Autor Thema: [DE] Berlin  (Gelesen 60579 mal)

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E1-c3

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #120 am: 03. Mai 2020, 23:33:04 »
Wie funktioniert dieser Mischbetrieb? Die Kleinprofilstromschiene ist sicher tief genug für die Großprofilfahrzeuge, und eine Großprofilstromschiene ist für Kleinprofilwägen sicher nichts anderes, als es die Wiener Stromschiene für Stadtbahn oder Zweierlinie war. Aber wie sieht das mit den Bahnsteigen aus?
In Berlin unterscheidet sich zwischen Groß- und Kleinprofil die Polarität (Kleinprofil: Stromschiene positiv, Gleis negativ) und die Stromschienen-Bauart: Großprofil seitliche Stromschiene von unten bestrichen (analog Wien) und Kleinprofil von oben bestrichen. Großprofilfahrzeuge können im Kleinprofilbereich keinen Meter fahren, weil - wie der Name schon sagt, der Lichtraum nicht ausreicht. Den Fahrzeugen wurden neue Stromabnehmer und "Blumenbretter", also Spaltüberbrückungen (in etwa 18cm) verpasst.
Ich bin jetzt kein Elektrofachmann aber würden nicht theoretisch, wenn keine vorherigen Adaptionen gemacht wurden, Kleinprofilfahrzeuge auf Großprofilstrecken rückwärts fahren, wenn der Fahrschalter in Vorwärts-Stellung gebracht wird und umgekehrt?

Tunafish

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #121 am: 04. Mai 2020, 11:15:37 »
Die IK-Kleinprofilzüge sind schon seit 2017 auf der U5 unterwegs, das ist keine Neuheit die mit dem Lückenschluss kommen wird.

coolharry

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #122 am: 04. Mai 2020, 11:48:56 »
Wie funktioniert dieser Mischbetrieb? Die Kleinprofilstromschiene ist sicher tief genug für die Großprofilfahrzeuge, und eine Großprofilstromschiene ist für Kleinprofilwägen sicher nichts anderes, als es die Wiener Stromschiene für Stadtbahn oder Zweierlinie war. Aber wie sieht das mit den Bahnsteigen aus?
In Berlin unterscheidet sich zwischen Groß- und Kleinprofil die Polarität (Kleinprofil: Stromschiene positiv, Gleis negativ) und die Stromschienen-Bauart: Großprofil seitliche Stromschiene von unten bestrichen (analog Wien) und Kleinprofil von oben bestrichen. Großprofilfahrzeuge können im Kleinprofilbereich keinen Meter fahren, weil - wie der Name schon sagt, der Lichtraum nicht ausreicht. Den Fahrzeugen wurden neue Stromabnehmer und "Blumenbretter", also Spaltüberbrückungen (in etwa 18cm) verpasst.
Ich bin jetzt kein Elektrofachmann aber würden nicht theoretisch, wenn keine vorherigen Adaptionen gemacht wurden, Kleinprofilfahrzeuge auf Großprofilstrecken rückwärts fahren, wenn der Fahrschalter in Vorwärts-Stellung gebracht wird und umgekehrt?

Die Zeiten sind schon lange vorbei. Da die meisten Fahrzeuge Drehstromtechnik verwenden wird sich wahrscheinlich gar nichts tun.
Aber wenn das Gleis negativ ist, ist das nicht Sau gefährlich? Vorallem bei den vorhanden Übergängen fürs Personal?
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

E1-c3

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #123 am: 04. Mai 2020, 12:03:24 »
Wie funktioniert dieser Mischbetrieb? Die Kleinprofilstromschiene ist sicher tief genug für die Großprofilfahrzeuge, und eine Großprofilstromschiene ist für Kleinprofilwägen sicher nichts anderes, als es die Wiener Stromschiene für Stadtbahn oder Zweierlinie war. Aber wie sieht das mit den Bahnsteigen aus?
In Berlin unterscheidet sich zwischen Groß- und Kleinprofil die Polarität (Kleinprofil: Stromschiene positiv, Gleis negativ) und die Stromschienen-Bauart: Großprofil seitliche Stromschiene von unten bestrichen (analog Wien) und Kleinprofil von oben bestrichen. Großprofilfahrzeuge können im Kleinprofilbereich keinen Meter fahren, weil - wie der Name schon sagt, der Lichtraum nicht ausreicht. Den Fahrzeugen wurden neue Stromabnehmer und "Blumenbretter", also Spaltüberbrückungen (in etwa 18cm) verpasst.
Ich bin jetzt kein Elektrofachmann aber würden nicht theoretisch, wenn keine vorherigen Adaptionen gemacht wurden, Kleinprofilfahrzeuge auf Großprofilstrecken rückwärts fahren, wenn der Fahrschalter in Vorwärts-Stellung gebracht wird und umgekehrt?

