Autor Thema: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets  (Gelesen 11892 mal)

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Nulltarif

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #30 am: 02. August 2023, 21:04:30 »
Weil hier immer wieder mit der Luftfahrt verglichen wird: Auch dort sind (zumindest) drei Tickets nötig: von der Einstiegstelle zum Flughafen, für den Flug selbst und vom Zielflughafen zur Ausstiegstelle.
Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe. (Dalai Lama)

Kurzzug

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #31 am: 03. August 2023, 00:13:34 »
Auch wenn das kein Hindernisgrund wäre, stimmt es nicht. Nur Einsteigen in Hütteldorf gabs sowieso nie und nur Aussteigen ist seit Fahrplan 2019 abgeschafft.

Nein, die Westbahn hält in Hütteldorf Richtung Wien nur zum Aussteigen.

Du hast recht, ich ändere meine Aussage auf: Seit 2019 steht es nicht mehr in den Fahrplänen. Aber wie gesagt, es ist kein Hindernisgrund.

Weil diese Struktur tatsächlich Sinn macht. Jedes Bundesland hat andere Vorstellungen von ÖV und der Verkehrsverbund kann diese dann umsetzen.

Nur leider endet das Mobilitätsbedürfnis der Öffi-Nutzer in der Regel nicht an Bundesländergrenzen. Und Tarifbrüche sind ein großes Hindernis für die Öffi-Nutzung.

Kennst du da irgendein gutes Beispiel dafür aus Österreich, das nicht allzu synthetisch ist? Also wo durch einen Tarifbruch zwischen zwei Verkehrsverbünden deutlich teurere Tickets als für vergleichbare Strecken entstehen. Ich kenne einige Beispiele für Buslinien, die genau an der Bundeslandgrenze enden, das ist ein viel größeres Hindernis.

Außerdem endet so manches Mobilitätsbedrüfnis schon an der Bundeslandgrenze, siehe z. B. Arlberg oder Hohe Tauern.

Nulltarif

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #32 am: 03. August 2023, 10:02:18 »
Kennst du da irgendein gutes Beispiel dafür aus Österreich, das nicht allzu synthetisch ist? Also wo durch einen Tarifbruch zwischen zwei Verkehrsverbünden deutlich teurere Tickets als für vergleichbare Strecken entstehen.

Außerdem endet so manches Mobilitätsbedrüfnis schon an der Bundeslandgrenze, siehe z. B. Arlberg oder Hohe Tauern.

Ich meine mich zu erinnern, dass es gerade über den Arlberg das Problem für die in Innsbruck Studierenden aus dem Ländle das Problem gab, dass sie die Zeitkarten der beiden Landes-Verkehrsverbünde nicht für eine durchgehende Fahrt stückeln durften.
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Tunafish

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #33 am: 03. August 2023, 13:53:46 »
Kennst du da irgendein gutes Beispiel dafür aus Österreich, das nicht allzu synthetisch ist? Also wo durch einen Tarifbruch zwischen zwei Verkehrsverbünden deutlich teurere Tickets als für vergleichbare Strecken entstehen. Ich kenne einige Beispiele für Buslinien, die genau an der Bundeslandgrenze enden, das ist ein viel größeres Hindernis.

Außerdem endet so manches Mobilitätsbedrüfnis schon an der Bundeslandgrenze, siehe z. B. Arlberg oder Hohe Tauern.

Insbesondere für Pendler ist das mitunter ein ziemliches Problem mit Zeitkarten. Sieht man auch gut veranschaulicht an den Ländertickets: Sobald eine Landesgrenze überschritten wird, steigen die Kosten massiv - selbst wenn es sich möglicherweise um nur wenige Kilometer Fahrstrecke handelt.

Verstehe nicht ganz, weshalb hier im Forum dieses offensichtliche Problem versucht wird als realitätsfern abzutun?

Außerdem endet so manches Mobilitätsbedrüfnis schon an der Bundeslandgrenze, siehe z. B. Arlberg oder Hohe Tauern.

