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Straßenbahn Wien => Historisches => Linien => Thema gestartet von: Revisor am 09. Dezember 2010, 01:34:41

Titel: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 09. Dezember 2010, 01:34:41
Ein Zug der Linie 61, bestehend aus dem G4 317 noch mit alten Ziffern und einem k1- oder k2-Beiwagen steht in der End- und Anfangshaltestelle in der Hoffmeistergasse unmittelbar an der Eichenstraße und wartet auf seine Abfahrtszeit, um zur Oper zu fahren. Die Degradierung der G4 vom Gewichtszeichen Viereck auf Dreieck dürfte erst kurz zuvor erfolgt sein, so neu wie das Dreieck aussieht.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 09. Dezember 2010, 07:30:07
Fehlt dem Triebwagen der Scheibenwischer bloß oder wurden generell die Wischerblätter später montiert als die Drehachsen?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 09. Dezember 2010, 21:26:21
Fehlt dem Triebwagen der Scheibenwischer bloß oder wurden generell die Wischerblätter später montiert als die Drehachsen?
Vermutlich, da der Wagen auf einem anderen Foto aus der gleichen Zeit, aber mit der anderen Plattform vorne, einen Scheibenwischer hat.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 08. September 2012, 02:40:01
Habe mich jetzt nochmals eingehender mit dem seinerzeitigen Rätsel http://www.fpdwl.at/forum/wiener-linien/r-tsel/gel-ste-r-tsel/9640-wo-gel-st/ (http://www.fpdwl.at/forum/wiener-linien/r-tsel/gel-ste-r-tsel/9640-wo-gel-st/) beschäftigt und mir die folgenden Fragen gestellt:

Linienverkehr in der Niederhofstraße (61er)

Betreffend die erste Frage habe ich aus dem Straßenbahnjournal-Wiki die folgenden Daten ermitteln können:

Auf diese Daten mache ich mir den folgenden Reim, wobei es interessant wäre, ob das jemand bestätigen könnte: Ich nehme einmal an, daß die NWT-Linie von der Operngasse (nachmaliger 61er) gleich am Eröffnungstag, dem 12. November 1887, bis Meidling Südbahnhof gefahren ist und nicht in der Arbeitergasse beim Gürtel geendet hat, sondern weiter die alte WLB-Trasse Steinbauergasse - Aßmayergasse - Eichenstraße genutzt hat. Zumindest bis 11. Dezember 1887 muß in Meidliung Südbahnhof umgespannt worden sein. Aus dem Eröffnungsdatum der Niederhofstraße mit Haferantrieb schließe ich, daß diese Linie im Bereich außerhalb des Gürtels jedenfalls nicht mit Dampf betrieben worden ist. Den Sinn der Niederhofstraße nur für Einführungs- und Schlußfahrten durchblicke ich aber nicht: Die Schleife beim Südbahnhof ist ja erst 1915 eröffnet worden, also mußte man dort umspannen oder umkuppeln. Warum wollte man sich das ausgerechnet bei Einführungs- und Schlußfahrten ersparen, wenn man es tagsüber ohnedies ständig gemacht hat?

Jedenfalls hat Revisor in zitiertem Rätsel behauptet, daß die Niederhofstraße auch im Linienbetrieb genutzt worden wäre. Also gehe ich davon aus, daß man sich letztlich doch ab einem unbekannten Datum zwischen 1889 und 1915 das Umspannen (bei Haferantrieb) bzw. Umkuppeln (bei elektrischem Antrieb) beim Südbahnhof ersparen wollte und die große Schleifenrunde über Aßmayergasse - Eichenstraße - Meidlinger Hauptstraße - Niederhofstraße gefahren ist, wie in der Streckenbeschreibung des 61ers im Straßenbahnjournal-Wiki angeführt: vielleicht mit Einführung des elektrischen Betriebs am 12.1.1903, oder mit Übernahme der NWT durch die Gemeinde Wien - Städtische Straßenbahnen?

Am 22. Dezember 1915 ist jedenfalls die neue Schleife Aßmayergasse - Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse - Eichenstraße - Aßmayergasse eröffnet worden. Ich vermute daher, daß ab diesem Tag der Linienbetrieb in der Niederhofstraße geendet hat und bis zur Sperre am 6. August 1936 die Niederhofstraße nur mehr für Betriebsfahrten, allenfalls Einführungs- und Schlußfahrten (welche?) genutzt wurde.

