Autor Thema: Bürgerbeteiligung  (Gelesen 19077 mal)

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Rodauner

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #15 am: 24. November 2019, 11:53:04 »
Einstimmig in der Bezirksvertretung beschlossene 12 Punkte im Rahmen der Verbindungsbahn Neu werden  seitens ÖBB und Stadt maximal belächelt ...

Zumindest der Baustil der Haltestellen wird halb so schlimm! Scheinbar ist Infra draufgekommen, dass man mit "regionaltypischer Architektur" eher die Akzeptanz der Anrainer erreicht. Was regionaltypisch ist, kann man sich nun in Hennersdorf, Achau und Münchendorf an der neuen Pottendorferlinie anschauen. (Auszug aus der Einladung zur Eröffnung)

Man darf gespannt sein, wie die "regionaltypische Architektur" von ÖBB-Infra in der Hietzinger Villengegend aussehen wird ... ::)

maybreeze

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #16 am: 24. November 2019, 13:39:56 »
Nach meinem Wissensstand wollten aber die Hennersdorfer die "Mauer mit Fenster"

Taurus

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #17 am: 24. November 2019, 18:59:42 »
In Hennersdorf hat man halt passend zur daneben liegenden Firma Wienerberger die Betonwand mit Klinker verkleidet.
Schaut schön aus und ich finde auch die anderen Stationen vom Aussehen akzeptabel. Das hätte man noch viel ärger gestalten können.
Gegenüber dem Ursprungszustand ist es halt trotzderm "glotzig". Aber so ist das halt mit Hochlage bzw. Lärmschutz wenn kein Erdwall in Frage
kommt...

Wo die regionaltypische Architektur sein soll weiß ich zwar nicht, aber die gibt es in diesen Ortschaften sowieso nicht...
Vielleicht ist damit gemeint, dass auch moderne Wohnbauten in der Umgebung zunehmend lieblose Zweckbauten sind?

haidi

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #18 am: 25. November 2019, 00:16:44 »
Im Hinblick auf Verkehrsfragen:
Die Anträge hinsichtlich Verlängerung von Wiener Linien-Linien über die Stadtgrenze (egal ob U-Bahn oder Straßenbahn) einstimmig in Bezirken angenommen, werden nicht als Bürgerbeteiligung gesehen und damit auch keine weitergehende Gespräche mit den Bürger*innen.

Du weißt aber schon, dass diese Verlängerungen heute nicht mehr möglich sind, will man die Verkehrsdienstleistungen nicht EU-weit ausschreiben müssen. Abgesehen davon ist die Verlängerung der U4 nach Auhof oder die der U6 zur SCS eh ein teures und sinnloses Projekt.

Auch bei MAs und WL arbeiten Österreichische Motschgeranten und co. Wobei die heutigen MAs unterscheiden sich von Ämtern aus Kaiserszeiten teilweise auch nur durch die Computer am Arbeitsplatz aber nicht beim Bürokratismus.

Der Bürokratismus entsteht nicht bei den Beamten, sondern bei der Politik. Die Beamten müssen das vollziehen, was die Politik mit der Gesetzgebung vorgibt.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

T1

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #19 am: 25. November 2019, 07:54:52 »
Du weißt aber schon, dass diese Verlängerungen heute nicht mehr möglich sind, will man die Verkehrsdienstleistungen nicht EU-weit ausschreiben müssen. Abgesehen davon ist die Verlängerung der U4 nach Auhof oder die der U6 zur SCS eh ein teures und sinnloses Projekt.
Geh bitte, das ist doch wieder eine faule Ausrede aus dem Bereich Hören-Sagen >:( Die Gesetzgebung sieht Möglichkeiten einer Inhousevergabe auch gemeindegrenzenübergreifend vor, ohne ein wettbewerbliches Verfahren durchführen zu müssen. Merkt man auch daran, dass es in anderen Städen – Innsbruck, Linz – kein Problem ist.