Viele aber halt auch nicht.

highspeedtrain

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #34 am: 03. August 2023, 14:19:13 »
Ich denke auch, dass der VOR das beste Beispiel ist, Verkehrsverbünde auch über Bundesländergrenzen zu organisieren. Die Leistungsbestellungen machen W, B und NÖ ja trotzdem separat; allerdings - jedenfalls in NÖ - unter Einbeziehung des VOR, der dadurch im Rahmen der Vorgaben auch Fahrpläne über Bundesländergrenzen koordinieren kann.

Alternativ wären wohl auch Kooperationen der Verbünde untereinander denkbar. Die derzeit existierenden Brüche sind jedenfalls nicht besonders fahrgastfreundlich, es sei denn, man kauft sich ein KT Ö. Wenn man zB Waidhofen/Ybbs - Linz pendelt, muss man das sinnvollerweise machen. Es ist aber dann doch deutlich teurer als für jemanden, der Waidhofen - St. Pölten pendelt und das billigere KT Ostregion nutzen kann. Und bei kürzeren Pendlerdistanzen will sich auch nicht jeder ein regionales KT leisten.

Für Einzelfahrten ermöglicht der ÖBB-Ticketshop hingegen (innerösterreichisch) fast alles, was man braucht. Der einzige Wermutstropfen ist, dass ÖBB PV AG und WESTbahn sich nicht auf eine wechselseitige Fahrkartenanerkenntnis einigen können.

Kurzzug

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #35 am: 05. August 2023, 01:14:15 »
Kennst du da irgendein gutes Beispiel dafür aus Österreich, das nicht allzu synthetisch ist? Also wo durch einen Tarifbruch zwischen zwei Verkehrsverbünden deutlich teurere Tickets als für vergleichbare Strecken entstehen. Ich kenne einige Beispiele für Buslinien, die genau an der Bundeslandgrenze enden, das ist ein viel größeres Hindernis.

Außerdem endet so manches Mobilitätsbedrüfnis schon an der Bundeslandgrenze, siehe z. B. Arlberg oder Hohe Tauern.

Insbesondere für Pendler ist das mitunter ein ziemliches Problem mit Zeitkarten. Sieht man auch gut veranschaulicht an den Ländertickets: Sobald eine Landesgrenze überschritten wird, steigen die Kosten massiv - selbst wenn es sich möglicherweise um nur wenige Kilometer Fahrstrecke handelt.

Verstehe nicht ganz, weshalb hier im Forum dieses offensichtliche Problem versucht wird als realitätsfern abzutun?

Die harten Ländergrenzen sind aber ein Konstruktionsfehler des Klimatickets. Da kann man die Verbünde nicht wirklich verantwortlich machen, bei den Monatstickets funktioniert das schließlich:

Ich denke auch, dass der VOR das beste Beispiel ist, Verkehrsverbünde auch über Bundesländergrenzen zu organisieren. Die Leistungsbestellungen machen W, B und NÖ ja trotzdem separat; allerdings - jedenfalls in NÖ - unter Einbeziehung des VOR, der dadurch im Rahmen der Vorgaben auch Fahrpläne über Bundesländergrenzen koordinieren kann.

Alternativ wären wohl auch Kooperationen der Verbünde untereinander denkbar. Die derzeit existierenden Brüche sind jedenfalls nicht besonders fahrgastfreundlich, es sei denn, man kauft sich ein KT Ö. Wenn man zB Waidhofen/Ybbs - Linz pendelt, muss man das sinnvollerweise machen. Es ist aber dann doch deutlich teurer als für jemanden, der Waidhofen - St. Pölten pendelt und das billigere KT Ostregion nutzen kann. Und bei kürzeren Pendlerdistanzen will sich auch nicht jeder ein regionales KT leisten.

Für Einzelfahrten ermöglicht der ÖBB-Ticketshop hingegen (innerösterreichisch) fast alles, was man braucht. Der einzige Wermutstropfen ist, dass ÖBB PV AG und WESTbahn sich nicht auf eine wechselseitige Fahrkartenanerkenntnis einigen können.

Wenn man von Waidhofen/Ybbs eine Monatskarte nach St. Pölten kauft, kostet die 171,40€. Nach Linz kostet die auch 171,40€ (zugegebenermaßen mit Kernzone Linz 200,50€). Genauso hat das vor dem Klimaticket auch für Jahreskarten funktioniert. Die Monatskarten kann man übrigens auch bequem im ÖBB-Shop kaufen.

