Autor Thema: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition  (Gelesen 28096 mal)

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95B

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #315 am: Gestern um 17:15:29 »
Das heißt also, du würdest gerne von der Wiener Verkehrspolitik fest in den ... getreten werden, um nicht mehr so bequem zu sein?  ;)

Na, gern logischerweise nicht. Aber wenn der subjektive Nutzen nicht mehr da ist, fällt der derzeit vorhandene Vorteil schlicht weg. Das übrig gebliebene Geld könnte ich dann in andere Luxusartikel investieren, zum Beispiel echte Glühbirnen. :D

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, um es mit dem Namensgeber einer wichtigen Linzer Kreuzung auszudrücken.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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Tramwaycafe

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #316 am: Gestern um 18:58:23 »
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, um es mit dem Namensgeber einer wichtigen Linzer Kreuzung auszudrücken
Der Mozart hat echt auch gedichtet? :o

SCNR ;)

moszkva tér

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #317 am: Gestern um 19:04:59 »
Und wenn man nicht nur Speisen, sondern auch Getränke kauft, dann hat man schnell einmal 50-60 Kilo beisammen.
::)
Bist du der Typ aus der Werbung mit der Gabelstaplerladung Sodawasser?

Nein, aber rechne einmal nach. Wenn du einen 6-Träger Alkoholfrei kaufst, dann hast du schon mal 9 Kilo. Bei einer Kiste Bier bist du jenseits von 15 Kilo. Und bei mir ist ein Wocheneinkauf nicht ein Wochen, sondern ein 2-3 Wocheneinkauf. Und Getränke kaufe ich in der Regel bei Angeboten immer gleich in größerer Mengen. Denn wenn ich schon mit dem Auto unterwegs bin, dann nütze ich es auch aus.

Das Gewicht der Lebensmittel wird oft genug unterschätzt.
Du musst aber recht viel Platz in der Wohnung haben, als Lager. Also ich würde mir da eher ein Home-Office einrichten.

Aber ernsthaft: wir sind ein Vierpersonenhaushalt ohne Auto, aber zentrumsnah, und ich gehe gerne ein paar Mal pro Woche einkaufen. So kann man viel spontaner entscheiden, was man essen will, und man braucht auch nicht so viel Platz für die Vorratshaltung. Größere Mengen Alkohol halte ich alleine aus Selbstschutz nicht vorrätig.  >:D

Einkaufen geht meist nebenbei, am Heimweg von der Arbeit. Zugegebenermaßen, mit mehreren Supermärkten, Drogeriemärkten und einem Markt direkt im Nahbereich sind wir aber auch sehr privilegiert.

Geht man wandern, ist schon mal dank des VOR ein Auto notwendig, weil oft die Verbindungen am Wochenende fehlen. Wenn man bedenkt, was es in den 80/90ern noch an Postbusverbindungen am Wochenende gab... In der früh raus, am abend rein nach Wien.
Gerade für Wanderungen ist ein Auto eher unpraktisch. Mit Öffis ist man nämlich flexibler, weil man nicht zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück muss.

abc

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #318 am: Gestern um 19:30:23 »
Geht man wandern, ist schon mal dank des VOR ein Auto notwendig, weil oft die Verbindungen am Wochenende fehlen. Wenn man bedenkt, was es in den 80/90ern noch an Postbusverbindungen am Wochenende gab... In der früh raus, am abend rein nach Wien.
Gerade für Wanderungen ist ein Auto eher unpraktisch. Mit Öffis ist man nämlich flexibler, weil man nicht zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück muss.

Finde ich auch. Und natürlich plant man so, dass man von der seltener zur häufiger bedienten Station wandert. Außerdem ist das Angebot z.B. um Gloggnitz in den letzten Jahren viel besser geworden - nicht nur zur Rax, wo alle anderen hinfahren, auch z.B. zum Wechsel.