Dann habe ich mir die Frage gestellt, in welcher Fahrtrichtung die Niederhofstraße befahren wurde. Gemäß Straßenbahnjournal-Wiki müßte sie von der Meidlinger Hauptstraße zur Steinbauergasse befahren worden sein, was für die Beurteilung des Aufnahmeorts des folgenden Photos von Bedeutung ist.

Aufnahmeorte der Photos

Insbesondere interessiert mich der Aufnahmeort des von hema geposteten Photos (siehe oben). Unter Beachtung der Fahrtrichtung und der Tatsache, daß ich im Vordergrund des Photos weitere Gleise zu erkennen glaube, kommt eigentlich nur die folgende Stelle in Betracht:

Der 61er befährt gerade die Meidlinger Hauptstraße vom Südbahnhof kommend und befindet sich unmittelbar vor der Abzweigeweiche in die Niederhofstraße. Der im Vordergrund vor der Laterne sichtbare Gleisbogen erlaubt ein Abbiegen von aus der Ullmannstraße kommenden Zügen in die Niederhofstraße. Die Häuser befinden sich an der Westseite der Meidlinger Hauptstraße.

Das sich links von hemas Photo befindende Eckhaus Niederhofstraße / Meidlinger Hauptstraße ist am von WIENTAL DONAUKANAL am 5. August 2010 um 1121 UHR geposteten Photo zu erkennen:
[attach=2]

Die Gestalt dieses Hauses ist konsistent mit dem Rätselphoto (2. Haus nach dem Eckhaus Vivenotgasse, welches in die Straße hineinspringt):
[attach=3]

Die Meidlinger Hauptstraße ist die unmittelbar nächste Quergasse zur Vivenotgasse. Die Häuser ganz rechts im Hintergrund müssen also ident mit den auf hemas Photo deutlich erkennbaren Häusern an der Westseite der Meidlinger Hauptstraße sein.

Ein Wort noch zum Photo, welches hema am 5. August 2010 um 0410 UHR gepostet hat: Lt. Wikipedia stand die ursprüngliche Meidlinger Pfarrkirche an der Stelle der heutigen Meidlinger Hauptstraße 10. Sie wurde 1842-45 durch eine neue dreischiffige Kirche auf einem eigens angelegten Platz freistehend errichtet (Migazziplatz). Hier der Blick auf den alten Meidlinger Ortskern aus dem Osten noch mit der alten Meidlinger Pfarrkirche, wie es wahrscheinlich bis etwa 1845 dort ausgesehen haben muß:
[attach=4]


Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 08. September 2012, 03:04:43
Richtig, das obere Foto ist die Einmündung der Niederhofstraße in die (Meidlinger) Hauptstraße. Da untere zeigt das Dorf Meidling, die Straße rechts müsste ungefähr im Verlauf der heutigen Niederhofstraße liegen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 08. September 2012, 09:38:48
Richtig, das obere Foto ist die Einmündung der Niederhofstraße in die (Meidlinger) Hauptstraße. Da untere zeigt das Dorf Meidling, die Straße rechts müsste ungefähr im Verlauf der heutigen Niederhofstraße liegen.
Mich hat ursprünglich diese Formulierung verwirrt, denn ich würde nach letzten Erkenntnissen eher von "(Meidlinger) Hauptstraße bei der Einmündung der Niederhofstraße" sprechen, denn von der Niederhofstraße ist am Bild nichts zu sehen. Nur die abzweigenden Gleise und eventuelle Vergleichsphotos, die eine genaue Identifizierung der Häuser zulassen, lassen auf die einmündende Niederhofstraße schließen.

Ursprünglich habe ich das Bild umgekehrt interpretiert: der Wagen käme aus der Niederhofstraße und böge sogleich in die Meidlinger Hauptstraße nach Süden ab. Die sichtbaren Häuser wären die Eckhäuser in der Niederhofstraße. Deshalb konnte ich auch mit der Aussage "Keine hundert Meter weiter wird der Triebwagen (links im Bild) am gesuchten Haus vorbeifahren!" nichts anfangen. Diese meine ursprüngliche Interpretation ist aber mit Sicherheit falsch.

