Autor Thema: Stromversorgung der Beiwägen  (Gelesen 4340 mal)

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95B

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #15 am: 22. Dezember 2020, 14:28:41 »
Der Ordnung wegen sollte man auch die Zürich- oder Ruten Lichtkupplung erwähnen.
Gefahr besteht bei hohen Strömen, (Heizleistung), durch den stehenden Lichtbogen, der sich besonders beim Lösen der Verbindung bilden kann.

Hatten die mit Zürcher Lichtkupplung ausgerüsteten Beiwägen überhaupt eine Heizung? ???
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #16 am: 22. Dezember 2020, 15:45:22 »
Bei der Bahn ist es ja so, dass beim Kuppeln der Zugsammelschiene aus Sicherheitsgründen immer der Stromabnehmer gesenkt wird. Muss das bei der Straßenbahn auch gemacht werden, wenn die Elin-Dose an-/abgesteckt wird?

Dafür gibt es bei der Straßenbahn den Kupplungsschalter, mit dem die Elindose spannungsfrei gemacht wird. Vorsicht ist dennoch geboten, denn wenn die Schienenbremse am Triebwagen eingeschaltet ist, liegen trotzdem 600 V an der Schienenbremsleitung. Daher muss die Glimmlampe neben der Elindose im Auge behalten werden. Die Glimmlampe (beim E2+c5 seit einiger Zeit weiße LED-Lampe) zeigt an, ob 600 V anliegen.

Nein, es gibt einen Schalter (sog. "Kupplungsschalter"), mit dem die Elin-Dose spannungsfrei gemacht werden kann (dann erlischt auch die entsprechende Glimmlampe). Aber ich habe auch schon gesehen, dass beim Kuppeln der Stromabnehmer gesenkt wurde. Unter Spannung kuppeln ist jedenfalls verboten!

Bei der großen Bahn gibt es an den Triebfahrzeugen auch einen eigenen Schalter, mit dem die Steckdose der Zugsammelschiene spannungsfrei gemacht werden kann. Beim Kuppeln ruft daher der Lokführer dem Kuppler manchmal zu "Heizung ist aus!".
Wenn die Zugheizung ausgeschaltet ist, ist die Gefahr im Prinzip schon beseitigt. Als absolute Sicherung wird halt trotzdem noch der Hauptschalter ausgeschaltet und der Bügel gesenkt - deshalb hat mich interessiert, ob das bei der Straßenbahn auch so bewerkstelligt wird.

WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #17 am: 22. Dezember 2020, 15:50:37 »
Der Ordnung wegen sollte man auch die Zürich- oder Ruten Lichtkupplung erwähnen.
Gefahr besteht bei hohen Strömen, (Heizleistung), durch den stehenden Lichtbogen, der sich besonders beim Lösen der Verbindung bilden kann.

Hatten die mit Zürcher Lichtkupplung ausgerüsteten Beiwägen überhaupt eine Heizung? ???

Ja hatten sie, bei dem Querschnitt der Stangen kein Problem, gegen das Zündeln bei Relativbewegung hat man mit einer Kontaktfeder nachgebessert.

Nachzulesen bei:

http://traminator.at/rueckblicke/1968-ende-der-roten-strassenbahn/

95B

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #18 am: 22. Dezember 2020, 17:08:29 »
Dieser Text ist mit Vorsicht zu genießen.

[...] montierte man auch anstatt der sonst zur Stromversorgung für Licht und Heizung zwischen den Wagen üblichen elektrischen Kabelleitung [...]

Diese "übliche elektrische Kabelleitung", gemeint ist das Lichtkabel, war nur für den Lichtstrom, da Beiwägen ohne Elindose eben keine Heizung hatten!

Hier hingegen liest es sich so:

Die Lichtsteckdosen wurde bei der Ausrüstung mit Zürcher Lichtkupplung entfernt.

Da steht aber nichts von einer Nachrüstung mit Heizkörpern.
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haidi

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #19 am: 22. Dezember 2020, 18:04:32 »
An dieses oder ein ähnliches Bildchen kann ich mich noch auf der alten Ameisbrücke erinnern, obwohl dort über der Fahrleitung Blechdächer angebracht waren.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

95B

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #20 am: 26. Dezember 2020, 20:34:22 »
Dieser Text ist mit Vorsicht zu genießen.

[...] montierte man auch anstatt der sonst zur Stromversorgung für Licht und Heizung zwischen den Wagen üblichen elektrischen Kabelleitung [...]

Diese "übliche elektrische Kabelleitung", gemeint ist das Lichtkabel, war nur für den Lichtstrom, da Beiwägen ohne Elindose eben keine Heizung hatten!

Hier hingegen liest es sich so:

Die Lichtsteckdosen wurde bei der Ausrüstung mit Zürcher Lichtkupplung entfernt.

Da steht aber nichts von einer Nachrüstung mit Heizkörpern.

