Tramwayforum
Gesamter öffentlicher Verkehr in Wien => ÖBB/Schnellbahn => Thema gestartet von: Elin Lohner am 10. Februar 2026, 15:56:05
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Es gibt Planungen für eine Überplattung des S-Bahn-Schachts, zwischen den Stationen "Wien Mitte-Landstraße" und "Rennweg", während der Sperre der S-Bahn Stammstrecke.
Anrainer des Gleisdreiecks beim Wiener Stadtpark sehen eine Jahrhundert-Chance für neuen innerstädtischen Grünraum durch den kommenden einjährigen S-Bahn-Umbau. Aber Rathaus und ÖBB schieben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu.
Der Bezirk Landstraße inklusive SPÖ-Vorsteher Erich Hohenberger ist dafür, die Wirtschaftskammer auch, und Anrainer sowieso – aber trotzdem beißen Befürworter einer Überplattung und Begrünung der S-Bahn-Gleise bei Wien Mitte bei Rathaus und ÖBB auf Granit: Infrastrukturstadträtin Ulli Sima (SPÖ) verweist auf die Bahn: Die habe „als Projektverantwortliche festgehalten, dass eine Überplattung nicht realisierbar ist. Daher stellt sich die Frage nicht.“
Argumente mit Widersprüchen
Die ÖBB spielen den Ball zurück und erklären erstens (durchaus zu Recht), dass Klimaschutz und Stadtplanung nicht ihre Aufgaben seien und dass das Vorhaben zweitens technisch unmöglich sei. Nur: Einerseits ist eine Überplattung ein paar Meter weiter bei der Universität für Musik und Darstellende Kunst problemlos gelungen, und andererseits gaben die ÖBB selbst vor Jahren für den Bereich bei der Ungarbrücke grünes Licht für ein Projekt einer privaten Baufirma – angeblich ein Hotel – über den Gleisen, das letztlich nie umgesetzt wurde.
Ideengeber ringen zumindest um Teillösung
Dass eine komplette Überplattung des S-Bahn-Schachts bis hinunter zum Rennweg schwierig wäre, räumen auch die technisch versierten Ideengeber Bernhard Eichinger und August Sarnitz ein. Das wäre wegen der Niveau-Unterschiede, aber auch aus Sicherheitsgründen (Stichwort Tunnel-Evakuierung) kaum zu stemmen – von den nötigen Geldmitteln in der derzeit angespannten Budgetlage der Stadt ganz zu schweigen.
Mit einem kategorischen Nein sei noch kein Problem der Welt gelöst worden, so Eichinger gegenüber der „Krone“ – wenn man sich aber zusammensetze, statt gemeinsames Nachdenken zu verweigern, bestehe zumindest eine Chance.
Quelle (https://www.krone.at/4040813)
Meine Frage dazu ist, wie sich die Verantwortlichen Bäche oberhalb der Bahntrasse vorstellen, ohne das diese irgendwann durch z.B. Starkregen nachgibt und dadurch die darunterliegende Bahntrasse überschwemmt wird.
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Na ja, ich nenne es eher "Spass mit K.I." als eine wirklich durchdachte Planung.
Außerdem, warum kommen die erst so spät mit dem Vorschlag?
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Außerdem, warum kommen die erst so spät mit dem Vorschlag?
Es würde mich wundern, wenn die Ausführungsplanung nicht längst abgeschlossen ist, und die Bauleistungen sind mutmaßlich auch längst vergeben. Die Sache ist gelaufen.
Ich weiß nicht, welche Vorstellung manche haben, wie die Planung für so ein großes Projekt abläuft. Dass sich die Beteiligten ein halbes Jahr vor Baubeginn zusammensetzen und mal ein bisschen brainstormen, was man noch so machen könnte?
Natürlich ist die Idee prinzipiell nett, aber sie kommt viel zu spät. Und natürlich hätte die von der Stadt kommen müssen. Insofern ist das Spielchen von Sima und Hohenberger, den Schwarzen Peter den ÖBB zuzuschieben, ziemlich erbärmlich.
