Autor Thema: Falter-Online-Beitrag über den schlechten Zustand des Schienennetzes  (Gelesen 28035 mal)

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In letzter Zeit vermehren sich diese gelben Dreiecke in der Stadt auffallend schnell. Von den 28 Straßenbahnlinien in Wien gibt es keine Strecke ohne Langsamfahrstellen. Die gelben Dreiecke hängen in der Favoritner Quellenstraße ebenso wie am Floridsdorfer Franz-Jonas-Platz. Manchmal gilt das Tempolimit nur für ein paar Meter, über eine Weiche oder eine Kreuzung. Manchmal aber auch für fast einen ganzen Straßenzug. Zum Beispiel auf der Rauscherstraße für die Linie 5. Und meistens rumpelt es dann in den Züge ganz fürchterlich. Dennoch gelten die drastischen Tempolimits monate-, manchmal jahrelang.

Deshalb sind die gelben Dreiecke nicht nur Anweisungen für die Fahrerinnen und Fahrer, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Sie sind auch Warnsignale für die Stadtregierung: Das Wiener Straßenbahnnetz ist in katastrophal schlechtem Zustand. Die Problemstellen werden nicht weniger. Eine Fachzeitung hat errechnet, dass 2020 zusätzlich zu schon länger bestehenden Geschwindigkeitsreduktionen auf 14,2 Kilometer des Wiener Straßenbahnnetzes wegen des schlechten Gleiszustandes Tempolimits von 25, 15, oder 10 km/h eingeführt wurden. Im selben Zeitraum seien nur 6,7 Kilometer kaputte Gleise repariert worden. Das zeige, „wie das Gleisnetz stetig verfällt”.

Mittlerweile müssen auch auf allen fünf U-Bahn-Linien die Züge wegen desolater Schienen und Weichen auf freier Strecke bremsen. Das wirkt sich auf die Fahrzeiten aus: Die U4 braucht von Hütteldorf bis Heiligenstadt mindestens drei Minuten länger als in den Fahrplänen angegeben. Spürbare Verzögerungen gibt es auch bei der U3. Die Wiener Linien werden noch dieses Jahr mehrere Kilometer Schienen austauschen, verspricht Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

Der Öffentliche Verkehr in Wien liegt im weltweiten Vergleich zweifellos im Spitzenfeld. Das Liniennetz ist dicht, vor allem innerhalb des Gürtels. U-Bahnen, Trams und Busse fahren bis spät in die Nacht, die Intervalle sind kurz. Bloß zeigten Stadtregierung und Wiener Linien in den vergangenen Jahren wenig Engagement, das Gute noch besser zu machen. Im Gegenteil: Beschleunigungsprogramme verschwanden in Schubladen, Ausbauvorhaben für die Tram wurden auf Eis gelegt, notwendige Sanierungen auf die lange Bank geschoben. Der Anteil der Öffis am Gesamtverkehr in Wien war mit 38 Prozent im internationalen Vergleich auf hohem Niveau. Aber er blieb seit Jahren gleich. Im Corona-Jahr 2020 sank er auf 27 Prozent.

Nun will die Rot-pinke Stadtregierung bis 2030 den Anteil des Autoverkehrs in der Stadt von 27 auf 15 Prozent senken und vor allem die motorisierten Pendler aus dem Umland zum Umsteigen bewegen. Die Öffis müssten also attraktiver werden, schneller und verlässlicher. Tatsächlich droht gerade das Gegenteil: Während Stadt und Bund über zwei Milliarden Euro in die Verlängerung von zwei U-Bahn-Linien investieren, fehlt das Geld für den Erhalt des bestehenden Schienennetzes.

Die vielen gelben Dreiecke in der Stadt zeigen es deutlich: Tram und U-Bahn werden langsamer und durch den Verfall der Infrastruktur auch unzuverlässiger. In den nächsten Tagen wird der Falter erklären, warum das so ist, welche Linien besonders betroffen sind und wie die Wiener Öffis wieder fit gemacht werden könnten.

Morgen: Die Problemstrecken der Straßenbahn – und was der Geschäftsführer der Wiener Linien zu den defekten Gleisanlagen sagt.

abc

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Da hat sich das Falter-Abo doch mal wieder gelohnt. Ich bin auf die Ausgabe am Mittwoch gespannt, klingt ja so, als gäbe es dann einen Bericht dazu. Gut ist auch, dass die Geschäftsführung sich äußert, auch wenn ich inhaltlich nur die üblichen Phrasen ("Blablabla... Nachhaltigkeit... Blablabla... für die Wienerinnen und Wiener... blablabla Investitionsoffensive... blablabla") erwarte - aber so wird es den Wiener Linien künftig schwerfallen, überrascht zu tun oder das Thema zu negieren.

