Autor Thema: Graz schafft Jahreskarten komplett ab  (Gelesen 966 mal)

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U4

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Graz schafft Jahreskarten komplett ab
« am: 25. Dezember 2022, 15:42:57 »
Österreichs zweitgrößte Stadt geht einen radikalen Schritt. Im März 2023 sollen Jahres-, Halbjahreskarten sowie Studententickets abgeschafft werden.

Was auf den ersten Blick völlig widersinnig klingt, ist eine Revolution des öffentlichen Verkehrs. Die Grazer Stadtregierung unter der kommunistischen Bürgermeisterin Elke Kahr schafft mit 1. März die Jahreskarte, Halbjahreskarte und das viermonatige Studienticket für die Grazer Linien komplett ab.

Stattdessen setzt die steirische Landeshauptstadt künftig auf das Klimaticket Steiermark. Für nur wenige Euro mehr sollen alle Grazer damit Zugang zu allen Öffis im umliegenden Bundesland bekommen. Gleichzeitig soll die Stadt dadurch viel Geld einsparen können – die Verantwortlichen sehen darin einen doppelten Gewinn. Das berichtet die "Kronen Zeitung" am Sonntag.


Damit die Grazer aber nicht allzu viel aufzahlen müssen, wird der Kauf des Klimatickets für alle mit Hauptwohnsitz in der Stadt mit 100 Euro gefördert. Die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) bestätigte den "Krone"-Bericht am Sonntag gegenüber der APA.

Das steckt dahinter
Ab 1. März 2023 wird das Klimaticket Steiermark – damit können alle Öffis der Steiermark genutzt werden – dank Bundesförderung billiger und soll dann nur mehr 468 Euro kosten. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche, Senioren und Menschen mit Behinderung. Diese müssen nur 351 Euro bezahlen.

Für Grazer kostet das normale Klimaticket dann dank städtischer Förderung 368 Euro, das ermäßigte nur 276 Euro. Alleine die Jahreskarte für die Grazer Linien würde nach der vertraglichen Inflationsanpassung ab Juli aber rund 360 Euro kosten. Der Unterschied würde also auf nur rund 10 Euro zusammenschrumpfen.

Im Grazer Rathaus ist man von der "Bereinigung des Tarifsystems" überzeugt. "Mit dieser Reform gelingt uns ein großer Schritt zur Vereinfachung des bisherigen Zonentarifsystems", so Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) zur APA. Für Vizebürgermeisterin Schwentner ist das Klimaticket insgesamt ein "Erfolgsprojekt", die Umstellung "ein starkes Signal für unsere Umwelt".


Quelle: heute
🥒 Haltestelle NEU -  die schlechteste Version seit Beginn der Haltestellen, Stangln die fast nicht zu sehen sind im Bild der Stadt

Bhf_Breitensee

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Re: Graz schafft Jahreskarten komplett ab
« Antwort #1 am: 26. Dezember 2022, 10:36:55 »
Da wird endlich der Tariftschungl gelichtet, auch wenn die niedrigen Preise kaum kostendeckend sind.

haidi

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Re: Graz schafft Jahreskarten komplett ab
« Antwort #2 am: 26. Dezember 2022, 11:29:22 »
Da wird endlich der Tariftschungl gelichtet, auch wenn die niedrigen Preise kaum kostendeckend sind.
Ist ein bisschen kurzsichtig, weil du die Umwegrentabilität nicht berücksichtigtst.
Die Kostendeckung wird beim öffentlicher Verkehr genau so gut erreicht werden, wie beimi MIV.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Cerberus2

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Re: Graz schafft Jahreskarten komplett ab
« Antwort #3 am: 27. Dezember 2022, 16:05:35 »
Wie ich schon im Forum styria-mobile unter gleichem Benutzernamen Cerberus2 vermutet habe, hat das irgendwie einen strengen Geruch. Ich vermute, dass Graz da nur Geld sparen möchte und so die Subvention der Kernzonenjahreskarten dem Bund umhängen möchte. Gleichzeitig nehmen dabei, so meine Vermutung, die HGL weniger ein, weil der Bund weniger für das Klimaticket bezahlt als die Stadt für die Jahreskarte.

Anmerkung: HGL, Holding Graz Linien, die Grazer Verkehrsbetriebe

Nulltarif

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Re: Graz schafft Jahreskarten komplett ab
« Antwort #4 am: 27. Dezember 2022, 21:07:20 »
Mich würde aber auch interessieren, was man dadurch an Verwaltung einspart.

Bhf_Breitensee

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Re: Graz schafft Jahreskarten komplett ab
« Antwort #5 am: 29. Dezember 2022, 09:51:17 »
Es ist schon ein Erfolg, wenn es für den ÖV-Kunden übersichtlicher und einfacher wird - war das nicht eine langjährige Forderung des Verein "Fahrgast". Mit den administrativen Einsparungen kann man minimal die Planungen für die Südwestlinie oder die Umfahrung der Innenstadt finanzieren.