Tramwayforum
Straßenbahn Wien => Rätsel => Gelöst => Thema gestartet von: Revisor am 25. März 2012, 19:14:07
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Diesmal in Rätsel ohne Bild: Von wo bis wohin hätte die den Mitter-Weg befahrende Straßenbahnlinie geführt?
Zu welchem Zweck hätte sie dienen sollen?
Welches Liniensignal wurde für diese Linie 1907 vorgesehen?
Gutes Gelingen!
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Ist das der Straßenzug im 11. Bezirk, der jetzt Mitterweg heißt?
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Ist das der Straßenzug im 11. Bezirk, der jetzt Mitterweg heißt?
:down:
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Ist im Verlauf des damaligen (bzw. damals geplanten) Mitter-Wegs heute eine Straße?
Wurde das projektierte Liniensignal 1907 schließlich doch anderweitig vergeben?
Wurde das projektierte Liniensignal erst später anderweitig vergeben?
Handelt es sich um ein Radialsignal?
Befinden wir uns diesseits des Donaukanals?
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Diesmal in Rätsel ohne Bild: Von wo bis wohin hätte die den Mitter-Weg befahrende Straßenbahnlinie geführt?
Zu welchem Zweck hätte sie dienen sollen?
Welches Liniensignal wurde für diese Linie 1907 vorgesehen?
Gutes Gelingen!
Ich enthalte mich besser der Meinung, das wäre unfair. ;)
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Die U3? 8)
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Ist im Verlauf des damaligen (bzw. damals geplanten) Mitter-Wegs heute eine Straße? :up:
Wurde das projektierte Liniensignal 1907 schließlich doch anderweitig vergeben? :down:
Wurde das projektierte Liniensignal erst später anderweitig vergeben? :down:
Handelt es sich um ein Radialsignal? :up:
Befinden wir uns diesseits des Donaukanals? :up:
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Dann muss es sich wohl um das Signal 76 handeln. Als Ausgangspunkt könnte ich mir entweder den Ring (Bereich Stubentor/Oskar-Kokoschka-Platz) vorstellen oder Erdberg, Stadionbrücke. Eventuell sollte die Linie als Verlängerung des Radius 75 die heutige Erdbergstraße stadtauswärts fahren, die es 1907 dort noch nicht in der gesamten Länge gab und deren Vorläufer Mitter-Weg hieß?
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Dann muss es sich wohl um das Signal 76 handeln. :up:
Als Ausgangspunkt könnte ich mir entweder den Ring (Bereich Stubentor/Oskar-Kokoschka-Platz) vorstellen oder Erdberg, Stadionbrücke. Letzteres, genauer bei der Schlachthausgasse
Eventuell sollte die Linie als Verlängerung des Radius 75 die heutige Erdbergstraße stadtauswärts fahren, die es 1907 dort noch nicht in der gesamten Länge gab und deren Vorläufer Mitter-Weg hieß? :up:
Jetzt fehlt nur noch das andere Ende und der Hauptzweck
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Jetzt fehlt nur noch das andere Ende und der Hauptzweck
Arbeiter fürs Gaswerk transportieren, ähnlich 106...
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Jetzt fehlt nur noch das andere Ende und der Hauptzweck
Arbeiter fürs Gaswerk transportieren, ähnlich 106... :down:
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Hat das was mit dem projektierten Schiffsumschlageplatz am Donaukanal bei der Schnirchgasse zu tun? Der Platz dürfte fix reserviert gewesen sein, die Pressburgerbahn hat diesen durch die heutige Schnirchgasse umfahren.
Hannes
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Jetzt fehlt nur noch das andere Ende und der Hauptzweck
Ist das andere Ende im 11. Bezirk zu suchen?
Sollte der 76er zur Erschließung der Simmeringer Haide dienen?