Beim alten Photo des Dorfes Meidling hat mich die Lage der Kirche verwirrt. Frage mich immer noch, wie lange die alte Kirche nach 1845 noch existiert hat. Die neue ist ja ein paar hundert Meter weiter errichtet worden und müßte sich auf diesem Photo, so sie damals bereits existiert hat, rechts hinter dem Photographen befinden. Oft haben zu kleine Kirchen einen größeren Neubau an anderer Stelle manchmal sogar bis in die heutige Zeit als Filialkirche überlebt. Es scheint mir, daß sich die auf dem Photo abgebildete Kirche etwa an der Stelle des heutigen Theresienbades befunden haben muß. Genauere Angaben zur Geschichte der alten Kirche fehlen mir, interessierten mich aber sehr.

Immer noch unklar ist mir, wann genau die Niederhofstraße als reguläre Schleife für den 61er oder Vorgänger benutzt wurde. Hier fehlen mir leider genaue Angaben in den veröffentlichten Aufstellungen bzw. scheinen sich diese zu widersprechen. Plausibel klingt für mich nur der 22. Dezember 1915, d.h. die Eröffnung der neuen Schleife über Hoffmeistergasse – Wilhelmstraße, was vermutlich die alte Schleife über die Niederhofstraße überflüssig gemacht hat.

Eine andere Merkwürdigkeit ist mir in der Aufstellung im Straßenbahnjournal-Wiki aufgefallen: Dort wird behauptet, daß ab 1915 die Schleife Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse - Eichenstraße - Aßmayergasse im Linksverkehr befahren wurde.  Im Rechtsverkehr wurde diese Schleife dann offenbar in derselben Fahrtrichtung betrieben. Hat man die Einmündung dieser Schleifengleise bei der Aßmayergasse und Eichenstraße 1938 etwa umgebaut, um nach Umstellung die Wilhelmstraße und Hoffmeistergasse in derselben Fahrtrichtung betreiben zu können?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 08. September 2012, 10:10:20
Internetfunde:
Der Bebelhof in der Steinbauergasse mit der Trasse der Linie 61.
Ich bin hier in Untermeidling im Bezirksteil Neumargareten in der 50er und 60er Jahren aufgewachsen und habe noch rege Erinnerungen. Bis zum Bau der Hans Mandl Schule ca 1962 existierten die Schrebergärten und der Blumenkiosk rechts im Bild immer noch. Im Kiosk veräußerten die Schrebergärtner ihre Blumen und als Besonderheit war die "Auslage" mit Nylonfolie verglast.

Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 08. September 2012, 10:15:34
Die Assmayergasse noch zweigleisig im Abschnitt Flurschützstraße bis Eichenstraße
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 08. September 2012, 10:22:23
Eichenstraße vor dem Bahnhof Meidling viergleisig. Im Hintergrund kuppelt offensichtlich die Linie 61 oder 8. Bevor ich mich verspekuliere, hoffe ich auf eine Interpretation vom Revisor.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 08. September 2012, 10:24:55
Niederhofstraße beim Meidlinger Markt, Blickrichtung Steinbauergasse.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 08. September 2012, 11:01:00
...Eichenstraße jetzt nachgereicht ::)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 08. September 2012, 11:06:36
Ursprünglich habe ich das Bild umgekehrt interpretiert: der Wagen käme aus der Niederhofstraße und böge sogleich in die Meidlinger Hauptstraße nach Süden ab. Die sichtbaren Häuser wären die Eckhäuser in der Niederhofstraße.

