Autor Thema: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen  (Gelesen 4608 mal)

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #45 am: 02. September 2021, 18:45:45 »
Ich glaub, mittlerweile ist es sogar egal, welche Maßnahmen man einführt. Die Leute halten sich größtenteils nicht daran oder sind schlichtweg überfordert.

Man sieht es am neuen "Radhighway" zwischen Ottakring U-Bahn und Hernals Alszeile.

Der gut ausgebaute Radweg wurde verschlimmbessert, mit neuen Einbahnen für Autofahrer und Vorranggeben-Taferl. Aber nicht überall, so kann es passieren, dass man als Radfahrer doch einen "Rechtskommenden" hat. Ganz gefährlich nun die Abbiegung zur Alszeile, vor Vorrang geben für Auofahrer exisitert.

Schon die bestehenen, tw. vor einigen Monaten neu aufgestellten Einbahntafeln finden wenig beachtung, auch die neuen überfordern Autofahrer und tw. Radfahrer (denn die dürfen trotzdem nicht überall durch). Heute waren es in nur 4 Minuten 6 Autofahrer, die in div. Gassen falsch gefahren sind. 2 Radfahrer fuhren ebenfalls völlig planlos auf der falschen Seite am Radweg.

Auch die bestehenen - nun durch die Einbahnregelung obsolet gewordenen - 30 km Zonen sind noch da. So gilt für Radfahrer nun Tempo 30, weil Autos dürfen in diese Richtung nicht mehr fahren. In diesem Bereich stehen nun an die 50 % mehr Verkehrsschilder. Ich frage mich ernsthaft, wer diese noch beachten soll. Von den kreuz und quer fahrenenden E-Scooter am Gehsteig, Radweg, Fahrbahn, Straßenbahnhaltestellen wie Hernals S-Bahn ist es wirklich verwunderlich, dass nix passiert.

In vielen Gassen kann man sowieso keine 30 fahren, weder als Autofahrer - weil zu eng - oder als Radfahrer - weil Fußgänger ohne zu schauen queren, etc.

Den einzigen Vorteil hat die Schildererzeugerfirma, die reibt sich die Hände.  >:D

haidi

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #46 am: 02. September 2021, 22:03:22 »
Ich glaub, mittlerweile ist es sogar egal, welche Maßnahmen man einführt. Die Leute halten sich größtenteils nicht daran oder sind schlichtweg überfordert.

Man sieht es am neuen "Radhighway" zwischen Ottakring U-Bahn und Hernals Alszeile.

Der gut ausgebaute Radweg wurde verschlimmbessert, mit neuen Einbahnen für Autofahrer und Vorranggeben-Taferl. Aber nicht überall, so kann es passieren, dass man als Radfahrer doch einen "Rechtskommenden" hat. Ganz gefährlich nun die Abbiegung zur Alszeile, vor Vorrang geben für Auofahrer exisitert.

Schon die bestehenen, tw. vor einigen Monaten neu aufgestellten Einbahntafeln finden wenig beachtung, auch die neuen überfordern Autofahrer und tw. Radfahrer (denn die dürfen trotzdem nicht überall durch). Heute waren es in nur 4 Minuten 6 Autofahrer, die in div. Gassen falsch gefahren sind. 2 Radfahrer fuhren ebenfalls völlig planlos auf der falschen Seite am Radweg.

