Autor Thema: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat  (Gelesen 179546 mal)

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Tatra83

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #735 am: 07. Juni 2024, 20:22:50 »
Schwechat ist nur eine der möglichen Linien.
Wie am Beispiel Schwechat ersichtlich, scheint es aber im Land NÖ nicht den Willen zu geben, solche Projekte zu finanzieren. Sollte sich der politische Kurs nicht ändern, werden solche Regio-Trams also kaum realistisch sein.
Wenn man genau hinschaut, war aber die Ablehnung der Gemeinde Schwechat (eine Genossin der SPÖ) eher ausschlaggebend und mithin musste man auf Landesebene eine Alternative aus dem Hut zaubern.

Dazu ein Auszug aus dem Wortprotokoll der 45. GR-Sitzung in Wien aus dem November 2023, wo der Gemeinderat Wolfgang Kieslich sagte:
Zitat
"Niederösterreich steht nicht gegen die Verlängerung oder gegen die neue Linie 72, sie will diese Linie unbedingt umsetzen. Das einzige Problem ist, dass das rot-regierte Schwechat das nicht will und dass Herr Finanzstadtrat Hanke in den letzten Monaten drei Termine mit Landeshauptmann-Stellvertreter Landbauer genau zum Thema 72er kurzfristig abgesagt hat."
Q: https://www.wien.gv.at/mdb/gr/2023/gr-045-w-2023-11-28.pdf (Seite 10)

Und noch ergänzend zur Finanzierung: Analog zu anderen aktuellen Straßenbahn-Projekten in Linz oder auch der S-Link in Salzburg: In den Finanzierungsgesprächen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden werden die Kosten für die Errichtung i.d.R. in 50% Bund, 40-45% Land und 5-10% Gemeinde aufgeteilt.
Und ich dachte, mit der Straßenbahn bin ich schneller als zu Fuß.

Werner1981

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #736 am: 07. Juni 2024, 21:15:42 »
Ich habe mein Posting ausdrücklich als "Gerücht" gekennzeichnet und wüßte nicht, weshalb ich nicht die Informationen, die mir zugetragen wurden, hier eins zu eins wiedergeben sollte, besonders wenn ich explizit darauf hinweise, woher sie stammen. Das machen auch andere User hier - letztlich lebt ein Forum davon. Wieso hast du damit ein Problem?
Weil sie halt so nicht stimmen, das ist mein Problem.

Dann trag bitte zur allgemeinen Aufklärung bei, indem du nicht nur "Stimmt nicht" von dir gibst, sondern auch den Rest. Wenn du weißt, dass etwas nicht stimmt, wirst du ja den korrekten Sachverhalt kennen und uns daran teilhaben lassen können. Das wäre jedenfalls eine Strategie, die nicht (wieder einmal) in die Eskalation führt.

Wäre tatsächlich interessant, warum das nur Gerüchte sein sollen? Das Multiversum-Desaster mit allen finanziellen Folgen daraus war damals jahrelang in den Medien, das Ergebnis der Wahlen ist auch allgemein bekannt und die Positionen der Parteien zum Thema (öffentlicher) Verkehr ebenfalls...

N1

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #737 am: 07. Juni 2024, 21:30:23 »
Die Gemeinde Schwechat hat Kommunalabgaben von der Raffinerie und dem Flughafen und ist trotzdem "ziemlich pleite"? Ich finde, die gehören besachwaltet, weil sie anscheinend zu blöd sind, mit Geld umzugehen..
Schuldner mit guter Bonität bekommen Kredite zu günstigen Konditionen. Das verleitet offenbar zu Übermut.
"Der Raum, wo das stattfand, ist ziemlich groß."
Hans Rauscher

Vineyard

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #738 am: 07. Juni 2024, 21:53:32 »
Dazu ein Auszug aus dem Wortprotokoll der 45. GR-Sitzung in Wien aus dem November 2023, wo der Gemeinderat Wolfgang Kieslich sagte:
Zitat
"Niederösterreich steht nicht gegen die Verlängerung oder gegen die neue Linie 72, sie will diese Linie unbedingt umsetzen. Das einzige Problem ist, dass das rot-regierte Schwechat das nicht will und dass Herr Finanzstadtrat Hanke in den letzten Monaten drei Termine mit Landeshauptmann-Stellvertreter Landbauer genau zum Thema 72er kurzfristig abgesagt hat."
Q: https://www.wien.gv.at/mdb/gr/2023/gr-045-w-2023-11-28.pdf (Seite 10)

Du solltest aber auch den zusätzlichen Kontext hinzufügen, dass dieser Herr Gemeinderat von der FPÖ ist, welcher einerseits seinen NÖ-Parteigenossen verteidigte und andererseits in der gleichen Wortmeldungen den 12er und die 18er Verlängerung angriff:

Zitat
Wir haben auch noch die Linie 12 mitgeteilt bekommen - auch da gibt es großen Widerstand. Im Endeffektmuss man sagen, das sind jetzt die 18er-Verlängerung
und der 12er, zwei Straßenbahnen, bei denen der Eindruck entsteht, dass die kein Mensch braucht. Selbst die SPÖ-Leopoldstadt hat noch vor der letzten Gemeinderatswahl im Jahr 2020 einen Antrag gegen die 12er-Bim gestellt. Heute, drei Jahre später, sagt die Stadt Wien -geführt von derselben SPÖ -: Diese Straßenbahnlinie setzen wir um! - Wo der Mehrnutzen wäre, ist vielen und auch uns nicht ersichtlich.