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Jetzt fehlt nur noch das andere Ende und der Hauptzweck
Ist das andere Ende im 11. Bezirk zu suchen? :up:
Sollte der 76er zur Erschließung der Simmeringer Haide dienen? :down:
Hat das was mit dem projektierten Schiffsumschlageplatz am Donaukanal bei der Schnirchgasse zu tun? Der Platz dürfte fix reserviert gewesen sein, die Pressburgerbahn hat diesen durch die heutige Schnirchgasse umfahren. :down:
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Gut, also auf zum Stadtplan. Im historischen Onlineplan von 1904 habe ich auf Höhe der heutigen WL-Direktion den Mitterweg gefunden, das aber nur nebenbei, denn ich bin ja auf der Suche nach Erschließungszielen im 11. Bezirk abseits der Simmeringer Haide. Das Gaswerk fällt aus, denn danach wurde ja schon gefragt. Folge ich dem Mitterweg weiter nach Osten, stoße ich auf den heute erhaltenen Rest, der weiterhin unter dem Namen Mitterweg firmiert. Dieser Bereich wurde von Revisor aber ausgeschlossen. Als Alternative käme daher beispielsweise eine Führung entlang der Simmeringer Lände Richtung Kaiserebersdorf in Frage. Bin ich da auf dem Holzweg?
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Ein Vorläufer der Pressburgerbahn, der dann durch deren Bau obsolet wurde?
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Gut, also auf zum Stadtplan. Im historischen Onlineplan von 1904 habe ich auf Höhe der heutigen WL-Direktion den Mitterweg gefunden, das aber nur nebenbei, denn ich bin ja auf der Suche nach Erschließungszielen im 11. Bezirk abseits der Simmeringer Haide. Das Gaswerk fällt aus, denn danach wurde ja schon gefragt. Folge ich dem Mitterweg weiter nach Osten, stoße ich auf den heute erhaltenen Rest, der weiterhin unter dem Namen Mitterweg firmiert. Dieser Bereich wurde von Revisor aber ausgeschlossen. Als Alternative käme daher beispielsweise eine Führung entlang der Simmeringer Lände Richtung Kaiserebersdorf in Frage. Bin ich da auf dem Holzweg?
Die Frage zum Gaswerk bezog sich aber auf einen Vergleich mit der Linie 106, die tatsächlich nur dem Arbeitertransport diente. Ansonsten bist du tatsächlich auf dem Holzweg.
Ein Vorläufer der Pressburgerbahn, der dann durch deren Bau obsolet wurde?
:down:
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Wäre der 76er bis zum Gaswerk gekommen?
Wäre der 76er auch darüber hinaus gefahren?
Hätten - gleichzeitige Existenz vorausgesetzt - die Linienwege von 76 und 106 einander gekreuzt?
Hätten - gleichzeitige Existenz vorausgesetzt - 76 und 106 ein Stück ihres Weges gemeinsam zurückgelegt?
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Wäre der 76er bis zum Gaswerk gekommen? :up:
Wäre der 76er auch darüber hinaus gefahren? :down:
Hätten - gleichzeitige Existenz vorausgesetzt - die Linienwege von 76 und 106 einander gekreuzt? :down:
Hätten - gleichzeitige Existenz vorausgesetzt - 76 und 106 ein Stück ihres Weges gemeinsam zurückgelegt? :down:
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Gut, also hätten wir die Strecke des 76ers einmal festgelegt: Erdberg, Stadionbrücke - Gaswerk Simmering. Nachdem eine Kreuzung ausgeschlossen wird, nehme ich an, dass er im Bereich des heutigen Endes der Erdbergstraße, also noch vor der Ostbahn, die Endstation gehabt hätte.
Dass Personenverkehr auf dieser Strecke nur eine Nebenrolle spielen hätte sollen und die eigentliche Bestimmung der Strecke im Güterverkehr lag, schließe ich der Vollständigkeit halber aus. Das Gaswerk war ja wohl nicht umsonst an der (echten, großen Eisen-)Bahn situiert.
Wenn also der Hauptzweck des 76er nicht der Arbeitertransport gewesen wäre, gehe ich davon aus, dass man in diesem Bereich einfach das Wohngebiet der Stadt erweitern wollte, wozu es dann im Endeffekt aber nicht kam. Sprich: Ich tippe auf die Erschließung eines Stadterweiterungsgebiets als Hauptzweck der Linie 76.