Dem gemeinen Autofahrer fallen solche Änderungen gar nicht auf, auf seiner STammstrecke, auf der er immer schon gefahren ist, schaut er nicht einmal mehr nach Verkehrszeichen, er weiß wo die stehen  und er weiß wo die Seitengassen sind.
Beispiel, meine Partnerin: IN der Ortschaft, wo sie wohnt, ist mir bei einem Zebrastreifen aufgefallen, dass da Masten gesetzt werden, dass dort Ampeln montiert worden sind, dass die Ampel auf blinken gestellt wurde und dass eines Tages die Ampel eingeschaltet wurde. Kurz danach fuhr ich mit ihr dort. Die Ampel ist rot und sie wird nicht langsamer, ich hab ihr zwei Mal erklärt, dass die Ampel rot ist, dann hab ich sie angeschrien "Bleib stehn, da ist eine Ampel, die ist rot" Sie bleibt stehen, schaut verwundert und fragt, seit wann es da eine Ampel gibt.
Auch die bestehenen - nun durch die Einbahnregelung obsolet gewordenen - 30 km Zonen sind noch da. So gilt für Radfahrer nun Tempo 30, weil Autos dürfen in diese Richtung nicht mehr fahren. In diesem Bereich stehen nun an die 50 % mehr Verkehrsschilder. Ich frage mich ernsthaft, wer diese noch beachten soll. Von den kreuz und quer fahrenenden E-Scooter am Gehsteig, Radweg, Fahrbahn, Straßenbahnhaltestellen wie Hernals S-Bahn ist es wirklich verwunderlich, dass nix passiert.
Auch Radfahrer müssen sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten, daher brauchen auch sie diese Zonentafeln - obwohl nur wenige Radfahrer schneller als 30 fahren. Und: Wenn ich als Radfahrer mir von jemand in dieser Zone ein Auto ausborge und mit dem Rad hinfahre, an keiner 30er-Zonentafel vorbei komme, dann kann man mir die Überschreitung nicht vorwerfen. Und wenn die Zone nicht bei jeder Einfahrt ausgeschildert (kundgemacht) ist, dann ist die ganze Zone ungültig.

Ich kann dir eine 30er-Zone zeigen, da ist bei einer Einbahn,die aus der Zone raus führt, nur die normale 30-Ende-Tafel, damit ist diese Zone ungültig, weil nicht ordnungsgemäß kundgetan.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #47 am: 03. September 2021, 09:00:31 »
Ich kann dir eine 30er-Zone zeigen, da ist bei einer Einbahn,die aus der Zone raus führt, nur die normale 30-Ende-Tafel, damit ist diese Zone ungültig, weil nicht ordnungsgemäß kundgetan.
Eine? Hunderte! Praktisch alle!

Tafeln für Radfahrer werden nur stehengelassen, wenn da vorher auch der KFZ-Verkehr in diese Richtung durfte.

Ein ähnlich stehendes Problem haben wir hie schon mal diskutiert: Links stehende Endezeichen sind ungültig, wenn auf der Rückseite nicht ein Anfang-Zeichen steht, weil Zeichen nur rechts oder auf der Rückseite des für die Gegenrichtung geltenden Schildes angebracht werden dürfen (also links, aber eben mit Schild für Gegenrichtung).

https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=7502.0

Da ergibt sich dann sogar oft der lustige Sachverhalt, dass die Zone bei links stehendem Ende-Schild dadurch gültig gemacht werden könnte, wenn man für die Fahrräder ein Anfang-Schild anbringt.

Was anderes ähnliches:

Die Relation Angerer Straße - Patrizigasse - Donaufelder Straße war mal Vorrangstraße, sie ist es nicht mehr seit Fertigstellung der Relation Dückegasse-Angyalföldstraße.

Unter den Nachrangtafeln der Quergassen befinden sich nach wie vor die weißen Zusatztafeln "Vorrangstraße". Ich hab mal vor 15 Jahren das Magistrat darauf aufmerksam gemacht. Die Antwort war, dass die Abnahme der Schilder zu teuer wäre und diese Schilder halt jetzt darauf hinweisen, dass es sich um eine "wichtige" Straße handelt.

Ignoranz also. Auch nach dem hier verlinkten Marxergassenurteil wird nichts geändert. Wahrscheinlich fehlt das Geld dafür, und nahezu alle Autofahrer zahlen die Strafen wahrscheinlich, ohne dagegen vorzugehen.



Bus

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #48 am: 03. September 2021, 09:11:54 »
Wenn man ehrlich ist, ich glaube die Stadt Wien hat schon den Überblick verloren, was da herumsteht. Es kann ja nicht sein, das bei jeder Pimperlkreuzung über 20 Schilder stehen, Strassennamen, Zusatztafeln etc. miteingerechnet.

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #49 am: 03. September 2021, 09:37:50 »
Wenn man ehrlich ist, ich glaube die Stadt Wien hat schon den Überblick verloren, was da herumsteht. Es kann ja nicht sein, das bei jeder Pimperlkreuzung über 20 Schilder stehen, Strassennamen, Zusatztafeln etc. miteingerechnet.

