.

Katana

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #16 am: 22. Juli 2021, 19:54:46 »
Die Bahnsteige sind absichtlich etwas niedriger, damit bei Zügen mit abgefahrenen Radreifen der Wagenboden nicht niedriger als der Bahnsteig ist, denn das würde eine Stolpergefahr erzeugen.
Was für ein Schwachsinn! Ist doch egal ob du in den Wagen oder aus den Wagen stolperst. Gefahrenminderung bringt es nur wenn die Differenz möglichst gering ist!
Es ist nicht egal:
§ 30.
(9) [...] Der Bahnsteig soll nicht höher liegen als der Fahrzeugfußboden in seiner tiefsten Lage; [...]

Ferry

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #17 am: 23. Juli 2021, 09:37:17 »
Schade, daß es keine Paternosters mehr gibt - da lernte man Ein- und Aussteigen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Wer sagt, dass es keine Paternoster mehr gibt? Kannst jederzeit im Wiener Rathaus üben gehen, da gibt es noch einen, der noch dazu öffentlich zugänglich ist.

Und im Haus der Industrie gab es auch noch einen; Gerüchten zufolge wurde der aber vor ca. zwei Jahren aus Kostengründen durch einen normalen Aufzug ersetzt. Ich weiß es nicht, ich war schon lange nicht mehr dort.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

95B

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #19 am: 23. Juli 2021, 10:01:07 »
Der Paternoster im Haus der Industrie ist selbstverständlich wohlbehalten vorhanden, genau wie die ebenso öffentlich zugänglichen im Rathaus und im Trattnerhof. Ein weiterer über 100 Jahre alter Paternoster befindet sich im Eisenbahnerversicherungsgebäude in der Linken Wienzeile. Dieser ist zwar nicht öffentlich zugänglich, wurde jedoch vor wenigen Jahren einer kostspieligen Sanierung unterzogen (inkl. Austausch der Ketten mit speziell angefertigten Kettengliedern!), worüber man als Paternosterliebhaber sehr froh sein kann! :)

Tunafish

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #20 am: 23. Juli 2021, 10:18:27 »
In Deutschland scheint man ja keine Angst vor dieser Stolpergefahr zu haben.

E1-c3

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #21 am: 23. Juli 2021, 11:43:49 »
Sind solche Paternoster überhaupt noch Normkonform?
Ich denke nur an die Aufzüge mit türloser Fahrkorböffnung (also ohne Tür an der Innenseite), bei denen es in der Vergangenheit oft zu schweren Unfällen kam. Daher ist diese Bauart soweit ich weiß in Österreich (oder vielleicht sogar in der EU?) nicht mehr zulässig. In einem schweizer Hotel bin ich vor ein paar Jahren hingegen noch mit einem solchen Aufzug gefahren.

haidi

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #22 am: 23. Juli 2021, 12:34:11 »
Wenn ich mich an den Paternoster im Regierungsgebäude richtig erinnere, dann gab es als Sicherheitsmaßnahmen 2 wesentlich Dinger:
Auf der aufwärtigen Seite waren ca. 30-50 cm Boden vor dem Paternoster klappbar, und in den Kabinen die Decke ebenfalls in dieser Breite klappbar, sodass Menschen bzw. deren Teile, wenn sie dort hineinragen, nicht zerquetscht werden.
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Ferry

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #23 am: 23. Juli 2021, 13:23:54 »
Sind solche Paternoster überhaupt noch Normkonform?

Ja, solange die jährliche Prüfung durch den TÜV positiv ausfällt.

Zitat von: E1-c3
Ich denke nur an die Aufzüge mit türloser Fahrkorböffnung (also ohne Tür an der Innenseite), bei denen es in der Vergangenheit oft zu schweren Unfällen kam. Daher ist diese Bauart soweit ich weiß in Österreich (oder vielleicht sogar in der EU?) nicht mehr zulässig.

Solche Anlagen kann man aber nicht mit Paternoster vergleichen, wo es ja keine Türen gibt. Natürlich mussten bestehende Anlagen nachgerüstet werden: Not-STOP-Taster in jeder Kabine und in jedem Stockwerk, sowie klappbare Kabinenböden und -decken, die sicherstellen, dass niemand zwischen Kabine und Schachtöffnung eingeklemmt werden kann. Und soviel ich mich erinnern kann, wurde auch irgendwann die maximale Fördergeschwindigkeit von 0,45 m/s auf 0,25 m/s reduziert.

