Autor Thema: Untergrund im Vordergrund (1969)  (Gelesen 24248 mal)

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13er

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Untergrund im Vordergrund (1969)
« am: 08. Januar 2012, 21:14:24 »
Gerade rechtzeitig zum ersten bemannten Marsflug wurde 1980 in Wien das U-Bahn-Grundnetz eröffnet. Wie man die U-Bahn-Frage 1969 betrachtete, könnt ihr hier sehen :D

ORF III - Schätze aus dem Fernseharchiv - Untergrund im Vordergrund 1969
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darkweasel

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #1 am: 08. Januar 2012, 21:42:59 »
Höchst interessantes Video, vielen Dank! :up: :up: :up:
Alle meine Meinungen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs treten erst mit Abschaffung der Maskenpflicht in Kraft. Bis dahin wird niemand, der die Wahl hat, damit fahren wollen.

Operator

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #2 am: 09. Januar 2012, 08:40:52 »
Ja. toller Beitrag, den ihr da gefunden habt. Sehr viele Straßenbahnaufnahmen, vieles schon historisch. Besonders lustig, die Diskussion wie das "O". am Matzleinsdorferplatz geschrieben werden sollte. Eine Metapher, denn letztlich ist es ja heute noch so, nur etwas verlagert! :up:

martin8721

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #3 am: 09. Januar 2012, 12:59:54 »

Wirklich großartiger Beitrag!  :up:
Die Annahme eines bemannten Marsflugs im Jahr 1980...genial!  ;D

Aaaaber: Was waren die genannten U-Bahn-Planungen der Jahre 1912 und 1939?  :o
Gibt es da irgendwelche näheren Infos dazu?

13er

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #4 am: 09. Januar 2012, 13:09:02 »
Ich finde ja auch das Argument lustig, dass Prof. Rainer die 2er-Linie zu einem Prachtboulevard ausbauen wollte. Die erste Idee diesbezüglich war dann offenbar, die Straßenbahn wegzubekommen. Von den Autos keine Rede. Aber das war eben das Verständnis zu jener Zeit (und bei manchen noch heute).

In der Annahme, dass die Zweierlinie nie mit U-Bahn-Absicht gebaut wurde, irrt der Artikel aber. Zwar war zunächst nur eine Untertunnelung des Getreidemarkts vorgesehen (wegen der sehr belebten Kreuzung), später jedoch hat man nach und nach bis zur Universitätsstraße verlängert. Die 2er-Ustrab war in diesem Bereich (außer Getreidemarkt) aber relativ sinnlos, da die Straßenbahn dort eh schon vorher am eigenen Gleiskörper verkehrte. Kurz vor wichtigen Kreuzungen tauchte man dann wieder an die Oberfläche, damit man dann dort möglichst lang warten musste, bis etwa der H2 abbiegen konnte oder sich E2 und G2 in der Schwarzspanierstraße stauten. Ein verkehrspolitischer Pfusch von vorn bis hinten, der sich somit gut in die sonstige Wiener Verkehrsplanung einreiht.
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60er

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #5 am: 09. Januar 2012, 13:17:53 »
Ein verkehrspolitischer Pfusch von vorn bis hinten, der sich somit gut in die sonstige Wiener Verkehrsplanung einreiht.
Genau der gleiche Pfusch, wie beim Jonasreindl, wo die Straßenbahnrampe bereits vor der Kreuzung mit der Hörlgasse endet. ::)

95B

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #6 am: 09. Januar 2012, 13:26:54 »
Ich finde ja auch das Argument lustig, dass Prof. Rainer die 2er-Linie zu einem Prachtboulevard ausbauen wollte. Die erste Idee diesbezüglich war dann offenbar, die Straßenbahn wegzubekommen. Von den Autos keine Rede. Aber das war eben das Verständnis zu jener Zeit (und bei manchen noch heute).
Die Zweierlinie ist auch heute noch ein Prachtboulevard der autogerechten Stadt, da hat man schon ganze Arbeit geleistet...
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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #7 am: 09. Januar 2012, 15:18:05 »
Die Zweierlinie ist auch heute noch ein Prachtboulevard der autogerechten Stadt, da hat man schon ganze Arbeit geleistet...