Man ist halt der Meinung, den Verkehr unbedingt regeln zu müssen. Dass der Verkehr aber an sich ein selbstregulierendes System ist, dürfte im Magistrat beim verlorenen Wissen der Menschheit eingeordnet sein. Durch Abbau von Schildern und Ampeln könnte man die Verkehrssicherheit nämlich stark verbessern, weil sich die Verkehrsteilnehmer dann wieder auf das Wesentliche, sprich aufeinander, konzentrieren könnten.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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haidi

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #50 am: 03. September 2021, 11:25:15 »
Unter den Nachrangtafeln der Quergassen befinden sich nach wie vor die weißen Zusatztafeln "Vorrangstraße". Ich hab mal vor 15 Jahren das Magistrat darauf aufmerksam gemacht. Die Antwort war, dass die Abnahme der Schilder zu teuer wäre und diese Schilder halt jetzt darauf hinweisen, dass es sich um eine "wichtige" Straße handelt.

Ignoranz also. Auch nach dem hier verlinkten Marxergassenurteil wird nichts geändert. Wahrscheinlich fehlt das Geld dafür, und nahezu alle Autofahrer zahlen die Strafen wahrscheinlich, ohne dagegen vorzugehen.
Was soll der Blödsinn?
Geld genug haben sie um alle Einfahrt-verboten mit Zusatztafel "ausgenommen Fahrräder" gegen dieses Zeichen auszutauschen?
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Bus

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #51 am: 03. September 2021, 15:38:03 »
Unter den Nachrangtafeln der Quergassen befinden sich nach wie vor die weißen Zusatztafeln "Vorrangstraße". Ich hab mal vor 15 Jahren das Magistrat darauf aufmerksam gemacht. Die Antwort war, dass die Abnahme der Schilder zu teuer wäre und diese Schilder halt jetzt darauf hinweisen, dass es sich um eine "wichtige" Straße handelt.

Ignoranz also. Auch nach dem hier verlinkten Marxergassenurteil wird nichts geändert. Wahrscheinlich fehlt das Geld dafür, und nahezu alle Autofahrer zahlen die Strafen wahrscheinlich, ohne dagegen vorzugehen.
Was soll der Blödsinn?
Geld genug haben sie um alle Einfahrt-verboten mit Zusatztafel "ausgenommen Fahrräder" gegen dieses Zeichen auszutauschen?

Sollte man meinen, aber (in)konsequenterweise haben sie wieder normale Einbahntafeln mit Zusatztafel angebracht. An einer Stelle die neue wie abgebildet. Möglicherweise anderes Budget.

highspeedtrain

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Re: [NZZ] Tempo 30 Zürich: kleiner Zeitverlust fürs Tram kostet Millionen
« Antwort #52 am: 03. September 2021, 16:59:36 »
Wenn man ehrlich ist, ich glaube die Stadt Wien hat schon den Überblick verloren, was da herumsteht. Es kann ja nicht sein, das bei jeder Pimperlkreuzung über 20 Schilder stehen, Strassennamen, Zusatztafeln etc. miteingerechnet.

Man ist halt der Meinung, den Verkehr unbedingt regeln zu müssen. Dass der Verkehr aber an sich ein selbstregulierendes System ist, dürfte im Magistrat beim verlorenen Wissen der Menschheit eingeordnet sein. Durch Abbau von Schildern und Ampeln könnte man die Verkehrssicherheit nämlich stark verbessern, weil sich die Verkehrsteilnehmer dann wieder auf das Wesentliche, sprich aufeinander, konzentrieren könnten.

Wie man jederzeit in Südeuropa sehen kann, wo Verkehrsregeln tendenziell nur als Empfehlungen wahrgenommen werden… kann am Anfang extrem einschüchternd wirken, aber mit der Zeit kommt man drauf, dass man als Fußgänger oder Radfahrer eigentlich besser dran ist, als bei uns, weil alle Verkehrsteilnehmer zwangsläufig an Kreuzungen vorsichtig fahren müssen.