Die Zeiten sind schon lange vorbei. Da die meisten Fahrzeuge Drehstromtechnik verwenden wird sich wahrscheinlich gar nichts tun.
Aber wenn das Gleis negativ ist, ist das nicht Sau gefährlich? Vorallem bei den vorhanden Übergängen fürs Personal?
Das Gleis ist ja auf Erdpotential.

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #124 am: 04. Mai 2020, 23:42:33 »
Das Gleis ist ja auf Erdpotential.
Ich hab mal gesehen, wie im laufenden Betrieb Plakatierer im Gleisbereich gestanden sind .. bei nach oben blanker Stromschiene. Rein auf Grund meiner Eletrotechnikausbildung kann ich schon nachvollziehen, dass dicke Schuhe alles unter 1000 Volt wegstecken. Abers stolpern möchte ich da trotzdem neben der blanken Stromschiene nicht.

abc

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #125 am: 05. Mai 2020, 07:41:15 »
Die IK-Kleinprofilzüge sind schon seit 2017 auf der U5 unterwegs, das ist keine Neuheit die mit dem Lückenschluss kommen wird.

Ah, Mist, meine Formulierung war vielleicht missverständlich (weil im Zusammenhang mit einem zitierten Beitrag zu lesen).


Ja, wobei Ende des Jahres endlich der Lückenschluss zwischen U5 und U55 erfolgen soll. Mit den schönen Oldtimerfahrzeugen wird dann jedoch auch Schluss sein.

Dafür gibt es dann erstmal Betrieb mit Kleinprofilfahrzeugen auf der Großprofillinie U5.

... war natürlich auf den Neubauabschnitt bezogen, wenn auch (durch "auf der Großprofillinie U5") zugegebenermaßen nicht ganz eindeutig war. Tut mir Leid!

***

Neues gibt es auch: die U55 ist wegen Corona nun schon früher als geplant Geschichte. Die Wiederaufnahme des Betriebs erfolgt dann irgendwann im November als Teil der verlängerten U5. Die Projektgesellschaft veröffentlicht übrigens auf ihrer Internetseite ein etwa einmal wöchentlich bis zweiwöchentlich aktualisiertes und reich bebildertes Bautagebuch, mit Schwerpunkt auf die neuen Stationen Rotes Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden (an der Ecke Friedrichstraße, nicht zu verwechseln mit dem S-Bahnhof Brandenburger Tor, der bis zur Eröffnung der U55 Unter den Linden hieß): https://www.projekt-u5.de/de/bautagebuch/2020/

abc

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #126 am: 25. Oktober 2020, 21:56:15 »
Diesmal im richtigen Thread:

- Bereits ab übermorgen, 26. Oktober, wird die S-Bahnlinie 9 über ihren bisherigen Endpunkt Flughafen Schönefeld (nun: BER - Terminal 5) hinaus zum neuen Terminal verlängert, vorerst allerdings nur im Berufsverkehr (5:30-9:00 und 14:00-18:00 Uhr). Damit sollen die zahlreichen Mitarbeitenden, die schon heute am Flughafen arbeiten, ihre Arbeitsplätze erreichen. Außerhalb dieser Zeiten können sie auf die - schon länger dort verkehrenden - Regionalbusse zurückgreifen.

Bereits heute fand die offizielle Eröffnungsfahrt mit Polit- und Bahnprominenz statt - die Berliner Abendschau berichtete darüber (Link eine Woche verfügbar).

Konstal 105Na

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #127 am: 26. Oktober 2020, 08:37:31 »
Fun Fact: die U-Bahn-Lobby ist der festen Überzeugung, dass sechs S-Bahnen, vier Regionalzüge und 12 Busse zur U7 pro Stunde nicht ausreichen und fordern deshalb die Verlängerung der U7 zum neuen Flughafen.

So dumm wäre das aber womöglich gar nicht. Da der Flughafen Berlin-Brandenburg eine wichtiger Flughafen sein soll, wäre es gut, eine Alternativschienenroute zu haben. Dafür könnte man eventuell weniger S-Bahnen zum Flughafen fahren lassen. Ich kenne aber die Details zu wenig.
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abc

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #128 am: 26. Oktober 2020, 09:16:24 »
Fun Fact: die U-Bahn-Lobby ist der festen Überzeugung, dass sechs S-Bahnen, vier Regionalzüge und 12 Busse zur U7 pro Stunde nicht ausreichen und fordern deshalb die Verlängerung der U7 zum neuen Flughafen.

So dumm wäre das aber womöglich gar nicht. Da der Flughafen Berlin-Brandenburg eine wichtiger Flughafen sein soll, wäre es gut, eine Alternativschienenroute zu haben. Dafür könnte man eventuell weniger S-Bahnen zum Flughafen fahren lassen. Ich kenne aber die Details zu wenig.