Klingelfee

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #20 am: 25. November 2019, 08:08:56 »
Du weißt aber schon, dass diese Verlängerungen heute nicht mehr möglich sind, will man die Verkehrsdienstleistungen nicht EU-weit ausschreiben müssen. Abgesehen davon ist die Verlängerung der U4 nach Auhof oder die der U6 zur SCS eh ein teures und sinnloses Projekt.
Geh bitte, das ist doch wieder eine faule Ausrede aus dem Bereich Hören-Sagen >:( Die Gesetzgebung sieht Möglichkeiten einer Inhousevergabe auch gemeindegrenzenübergreifend vor, ohne ein wettbewerbliches Verfahren durchführen zu müssen. Merkt man auch daran, dass es in anderen Städen – Innsbruck, Linz – kein Problem ist.

Das ist keine Ausrede, sondern die Tatsache, dass die WL Generalunternehmer für den ÖV, der mit Bus/U-Bahn und Bim betrieben wird, in Wien ist.

Die Bus- und Straßenbahnlinie, welche teilweise auf niederösterreichischen Grund fahren dürfen nur deshalb betrieben werden, weil diese unter den Bestandschutz fallen.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Signalabhängigkeit

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #21 am: 25. November 2019, 09:07:54 »
Ändert trotzdem nichts daran das Projekte wie U4 Auhof oder U6 SCS/Wr.Neustadt sinnlose Geldverbrennung sind.

Ferry

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #22 am: 25. November 2019, 09:18:44 »
Ändert trotzdem nichts daran das Projekte wie U4 Auhof oder U6 SCS/Wr.Neustadt sinnlose Geldverbrennung sind.

U6 SCS kommt sicher nicht, da Wien kein Interesse hat, ein Abwandern der Kaufkraft nach NÖ zu unterstützen.

Für U4 Auhof dürfte der Bedarf nicht vorhanden sein. Aber ich war schon lange nicht mehr in der Gegend; keine Ahnung, wie es jetzt geschäftsmäßig dort aussieht.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

Soundy

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #23 am: 25. November 2019, 09:33:58 »
Das Auhof-Center ist immerhin das zweitgrößte Einkaufszentrum Wiens. Ein U-Bahn-Anschluß wäre sicher gut, die Fragen sind nur: was kostet die U4-Verlängerung und amortisiert sich das in einer vernüftigen Zeit?

schaffnerlos

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #24 am: 25. November 2019, 10:02:08 »
Du weißt aber schon, dass diese Verlängerungen heute nicht mehr möglich sind, will man die Verkehrsdienstleistungen nicht EU-weit ausschreiben müssen. Abgesehen davon ist die Verlängerung der U4 nach Auhof oder die der U6 zur SCS eh ein teures und sinnloses Projekt.
Geh bitte, das ist doch wieder eine faule Ausrede aus dem Bereich Hören-Sagen >:( Die Gesetzgebung sieht Möglichkeiten einer Inhousevergabe auch gemeindegrenzenübergreifend vor, ohne ein wettbewerbliches Verfahren durchführen zu müssen. Merkt man auch daran, dass es in anderen Städen – Innsbruck, Linz – kein Problem ist.

Das ist keine Ausrede, sondern die Tatsache, dass die WL Generalunternehmer für den ÖV, der mit Bus/U-Bahn und Bim betrieben wird, in Wien ist.

Die Bus- und Straßenbahnlinie, welche teilweise auf niederösterreichischen Grund fahren dürfen nur deshalb betrieben werden, weil diese unter den Bestandschutz fallen.

Nein, so ist das nicht. Die Wiener Linien dürften unter gewissen Voraussetzungen auch neue Linien nach NÖ betreiben – sie wollen nur nicht.

abc

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #25 am: 25. November 2019, 10:13:13 »
Das Auhof-Center ist immerhin das zweitgrößte Einkaufszentrum Wiens. Ein U-Bahn-Anschluß wäre sicher gut, die Fragen sind nur: was kostet die U4-Verlängerung und amortisiert sich das in einer vernüftigen Zeit?

Bloß nicht. Ich finde es schwierig, wenn Developer von Einkaufszentren die Landschaft zu betonieren, dabei vor allem auf die Erreichbarkeit mit dem Pkw und vielleicht günstige Grundstückspreise zu achten und die öffentliche Hand dann für eine gute ÖV-infrastrukturelle Anbindung sorgen zu lassen.