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Wenn also der Hauptzweck des 76er nicht der Arbeitertransport gewesen wäre, gehe ich davon aus, dass man in diesem Bereich einfach das Wohngebiet der Stadt erweitern wollte, wozu es dann im Endeffekt aber nicht kam. Sprich: Ich tippe auf die Erschließung eines Stadterweiterungsgebiets als Hauptzweck der Linie 76.
Ich hätte gleich in mein Archiv schauen sollen. Die Endstation wär im Gaswerk gewesen, aber die Bebauung davor hätte auch einen Tramwayanschluss vertragen.
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Gut, also hätten wir die Strecke des 76ers einmal festgelegt: Erdberg, Stadionbrücke - Gaswerk Simmering. Nachdem eine Kreuzung ausgeschlossen wird, nehme ich an, dass er im Bereich des heutigen Endes der Erdbergstraße, also noch vor der Ostbahn, die Endstation gehabt hätte.
Dass Personenverkehr auf dieser Strecke nur eine Nebenrolle spielen hätte sollen und die eigentliche Bestimmung der Strecke im Güterverkehr lag, schließe ich der Vollständigkeit halber aus. Das Gaswerk war ja wohl nicht umsonst an der (echten, großen Eisen-)Bahn situiert.
Wenn also der Hauptzweck des 76er nicht der Arbeitertransport gewesen wäre, gehe ich davon aus, dass man in diesem Bereich einfach das Wohngebiet der Stadt erweitern wollte, wozu es dann im Endeffekt aber nicht kam. Sprich: Ich tippe auf die Erschließung eines Stadterweiterungsgebiets als Hauptzweck der Linie 76.
Ok, also zur Lösung. Dazu Zitate aus den erhalten gebliebenen Dokumenten:
Die Abfuhr des Kokses aus dem städtischen Gaswerk für den städtischen Bedarf und die Verführung in die Bezirks-Depots soll in Hinkunft mittels der Straßenbahn besorgt werden.
Die projektierte Linie soll nun die Verbindung des Gaswerkes mit dem Netz der Straßenbahn herstellen und wird außer dem Frachtverkehr auch dem Personenverkehr dienen. Die Linie bildet die Fortsetzung der Linie durch die Erdbergstraße, durchfährt den Mitterweg und soll entweder beim Haupteingang oder auf einer zum Gaswerk gehörigen, den Mitterweg kreuzenden Parzelle in das Gaswerk eingeführt werden. Im Gaswerk werden zum Teil eigene Gleisanlagen für die Straßenbahn geschaffen und zum Teil die dort vorhandenen Schleppgleise mitbenützt werden. Die Länge der Linie beträgt 2,00 km nebst 0,86 km Nebengleise. Die im km 1,555 bis km 1,665 gelegene Ausweiche ist als Endstation für den Personenverkehr gedacht. Die Ausweiche im km 1,800 bis 1,904 dient zur Rangierung der Kokszüge.
Die Linie soll bis längstens 31. Dezember 1906 dem Betrieb übergeben werden. (Zitate Ende)
Also im Prinzip auch damals schon ein gescheitertes Güterbimprojekt.
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Also im Prinzip auch damals schon ein gescheitertes Güterbimprojekt.
Also doch... ich wollte es eben nicht für möglich halten! :)
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Sehr interessantes Rätsel, danke! :up:
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Also im Prinzip auch damals schon ein gescheitertes Güterbimprojekt.
Also doch... ich wollte es eben nicht für möglich halten! :)
Was? Dass bei und Güterbim-Projekte scheitern? Das ist doch eine Bedingung, die (unterschwellig) schon in den Auflagen für die Erstellung einer Projektstudie festgehalten ist!
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Unglaublich, was da zu Tage gekommen ist! Von diesem Projekt habe ich noch nie was gelesen.
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Unglaublich, was da zu Tage gekommen ist! Von diesem Projekt habe ich noch nie was gelesen.
Tja, auch für Kenner des Verkehrsgeschehens im dritten Bezirk gibt's gelegentlich noch Überraschungen. ;)