Am Umstand, dass willkürlich die Bundesländergrenzen als Gültigkeitsgrenzen fürs Klimaticket genutzt wurden und es keine Möglichkeit gibt, sich zwei halbe Länder zu nehmen, liegt meines Erachtens nach nicht an den Verbünden, sondern am politischen Willen. Man könnte behaupten, dass zwei Verbünde ein übergreifendes Ticket anbieten könnten und es nicht tun, aber es bei einem Verbund das gäbe. Hier zeigt der VOR, dass das nicht so ist, sonst würde das Klimaticket Mödling - Meidling nicht gleich viel kosten wie Aspang - Floridsdorf.

Einige Überlappungen gibt es bei den Verbünden aber, z. B. gilt das Klimaticket Kärnten bis Lienz.

Also grundsätzlich: Ja, Bundesland-/Verbundgrenzen sind bei Klimatickets ein Problem, das aus meiner Sicht aber nicht durch Zusammenlegung der Verbünde zu lösen ist. Da müsste man halt 20-30 Klimaticketgebiete definieren und eben nicht die Bundeslandgrenzen hernehmen. Auch ein VVÖ hätte wohl Ländertickets nach Bundeslandgrenzen herausgegeben, möglicherweise mit nachvollziehbarer Überlappungspolitik, aber nicht gravierend anders.

haidi

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #36 am: 05. August 2023, 13:10:04 »
Also grundsätzlich: Ja, Bundesland-/Verbundgrenzen sind bei Klimatickets ein Problem, das aus meiner Sicht aber nicht durch Zusammenlegung der Verbünde zu lösen ist. Da müsste man halt 20-30 Klimaticketgebiete definieren und eben nicht die Bundeslandgrenzen hernehmen. Auch ein VVÖ hätte wohl Ländertickets nach Bundeslandgrenzen herausgegeben, möglicherweise mit nachvollziehbarer Überlappungspolitik, aber nicht gravierend anders.
20 - 30 Klimaticketgebiete sind auch nicht besser als Bundesländergrenzen. Die Zahl der von Grenzen betroffenen wird größer.
Eine gerechte Möglichkeit wäre, dass sich jeder seine Grenzen selbst setzt, der Preis daraus berechnet wird. Das sollte schon heute mit den Lesegeräten der Zugbegleiter funktionieren können. Technisch wäre das umsetzbar.
Eine weitere Möglichkeit wäre das flexible Ticket wie bei der Londoner Oystercard. Ticket bei Anfang und Ende der Fahrt valdieren und aus dem gesamte Monats oder Jahresfahrten wird der günstigste Preis berechnet. Eine Schwachstelle wären die 1. Klasse Bereiche.
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

pTn

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #37 am: 05. August 2023, 13:49:17 »
...
Also grundsätzlich: Ja, Bundesland-/Verbundgrenzen sind bei Klimatickets ein Problem, das aus meiner Sicht aber nicht durch Zusammenlegung der Verbünde zu lösen ist. Da müsste man halt 20-30 Klimaticketgebiete definieren und eben nicht die Bundeslandgrenzen hernehmen. Auch ein VVÖ hätte wohl Ländertickets nach Bundeslandgrenzen herausgegeben, möglicherweise mit nachvollziehbarer Überlappungspolitik, aber nicht gravierend anders.

Ich sehe das Problem nicht bei der Gültigkeitsgrenze des Tickets, die muss man halt wo ziehen - und ein KTÖ ist mit seinen 1100,- sensationell billig und problemlos.
Das Problem ist die Angebotsseite, weil die Bundesländer nur bis an die Grenze ihres Landes zahlen. Da ergibt das Handeln des Bundes Sinn, der in Wirklichkeit eh alles finanziert, sei es direkt oder über den Finanzausgleich.
Über den Tauern gibt es z.B. nur zweistündige Fernverkehrsangebote...

highspeedtrain

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #38 am: 05. August 2023, 14:28:48 »
...
Also grundsätzlich: Ja, Bundesland-/Verbundgrenzen sind bei Klimatickets ein Problem, das aus meiner Sicht aber nicht durch Zusammenlegung der Verbünde zu lösen ist. Da müsste man halt 20-30 Klimaticketgebiete definieren und eben nicht die Bundeslandgrenzen hernehmen. Auch ein VVÖ hätte wohl Ländertickets nach Bundeslandgrenzen herausgegeben, möglicherweise mit nachvollziehbarer Überlappungspolitik, aber nicht gravierend anders.