Und kurz darauf verlangt er eine U3 und U4 Verlängerung. (Wohin genau sagt er nicht, aber ich würde wetten Richtung Kaiserebersdorf und Auhof.)

Am Schluss sagte er:

Zitat
Wir haben einen Antrag auf Zweckbindung der Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung endlich wieder zu Gunsten des motorisierten Individualverkehrs eingebracht. Von Rot-Grün-Pink erwarte ich keine Unterstützung oder Zustimmung, aber ich hoffe doch auf meine ehemalige Partei, die ÖVP, dass sie noch auf ihre Autofahrer schaut.

Edit:

Uff... bin nun auf Seite 14 und lese gerade was der Juraczka (ÖVP) von sich gibt. Mal wieder Umlands U-Bahn Phantasien....

LH

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #739 am: 08. Juni 2024, 05:35:32 »
Und kurz darauf verlangt er eine U3 und U4 Verlängerung. (Wohin genau sagt er nicht, aber ich würde wetten Richtung Kaiserebersdorf und Auhof.)

Kommt bei diesen merkwürdigen Phantasien jemals zur Sprache, von wo die Nutzer herkommen sollen? Das Gebiet rund um Auhof dürfte das dichteste Netz pro Einwohner in Wien haben - darunter eine S-Bahn mit Haltestellenabständen von wenigen hundert Metern.

Vineyard

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #740 am: 08. Juni 2024, 06:45:21 »
Kommt bei diesen merkwürdigen Phantasien jemals zur Sprache, von wo die Nutzer herkommen sollen? Das Gebiet rund um Auhof dürfte das dichteste Netz pro Einwohner in Wien haben - darunter eine S-Bahn mit Haltestellenabständen von wenigen hundert Metern.

Hindert die ÖVP aber nicht daran alle Jahre wieder es zu fordern. Vor ein paar Jahren gab es ja mal diese Grafik in der Kronen Zeitung. Natürlich alles Orte, wo es schon seit Jahrzehnten eine S-Bahn gibt.

Und was Auhof betrifft:

Da hat die ÖVP ja getobt als an einem Ort ein Mistplatz errichtet worden ist, wo sie sich eingebildet haben, dass man dort einen U-Bahn Aufgang errichten könnte. Ich hab mir mal auf Google Maps angesehen, wo das gewesen wäre. Im Nichts, direkt bei der Autobahn. (Außerdem wurden erst vor knapp 5 Jahren auf der S50 wieder die Takte verdichtet. Keine Ahnung ob Post Corona das wieder ruiniert hat.)




haidi

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #741 am: 08. Juni 2024, 08:35:30 »
St. Andrä Wörderin
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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #742 am: 08. Juni 2024, 08:47:20 »
Kommt bei diesen merkwürdigen Phantasien jemals zur Sprache, von wo die Nutzer herkommen sollen? Das Gebiet rund um Auhof dürfte das dichteste Netz pro Einwohner in Wien haben - darunter eine S-Bahn mit Haltestellenabständen von wenigen hundert Metern.

Hindert die ÖVP aber nicht daran alle Jahre wieder es zu fordern. Vor ein paar Jahren gab es ja mal diese Grafik in der Kronen Zeitung. Natürlich alles Orte, wo es schon seit Jahrzehnten eine S-Bahn gibt.

Und was Auhof betrifft:

Da hat die ÖVP ja getobt als an einem Ort ein Mistplatz errichtet worden ist, wo sie sich eingebildet haben, dass man dort einen U-Bahn Aufgang errichten könnte. Ich hab mir mal auf Google Maps angesehen, wo das gewesen wäre. Im Nichts, direkt bei der Autobahn. (Außerdem wurden erst vor knapp 5 Jahren auf der S50 wieder die Takte verdichtet. Keine Ahnung ob Post Corona das wieder ruiniert hat.)
[OT]
Nur abschließend wegen dem Auhof. Dort braucht man nicht zwingen eine U4. Durch den, seit dem Fahrplanjahr durchgehend, bestehenden 15 Minuten Takts der Linie S50 (sogar am Wochenende) wird man ausreichend angebunden und man ist in 15 Minuten am Westbahnhof. Durch das Auhof erscheint der 15 Minuten Takt am Samstag beim 50A an manchen Tagen etwas viel, aber das gehört sowieso wenn ins Autobusforum.
[OT Ende]

Z-TW

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #743 am: 08. Juni 2024, 09:28:09 »
Ich nehme an, dass die ganz genau wissen, dass die U-Bahnforderungen ohnehin nicht realisierbar sind. Aber man kann damit der Bevölkerung vorgaukeln, dass man sehr wohl für Öffis ist. Leider, leider sind alle anderen gegen diese U-Bahnen, also müssen wir weiter das Auto benützen. Seufz.... Reiner Populismus.

Vineyard

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #744 am: 08. Juni 2024, 09:30:32 »
Vor allem unterstützt dieselbe Partei leider auch die Bürgerinitiativen, welche aktuell den Ausbau der Verbindungsbahn verzögern.

Z-TW

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Re: Projekt 2020: Straßenbahn nach Schwechat
« Antwort #745 am: 08. Juni 2024, 17:56:53 »
Vor allem unterstützt dieselbe Partei leider auch die Bürgerinitiativen, welche aktuell den Ausbau der Verbindungsbahn verzögern.

Passt ja eh - einerseits unerfüllbare U-Bahnforderungen stellen, aber gleichzeitig konkrete Projekte verhindern. Und schließlich hat ja das eine mit dem anderen nichts zu tun, net woah...