Korrektur: Soeben habe ich im Jahresbericht 1958 die Notiz gefunden, dass "die neukarossierten N und n1 für den Straßenbahnbetrieb" Frischstromheizung erhielten.
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fastpage

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #21 am: 27. Dezember 2020, 09:14:50 »
Bei der großen Bahn gibt es an den Triebfahrzeugen auch einen eigenen Schalter, mit dem die Steckdose der Zugsammelschiene spannungsfrei gemacht werden kann. Beim Kuppeln ruft daher der Lokführer dem Kuppler manchmal zu "Heizung ist aus!".
Wenn die Zugheizung ausgeschaltet ist, ist die Gefahr im Prinzip schon beseitigt. Als absolute Sicherung wird halt trotzdem noch der Hauptschalter ausgeschaltet und der Bügel gesenkt - deshalb hat mich interessiert, ob das bei der Straßenbahn auch so bewerkstelligt wird.
Der Stromabnehmer ist zu senken, damit der Verschieber ein für sich klares und sicheres Zeichen hat. Die Wortlaute  "Heizung aus", Heizung ist aus" und "Heizung ein" sind eine der wenigen in der Vorschrift festgeschriebenen, die auch eingehalten werden.
 

hema

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #22 am: 27. Dezember 2020, 11:16:53 »
Auch beim E1 musste (eigentlich) der Fahrer vor dem Einstecken des Kupplungskabels beide Hände für den Kuppler sichtbar auf die Stange über dem Fahrschalter legen und "Alles aus" rufen. Der Kuppler musste sich zusätzlich vergewissern, dass die Glimmlampe finster war (=Kupplungsschalter aus).
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

W_E_St

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #23 am: 11. Februar 2021, 21:22:39 »
Auch beim E1 musste (eigentlich) der Fahrer vor dem Einstecken des Kupplungskabels beide Hände für den Kuppler sichtbar auf die Stange über dem Fahrschalter legen und "Alles aus" rufen. Der Kuppler musste sich zusätzlich vergewissern, dass die Glimmlampe finster war (=Kupplungsschalter aus).

In den alten Vorschriften für Zweirichtungswagen wird zusätzlich betont, immer die Glimmlampe an Trieb- und Beiwagen zu beachten, weil der Zug ja theoretisch falsch gekuppelt sein könnte. Außerdem wird das Kupplungskabel immer zuerst in den (hinteren) Beiwagen gesteckt und vom Triebwagen bzw. vorderen Beiwagen zuerst abgezogen. Kabel mit Steckern an jedem Ende sind flexibel, aber alles andere als ungefährlich, deswegen auch nicht für die Benützung durch Laien vorgesehen.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

Ferry

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #24 am: 19. Februar 2021, 11:55:46 »
In den alten Vorschriften für Zweirichtungswagen wird zusätzlich betont, immer die Glimmlampe an Trieb- und Beiwagen zu beachten, weil der Zug ja theoretisch falsch gekuppelt sein könnte.

Was verstehst du unter "falsch gekuppelt"?
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

haidi

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #25 am: 19. Februar 2021, 15:27:19 »
In den alten Vorschriften für Zweirichtungswagen wird zusätzlich betont, immer die Glimmlampe an Trieb- und Beiwagen zu beachten, weil der Zug ja theoretisch falsch gekuppelt sein könnte.

Was verstehst du unter "falsch gekuppelt"?
Es könnte am anderen Ende des Beiwagens ein aufgebügelter Triebwagen mit eingeschalter Elindose gekuppelt sein,.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

W_E_St

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Re: Stromversorgung der Beiwägen
« Antwort #26 am: 22. Februar 2021, 12:30:54 »
In den alten Vorschriften für Zweirichtungswagen wird zusätzlich betont, immer die Glimmlampe an Trieb- und Beiwagen zu beachten, weil der Zug ja theoretisch falsch gekuppelt sein könnte.

Was verstehst du unter "falsch gekuppelt"?
Es könnte am anderen Ende des Beiwagens ein aufgebügelter Triebwagen mit eingeschalter Elindose gekuppelt sein,.

Genau das habe ich gemeint! Danke fürs Erklären!

Nehmen wir an im fiktiven Betriebsbahnhof Meidling stehen auf Gleis 1 vom Hallentor aus gesehen M 4007, der zuletzt solo unterwegs war, dahinter m3 5340, m2 5201, K 2421 und seine zwei k3-Beiwagen. Der Karli vom Verschub soll für den nächsten Tag die beiden mx an den M kuppeln. Blöderweise war sein Kollege Pepi am Tag vorher ziemlich im Öl und hat den 5201 mechanisch und elektrisch an den 2421 gekuppelt, zum Beispiel weil er ihn von einer Halle in die andere verschoben hat, und den 2421 aufgebügelt und mit eingeschaltetem Kupplungsschalter stehen gelassen.

Jetzt muss der Karli ziemlich aufpassen, weil die Regel aus den Schulungsunterlagen, das Kabel immer erst in den (hinteren) Beiwagen und dann in den vorderen Beiwagen bzw. Triebwagen zu stecken, nicht mehr so einfach gilt. Er sollte gemäß Schulungsunterlagen unbedingt auf beide Glimmlampen (am 5340 und am 5201) achten und merken, dass die am 5201 leuchtet, obwohl der theoretisch gar nicht gekuppelt sein sollte. Dann muss er erst den 2421 ausschalten, vom 5201 abkuppeln (am besten mechanisch auch gleich, sonst wundert sich der Fahrer vom 4007 bei der Ausfahrt, warum der Zug so schwerfällig ist) und dann erst den M-Zug fertig kuppeln.
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