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Meine Frage dazu ist, wie sich die Verantwortlichen Bäche oberhalb der Bahntrasse vorstellen, ohne das diese irgendwann durch z.B. Starkregen nachgibt und dadurch die darunterliegende Bahntrasse überschwemmt wird.
Wo siehst du da Bäche?
Ich seh da zwei Teiche. Und Teiche auf Tunnelkonstruktionen sind weder neu noch technisch Unlösbar. Selbiges gilt für die Überplattung an sich. Technisch ist alles machbar. Es kommt allerdings darauf an wie viel Platz hat man für Pfeiler und die Brückenkonstruktion (Höhenniveau der fertigen Überplattung). Ich sag nur soviel: Beim Kaisermühlentunnel ist die Brückenkonstruktion fast 3m dick. Inkl. Wartungsgänge. Und da stehen Häuser drauf. Aber das wäre dort wahrscheinlich 1 Stockwerk oberhalb der Große Ungarbrücke.
Da es aber keine privaten Interessen gibt, hier eine Überplattung zu finanzieren und weder die Stadt noch die ÖBB Interesse daran haben, wirds nichts werden.
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Ich sag nur soviel: Beim Kaisermühlentunnel ist die Brückenkonstruktion fast 3m dick. Inkl. Wartungsgänge. Und da stehen Häuser drauf. Aber das wäre dort wahrscheinlich 1 Stockwerk oberhalb der Große Ungarbrücke.
Ein Park wird wahrscheinlich geringere statische Anforderungen an die Brückenkonstruktion haben als ein Hochhaus.
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Es gibt Planungen für eine Überplattung des S-Bahn-Schachts, zwischen den Stationen "Wien Mitte-Landstraße" und "Rennweg", während der Sperre der S-Bahn Stammstrecke.
"Planungen" halte ich für übertrieben. Siehe meine Vorposter.
Dass eine komplette Überplattung des S-Bahn-Schachts bis hinunter zum Rennweg schwierig wäre, räumen auch die technisch versierten Ideengeber Bernhard Eichinger und August Sarnitz ein.
Wieso "hinunter zum Rennweg"? Vielleicht täusche ich mich, aber die Strecke geht meiner Eindruck nach von Wien Mitte bergauf. Ist das der Sprachgebrauch der lokalen Bevölkerung, weil Süden immer "unten" ist? (Wie z.B. Graz.)
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Anrainer des Gleisdreiecks beim Wiener Stadtpark ...
Ich glaube, das Wiener Gleisnetz einigermaßen gut zu kennt, jedoch ist mir beim Stadtpark noch kein Gleisdreieck aufgefallen.
Dass eine komplette Überplattung des S-Bahn-Schachts bis hinunter zum Rennweg schwierig wäre, räumen auch die technisch versierten Ideengeber Bernhard Eichinger und August Sarnitz ein.
Nach meinem topographischen Verständnis geht es von Wien Mitte bis Rennweg bergauf und nicht bergab.
Die S-Bahn-Trasse verläuft im ehemaligen Kanalbett des Wr. Neustädter Kanals. Dieser hatte zwischen Ungargasse und Veterinäruni (jetzt: mdw) mehrere Schleusen um den Geländesprung zum Rennweg hin zu überwinden.
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Zwischen Neulinggasse und Rennweg wäre es wohl eher eine Einhausung statt eine Überplattung.
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Anrainer des Gleisdreiecks beim Wiener Stadtpark ...
Ich glaube, das Wiener Gleisnetz einigermaßen gut zu kennt, jedoch ist mir beim Stadtpark noch kein Gleisdreieck aufgefallen.
Die Krone ist halt kein Fachmedium. Die am Lokomotivführerstand sitzenden "Zugführer" werden auch nicht auszurotten sein
Zwischen Neulinggasse und Rennweg wäre es wohl eher eine Einhausung statt eine Überplattung.
Leider kenne ich den Unterschied nicht