Autor Thema: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff  (Gelesen 17314 mal)

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Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff

Detailplanung und erste Grundstücksablösen für Südwest-Linie und Entlastungsspange passieren am Montag Gemeinderat

Die mit Abstand größte Erweiterungsplanung für das Grazer Straßenbahnnetzes seit Jahrzehnten wird kommenden Montag im Grazer Gemeinderat auf Schiene gebracht. Es geht um die Südwest-Linie aus der Innenstadt nach Wetzelsdorf samt Entlastungsspange. Dafür werden rund 5,3 Mio. Euro für Detailplanung und Grundstückssicherungen bereitgestellt. Das gesamte Projekt beläuft sich auf rund 100 Mio. Euro und umfasst knapp vier Kilometer Neubautrasse.

Die Südwestlinie (Linie 8 bzw. 18) verläuft vom Innenstadt-Knoten Jakominiplatz über die Radetzkybrücke, Griesplatz, Rösselmühlgasse, Lazarettgasse zum Gürtelturmplatz, weiter über die Kärntnerstraße und den Nahverkehrsknoten Don Bosco bis zur Endschleife auf dem Areal der vom Bundesheer gerade an die Stadt Graz bzw. einen Fertighaus-Hersteller verkauften Hummelkaserne. Außerdem ist zur Entlastung der Herrengasse - durch die derzeit sämtliche Tram-Linien geführt werden - eine Verbindung ab Rösselmühlgasse/Lazarettgasse über die Elisabethinergasse zur Annenstraße geplant. In einem zweiten Bauabschnitt soll dann die Südwestlinie von der Hummelkaserne durch Peter Rosegger- und Straßganger Straße über weitere 2,5 km bis zur Wendeschleife Grottenhofstraße führen.

Baustart 2016

Die EU-weite Ausschreibung der Planung soll bis September 2012 erfolgen, die Bauausschreibung Mitte 2015. Der Baustart ist für 2016, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts für Ende 2018 geplant. Mit dem Ausbau sind zum Teil einscheidende Maßnahmen für den Kfz-Verkehr im Gespräch, u.a. die Sperre der Brückenkopfgasse zwischen Radetzkybrücke und Griesplatz.

Das ab 1878 gebaute und zunächst als Pferdetram, ab 1899 elektrisch betriebene Grazer Straßenbahnnetz wurde 1955-71 im Zuge des Straßenausbaus für den Kfz-Verkehr von über 40 auf 29,3 km zurückgestutzt. Damals gab es schon einmal eine Strecke aus der Innenstadt über den Griesplatz und die Elisabethinergasse, die dann weiter nach Norden Richtung Gösting schwenkte. Seit 2005 wurden wieder kleinere Erweiterungen in Puntigam, Liebenau und St. Peter vorgenommen, davor eine Verlängerung um gerade einmal eine Station von Eggenberg zum neu errichteten UKH bzw. die Errichtung einer Wendeschleife am sogenannten Radetzky-Spitz beim Jakominiplatz. (APA)


Q: http://derstandard.at/1323222440014
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hema

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #1 am: 07. Dezember 2011, 11:45:58 »
Irgend etwas passt hier nicht zusammen. 100 Millionen Euro für nur vier Kilometer!? Und sieben Jahre bis zur Ferigstellung eines ersten Bauabschnittes? In wie vielen Abschnitten baut man lächerliche vier Kilometer? Vor hundert Jahren hat man das in zwei oder drei Monaten zustande gebracht, (fast) ohne Maschinen.  ???


So teure Schnecken bekommt man nicht einmal im luxoriösesten französischen Feinschmeckerlokal!
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Klingelfee

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #2 am: 07. Dezember 2011, 11:53:11 »
Irgend etwas passt hier nicht zusammen. 100 Millionen Euro für nur vier Kilometer!? Und sieben Jahre bis zur Ferigstellung eines ersten Bauabschnittes? In wie vielen Abschnitten baut man lächerliche vier Kilometer? Vor hundert Jahren hat man das in zwei oder drei Monaten zustande gebracht, (fast) ohne Maschinen.  ???


So teure Schnecken bekommt man nicht einmal im luxoriösesten französischen Feinschmeckerlokal!

HAst du dir den Artikel genau durchgelesen? Offensichtlich nicht. Denn da steht von einem Baubeginn 2016 und ein Bauende  2018.