Gibt es doch auch so: neben der S-Bahn Regionalzüge, die über verschiedene Strecken nach Berlin hineinfahren - die Görlitzer Bahn (d.h. die alte Strecke nach Görlitz, über Schöneweide), den Außenring, an den der Flughafenbahnhof sogar beidseitig angeschlossen ist, die Anhalter Bahn (d.h. die Bahnstrecke von Berlin Richtung Leipzig, über Lichterfelde) und ab Mitte des Jahrzehnts die Dresdner Bahn (über Lichtenrade).

Wenn nicht gerade der Flughafenbahnhof abbrennt, wird es also immer zahlreiche Umleitungsmöglichkeiten für Fern- und Regionalzüge geben. Dazu die S-Bahn, die in Berlin ein weitgehend autonomes System ist.

MK

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #129 am: 26. Oktober 2020, 15:18:25 »
Und von der Endstation Rudow der U7 fährt alle fünf Minuten ein Bus der Linie X7 und alle zwanzig Minuten ein Bus der Linie X71 zum BER. Bei einer Störung oder geplanten Sperrung von S-Bahn oder anderen Strecken könnte dieses Intervall auch noch verkürzt werden.
So vergeht Jahr um Jahr, und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.

Konstal 105Na

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #130 am: 26. Oktober 2020, 15:43:28 »
Und von der Endstation Rudow der U7 fährt alle fünf Minuten ein Bus der Linie X7 und alle zwanzig Minuten ein Bus der Linie X71 zum BER. Bei einer Störung oder geplanten Sperrung von S-Bahn oder anderen Strecken könnte dieses Intervall auch noch verkürzt werden.

Mir ging es aber um eine alternative Schienenroute. Da die aber ohnehin gegeben ist (danke abc für den Hinweis), ist die Verlängerung der U7 wohl nicht sinnvoll. Hinzu kommt natürlich auch, ob entlang einer etwaigen Verlängerung auch etwas ist, was Fahrgastaufkommen generieren würde.
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hewerner

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #131 am: 26. Oktober 2020, 18:36:00 »
Ich kenne zufällig die Gegend aus den Jahren 1988/1989.

Dort gab es nur mehr Kleingärten und Ähnliches für Anrainer, und es gab dort die Buslinie 41 bis Rudow Grenze. Hier gab es einen Grenzübergang nach Berlin Ost, denn dahinter
(200-300 m) befand/befindet sich der Flughafen Schönefeld, der ja heute zum Großflughanfen BER mutiert ist. Zum Flughafen selber kamst Du da nur mehr mittels des Interzonenbusses (ab Berlin ZOB beim Funkturm bzw. ab U-Bahn Tempelhof, beim dortigen Flughafen).
Lg Helmut

Piefke

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #132 am: 30. Oktober 2020, 12:33:33 »
<Du hättest auch in den Thread für sonstigen Schienenverkehr in Berlin posten können.>

Das ist mir auch wieder zu spät eingefallen.
Also hier zur Flughafen-S-Bahn: https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=1435.new#new

abc

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #133 am: 04. Dezember 2020, 20:35:43 »
Heute Mittag wurde in Berlin die U-Bahn-Neubaustrecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor eröffnet. Die U5 verkehrt nun aus Hönow kommend über den Alex hinaus zum Brandenburger Tor und weiter entlang der (2009 eröffneten) ehemaligen U55 zum Hauptbahnhof. Damit gingen außerdem zwei U-Bahnhöfe in Betrieb, "Rotes Rathaus" und "Unter den Linden" als Umsteigestation zur U6. Auf der U6 ist zeitgleich der U-Bahnhof "Französische Straße" außer Betrieb gegangen, der nur wenige Meter südlich der neuen Umsteigestation liegt. Er wird zurückgebaut.

Erst im Sommer nächsten Jahres geht die bautechnisch sehr anspruchsvolle Station "Museumsinsel" unter dem Kupfergraben (dem Spreearm, der die Museumsinel nach Westen hin begrenzt) in Betrieb. Die Arbeiten im Gleisbereich sind aber so weit abgeschlossen, dass die frisch eröffnete Linie dann nicht wieder außer Betrieb genommen werden muss.

Die "Berliner Abendschau" des RBB berichtet (der Einstieg mit der Rolltreppe ist großartig :) ), fasst die Baugeschichte zusammen und interviewt die neue BVG-Chefin. Ebenfalls beim RBB findet sich eine Bilderstrecke.

Zur Orientierung noch der Innenstadtausschnitt des Berliner Schnellbahnnetzes als pdf. (In Berlin ist "Schnellbahn" der Sammelbegriff für S- und U-Bahnen.)

Bhf_Breitensee

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Re: [DE] Berlin
« Antwort #134 am: 04. Dezember 2020, 21:21:26 »
Bemerkenswert auch der anschließende Bericht über die 20 ungenutzten Tunnelabschnitte. Aber Berlin beweist immerhin, dass es Bimstrecken bauen kann - mittlerweile das dritt größte Netz weltweit.