Genau so hatte ich das im ersten Moment auch interpretiert. ;)
Danke für die wahrhaft detektivische Aufklärung!  :up:

Hier noch 2 Bilder der Niederhofstraße mit Schienen:
Bild 1 zeigt die Niederhofstraße Richtung Albrechtsbergergasse, links der Pfarrhof, aufgenommen von M. Sperling 1899.
Bild 2, aufgenommen von August Löwenstein, betitelt mit "Niederhofstraße stadteinwärts" dürfte nicht weit davon entfernt sein und die südlich gelegene Häuserfront der Niederhofstraße zeigen.
Beide Bilder stammen aus: Seemann, Helfried / Lunzer, Christian (Hrsg.) (1994): Meidling 1870-1930.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 08. September 2012, 11:22:44
Auf diese Daten mache ich mir den folgenden Reim, wobei es interessant wäre, ob das jemand bestätigen könnte: Ich nehme einmal an, daß die NWT-Linie von der Operngasse (nachmaliger 61er) gleich am Eröffnungstag, dem 12. November 1887, bis Meidling Südbahnhof gefahren ist und nicht in der Arbeitergasse beim Gürtel geendet hat, sondern weiter die alte WLB-Trasse Steinbauergasse - Aßmayergasse - Eichenstraße genutzt hat. Zumindest bis 11. Dezember 1887 muß in Meidliung Südbahnhof umgespannt worden sein. Aus dem Eröffnungsdatum der Niederhofstraße mit Haferantrieb schließe ich, daß diese Linie im Bereich außerhalb des Gürtels jedenfalls nicht mit Dampf betrieben worden ist. Den Sinn der Niederhofstraße nur für Einführungs- und Schlußfahrten durchblicke ich aber nicht: Die Schleife beim Südbahnhof ist ja erst 1915 eröffnet worden, also mußte man dort umspannen oder umkuppeln. Warum wollte man sich das ausgerechnet bei Einführungs- und Schlußfahrten ersparen, wenn man es tagsüber ohnedies ständig gemacht hat?

Jedenfalls hat Revisor in zitiertem Rätsel behauptet, daß die Niederhofstraße auch im Linienbetrieb genutzt worden wäre. Also gehe ich davon aus, daß man sich letztlich doch ab einem unbekannten Datum zwischen 1889 und 1915 das Umspannen (bei Haferantrieb) bzw. Umkuppeln (bei elektrischem Antrieb) beim Südbahnhof ersparen wollte und die große Schleifenrunde über Aßmayergasse - Eichenstraße - Meidlinger Hauptstraße - Niederhofstraße gefahren ist, wie in der Streckenbeschreibung des 61ers im Straßenbahnjournal-Wiki angeführt: vielleicht mit Einführung des elektrischen Betriebs am 12.1.1903, oder mit Übernahme der NWT durch die Gemeinde Wien - Städtische Straßenbahnen?

Am 22. Dezember 1915 ist jedenfalls die neue Schleife Aßmayergasse - Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse - Eichenstraße - Aßmayergasse eröffnet worden. Ich vermute daher, daß ab diesem Tag der Linienbetrieb in der Niederhofstraße geendet hat und bis zur Sperre am 6. August 1936 die Niederhofstraße nur mehr für Betriebsfahrten, allenfalls Einführungs- und Schlußfahrten (welche?) genutzt wurde.

Dann habe ich mir die Frage gestellt, in welcher Fahrtrichtung die Niederhofstraße befahren wurde. Gemäß Straßenbahnjournal-Wiki müßte sie von der Meidlinger Hauptstraße zur Steinbauergasse befahren worden sein, was für die Beurteilung des Aufnahmeorts des folgenden Photos von Bedeutung ist.

Die Pferdebahnlinie von der Oper endete beim Gürtel. Dort mußte in den Dampfzug der Strecke Margaretengürtel - Steinbauergasse - Aßmayergasse - Eichenstraße und weiter bis Wr. Neudorf umgestiegen werden. Mit 14. 1. 1893 wurde bei gleichzeitiger Auflassung der Strecke auf dem Margaretengürtel der Dampfbetrieb bis zur Eichenstraße eingestellt und statt dessen die Pferdebahnlinie von der Oper bis zur Eichenstraße verlängert. Ab wann die Schleifenfahrt über die Niederhofstraße aufgenommen wurde, weiß ich nicht, auf jeden Fall gab es sie schon mit der Übernahme des Betriebes durch die Gemeinde Wien 1903. Zwischen 1904 und 1906 wurde diese Schleifenfahrt nicht durchgeführt, sondern zwischen 1904 und 1905 ein Pendelwagen in der Niederhofstraße betrieben. Genaue Daten siehe Straßenbahnjournal-Wiki. Die Linie 61 befuhr zwischen ihrer Einführung am 28. 3. 1907 und der Inbetrriebnahme der Schleife in der Hoffmeistergasse am 22. 12. 1915 ebenfalls die Schleife über die Niederhofstraße und zwar immer in der Fahrtrichtung Eichenstraße - Meidlinger Hauptstraße - Niederhofstraße.