Und in den 100 mio sind nicht nur die Baukosten, sondern auch die Fahrzeuganschaffungskosten. Ausserdem weist du nicht, so wie ich auch nicht, ob nicht größere Verkehrsbauwerke nötig sind (Wie zum Beispiel die Brücke bei der 26 Verlängerung in Wien).
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

hema

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #3 am: 07. Dezember 2011, 11:57:25 »
Du wirst dich wundern. Ich kann lesen und sogar rechnen!  ::)
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Säulenflüsterer

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #4 am: 07. Dezember 2011, 11:58:51 »
Und sieben Jahre bis zur Ferigstellung eines ersten Bauabschnittes?
Die Planungen für die Gestaltung des Areales bei der Hummelkaserne laufen ja noch. Macht eher wenig Sinn die Straßenbahnstrecke schon jetzt zu bauen wenn sie auf ein Baufeld führt.

60er

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #5 am: 07. Dezember 2011, 12:02:06 »
Macht eher wenig Sinn die Straßenbahnstrecke schon jetzt zu bauen wenn sie auf ein Baufeld führt.
Die U2 Nord führt auch auf ein Baufeld.  :o ::)

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #6 am: 07. Dezember 2011, 12:09:48 »
Du wirst dich wundern. Ich kann lesen und sogar rechnen!  ::)
Da hammas, du bist überqualifiziert.  ;D

coolharry

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #7 am: 07. Dezember 2011, 12:10:04 »
Und sieben Jahre bis zur Ferigstellung eines ersten Bauabschnittes?
Die Planungen für die Gestaltung des Areales bei der Hummelkaserne laufen ja noch. Macht eher wenig Sinn die Straßenbahnstrecke schon jetzt zu bauen wenn sie auf ein Baufeld führt.

Das Baufeld in Graz ist aber umgeben von lauter bereits bewohnten Häusern. Zum zweiten führen 80% der Strecke durch recht dicht besiedeltes Gebiet.
Die lange Bauzeit bzw. Planungszeit würde ich jetzt eher darauf zurück führen, dass man in auf Nummer sicher gehen will im Bezug auf die Trasse. Weiters müssen ja auch die durchfahrenen Straßen und Hauptverkehrsstraßen neu gestaltet werden und das geht auch nicht von heut auf morgen.
Zu den 100mio. kann ich nur sagen, das wenn man nicht wie in Wien, Trassen Jahrezehnte lang frei gehalten hat, man dann auch teilweise Grundstücke kaufen muss um z.B. um eine Kurve zu kommen. Und das kann schnell ins Geld gehen.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

TW 292

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #8 am: 07. Dezember 2011, 14:17:27 »
Zitat
Die lange Bauzeit bzw. Planungszeit würde ich jetzt eher darauf zurück führen, dass man in auf Nummer sicher gehen will im Bezug auf die Trasse. Weiters müssen ja auch die durchfahrenen Straßen und Hauptverkehrsstraßen neu gestaltet werden und das geht auch nicht von heut auf morgen.

Die Straßenbahn bekommt teilweise keine eigene Trassen!

Zitat
Die mit Abstand größte Erweiterungsplanung für das Grazer Straßenbahnnetzes seit Jahrzehnten wird kommenden Montag im Grazer Gemeinderat auf Schiene gebracht. Es geht um die Südwest-Linie aus der Innenstadt nach Wetzelsdorf samt Entlastungsspange. Dafür werden rund 5,3 Mio. Euro für Detailplanung und Grundstückssicherungen bereitgestellt. Das gesamte Projekt beläuft sich auf rund 100 Mio. Euro und umfasst knapp vier Kilometer Neubautrasse.

In der Elisabethinergasse zur Annenstraße werden ja auch Gleise verlegt werden, damit gibt es endlich eine Entlastungsstrecke für die Herrengasse.

Es wird wohl auch eine Unterführung im Bereich Don Bosco geben, zudem beim Gürtelturmplatz wird man wohl nicht ohne Unterführung auskommen, denn ich kann mir kaum Vorstellen, dass man den KFZs Fahrspuren wegnimmt!

Zitat
Die Planungen für die Gestaltung des Areales bei der Hummelkaserne laufen ja noch. Macht eher wenig Sinn die Straßenbahnstrecke schon jetzt zu bauen wenn sie auf ein Baufeld führt.
Die Straßenbahn soll dort bitte bereits fahren, wenn die ersten Bewohner einziehen, denn sonst passiert das gleiche Theater wie in St. Peter, wo man 30 Jahre um die Straßenbahn gekämpft hat!

Etwa in der Rösselmühlgasse muss die Straßenbahn in Richtung Stadtauswärts den Platz mit dem Auto teilen, Stau ist dort in der Früh und am Abend keine Seltenheit!