Z-TW

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #319 am: Gestern um 21:22:12 »
Ein Bekannter von mir braucht zum Wandern unbedingt das Auto, weil er ja mit Öffis nicht überall hinkommt, Das Argument, dass man auch mit Öffis unzählige Wanderziele erreichen kann, zählt bei ihm nicht...

Bus

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #320 am: Gestern um 21:46:56 »
Seit der Streichung der Streifenkarten ist es sogar mittels Bahn mühsam geworden, sich das anzutun.

Also ich habe einige Ziele schon öffentlich versucht, viele davon nicht möglich oder man musste sich extrem hetzen um den letzen Bus zu erwischen.

abc

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #321 am: Gestern um 22:06:32 »
Seit der Streichung der Streifenkarten ist es sogar mittels Bahn mühsam geworden, sich das anzutun.

Es gibt seit bald einem Jahr im VOR das Freizeitticket. Einfacher geht's doch kaum.

Also ich habe einige Ziele schon öffentlich versucht, viele davon nicht möglich oder man musste sich extrem hetzen um den letzen Bus zu erwischen.

Wie gesagt, sinnvollerweise wandert man natürlich von der seltener bis zur häufiger bedienten Station, also z.B. zu einem Bahnhof. Außerdem plant man seine Ausflüge anders, wenn man öffentlich unterwegs ist. Ich würde nicht behaupten, dass mir dadurch irgendwas fehlt. Und selbst die mit Öffis erreichbaren Ziele sind nicht zwangsläufig überlaufen: wenn man z.B. von Payerbach-Reichenau mit dem Bus nach Kaiserbrunn fährt, ist der zwar gut gefüllt und die Gegend ums Wassermuseum auch voll, 90 % der Leute spazieren aber durchs Höllental zurück. Durch den Knofelebengraben zum Naturfreundehaus und durch die Eng zurück nach Payerbach ist hingegen ziemlich wenig los, und von dort geht bekanntlich bis in den späten Abend stündlich ein Zug zurück nach Wien.

Auch der Bezirk Mödling, inkl. Teilen des Wienerwaldes, ist gut per Öffis erreichbar.

Gerade östlich von Wien sind viele Ausflugsorte auch mit dem Fahrrad oder einer Kombination aus Zug und Fahrrad gut zu erreichen, z.B. das Nationalparkzentrum in Orth an der Donau oder die Römerstadt Carnuntum mit ihren verschiedenen Filialen in Petronell und Bad Deutsch Altenburg.

Man mag zwar nicht überall hinkommen, aber es dauert Jahre, allein die Ausflugsziele abzuarbeiten, die man mit Öffis (+ ggf. Fahrrad) erreicht. Ich verstehe gar nicht, wieso wir überhaupt drauf kamen - als Grund dafür, dass man ein Auto braucht? Selbst wenn man alle ein bis zwei Wochen mal einen Ausflug mit dem Auto macht, kann man sich doch eins mieten bzw. Carsharing betreiben. Das ist doch viel günstiger als ein Auto vorzuhalten.

DieTram

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #322 am: Gestern um 23:51:19 »
Zitat
Ich verstehe gar nicht, wieso wir überhaupt drauf kamen - als Grund dafür, dass man ein Auto braucht? Selbst wenn man alle ein bis zwei Wochen mal einen Ausflug mit dem Auto macht, kann man sich doch eins mieten bzw. Carsharing betreiben. Das ist doch viel günstiger als ein Auto vorzuhalten.

Ich glaube, viele haben Hemmungen, bei einem Ausflug gefühlt "viel Geld" für Carsharing auszugeben, weil man da nur die einmaligen Kosten für den Ausflug im Auge hat. Hat man ein Auto, macht man sich keine Gedanken über die anteiligen Kosten des Ausfluges an den Gesamtkosten des Autobesitzes samt aliquoten Anschaffungs-, Reparatur-, Park- und sonstigen Kosten. Da ist Carsharing bei rationaler Rechnung wahrscheinlich tatsächlich günstiger, gefühlt aber wesentlich teurer. Das ist wieder so eine psychologische Falle!