Grundsätzlich ist das Fahren mit einem Paternoster nicht gefährlicher oder schwieriger als mit einer Rolltreppe.
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B-Wagen

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #24 am: 24. Juli 2021, 07:22:14 »
Aber ja wir sind in Wien. Da kann man froh sein das neue Steige so angelegt werden, dass nicht mehr ganze Füße der länge nach in den Spalt passen.

Gibts das eigentlich auch irgendwo anders, dass bei einem neuen Niederflurfahrzeug der Fahrer aussteigen muss, um für Rollifahrer eine Rampe händisch auszuklappen?

München wäre da ein Kandidat

Soweit ich das beurteilen kann, sind die Trittstufen der E2/c5 mit Schuld an dieser Misere!
Eine einfache Rutschkupplung hätte das Problem vielleicht lösen können.
Haben die Trittstufen auch die Angewohnheit, dass sie abschalten, wenn sie gegen ein Hindernis prallen?
Ich kenne das von früher hier aus Dortmund mit den N8C. Wenn an einem erhöhten Bahnsteig der Fahrer nicht aufgepasst hat, durfte er sämtliche Stufen dann von Hand wieder einkurbeln. Besonders lustig im Stadtbahnbereich mit Doppeltraktionen und zentraler Türöffnung :D

buschberg

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #25 am: 24. Juli 2021, 08:11:18 »
Ich nehme an, dass die Leute früher viel aufmerksamer waren und ohne Probleme mit dem Paternoster fahren konnte, heutzutage muss alles mehrfach abgesichert sein oder wird verboten.

hema

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #26 am: 24. Juli 2021, 12:25:20 »

Haben die Trittstufen auch die Angewohnheit, dass sie abschalten, wenn sie gegen ein Hindernis prallen?
Nein, da schaltet die Sicherung ab und die Stufe steckt. Die muss man dann, manchmal recht mühsam, mit einem eigenen Aufsteckhebel entriegeln und händisch zurückschieben, auf jeden Fall wird man recht dreckig dabei, besonders im Winter.
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Tunafish

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #27 am: 24. Juli 2021, 19:19:03 »
München wäre da ein Kandidat

Wobei ich mich da an eine Meldung erinnere, dass Bahnsteige von Neubaustrecken künftig barrierefrei gebaut werden sollen.

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #28 am: 24. Juli 2021, 20:06:38 »

Haben die Trittstufen auch die Angewohnheit, dass sie abschalten, wenn sie gegen ein Hindernis prallen?
Nein, da schaltet die Sicherung ab und die Stufe steckt. Die muss man dann, manchmal recht mühsam, mit einem eigenen Aufsteckhebel entriegeln und händisch zurückschieben, auf jeden Fall wird man recht dreckig dabei, besonders im Winter.

Wer denkt sich sowas aus? Grade heute hab ich auf der T4 in Paris gesehen, wie eine Stufe ausfährt, dann an die Bahnsteigkante tupft und daraufhin wieder ca 3cm zurückfährt (erst dann gehen die Türen auf, auch nicht ganz optimal). Aber so ein System muss doch fail-safe sein, das kann doch nicht in einer Standardsituation zu einer Betriebsunterbrechung führen?
Harald A. Jahn, www.tramway.at

captainmidnight

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Re: Bahnsteigkanten und Einstiegshöhe
« Antwort #29 am: 24. Juli 2021, 22:34:01 »

Haben die Trittstufen auch die Angewohnheit, dass sie abschalten, wenn sie gegen ein Hindernis prallen?
Nein, da schaltet die Sicherung ab und die Stufe steckt. Die muss man dann, manchmal recht mühsam, mit einem eigenen Aufsteckhebel entriegeln und händisch zurückschieben, auf jeden Fall wird man recht dreckig dabei, besonders im Winter.

Wer denkt sich sowas aus? Grade heute hab ich auf der T4 in Paris gesehen, wie eine Stufe ausfährt, dann an die Bahnsteigkante tupft und daraufhin wieder ca 3cm zurückfährt (erst dann gehen die Türen auf, auch nicht ganz optimal). Aber so ein System muss doch fail-safe sein, das kann doch nicht in einer Standardsituation zu einer Betriebsunterbrechung führen?

Das haben die 474* serienmässig (Ich glaub, auch die 1er Enten) - Wieso geht das ned bei einem Strab-Fahrzeug?