Ich sehe das Problem nicht bei der Gültigkeitsgrenze des Tickets, die muss man halt wo ziehen - und ein KTÖ ist mit seinen 1100,- sensationell billig und problemlos.
Das Problem ist die Angebotsseite, weil die Bundesländer nur bis an die Grenze ihres Landes zahlen. Da ergibt das Handeln des Bundes Sinn, der in Wirklichkeit eh alles finanziert, sei es direkt oder über den Finanzausgleich.
Über den Tauern gibt es z.B. nur zweistündige Fernverkehrsangebote...

Beim bundesländerübergreifenden Bahnangebot hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig viel verbessert.

Der Tauern ist noch die große Ausnahme, was schon sehr viel mit der recht schwachen Besiedlung dort, vor allem auf Kärntner Seite, zu tun hat. Aber mit der Eröffnung der Koralmbahn wird auch dort ein Stundentakt kommen.

2095oebb

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #39 am: 05. August 2023, 17:59:30 »

Eine weitere Möglichkeit wäre das flexible Ticket wie bei der Londoner Oystercard. Ticket bei Anfang und Ende der Fahrt valdieren und aus dem gesamte Monats oder Jahresfahrten wird der günstigste Preis berechnet.

Oyster basiert aber ebenfalls auf definierte Zonen und Zonengrenzen (Überlappungen gibts zwar auch, aber eher spärlich), und der weekly price cap ist starr MO-SO, flexibel ist da die gute alte 7day-travelcard (die beginnt wann man will).

haidi

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #40 am: 05. August 2023, 19:00:04 »

Eine weitere Möglichkeit wäre das flexible Ticket wie bei der Londoner Oystercard. Ticket bei Anfang und Ende der Fahrt valdieren und aus dem gesamte Monats oder Jahresfahrten wird der günstigste Preis berechnet.

Oyster basiert aber ebenfalls auf definierte Zonen und Zonengrenzen (Überlappungen gibts zwar auch, aber eher spärlich), und der weekly price cap ist starr MO-SO, flexibel ist da die gute alte 7day-travelcard (die beginnt wann man will).
Man muss die Oystercard ja nicht 1:1 übernehmen und kann z.B. die gefahrene Strecke nach Kilometer bepreisen und die Abrechnung 30 Tage oder 1 Monat machen.
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hema

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #41 am: 05. August 2023, 19:40:44 »
. . . . und ein KTÖ ist mit seinen 1100,- sensationell billig und problemlos.

Kostet es in good old Germany nicht (nur) knapp 600 Euro im Jahr (49 pro Monat)?
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

LH

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #42 am: 05. August 2023, 19:48:41 »
. . . . und ein KTÖ ist mit seinen 1100,- sensationell billig und problemlos.

Kostet es in good old Germany nicht (nur) knapp 600 Euro im Jahr (49 pro Monat)?

Wenn ich mir den Zustand des ÖV in Deutschland ansehe habe ich lieber etwas höhere Preise als das durch die 49€-Ticket schlimmer werdende Unterfinanzierung samt der Folgen.

Straßenbahn Graz

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #43 am: 05. August 2023, 19:53:34 »
Kostet es in good old Germany nicht (nur) knapp 600 Euro im Jahr (49 pro Monat)?

Und ist nur im Nahverkehr gültig. Somit nicht wirklich vergleichbar.

hema

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Re: Westbahn akzeptiert künftig VOR-Tickets
« Antwort #44 am: 05. August 2023, 21:14:39 »
Wie oft macht man schon die "große Reise"? Wenn man dann trotzdem muss/will,  nimmt man halt nicht den ICE, sondern nur Nahverkehrszüge. Dauert halt länger, dafür lernt man das Land besser kennen!  ;)
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