Die Einführungs- und -Schlußfahrten des Bahnhofs Tivoligasse wurden über die Niederhofstraße geführt, da in der Meidlinger Hauptstraße nur ein Gleisbogen von der Tivoligasse in die Meidlinger Haußptstraße in Richtung Lobkowitzbrücke bestand. Mit Umspannen hatte das nichts zu tun. Mit Aufnahme des elektrischern Betriebes ging auch der Bahnhof Fuchsenfeld (Meidling) in Betrieb und Tivoligasse wurde geschlossen.

Gesicherte Daten aus der Vor-städtischen Zeit sind leider nur sehr spärlich vorhanden. Es ist daher nicht völlig auszuschließen, daß auf der Arbeitergassenlinie auch ein Mixteverkehr bestanden haben könnte.

Die Schleife Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse wurde im Linksverkehr in umgekehrter Richtung befahren.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 08. September 2012, 11:53:54
Vielen Dank für die Schönen Fotos aus der Niederhofstraße! die Fahrleitungsrosette am Pfarrhof ist erst bei der letzten großen Renovierung in den 90er Jahren verschwunden und auch die Eisenhandlung hat sich bis in meine Tage als Kaindl Filiale erhalten.

Frage an Revisor:
Die Linie 18G wurde anfangs auch vom Bahnhof Aßmayer gestellt, fuhren die Einstellungs und Schlussfahrten über die Linie 61 oder 62?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 08. September 2012, 12:19:31
Frage an Revisor:
Die Linie 18G wurde anfangs auch vom Bahnhof Aßmayer gestellt, fuhren die Einstellungs und Schlussfahrten über die Linie 61 oder 62?

Die Einführungs- und Schlußfahrten der Linie 18G vom Bahnhof Meidling (sic!) erfolgten über die Steinbauergasse.

Im Anhang die genaue Routenbeschreibung der Linie 61 aus 1913.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 08. September 2012, 13:30:47
Mit den alten Bildern ist es oft schwierig. Das Bild von der Hauptstraße mit der Einmündung der Niederhofstraße zeigt das 1936 abgerissene Haus Nummer 14 (Paterhaus) und wird in Wikimmedia.commons mit 1907 datiert, die Zeichnung vom Dorf Meidling mit 1830.


Die alte Meidlinger Pfarrkirche dürfte meiner Meinung nach im Bereich Meidlinger Hauptstraße 17 bis 19 gelegen sein, allerdings nicht direkt an der Straße, sondern weiter hinten. In der (Meidlinger) Hauptstraße 17 war die erste Schule Meidlings. In der Meidlinger Hauptstraße 10 wird von einem Pfarrhof gesprochen, im Bereich des heutigen "Meidlinger Platzls" war früher ein Kloster.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 08. September 2012, 13:38:44
Die Pferdebahnlinie von der Oper endete beim Gürtel. Dort mußte in den Dampfzug der Strecke Margaretengürtel - Steinbauergasse - Aßmayergasse - Eichenstraße und weiter bis Wr. Neudorf umgestiegen werden.

...

Die Einführungs- und -Schlußfahrten des Bahnhofs Tivoligasse wurden über die Niederhofstraße geführt, da in der Meidlinger Hauptstraße nur ein Gleisbogen von der Tivoligasse in die Meidlinger Haußptstraße in Richtung Lobkowitzbrücke bestand.
Besten Dank für die klärende Information. Dann hatte offenbar die am 11. Dezember 1887 eröffnete Niederhofstraße (jedenfalls bis 14. 1. 1893) eine ausschließliche Zubringerfunktion für diese Strecke aus dem Betriebsbahnhof Tivoligasse. Die Existenz dieses Betriebsbahnhofs und der Zusammenhang mit der Niederhofstraße war mir jedenfalls bis jetzt nicht explizit bewußt. Eine Übersicht über die ehemaligen Betriebsbahnhöfe geht mir im Straßenbahnjournal-Wiki ab (z.B. auch Penzing). Die Steinbauergasse wird dann vermutlich in dieser Zeit sowohl die Dampfzüge der Wiener Neudorfer Linie als auch die Einführungs- und Schlußfahrten der Haferzüge der Linie Oper - Arbeitergasse/Gürtel aufgenommen haben.