Und die Frage ist auch, ob sich das überhaupt lohnt. Überschlägige Rechnung:

- 2016 hatte das Auhof-Center 7,7 Mio Kunden (https://medianet.at/news/retail/auhof-center-waechst-zweistellig-13205.html#)
- Daumen mal Pi 300 Öffnungstage pro Jahr (365/7*6, abzüglich einige Feiertage)
- macht pro Tag durchschnittlich ca. 25.700 Kunden, bei elf Stunden pro Tag 2.300 Personen pro Stunde

Ja, alles im Durchschnitt gerechnet - es gibt Zeiten mit deutlich mehr Kunden, dafür aber auch Zeiten mit deutlich weniger.

Den Wert von 2.300 Kunden pro Stunde kann man für die Potentialanalyse der U-Bahn getrost nochmal halbieren, da ein Großteil der Kunden aus NÖ kommt und somit kein Potential für die U-Bahn darstellt.

Geht man von 12 Zügen pro Stunde à 900 Personen aus, hat die U-Bahn pro Stunde eine Kapazität von 10.800 Fahrgästen. Mit viel Glück und gutem Willen kann das Auhof-Center also ein Zehntel der Kapazitäten der U-Bahn füllen (davon ausgehend, dass wirklich alle, die aus dem Einzugsgebiet der U4 kommen, künftig U-Bahn statt Auto fahren). Zu seinen Öffnungszeiten. Abends besteht so wenig Potential, dass der 50A schon ab 21 Uhr nur halbstündlich verkehrt (und ab und zu auch mal ein 50B, der ist aber m.E. kein ernstzunehmendes Angebot).

Zugleich sehe ich relativ wenig Potential für Umsteiger vom Auto auf den ÖV. Das Umfeld des Auhofs ist nicht allzudicht besiedelt, und wer als Pendler das Park-and-Ride-Angebot nutzen möchte, tut dies schon heute in Hütteldorf.

Klingelfee

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #26 am: 25. November 2019, 10:23:33 »
Das Auhof-Center ist immerhin das zweitgrößte Einkaufszentrum Wiens. Ein U-Bahn-Anschluß wäre sicher gut, die Fragen sind nur: was kostet die U4-Verlängerung und amortisiert sich das in einer vernüftigen Zeit?

Bloß nicht. Ich finde es schwierig, wenn Developer von Einkaufszentren die Landschaft zu betonieren, dabei vor allem auf die Erreichbarkeit mit dem Pkw und vielleicht günstige Grundstückspreise zu achten und die öffentliche Hand dann für eine gute ÖV-infrastrukturelle Anbindung sorgen zu lassen.

Und die Frage ist auch, ob sich das überhaupt lohnt. Überschlägige Rechnung:

- 2016 hatte das Auhof-Center 7,7 Mio Kunden (https://medianet.at/news/retail/auhof-center-waechst-zweistellig-13205.html#)
- Daumen mal Pi 300 Öffnungstage pro Jahr (365/7*6, abzüglich einige Feiertage)
- macht pro Tag durchschnittlich ca. 25.700 Kunden, bei elf Stunden pro Tag 2.300 Personen pro Stunde

Ja, alles im Durchschnitt gerechnet - es gibt Zeiten mit deutlich mehr Kunden, dafür aber auch Zeiten mit deutlich weniger.

Den Wert von 2.300 Kunden pro Stunde kann man für die Potentialanalyse der U-Bahn getrost nochmal halbieren, da ein Großteil der Kunden aus NÖ kommt und somit kein Potential für die U-Bahn darstellt.

Geht man von 12 Zügen pro Stunde à 900 Personen aus, hat die U-Bahn pro Stunde eine Kapazität von 10.800 Fahrgästen. Mit viel Glück und gutem Willen kann das Auhof-Center also ein Zehntel der Kapazitäten der U-Bahn füllen (davon ausgehend, dass wirklich alle, die aus dem Einzugsgebiet der U4 kommen, künftig U-Bahn statt Auto fahren). Zu seinen Öffnungszeiten. Abends besteht so wenig Potential, dass der 50A schon ab 21 Uhr nur halbstündlich verkehrt (und ab und zu auch mal ein 50B, der ist aber m.E. kein ernstzunehmendes Angebot).