Dabei ist das eher zufällig geschehen - ich hab mir erzählen lassen, als der Ring zur Einbahn wurde, hätte die Zweierlinie die gegenläufige dreispurige Einbahn sein sollen. Da gabs aber schon damals einen Aufstand der Autofraktion ungefähr des Inhalts, "jetzt hamma die Tram unter die Erde gelegt und sollen den vielen Platz nicht sinnvoll nutzen?".
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95B

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #8 am: 09. Januar 2012, 16:24:15 »
Dabei ist das eher zufällig geschehen - ich hab mir erzählen lassen, als der Ring zur Einbahn wurde, hätte die Zweierlinie die gegenläufige dreispurige Einbahn sein sollen. Da gabs aber schon damals einen Aufstand der Autofraktion ungefähr des Inhalts, "jetzt hamma die Tram unter die Erde gelegt und sollen den vielen Platz nicht sinnvoll nutzen?".
Die Planung mit der gegenläufigen Einbahnführung ist mir auch bekannt, ich glaube allerdings nicht an einen starken Zusammenhang mit dem Ustrab-Bau. Die Tunnelstrecke unter der Zweierlinie wurde 1966 in Betrieb genommen, die Einbahnerklärung der Ringstraße fand 1972 statt.
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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #9 am: 09. Januar 2012, 17:12:45 »

Die Zweierlinie ist auch heute noch ein Prachtboulevard der autogerechten Stadt, da hat man schon ganze Arbeit geleistet...
Auch bei der Praterstraße hat man von der Errichtung eines Prachtboulevards gesprochen, nachdem die Tramway beseitigt war!  ::)



Die Planung mit der gegenläufigen Einbahnführung ist mir auch bekannt . . . . . . . .  die Einbahnerklärung der Ringstraße fand 1972 statt.
Für die Gegenrichtung hat man sich ja den "Innenring" einfallen lassen! Heute natürlich nicht mehr durchgehend befahrbar.
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95B

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #10 am: 09. Januar 2012, 18:22:56 »
Für die Gegenrichtung hat man sich ja den "Innenring" einfallen lassen! Heute natürlich nicht mehr durchgehend befahrbar.
Der muss ca. Anfang der 1980er gesperrt worden sein. Bis vor ein paar Jahren standen aber die Hinweistafeln "Innenring gesperrt" immer noch herum.
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Laiseka

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #11 am: 09. Januar 2012, 18:30:50 »
Was ist der Innenring??

hema

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #12 am: 09. Januar 2012, 18:36:47 »
Was ist der Innenring??
Das war ein Straßenzug etwa einen Häuserblock innerhalb des Rings, der in der Gegenrichtung zur Ringstraße befahrbar war. War zwar weniger leistungsfähig, aber halbwegs durchgängig benützbar (bzw. mit Autos verstopft  8) ).
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13er

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #13 am: 09. Januar 2012, 18:39:57 »
Was ist der Innenring??
Das war ein Straßenzug etwa einen Häuserblock innerhalb des Rings, der in der Gegenrichtung zur Ringstraße befahrbar war. War zwar weniger leistungsfähig, aber halbwegs durchgängig benützbar (bzw. mit Autos verstopft  8) ).
Das interessiert mich jetzt aber auch. Wo ist der denn genau verlaufen? Am Burgring usw. gibt's ja nicht einmal einen Häuserblock innerhalb des Rings. War's dort die Herrengasse?
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TH

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Re: Untergrund im Vordergrund (1969)
« Antwort #14 am: 09. Januar 2012, 18:58:06 »

Das interessiert mich jetzt aber auch. Wo ist der denn genau verlaufen? Am Burgring usw. gibt's ja nicht einmal einen Häuserblock innerhalb des Rings. War's dort die Herrengasse?
Schottengasse-Herrengasse- Michaelerplatz-Reitschulgasse_ Josefsplatz-Augustinerstr-Albertinaplatz- Philharmomikerstr- Walfischgasse-Schellingg-Coburgbastei-Stubenbastei-Luegerplatz-Dominikanerbastei  :D