Eigene Trassen wird es von Don Bosco - Hummelgasse mal sicher geben, aber auf so schöne Rasengleise wie es in Linz gibt wird man sicher niemals realiesieren, man muss ja mit dem LKW drüber fahren können für die Schneeräumung , Müllentsorgung usw.

Zitat
Und in den 100 mio sind nicht nur die Baukosten, sondern auch die Fahrzeuganschaffungskosten. Ausserdem weist du nicht, so wie ich auch nicht, ob nicht größere Verkehrsbauwerke nötig sind (Wie zum Beispiel die Brücke bei der 26 Verlängerung in Wien).

Bei den 100 Mio. € sind die Baukosten für die Neubaustrecke bis Hummelgasse, es sind keine neuen Straßenbahnen dabei!

Zitat
Irgend etwas passt hier nicht zusammen. 100 Millionen Euro für nur vier Kilometer!? Und sieben Jahre bis zur Ferigstellung eines ersten Bauabschnittes? In wie vielen Abschnitten baut man lächerliche vier Kilometer? Vor hundert Jahren hat man das in zwei oder drei Monaten zustande gebracht, (fast) ohne Maschinen.  ???

Bis zur Hummelgasse wird der 8er im ersten Abschnitt gebaut, der zweite Bauabschnitt wäre dann bis Webling würde auch wieder einige Jahre dauern!

haidi

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #9 am: 07. Dezember 2011, 15:29:21 »
Der Häupl ist schon unterwegs nach Graz um den dortigen Bürgermeister anständig den Kopf zu waschen - was gibt der auch so ein schlechtes Beispiel ab.

Hannes
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

coolharry

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #10 am: 07. Dezember 2011, 15:57:00 »
Zitat
Die lange Bauzeit bzw. Planungszeit würde ich jetzt eher darauf zurück führen, dass man in auf Nummer sicher gehen will im Bezug auf die Trasse. Weiters müssen ja auch die durchfahrenen Straßen und Hauptverkehrsstraßen neu gestaltet werden und das geht auch nicht von heut auf morgen.
Die Straßenbahn bekommt teilweise keine eigene Trassen!

Und grad deswegen braucht man Zeit.


Es wird wohl auch eine Unterführung im Bereich Don Bosco geben, zudem beim Gürtelturmplatz wird man wohl nicht ohne Unterführung auskommen, denn ich kann mir kaum Vorstellen, dass man den KFZs Fahrspuren wegnimmt!


Don Bosco gibt es breits eine Unterführung, da die beim Bau des Knotens vor ein paar Jahren mitgebaut wurde. Nur ist da heute nur erst eine Busspur. Aber Platz für die Tram ist.

Und warum kein Rasengleis? Das es nicht dieses schicke Frankreichgleis wird ist klar, aber grad Graz hat soetwas mit Gummimatte in Liebenau verwendet.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

TW 292

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #11 am: 07. Dezember 2011, 16:17:19 »
Zitat
Don Bosco gibt es breits eine Unterführung, da die beim Bau des Knotens vor ein paar Jahren mitgebaut wurde. Nur ist da heute nur erst eine Busspur. Aber Platz für die Tram ist.

Von Don Bosco geht dann weiter über die Wetzelsdorfer Straße und da wird man wohl entweder eine neue Unterführung bauen oder man muss Häuser abreisen um die Steigung für die Straßenbahntrasse zu verringern.

Linie 41

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Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

moszkva tér

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #13 am: 08. Dezember 2011, 07:19:27 »
Hier ein Plan, Quelle: Kleine Zeitung. http://www.kleinezeitung.at/system/galleries/upload/3/5/7/2849007/biom.pdf
Naja, Kleinformat. Es wird hauptsächlich beschrieben, wie sich der Bau auf den Autoverkehr auswirkt. Hier ein Fahrverbot, dort eine Fahrspur weniger, usw...

KSW

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Re: [PM] Graz nimmt größten Tram-Ausbau seit Jahrzehnten in Angriff
« Antwort #14 am: 08. Dezember 2011, 11:11:33 »
Der größte Anteil der Kosten liegt darin, dass die Trasse nicht wie beim26er "auf der grünen Wiese" errichtet wird, sondern bis Don Bosco mittn im dicht verbauten Gebiet, was neben begleitenden Verkehrsmaßnahmen vor allem umfangreiche Leitungsumlegungen nach sich zieht - und das kostet schon mal, wenn man auf ca. 3 km alle Wasser-, Strom, Abwasser-, und Fernwärmeleitungen umlegen will.