38ger

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #323 am: Heute um 00:03:49 »
Autofahrer versuchen meistens zu erklären warum sie das Auto brauchen, dass aber auch Menschen ohne Auto Ausflüge machen, Wandern gehen, Ski fahren gehen, Badeurlaube mit Kindern machen, ihre Einkäufe erledigen können ist dabei irrelevant. Der Grund für den Besitz eines Autos ist und bleibt in den meisten Fällen aber Bequemlichkeit und Gewohnheit, die Legitimation dazu nennen solche Leute dann meistens den freien Willen. mMn sollte die Freiheit jedes Einzelnen aber dort enden, wo sie andere Personen einschränkt. Und gerade im innergroßstädtischen Bereich ist die räumliche Einschränkung durch Autofahrer auf alle anderen wirklich enorm, global betrachtet sind natürlich immer auch die ökologischen Einbußen zu berrücksichtigen. Nicht, dass Verkehr der alleinige Verursacher des Klimawandels wäre, aber eben doch ein sehr gewichtiger!

DieTram

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #324 am: Heute um 00:16:09 »
Zitat
Der Grund für den Besitz eines Autos ist und bleibt in den meisten Fällen aber Bequemlichkeit und Gewohnheit, die Legitimation dazu nennen solche Leute dann meistens den freien Willen.

Nach diesem freien Willen könnte ich auch fordern, auf der Autobahn spazieren gehen zu dürfen.
Gerade, dass sie nicht die Abschaffung der Fußgängerzonen fordern, die schränken ja auch ihre "Freiheit" ein.

WVB

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #325 am: Heute um 00:40:09 »
Der Grund für den Besitz eines Autos ist und bleibt in den meisten Fällen aber Bequemlichkeit und Gewohnheit [...]
Bei mir ist es weder die Bequemlichkeit - mir wäre es oft lieber ich würde nach einer langen Wanderung oder generell in den Randzeiten im Zug rasten anstatt konzentriert hinterm Steuer zu sitzen - noch die Gewohnheit sondern schlicht und einfach der Zeitfaktor. Ich will in vielen Fällen (zu 90% Fahrten außerhalb von Wien) einfach nicht mehr meine kostbare Zeit damit verschwenden, dass meine Reisezeit mit den Öffis mindestens doppelt so lange (oder dank verpasster Anschlüsse um dem Faktor X) dauert als mit dem Auto.

Und gerade im innergroßstädtischen Bereich ist die räumliche Einschränkung durch Autofahrer auf alle anderen wirklich enorm
Kann ich nur unterschreiben aber daran wird sich in einer Stadt die jährlich über 10.000 neue Bewohner und tausende PKW dazubekommt leider nix ändern. Man kann immerhin schon froh sein, dass es akustisch und olifaktorisch nicht mehr so schlimm ist wie vor +30 Jahren.

haidi

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Re: Verkehrspolitik der Rot-Pinken Koalition
« Antwort #326 am: Heute um 02:08:10 »
Kann ich nur unterschreiben aber daran wird sich in einer Stadt die jährlich über 10.000 neue Bewohner und tausende PKW dazubekommt leider nix ändern. Man kann immerhin schon froh sein, dass es akustisch und olifaktorisch nicht mehr so schlimm ist wie vor +30 Jahren.
Österreichweit hat 2020 hat Zahl der neu zugelassenen PKW um 25% abgenommen, nur die Zahl der neu zugelassenen LKW stieg um 17%
Quelle: Statistik Austria
Zitat
Neuzulassungen 2020

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 353.179 Kraftfahrzeuge neu zum Verkehr zugelassen, um 19,0% weniger als 2019. Die Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) nahmen um 24,5% auf 248.740 Stück ab. Die Anzahl neu zugelassener Lastkraftwagen (Lkw) sank um -16,7% auf 40.042 Fahrzeuge.

Für Wien allein habe ich nach kurzer Suche keine Statistik gefunden, Wien wird aber kaum einen entgegengesetzten Trend haben.

Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging