Autor Thema: Stadler Tram-Train-Großauftrag  (Gelesen 3557 mal)

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JochenK

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #15 am: 10. Januar 2023, 15:48:32 »
Warum? Verkäufe und Vermietungen von gebrauchten Straßen- und Eisenbahn-Fahrzeugen von Betreiber A an Betreiber B und Betrieb bei Betreiber B sind weder in Österreich noch in Deutschland etwas Außergewöhnliches.

Es gab sogar schon einen Fall genau bei den hier betroffenen Betrieben: Drei Fahrzeuge aus Saarbrücken waren übergangsweise in Karlsruhe im Einsatz.

Ohne jegliche nachträgliche Adaptierung?

Fahzeug Technik

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #16 am: 10. Januar 2023, 17:12:15 »
Was mich interessieren würde: In welchen Längen und mit welchen Türanordnungen soll es das Fahrzeug geben? Das Mock-up stellt ja eigentlich eine möglichst schlechte Türanordnung dar, die ich aber nicht beurteilen kann, weil ich das Gesamtkonzept nicht kenne.

Und was mich noch interessieren würde: Was ist fix vorgegeben (z. B. Länge der Module, Türen je Modul?) und wo kann der Besteller frei entscheiden (Farbe, Material, Anordnung der Innenraumelemente?)?
Das wurde in der Zeitschrift Schienenverkehr aktuell (und anderswo) beschrieben . . .

Ich konnte das Stadler- (bzw. Vossloh-)Werk in Albuixech zweimal besichtigen. Interessant wird es für mich dann wieder, wenn die TramTrains für OÖ bzw. Salzburg im Bau sind. Empfehlenswert für einen Besuch ist eher die wärmere Jahreszeit, dann kann man auch Sonne Strand und Meer genießen.

MK

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #17 am: 10. Januar 2023, 19:35:11 »
Warum? Verkäufe und Vermietungen von gebrauchten Straßen- und Eisenbahn-Fahrzeugen von Betreiber A an Betreiber B und Betrieb bei Betreiber B sind weder in Österreich noch in Deutschland etwas Außergewöhnliches.

Es gab sogar schon einen Fall genau bei den hier betroffenen Betrieben: Drei Fahrzeuge aus Saarbrücken waren übergangsweise in Karlsruhe im Einsatz.

Ohne jegliche nachträgliche Adaptierung?

Möglicherweise wurde das RBL-Modul getauscht, aber ansonsten können alle Züge, die auf der Saarbahn fahren können, auch in Karlsruhe fahren. (Umgekehrt könnten sie, dürften aber nicht, weil die Saarbahn ein kurzes Stück in Frankreich fährt und die Karlsruher Züge dafür keine Zulassung haben - die Strecke wird aber technisch bis Sarreguemines nach deutschen Normen betrieben.)

Man darf hier nicht die Maßstäbe des Straßenbahnbetriebs anlegen, sondern die des Eisenbahnbetriebs - und da ist es auch nicht außergewöhnlich, dass man einen 4020er oder einen Cityjet genauso in Wien wie in Bregenz antrifft.
Frösche auf der Autobahn kommen selten drüben an.

JochenK

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #18 am: 10. Januar 2023, 21:28:05 »
Man darf hier nicht die Maßstäbe des Straßenbahnbetriebs anlegen, sondern die des Eisenbahnbetriebs - und da ist es auch nicht außergewöhnlich, dass man einen 4020er oder einen Cityjet genauso in Wien wie in Bregenz antrifft.

Ein 4020er oder Desiro ML der ÖBB fährt aber im selben "Netz" der ÖBB, welches den gleichen Regularien unterliegt.
Die Betriebsvorschriften in Wien sind die gleichen wie in Bregenz.

T1

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #19 am: 11. Januar 2023, 03:18:19 »
Jo eh, aber ein paar ÖBB-Desiro ML fuhren ja auch schon in Deutschland im Fahrgastbetrieb… ;)

JochenK

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #20 am: 11. Januar 2023, 08:05:50 »
Jo eh, aber ein paar ÖBB-Desiro ML fuhren ja auch schon in Deutschland im Fahrgastbetrieb… ;)

Ein Desiro ML ist ein TSI Fahrzeug, also Interoberabel einsetzbar (exclusive kleiner technischer Abweichungen laut NNTR der einzelnen
Länder). Der Vergleich Straßenbahn zu Vollbahn hinkt sowieso.

Bin schon gespannt wie die TramTrains dann zugelassen werden.

MK

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #21 am: 11. Januar 2023, 08:41:25 »
Ein 4020er oder Desiro ML der ÖBB fährt aber im selben "Netz" der ÖBB, welches den gleichen Regularien unterliegt.
Die Betriebsvorschriften in Wien sind die gleichen wie in Bregenz.

Und die Tram-Trains fahren alle Teile ihrer Strecken im selben Netz der DB. Das schränkt auch die Möglichkeiten für den Straßenbahnteil ein.

Noch dazu sind auch reine Straßenbahnnetze durchaus ähnlich - ich erinnere nur an die Wiener E1, die Duisburger und Wuppertaler in Graz.
Frösche auf der Autobahn kommen selten drüben an.

T1

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #22 am: 12. Januar 2023, 04:28:58 »
Jo eh, aber ein paar ÖBB-Desiro ML fuhren ja auch schon in Deutschland im Fahrgastbetrieb… ;)

Ein Desiro ML ist ein TSI Fahrzeug, also Interoberabel einsetzbar (exclusive kleiner technischer Abweichungen laut NNTR der einzelnen
Länder).
Na und? Das werden die VDV-TramTrains ja auch sein.

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #23 am: 17. Januar 2023, 16:58:43 »
Hallo,
nach meinem Termin heute ganz kurz:
Das Fahrzeug ist eine Plattform, kann also in vielen Parametern angepasst werden (Fußbodenhöhe, Spannung etc). Fix ist der Wagenkasten mit dem Umgrenzungsprofil, hier gab es zwei Fixpunkte: das Profil mit den schrägen Wänden in Karlsruhe und der Tunnel in Salzburg bei einem Punkt im Dachbereich. Die Fahrzeuge sind untereinander theoretisch mechanisch kuppelbar, die Elektrik weicht ab. Sicherungssysteme werden nach Kundenwunsch eingebaut.

Zur Form: Die ausschreibenden Betriebe haben fürs Lastenheft Tricon mit dem Design beauftragt, das war aber nicht umsetzbar. Stadler hat dann Döllmann beauftragt, damit wurde das Design auf diplomatische Weise verändert. Im Lauf der Konstruktion kam es zu weiteren kleinen Veränderungen aufgrund der technischen Anforderungen, deren einige ganz aktuell geändert wurden: zB Sichtfeld, Aufprallschutz und ähnliches. Beispielsweise konnte kein Zulieferer die Frontscheibe in der doppelt gewölbten Form liefern, die den aktualisierten Sicherheitsanforderungen entspricht, so ist sie nun nur einfach (in Tonnenform) gewölbt. Die sonstige Nasenform kommt aus dem Konflikt zwischen Sichtverhältnissen (stark verbessert) und Aufprallschutz/Festigkeit - bis zu 4 Garnituren können zu einem Zug gekuppelt werden, da kommt einiges an Kräften zusammen.

Weiteres sobald ich meine Informationen gesehen, sortiert und vervollständigt habe, ich werd das dann irgendwann in einem Artikel zusammenfassen.
 
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #24 am: 17. Januar 2023, 17:02:44 »
Interessant, danke :)

Wurde auch erwähnt, wie und an welchen Stellen sich das Fahrzeug von der bisherigen Plattform (citylink) unterscheidet oder ist das eh die selbe? (ja, ich weiß, hätt ich früher fragen sollen :D)

KSW

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #25 am: 17. Januar 2023, 17:04:39 »
Vielen Dank für diese ersten Einblicke  :up:

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #26 am: 26. Januar 2023, 12:21:25 »
Warum? Verkäufe und Vermietungen von gebrauchten Straßen- und Eisenbahn-Fahrzeugen von Betreiber A an Betreiber B und Betrieb bei Betreiber B sind weder in Österreich noch in Deutschland etwas Außergewöhnliches.

Es gab sogar schon einen Fall genau bei den hier betroffenen Betrieben: Drei Fahrzeuge aus Saarbrücken waren übergangsweise in Karlsruhe im Einsatz.

Ohne jegliche nachträgliche Adaptierung?

Möglicherweise wurde das RBL-Modul getauscht, aber ansonsten können alle Züge, die auf der Saarbahn fahren können, auch in Karlsruhe fahren. (Umgekehrt könnten sie, dürften aber nicht, weil die Saarbahn ein kurzes Stück in Frankreich fährt und die Karlsruher Züge dafür keine Zulassung haben - die Strecke wird aber technisch bis Sarreguemines nach deutschen Normen betrieben.)


Einspruch: die Saarbahn-Tw weisen Radreifen mit normalem EBO-Profil auf und können damit im Karlsruher Straßenbahnnetz nicht fahren.
Umgekehrt könnte ein Karlsruher Tw mit seinem Mischprofil auf den Gleisen der Saarbahn zwar fahren - würde dort aber wiederum an der abweichenden IMU und Zugbeeinflussung scheitern.

Um 2002/2003 waren Saarbahn-Tw auch als Regiotram-Vorlaufbetrieb zwischen Warburg und Kassel unterwegs, aber nur rein im Eisenbahnnetz.

MK

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #27 am: 26. Januar 2023, 12:30:10 »
Einspruch: die Saarbahn-Tw weisen Radreifen mit normalem EBO-Profil auf und können damit im Karlsruher Straßenbahnnetz nicht fahren.

Es waren aber bereits Saarbahn-Wagen in Karlsruhe im Einsatz.
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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #28 am: 26. Januar 2023, 12:31:38 »
Wurde auch erwähnt, wie und an welchen Stellen sich das Fahrzeug von der bisherigen Plattform (citylink) unterscheidet oder ist das eh die selbe? (ja, ich weiß, hätt ich früher fragen sollen :D)

Was ich verstanden habe ist es eine Neuentwicklung, die aber auf der langjährigen Kompetenz des Werkes aufbaut, die unter Vossloh begonnen hat. Ich werde aber alles zu einem Artikel verwursten, den ich, nachdem er erschienen ist, auf meiner Website zum DL anbieten werde.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Stadler Tram-Train-Großauftrag
« Antwort #29 am: 26. Januar 2023, 14:29:43 »
Danke :up: