Tramwayforum

Öffentlicher Verkehr national und international => Straßenbahn außerhalb Österreichs => Deutschland => Thema gestartet von: 13er am 02. September 2012, 12:26:18

Titel: [DE] Duisburg
Beitrag von: 13er am 02. September 2012, 12:26:18
Auch Duisburg liegt gleich in der Nähe von Düsseldorf und ist, wie könnte es anders sein, in ca. einer dreiviertel Stunde per Stadtbahn zu erreichen. Ein Teil der Strecke ist Ustrab, der sog. Rheintunnel wurde zu Ende des letzten Jahrhunderts errichtet und unterquert den Hafen.

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Vorbildlich wie überall, wo ich im Rhein-Ruhr-Gebiet war, die Fahrgastinformation. Selbstverständlich scheren sich die Betriebe dort einen Dreck um internationale Standards und so beherrschen alle Displays auch brauchbare Lauftexte, die in diesem Fall auf eine in wenigen Tagen kurzfristige Linienteilung verweisen:

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Umfangreich auch die analoge Information:

[attach=3]

Schnell ist man von der Stadt- bzw. Straßenbahn an der Oberfläche, wo sich ein Busbahnhof und eine Fußgängerzone anschließen:

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Ein typischer DVG-Straßenbahnwagen:

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Typisch deutsch die Befehle an den Fahrgast :)

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An der Oberfläche einige Haltestellen weiter. Man beachte den Kühlturm (vermutlich von einem AKW) im Hintergrund:

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Auf der anderen Seite schaut es da schon viel freundlicher aus:

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Weitere Informationen für den Fahrgast...

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Ein Typenfoto:

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Wieder fahren mehrere Straßenbahnlinien durch eine Fußgängerzone. Ja dürfen's denn das?!

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Zahlreiche Parallelweichen findet man entlang der Strecken:

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Erfrischend, so ganz ohne Autos:

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Und da kommt auch schon die 901 daher, mit der man durch das Zentrum von Duisburg bis nach Mülheim fahren kann.

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Eine für mich optimale Aufteilung: Niederflur, wer's braucht, der Rest bekommt Hochflur. So viele Probleme erspart man sich damit.

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Selbstverständlich auch im Inneren Fahrgastinformation, man befindet sich ja in einer westlichen Stadt. Diese Haltestelle hat mir besonders gefallen, das Neandertal liegt ja nicht weit von hier:

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Auch zu dieser Stadt gibt es eine von Bahnfreunden erstellte Homepage: http://www.strassenbahn-duisburg.de/ (http://www.strassenbahn-duisburg.de/)

Insgesamt merkt man aber Duisburg dann doch deutlich an, dass es sich vorwiegend um eine Industriestadt handelt. Kam mir in weiten Teilen eher trostlos vor im Vergleich mit den Städten rundherum.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Bus am 02. September 2012, 18:38:39
Danke für die Fotos! Ja ja Duisburg, dort hat(te) man in den letzten Jahren/Jahrzehnten schwer mit dem Fahrgastschwund zu kämpfen.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Wattman am 02. September 2012, 19:33:54
Hochinteressant - auch und vor allem die Detailfotos! :up:
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: coolharry am 03. September 2012, 07:24:33
An der Oberfläche einige Haltestellen weiter. Man beachte den Kühlturm (vermutlich von einem AKW) im Hintergrund:

(Dateianhang Link)


Ne. Kohle. Im Pott gibts keine Atome nur Kohle. Und da vorwiegend auch nur die Braune.


Danke für die Reportage. War schon so lang nimmer dort.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: KSW am 05. September 2012, 09:30:50
Schade, dass nichts daraus wurde - ein paar N10DU wären schon fein gewesen in Graz  :'(
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 13er am 07. November 2013, 18:11:50
Jetzt geht alles krachen. Schon allein wegen der Parallelen zu Wien interessant:

Zitat
Duisburger Verkehrsgesellschaft prüft Abschaffung der U-Bahn
07.11.2013 | 08:03 Uhr

Duisburg.  Was würde es bedeuten, wenn Investitionen in die Tunnelinfrastruktur ausbleiben? Das Szenario spielt die Duisburger Verkehrsgesellschaft ebenso durch wie den wohl letzten Ausweg, die 40 Mio Euro selbst in die nötige Zugsicherungstechnik zu stecken.

Bis 1992 tingelte die Straßenbahn über die Königstraße . Im schlimmsten Fall könnte das in nicht allzu ferner Zukunft wieder so sein: Die Duisburger Verkehrsgesellschaft lässt derzeit intern prüfen, was es bedeuten würde, die Stadtbahn wieder aus den Tunneln zu holen und oberirdisch fahren zu lassen. „Es gibt schlicht keine Alternative, wenn wir die Tunnel nicht mehr nutzen können“, erklärt DVG-Konzernchef Marcus Wittig im Gespräch mit der NRZ. Der Prüfauftrag sei quasi eine Verpflichtung, um in einem solchen Fall den Auftrag, einen öffentlichen Personennahverkehr anzubieten, mit den vorhandenen Mitteln erfüllen zu können.

Hintergrund ist in erster Linie die veraltete Technik der Zugsicherung. Ab 2024 kann sie nicht mehr genutzt werden. Wird sie nicht erneuert, muss der Fahrbetrieb im Tunnel stillgelegt werden. Wie mehrfach berichtet soll die neue Technik wegen der Gemeinschaftslinie U79 zusammen mit Düsseldorf ausgeschrieben werden — und zwar noch in diesem Jahr. Doch die Stadt Duisburg als Eigentümer der Tunnelanlage hat das nötige Geld nicht: 40 Mio Euro kostet die neue Technik , 4 Mio zahlt die DVG, 8 Mio steuert das Land über den VRR bei . Bleiben 28 Mio Euro, die die Stadt zahlen müsste, aber nicht kann.

Infrastruktur ist zum Teil älter als 40 Jahre

So unvorstellbar der Gedanke erscheinen mag, ein bestehendes U-Bahn-Netz aufzugeben, so deutlich wird diese Prüfung wohl wachrütteln. Denn die Zugsicherung ist nur der Anfang, sagt der Vorstandsvorsitzende Wittig mit Blick auf die Stadtbahn, deren Bau 1969 begonnen hatte: „Die Tunnelinfrastruktur ist zum Teil älter als 40 Jahre. Um die Instandhaltung hat sich lange Zeit niemand Gedanken gemacht.“ Es sei eine Frage der Zeit, bis Investitionen in die Bauwerke notwendig werden, sie würden in die Millionenhöhe gehen, vor allem wegen der gestiegenen Anforderungen an den Brandschutz. Auch hier wäre die Stadt als Eigentümerin gefordert. Hinzu kommen steigende Qualitätsansprüche wie zum Beispiel die Barrierefreiheit.

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft müsse in den kommenden Jahren ohnehin Millionen in ihre Anlagentechnik, in die Gleise, in mehr als 20 Jahre alte Zielanzeiger und Nachrichtentechnik oder auch in den Digitalfunk stecken. „Wir rechnen allein für die kommenden Jahre mit Investitionen von mehr als 250 Millionen Euro“, sagt Wittig. Alleine die neue Straßenbahn-Flotte wird mit rund 120 Millionen Euro zu Buche schlagen: die bis zu 30 Jahre alten Fahrzeuge haben bereits jetzt einen Abnutzungsgrad von 96 Prozent, bis 2024 sollen alle 45 Bahnen gegen neue getauscht sein.

Appell Richtung Berlin: DVG-Chef sieht den Bund in der Pflicht

„Dafür muss aber auch die Infrastruktur erhalten und erneuert werden“, sagt der Duisburger Konzernvorstand und sieht dabei den Bund in der Pflicht. Von den 1,5 Milliarden Euro, die in diesem Jahr in NRW verteilt werden, fließt nur ein kleiner Teil in den ÖPNV. „Die Mittel müssen deutlich aufgestockt werden“, fordert Wittig in Richtung Berlin, wo der Kuchen verteilt wird. „Ich halte es für sinnvoller, das Geld hier in die ÖPNV-Infrastruktur zu stecken als zum Beispiel nach Griechenland zu schicken.“

Zumindest für das drängendste Problem, nämlich die Erneuerung der Zugsicherung, prüft die DVG nicht nur die Alternative für den schlimmsten Fall, sondern noch einen anderen Ausweg aus der Misere: Anstelle der Stadt könnte die Verkehrsgesellschaft die Finanzierungslast auf sich nehmen. Fraglich ist, ob sich auch die zugesagte VRR-Förderung übertragen lässt. Um den nötigen Kredit von 28 Mio Euro zu stemmen, wäre aber zumindest eine Bürgschaft der Stadt nötig. Die Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen. Dann könnte die U-Bahn auch 2024 noch fahren.

Ingo Blazejewski

Quelle:
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: hema am 07. November 2013, 20:29:06
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tatra83 am 07. November 2013, 22:30:27
Jetzt geht alles krachen. Schon allein wegen der Parallelen zu Wien interessant:
Zitat
Duisburger Verkehrsgesellschaft prüft Abschaffung der U-Bahn[..]
Naja, eigentlich nicht. Es geht schlussendlich darum, dass es ab 2014 keine Verpflichtung mehr gibt, GVFG-Mittel (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) ausschließlich für den ÖPNV zu nutzen.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hat hier mal den Finanzierungsbedarf des ÖPNV bis 2025 geschätzt: http://www.mobi-wissen.de/sites/default/files/studie_finanzierungsbedarf_opnv_2025_2.pdf (http://www.mobi-wissen.de/sites/default/files/studie_finanzierungsbedarf_opnv_2025_2.pdf)

Auch das hier ist nicht uninteressant: http://www.mobi-wissen.de/sites/default/files/positionspapier_zur_opnv-finanzierung_2.pdf (http://www.mobi-wissen.de/sites/default/files/positionspapier_zur_opnv-finanzierung_2.pdf)
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Petersil am 07. November 2013, 23:09:24
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???

Frage ich mich auch. Vermutlich könnte man sich ohne den teuren Tunnel dichtere Intervalle leisten. Brünn ist ähnlich groß wie Duisburg und dort erschließt die Straßenbahn größere Teile der Stadt, hat deutlich bessere Intervalle und befördert 6-mal so viele Fahrgäste (197 Millionen vs. 32 Millionen pro Jahr).
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: coolharry am 08. November 2013, 06:56:39
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???

Weil ein größerer Teil gar nicht sinnvoll durch eine Oberirdische Streckenführung ersetzt werden kann.
Aber im großen und ganzen ists gleich "schlimm" wie überall sonst. Weil Parkplätze, Hauptverkehrsstraßen, Fußgängerzonen und des linke Ei zurück um und weggebaut werden müssten.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 95B am 08. November 2013, 09:07:17
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???
Denk doch an die armen Autofahrer! :P
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tatra83 am 08. November 2013, 09:16:31
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???
Denk doch an die armen Autofahrer! :P
Stimmt, denn in Deutschland denkt tatsächlich kein Verkehrsbetrieb an die Autofahrer...
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 95B am 08. November 2013, 09:27:34
Stimmt, denn in Deutschland denkt tatsächlich kein Verkehrsbetrieb an die Autofahrer...
Na, die können aber noch viel von uns lernen. Ich schlage vor, den Wurm auf lebenslange Tour durch deutsche Verkehrunternehmen zu schicken, auf dass er alle bekehren möge! ;)
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Linie 41 am 08. November 2013, 10:40:54
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???
Denk doch an die armen Autofahrer! :P
Ja, wirklich! Denkt denn niemand an die Autofahrer!
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: coolharry am 08. November 2013, 11:16:47
Wieso ist es der 'schlimmste Fall',  wenn die Strecke wieder an der Oberfläche angelegt werden müsste?  ???
Denk doch an die armen Autofahrer! :P
Ja, wirklich! Denkt denn niemand an die Autofahrer!

In Duisburg heißt aber eher: "Denkt den niemand an die Geschäftsleute wenn plötzlich wieder die laute Tramway Stadtbahn ihre Kunden zusammen führt."
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 60er am 08. November 2013, 11:56:24
Unter den Geschäftsleuten gibt es halt überall die gleichen Tr**tel, egal ob das jetzt in der Wiener Neubau- und Kirchengasse ist, oder in Duisburg.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 13er am 08. November 2013, 12:19:05
Die Königstraße in Duisburg ist eine typische Einkaufs-FuZo geworden. Ihr könnt ja mal in Google-->Bilder suchen. Parallelen zur Mariahilfer Straße oder Bahnhofstraße in Zürich (um mal die beiden Extreme heranzuziehen) gibt es da zahlreiche...
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: moszkva tér am 08. November 2013, 12:58:13
Brünn ist ähnlich groß wie Duisburg und dort erschließt die Straßenbahn größere Teile der Stadt, hat deutlich bessere Intervalle und befördert 6-mal so viele Fahrgäste (197 Millionen vs. 32 Millionen pro Jahr).
Du vergleichst einen Apfel mit 100 Birnen. Brünn ist eine mittelgroße Stadt, Duisburg eine von vielen Städten in einer polyzentrischen urbanen Agglomeration mit ca. 6 Millionen Einwohnern!
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Petersil am 08. November 2013, 13:01:41
Damit hast du natürlich recht, aber gerade deswegen müsste man doch in Duisburg wie im gesamten Ruhrgebiet "mehr" machen können, oder? Wo viele Menschen wohnen, gibt es auch mehr potentielle Fahrgäste.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: moszkva tér am 08. November 2013, 13:06:50
Damit hast du natürlich recht, aber gerade deswegen müsste man doch in Duisburg wie im gesamten Ruhrgebiet "mehr" machen können, oder? Wo viele Menschen wohnen, gibt es auch mehr potentielle Fahrgäste.

Ja sicher, aber rein aus den Fahrgastzahlen kann man das nicht ganz rauslesen. Wer sind die 32 Millionen? Nur Duisburger? Nur Fahrgäste der Straßenbahn auf Duisburger Stadtgebiet? Wie groß sind die Netze im Vergleich?
Zu den Intervallen kann ich nix sagen, ich war leider noch nie in Duisburg.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 13er am 08. November 2013, 13:11:50
Das ganze Gebiet dort darf man sowieso nicht je Stadt isoliert sehen. Das könnte nur einem Wiener einfallen, der schon fast den Pass herzeigen will, wenn er nach Groß-Enzersdorf fährt ;) Der Pott ist mit ÖV ineinander verschachtelt. Essener Züge fahren nach Mülheim, Düsseldorfer Züge nach Duisburg (sehr nette Überlandstrecke mit der U79, wenn man mal dort ist!) usw. usf. Darum bin ich mir bei den Fahrgastzahlen auch nicht so ganz sicher, wie die gezählt werden.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: moszkva tér am 08. November 2013, 14:36:13
Das ganze Gebiet dort darf man sowieso nicht je Stadt isoliert sehen. Das könnte nur einem Wiener einfallen, der schon fast den Pass herzeigen will, wenn er nach Groß-Enzersdorf fährt ;) Der Pott ist mit ÖV ineinander verschachtelt. Essener Züge fahren nach Mülheim, Düsseldorfer Züge nach Duisburg (sehr nette Überlandstrecke mit der U79, wenn man mal dort ist!) usw. usf. Darum bin ich mir bei den Fahrgastzahlen auch nicht so ganz sicher, wie die gezählt werden.
Das Ruhrgebiet ist wie Mittelengland, Oberschlesien und der Donbass.

Als Wiener kennt man halt keine polyzentrischen Agglomerationen. Da gibts nur die weltbeste Kaiserstadt und alles andere ist Vorstadt  :D
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Ferry am 08. November 2013, 14:53:42
In Duisburg heißt aber eher: "Denkt den niemand an die Geschäftsleute wenn plötzlich wieder die laute Tramway Stadtbahn ihre Kunden zusammen führt."
Es wäre interessant, in den anliegenden Geschäften die Umsätze vor und nach der lauten Tramway zu vergleichen und dazu die Geschäftsleute in der Meidlinger Hauptstraße nach ihren Erfahrungen zu  befragen.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: W_E_St am 08. November 2013, 15:01:59
Das ganze Gebiet dort darf man sowieso nicht je Stadt isoliert sehen. Das könnte nur einem Wiener einfallen, der schon fast den Pass herzeigen will, wenn er nach Groß-Enzersdorf fährt ;) Der Pott ist mit ÖV ineinander verschachtelt. Essener Züge fahren nach Mülheim, Düsseldorfer Züge nach Duisburg (sehr nette Überlandstrecke mit der U79, wenn man mal dort ist!) usw. usf. Darum bin ich mir bei den Fahrgastzahlen auch nicht so ganz sicher, wie die gezählt werden.
Das Ruhrgebiet ist wie Mittelengland, Oberschlesien und der Donbass.

Als Wiener kennt man halt keine polyzentrischen Agglomerationen. Da gibts nur die weltbeste Kaiserstadt und alles andere ist Vorstadt  :D
Vorstadt?!? Feindliche Wildnis!
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: HLS am 08. November 2013, 19:51:23

Vorstadt?!? Feindliche Wildnis!
Außer Baden.  ;D
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: moszkva tér am 09. November 2013, 09:29:08

Vorstadt?!? Feindliche Wildnis!
Außer Baden.  ;D
Und Ischl natürlich  ;)
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Linie 41 am 09. November 2013, 13:23:16
Und Ischl natürlich  ;)
Ischl ist keine Vorstadt. ;D
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: martin8721 am 09. November 2013, 16:11:07
Jetzt geht alles krachen. Schon allein wegen der Parallelen zu Wien interessant:

Zitat
Duisburger Verkehrsgesellschaft prüft Abschaffung der U-Bahn
07.11.2013 | 08:03 Uhr

Duisburg.  Was würde es bedeuten, wenn Investitionen in die Tunnelinfrastruktur ausbleiben? Das Szenario spielt die Duisburger Verkehrsgesellschaft ebenso durch wie den wohl letzten Ausweg, die 40 Mio Euro selbst in die nötige Zugsicherungstechnik zu stecken.

Abgesehen von den Parallelen zu Wien bezüglich der zu erneuernden Signalanlagen, die alleine schon in die Millionenhöhe gehen wird, kommt ja noch was hinzu:
Als ich heute wieder zwischen Laurenzgasse und Kliebergasse mit dem dort verhängten 15kmh dahingeschlichen bin, habe ich mir gedacht, dass allein die Renovierung dieses Abschnittes ebenfalls in die Millionenhöhe gehen wird. Von einer Grundsanierung der gesamten Ustrab - die in  absehbarer Zeit wohl auch kommen wird müssen - möcht ich da gar nicht reden.  :o
Also wirklich lieber zuschütten das Ganze.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: HLS am 09. November 2013, 16:19:51
Also wirklich lieber zuschütten das Ganze.
:up: :up: :up:
Du darfst auch gern die Taliban dafür beauftragen.  >:D
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: tramway.at am 28. August 2014, 10:52:04
http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duisburg/u-bahn-in-duisburg-vor-dem-aus-das-waeren-die-folgen-id9747250.html (http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duisburg/u-bahn-in-duisburg-vor-dem-aus-das-waeren-die-folgen-id9747250.html)
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 13er am 28. August 2014, 11:53:50
Das sollte unsere Verantwortlichen SEHR genau beobachten. Wir sind nämlich nur mehr ein paar Jahre von demselben Szenario entfernt. Nur dass wir wissen, dass einfach noch mehr Schulden gemacht werden anstatt die U-Bahn einzustellen. Irgendeinen Trick wird man schon finden.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: pTn am 05. Mai 2015, 08:17:47
Die Stadt im Ruhrgebiet hat ein recht attraktives Straßenbahn- und Stadtbahnnetzwerk, das die Stadt auch mit umliegenden Städten verbindet.
Neben den GT10NC und den eigenen B80 kommen auch Düsseldorfer B80 in die Stadt.

mehr: http://public-transport.net/a/Duisburg/ (http://public-transport.net/a/Duisburg/)
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tatra83 am 05. Mai 2015, 08:40:55
Die Baureihe GT10NC (auf dem ersten Bild zu sehen) ist seit Anfang März 2015 komplett abgestellt und muss durch die DVG saniert werden (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/duisburger-dvg-muss-strassenbahnen-reparieren-id10078306.html). So fehlen 45 Fahrzeuge, was zu massiven Einschränkungen im städtischen Straßenbahnverkehr (http://www.dvg-duisburg.de/aktuell/umleitungen-sonderverkehre/anzeige/article/busse-statt-bahnen-bei-den-einsatzfahrten.html) führt. Die jährliche Laufleistung dieser Fahrzeuge liegt übrigens bei mehr als 70.000km. :lamp:
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Kanitzgasse am 03. April 2018, 17:30:04
Zahlreiche Verletzte bei Auffahrunfall im Tunnel im Bereich der Haltestelle "Auf dem Damm" in Meiderich heute Nachmittag:
https://www.nrz.de/staedte/duisburg/u-bahnen-stossen-in-duisburg-zusammen-viele-verletzte-id213909649.html
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 10. März 2019, 14:09:52
Berlin kann jeder – Duisburg muss man wollen >:D

Ich will – inzwischen weiß ich die Zeit mehr und mehr zu schätzen, die ich immer wieder im Ruhrgebiet verbringen darf. Der Charme ist ein rauer, doch die Gegend bietet eine ganz besondere Stimmung. Das Duisburger Straßenbahnnetz zeichnet sich durch ein paar Einzigartigkeiten aus, von denen ich als erste die Liniennummern erwähnen möchte: Mit den Linien 901 und 903 fahren dort die beiden Linien mit den wohl höchsten regulär vergebenen Nummern weltweit – eine dem riesigen Verkehrsverbund geschuldete Spezialität, in dem Duisburg den Sektor 9 einnimmt, welche Nummer als Präfix den Liniennummern vorangestellt wird.

Zum Start eine Aufnahme vom GT10NC 1015 zwischen den Haltestellen Heiligenbaumstraße und Rheinstahl in Hüttenheim am Südast der Linie 903, das Foto entstand am 15. Februar 2019 mittags.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 16. März 2019, 14:28:25
Die 900er-Liniennummern als Einzigartigkeit in Duisburg sind offensichtlich, weniger offensichtlich ist die rekordverdächtige Linienlänge: Ich kenne weltweit keinen anderen städtischen Straßenbahnbetrieb mit mehr als 25km Durchschnittslänge der regulären Straßenbahnlinien; und die Stadtbahnlinie U79 nach Düsseldorf mit mehr als 41km Länge würde da noch eines d'rauf setzen, bezöge man sie in die Durchschnittsrechnung mit ein.

Den 903er hatten wir schon, den 901er noch nicht: Am Vinckeweg am Südrand von Ruhrort nimmt GT10NC 1002 Fahrt auf, um die Ruhr an den unbeschreiblich großen Hafenanlagen Duisburgs zu überqueren, bevor es durch den Duisburger Innenstadttunnel weiter bis ins benachbarte Mülheim geht.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 17. März 2019, 12:39:47
Das dritte Spezifikum der Duisburger Straßenbahn ist der Wagenpark: Die GT10NC gibt's nur hier – und sie sorgen für den gesamten Auslauf der regulären Straßenbahnlinien. Duisburg hat den Ruf, bei seinen Straßenbahnwägen schon lange eigene Wege zu gehen; mir gefällt die verschlankte Version einer Mélange aus B- und N-Wagen gar nicht einmal so schlecht. Anfangs als hochflurige Achtachser konzipiert wurden die GT10NC umgehend mit einem zusätzlichen Niederflurmittelteil ausgestattet, womit der gesamte Straßenbahnwagenpark Niederflurigkeit bietet, wenn auch nur in einem geringen Anteil der Wagenfläche. Typischerweise verhalten sich hochflurige Drehgestellwägen mit niederflurigen Zwischenelementen in vielerlei Hinsicht gutmütiger als hochgezüchtete 100%-Niederflurwägen – doch auch die GT10NC waren nicht vor einem systematischen Problem gefeit, das vor einiger Zeit vorüber gehend die gesamte Straßenbahnflotte außer Gefecht setzte, wie hier weiter oben schon Thema war. Noch ist der Wagenpark nicht wieder im Normalumfang verfügbar; dazu später mehr.

Hier eine ganz klassische Duisburger Szene mit Wagen 1018 am 14. Februar 2019 nächst der Haltestelle Thyssen Tor 30 in Laar.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Konstal 105Na am 17. März 2019, 12:45:09
mir gefällt die verschlankte Version einer Mélange aus B- und N-Wagen gar nicht einmal so schlecht.

Ja, schaut wirklich nicht schlecht aus. Danke für die Bilder, bin schon auf weitere Eindrücke gespannt.  :)
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 20. März 2019, 18:06:39
Nach all den Heizerseitenfotos nun die andere Seite – zurück zum Vinckeweg, eine Haltestelle nach dem berühmten Tausendfensterhaus (https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Ruhrort) in Ruhrort. Wie so gut wie alle GT10NC zeigt der hier abgebildete Wagen 1029 eine tadellose Lackierung – könnte aber dringend eine Fahrt durch die Waschanlage brauchen; die sandgelbschmutzige Unterseite der Flanken zog sich durch einen großen Teil des Wagenparks. Man bemerke übrigens die überbreite Vordereinzeltüre – wieder einmal eine Duisburger Spezialität. Wo möglich und tunlich werden Haltestellen in Straßenmittellage auf Inselbahnsteige umgebaut, langsam und Zug um Zug: Es fehlt hier Geld an allen Ecken und Enden.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 30. März 2019, 09:58:37
Begeben wir uns in den Süden, in den Stadtteil Wanheimerort: GT10NC 1041 braust hier auf Linie 903 der Haltestelle Rheintörchenstraße entgegen. Diese ist außerhalb der Schwachverkehrszeiten Endstation für jeden zweiten Kurs des 903ers, der damit auf seinem zentralen Abschnitt unter der Woche immerhin einen 7½-Minuten-Takt bietet: Selbst das ist kaum ausreichend, den Andrang adäquat zu adressieren.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: 95B am 30. März 2019, 10:23:15
Ich finde es immer wieder interessant, wie lang man in Deutschland am Scherenbügel festgehalten hat.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 31. März 2019, 11:53:39
Der wuchtige Kontrast zu den tendenziell filigran wirkenden Scherenstromabnehmern sind die im Ruhrgebiet so häufig verlegten Hochkettenfahrleitungen, ganz unabhängig vom Umfeld. Hier, an der Haltestelle Marienhospital, verlässt die Straßenbahn den Kern des Stadtteils Hochfeld – wohl eines der buntesten Viertel der ohnehin heterogenen Stadt Duisburg.

Der gesamte zu sehende Abschnitt durch die Wanheimer Straße verlor 1979 den Straßenbahnregelbetrieb; dass die Straßenbahn 1992 hierher zurückkehren durfte, ist der vielleicht einzige wirklich erfreuliche Effekt der Stadtbahntunneleröffnung – doch dazu später mehr. Auf dieser Aufnahme ist GT10NC 1036 auf einem der erwähnten Verstärkerkurse zur Rheintörchenstraße zu sehen – so wie jeder 903er bestens gefüllt.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: B-Wagen am 31. März 2019, 20:20:01
Ich finde es immer wieder interessant, wie lang man in Deutschland am Scherenbügel festgehalten hat.

Die B80 wurden in Duisburg sogar nachträglich von Einholm auf Schere umgerüstet.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 04. April 2019, 07:44:28
Die mögliche Stilllegung des Duisburger Stadtbahn-Innenstadttunnels wird immer wieder als Horrorvariante ob der leeren Kassen zitiert – ich sehe dabei den Horror nicht, sondern fasse das eher als Idealvorstellung auf. Kaum eine andere Stadt kenne ich, deren innerstädtischer Stadtbahntunnel so wenig Mehrwert gegenüber der bisherigen oberirdischen Lösung gebracht hat (sieht man von der Beschleunigung der Hafenquerung Duissern–Meiderich ab, doch das wäre anders auch gegangen).

1992 wurde nicht nur schlagartig ein durchaus moderner Wagenpark obsolet – Graz hat sich gefreut! –; die Fahrt der Hauptlinie von Süden, U79, verlängerte sich schon rein in der Fahrzeit um drei Minuten bis zum Hauptbahnhof durch die Tunnelführung; mit der Reduktion der Zugänglichkeit durch die Tunnelstationen ist das eine durchaus schmerzhafte Verlangsamung durch den Tunnelbau. Dazu kam das Abhängen des Stadtteils Neudorf hinter dem Hauptbahnhof durch Einstellung des 904ers: Das war gar nicht gut.

Die oberirdischen Achsen durch die Innenstadt könnten eine Wiedereröffnung der Straßenbahn sehr gut gebrauchen, Neufeld könnte einfach wieder angebunden werden; und von der Fahrzeit her würde nix schlechter.

Hier ist als erstes Tunnelfoto einmal die unspektulärere untere Ebene der zentralen Haltestelle König-Heinrich-Platz, wo der 901er in beiden Richtungen fährt: GT10NC 1020 am 15. Februar.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Bus am 04. April 2019, 08:35:04
Tut sich jetzt etwas in Sachen Stilllegung des Tunnels?
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 13. April 2019, 18:35:10
Tut sich jetzt etwas in Sachen Stilllegung des Tunnels?
Ich fürchte, so weit sind die Leute noch nicht, dass man eine solche Einsicht in entscheidender Position offen an den Tag legen kann, ohne politisch Selbstmord zu begehen… Wer weiß, was die Zeit bringt ;)

Eine der ganz wenigen bemerkenswerten Facetten der beiden zentralen Haltestellen des Duisburger Stadtbahntunnels ist die durchaus durchdachte Umsteigesituation: Am König-Heinrich-Platz herrscht linienreiner Betrieb pro Ebene, hier am Hauptbahnhof richtungsreiner Betrieb pro Ebene. Am unteren Bahnsteig fahren alle drei Linien westwärts; die U79 und der 903er teilen sich eine Bahnsteigkante, dem 901er bleibt die andere. Ein bisschen Verspätung, und schon ist eine Situation wie die abgebildete typisch: Massiver Fahrgastandrang aus dem und in den GT10NC 1006!
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 14. April 2019, 12:09:05
106er in Simmering? Fast: Man drehe einfach die Nummer «106» auf den Kopf und ist – hier beim «901»er ;D

Die Zielangabe «Obermarxloh, Schleife» auf den abgebildeten 901er-Garnituren ist im Übrigen Etikettenschwindel: Während der Normalverkehrszeit fährt der 901er Richtung Obermarxloh ohne weitere Ankündigung(!) nur bis zur Haltestelle Scholtenhofstraße (https://www.dvg-duisburg.de/die-dvg/aktuell/ersatzverkehr/) in Laar. Dort heißt es für die gesamte Reststrecke, mithin gut ein Drittel der Länge der Linie 901, in den allseits beliebten Schienenersatzverkehr umzusteigen, mit erratischen Anschlüssen beim 15-Minuten-Takt. Zu viele GT10NC fehlen derzeit; und immer und immer wieder kommt das Thema Fahrpersonalausfall zusätzlich aufs Tapet: Da spielen wegen Unfinanzierbarkeit der Reparatur bis auf Weiteres stillgelegte U-Bahn-Stations-Aufzüge schon fast keine Rolle mehr vor lauter «System kaputt».

Auf diese Weise kommt man derzeit auch nur während der Schwachverkehrszeiten (wo der 901er die Gesamtstrecke durchzufahren vermag) mit der Straßenbahn in die kultigsten Duisburger Stadtteile Beeck und Bruckhausen, wie etwa beim Matenatunnel (https://de.wikipedia.org/wiki/Matenatunnel). Das ist so wunderbar morbid, das passt hier bestens dazu.

Nicht weit von der verkappten 901er-Endstation Scholtenhofstraße, nächst der Straße «Beim Alten Hebeturm», ist hier GT10NC 1015 am 14. Februar 2019 abgebildet – für das Mindersuperservice gar nicht mal so schlecht frequentiert.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 15. April 2019, 18:47:02
Jahrzehntelang erschloss die Duisburger Straßenbahn den südlichen Stadtteil Hüttenheim mit einem Haken über Grunewald; erst die Durchbindung der Hochfelder Strecke mit einer Brücke über die Gütergleisanlagen Richtung Mannesmann machte den direkten Anschluss Hochfeld–Hüttenheim möglich. Nicht weit von dieser (auch nicht mehr ganz) neuen Durchbindung, beim Bahnhof Hochfeld Süd, ist hier GT10NC 1013 in voller Fahrt vor der markanten St. Bonifatius-Kirche von 1911 zu sehen; dabei profitiert die Straßenbahn von einer durchaus gelungenen Pförtnerschaltung, um den hier immer wieder stockenden Autoverkehr elegant zu passieren.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 21. April 2019, 07:21:55
Eine Stadtbahnlinie im engeren Sinn, zwei Stadtbahnlinien im weiteren Sinn: Die erste mit Hochbahnsteigen, wo möglich; die anderen mit Tiefbahnsteigen. Fazit: Wo die U79 und zumindest eine der beiden anderen Linien gemeinsam unterwegs sind, gibt's im Tunnel geteilte Bahnsteige, und das dauerhaft. Das klassische Dilemma (nicht nur) der inkonsequent umgesetzten Rhein-Ruhr-Stadtbahn; und wenn ich mir die Meinung erlauben darf: Es ist ein Segen, dass die anfänglichen Rhein-Ruhr-Planungen wenigstens außerhalb Dortmunds bald nicht mehr so heiß gegessen wie gekocht worden, sonst hätten wir viel mehr überdimensionierte Monsterinfrastruktur wie all die Tunnel an unnötigen Stellen, wegen Umspurung verlorene Meterspurstrecken, oder auch die unselige Autobahnmittelstreifen-U18 – der Duisburger Geisterbahnhof Angerbogen (https://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahnhof_Angerbogen) mag ein Mahnmal dafür sein.

Die B-Wagen-Doppelgarnitur 4216+4252 hält hier am Hochbahnsteig der unteren Etage der Haltestelle Duisburg Hauptbahnhof, die in etwa so weit vom eigentlichen Hauptbahnhof entfernt ist wie die U1 in Wien. Bei aller Motschgerei: Die Ausschilderung der Tunnelhaltestellen ist umfangreich, präzise und verständlich, auch hinsichtlich der Echtzeitanzeigen.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: B-Wagen am 21. April 2019, 08:08:06
Najaaa Najaaaa:

Die Mittelstreifen-U18 war halt vorher eine Meterspur-Straßenbahn im Mittelstreifen der B1/A430/A40.

Dortmund hat eigentlich wenig "Monsterbauten", aber dafür das komplette Netz im Zuge der Stadtbahn einmal komplett durchgearbeitet. Das kann man durchaus positiv bewerten, wenn man sich insbesondere den alten Ausbaustandard der Außenstrecken anschaut (eingleisig in Straßenrandlage - mit Fahrt im Gegenverkehr!).
Ob der Ost-West-Tunnel wirklich notwendig war, darüber kann man sicherlich streiten. Positiv zu bewerten ist hier, dass die Strecke entgegen früherer Planungen in Niederflur ausgeführt wurde. Hier gibt es auch keine Systembrüche auf gemeinsam befahrenen Abschnitten. Niederflur und Hochflur treffen sich nur im (und auf Zufahrt zum) Betriebshof.

Allerdings war das auch ein Transitionsprozess über 15 Jahre. Bis 1999 gab es hier auch noch einen Mischbetrieb im Tunnel zwischen Hoch- und Niederflur.
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 21. April 2019, 08:20:48
Dortmund hat eigentlich wenig "Monsterbauten", aber dafür das komplette Netz im Zuge der Stadtbahn einmal komplett durchgearbeitet.
Deswegen nahm ich Dortmund ja aus meiner Betrachtung aus – in Dortmund ist einiges trotz oder wegen der Konsequenz im Stadtbahnbau besser gelaufen als anderswo. Ein bissi zu viel Tunnel gibt's in Dortmund, bei reduzierter Innenstadtzugänglichkeit im Vergleich zu vor 1984, aber sonst… Dass die Strecke zur Westfalenhütte erhalten blieb, ist fast schon überraschend gut!
Titel: Re: [DE] Duisburg
Beitrag von: Tramwaycafe am 22. April 2019, 09:55:03
Mit noch einer Tunnelaufnahme möchte ich mich aus Duisburg verabschieden – in der Hoffnung, dass meine launigen Kommentare niemanden vergrault haben. Hier sind wir nochmals unter dem König-Heinrich-Platz, dieses Mal in der oberen Ebene der Tunnelstation: Die Verspiegelung hier sorgt für einen der großzügigsten Raumeindrücke, die ich jemals in einer eher engen Station erleben durfte. GT10NC 1010 am 15. Februar 2019.