Zugleich sehe ich relativ wenig Potential für Umsteiger vom Auto auf den ÖV. Das Umfeld des Auhofs ist nicht allzudicht besiedelt, und wer als Pendler das Park-and-Ride-Angebot nutzen möchte, tut dies schon heute in Hütteldorf.

Das die Pendler in Hütteldorf parken liegt jedoch auch daran, dass sie bei Auhof keine Parkmöglichkeit haben. Würde man die U-Bahn bis Auhof verlängern und dort auch ein entsprechendes Parkhaus hinstellen, dann würde dies sicherlich auch von den Pendler angenommen werden.

Denn schau dir die Parkhäuser entlang der U-Bahn an. Da sind viele spätestens ab 9:00 Uhr komplett ausgelastet. Bei vielen hast du schon um 8:00 Uhr Probleme, dass du noch einen Platz findest.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

abc

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #27 am: 25. November 2019, 10:34:22 »
Dann gäbe es allerdings, bevor man eine U-Bahn ins Nirgendwo verlängert, noch viele andere Maßnahmen. Zu allererst dafür zu sorgen, dass man früher in (vorhandene oder wesentlich günstiger und schneller) herzustellende öffentliche Verkehrsmittel umsteigt:

- Verdichtung des S-Bahn-Verkehrs (erste Schritte erfolgen ja nun zum Fahrplanwechsel), auch spätabends
- eine Verkleinerung des viel zu großen Preissprungs, der mit der Kernzonengrenze einhergeht (eine Jahreskarte für Wien + Strecke bis Pressbaum = 809 EUR, mehr als das Doppelte für fünf zusätzliche S-Bahn-Stationen)
- Verbesserung des Zubringerbusverkehrs, gerade auch am Wochenende und in den Abendstunden

Und wenn das nichts hilft, kann man noch immer die Hütteldorfer P+R-Anlagen aufstocken...

Es ist schwierig, über Investitionen im dreistelligen Millionenbereich zu reden, wenn noch nicht mal die absoluten Grundlagen und Selbstverständlichkeiten geregelt sind.

schaffnerlos

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #28 am: 25. November 2019, 10:46:49 »
Ein Parkhaus hat ja noch weniger Potenzial als ein Einkaufszentrum ::)
Die P+R-Hütte in Hütteldorf ist ja recht groß – und trotzdem braucht man nur 2 U-Bahn-Züge um die Autofahrer abzutransportieren.
Außerdem sollen die Pendler ja gar nicht auf die Idee kommen, mit dem Auto überhaupt nach Wien rein zu fahren sondern die S-Bahn benutzen. Mittlerweile ist das Intervall schon sehr attraktiv.

abc

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Re: Bürgerbeteiligung
« Antwort #29 am: 25. November 2019, 10:51:14 »
Ein Parkhaus hat ja noch weniger Potenzial als ein Einkaufszentrum ::)
Die P+R-Hütte in Hütteldorf ist ja recht groß – und trotzdem braucht man nur 2 U-Bahn-Züge um die Autofahrer abzutransportieren.
Außerdem sollen die Pendler ja gar nicht auf die Idee kommen, mit dem Auto überhaupt nach Wien rein zu fahren sondern die S-Bahn benutzen. Mittlerweile ist das Intervall schon sehr attraktiv.

Richtig. Inzwischen (vor allem mit den in zwei Wochen in Kraft tretenden Verbesserungen) ist das Angebot wirklich schon recht gut. Das Hauptproblem ist nun m.E. der starke Preissprung an der Kernzonengrenze. Ein Auto braucht man am Land tendentiell eh, also sind die Fixkosten eh vorhanden. Und wenn man dann die Wahl hat, 365 EUR oder 800 EUR für die Jahreskarte zu bezahlen, fällt die Wahl auf letzteres eben relativ schwer und man fährt man dem eh vorhandenen Pkw nach Hütteldorf.