Bus

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Da hast du 100% Recht, es wird nur Blablabla geben. Schließlich müssen andere Prioritäten finanziert werden, wie die Haltestelle Neu.

t12700

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Es wird natürlich aus dem Unternehmen keiner zugeben, aber Priorität hat für die WL das Linienkreuz U2/U5 und die Haltestelle neu. Dass dabei das Bestandnetz (mittlerweile auch schon bei der U-Bahn) den Bach runter geht, hat man bisher schön unter den Teppich kehren können, fragt sich nur wie lange das gut geht.
Auch der Zustand des Wagenparks sagt ja einiges über die Prioritäten im Betrieb aus, was vielleicht nicht mehr so sehr wie vor ein paar Jahren auffällt, da es nur mehr wenige E1/c4 gibt. Allerdings fahren manche E2/c5 auch schon in ziemlich traurigen Zustand durch Wien.
Ich würde mir ja wünschen dass das aufgedeckt wird und da ein Umdenken erfolgt, allein der Glaube dran fehlt mir.

S. Böck

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Endlich nimmt sich wer diesem Thema an: Quelle Falter Oneline

Sehr gut! Der Redakteur sollte allerdings nicht nur zum Steinbauer, sondern auch gleich zum Ludwig und evt. zum Hanke mit dem Thema.

Bitte die folgenden Artikel wenn irgend möglich ebenfalls hier rein kopieren, verlinken oder wie auch immer... Nicht jeder hat ein Falter Abo. Danke!

hema

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Ludwig schafft sich derzeit eh einen guten Draht zum Lieben Gott, vielleicht lässt der ein Wunder geschehen?  >:D
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95B

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coolharry

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Ach was wird kommen. Für 2022 gibts dann ein stark publiziertes Sonderbudget. Damit lassen sich dann halt ein paar Meter mehr sanieren. Danach wird man das normale Sanierungsbudget um ein paar Cent erhöhen und jeden der nachfragt an die paar Cent verweisen. Im Endeffekt bröselts dann ein 3-4 Jahren noch stärker als jetzt.
Und persönlich bin ich der Meinung, dass sie füher vieles im U-Bahnbereich einfach mit dem Baubuget saniert haben, dass aber jetzt so nimmer geht, weil der Rechnungshof ihnen einmal auf die Finger gehaut hat. Deswegen bröselts jetzt bei der U_Bahn auch fröhlich vor sich hin.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

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P.s.: Falls jemand Interesse hat und Nein ich arbeite nicht beim Falter; es gibt die Falter Newsletter, kann man bestellen und bekommt sie per Mail auf die E-mail Adresse!
Vielleicht gibt es aber am Mittwoch im neuen Falter einen Beitrag, ich weiß es leider nicht.

hema

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Und perösnlich bin ich der Meinung, dass sie füher vieles im U-Bahnbereich einfach mit dem Baubuget saniert haben, dass aber jetzt so nimmer geht, weil der Rechnungshof ihnen einmal auf die Finger gehaut hat. Deswegen bröselts jetzt bei der U_Bahn auch fröhlich vor sich hin.
Das tun sie (oder täten sie gern?) sicher immer noch, nur geht es sich immer schwerer bis gar nicht mehr aus. Nach Leistung der Bedienung der Bau-Kredite bleibt wohl kaum mehr was im Budget über. Irgendwann ist ein ursprünglich prall gefülltes Fass halt leer, wenn man laufend mehr entnimmt als nachfließt.   :-\
 
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abc

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Irgendwann ist ein ursprünglich prall gefülltes Fass halt leer, wenn man laufend mehr entnimmt als nachfließt.   :-\

Ich wüsste, wo man eine halbe Milliarde Euro her bekäme, wenn man nur wollte. Dazu müsste man aber jahrzehntelange, längst widerlegte vermeintliche Gewissheiten über Bord werfen.

Operator

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Irgendwann ist ein ursprünglich prall gefülltes Fass halt leer, wenn man laufend mehr entnimmt als nachfließt.   :-\

Ich wüsste, wo man eine halbe Milliarde Euro her bekäme, wenn man nur wollte. Dazu müsste man aber jahrzehntelange, längst widerlegte vermeintliche Gewissheiten über Bord werfen.
Wissen und vermuten tun es doch viele Menschen, aber nur ganz wenige verfügen über die Macht dazu!

abc

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Wissen und vermuten tun es doch viele Menschen, aber nur ganz wenige verfügen über die Macht dazu!

Das ist das Problem, genau. Aber der Umstand, dass man problemlos eine halbe Milliarde Euro für eine von der Propaganda als "Stadtstraße" bezeichnete Autobahn organisieren kann, zeigt ja, dass das Geld da ist. Wien hat in der Verkehrspolitik kein Geld-, sondern ein Prioritätenproblem.

T1

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Wissen und vermuten tun es doch viele Menschen, aber nur ganz wenige verfügen über die Macht dazu!

Das ist das Problem, genau. Aber der Umstand, dass man problemlos eine halbe Milliarde Euro für eine von der Propaganda als "Stadtstraße" bezeichnete Autobahn orgnisieren kann, zeigt ja, dass das Geld da ist. Wien hat in der Verkehrspolitik kein Geld-, sondern ein Prioritätenproblem.
:up: :up: :up:

Ingenieur

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Ich wüsste, wo man eine halbe Milliarde Euro her bekäme, wenn man nur wollte. Dazu müsste man aber jahrzehntelange, längst widerlegte vermeintliche Gewissheiten über Bord werfen.

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