Zwischen 1893 und 1903 hatte dann die Niederhofstraße offenbar weiterhin diese Zubringerfunktion für den Bhf. Tivoligasse, wurde möglicherweise aber auch bereits als Strecke für die Schleifenfahrt des nachmaligen 61ers benutzt.

Zwischen 1904 und 1906 wurde diese Schleifenfahrt nicht durchgeführt, sondern zwischen 1904 und 1905 ein Pendelwagen in der Niederhofstraße betrieben.
Dann hat die nachmalige Linie 61 offenbar in dieser Zeit beim Südbahnhof gestürzt.

Und offensichtlich muß in dieser Zeit von 1904 bis 1906 die Niederhofstraße in beide Richtungen befahren worden sein, wie vermutlich auch bis zur Einführung des elektrischen Betriebes 1903 zwecks Erreichung des Betriebsbahnhofes Tivoligasse. Zwischen 1906 und 1915 ist dann die Niederhofstaße vermutlich nur mehr in Fahrtrichtung II befahren worden.

Bild 1 zeigt die Niederhofstraße Richtung Albrechtsbergergasse, links der Pfarrhof, aufgenommen von M. Sperling 1899.
Danke für diese interessanten Bilder. Dieses Bild belegt Revisors Ausführungen, daß nämlich zu Zeiten des Haferantriebs (bis 1903) die Zufahrt von und zur Tivoligasse über die Niederhofstaße führte und diese daher in beide Richtungen befahren wurde. Die zweigleisige Strecke ist auf diesem Bild wirklich ausgezeichnet erkennbar.

Bild 2, aufgenommen von August Löwenstein, betitelt mit "Niederhofstraße stadteinwärts" dürfte nicht weit davon entfernt sein und die südlich gelegene Häuserfront der Niederhofstraße zeigen.
Interessant auch dieses Bild, wo das zweite Gleis nach der Einstellung des Pendelverkehrs 1906 und der Nutzung als ausschließliche Strecke für die Schleifenfahrt des 61ers Richtung II bis 1915 bereits fehlen dürfte.

Zitat von: WIENTAL DONAUKANAL
Foto aus dem Jahr 1902, ein modern wirkendes, gewerblich genutztes Gebäude am Rande eines "Dorfes".
Im Vordergrund eine eingleisige Strecke mit doppeldrähtiger Fahrleitung.
Ca 1000m außerhalb des Gürtels.
Dann ist aber auch die Datierung des Rätselphotos Eckhaus Niederhofstraße/Vivenotgasse von WIENTAL DONAUKANAL mit 1902 falsch, denn zu diesem Zeitpunkt müßte die Niederhofstraße noch zweigleisig gewesen sein, denn bis 1906 ist man dort ja noch in beide Richtungen gefahren.

Andere Möglichkeit, die ich nicht ausschließen möchte: daß der Rückbau der Niederhofstraße bereits mit der Elektrifizierung durchgeführt wurde und der Pendelverkehr zwischen 1904 und 1906 eingleisig abgewickelt wurde. Dann hätte man aber sicher mindestens noch bis 1903 dort ein zweites Gleis erkennen müssen.

Die Schleife Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse wurde im Linksverkehr in umgekehrter Richtung befahren.
Klingt jedenfalls plausibler als die Version im Wiki. Dann müßte es im Straßenbahnjournal-Wiki bei der Strecke 61 aber statt ... Aßmayergasse (ab 1915 Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse [zurück Eichenstraße - Aßmayergasse]) - Eichenstraße ... vielmehr ... Aßmayergasse - Eichenstraße (ab 1915 zurück Hoffmeistergasse - Wilhelmstraße) ... heißen. Ist offenbar ein Fehler im Wiki.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 08. September 2012, 15:06:43
Klingt jedenfalls plausibler als die Version im Wiki. Dann müßte es im Straßenbahnjournal-Wiki bei der Strecke 61 aber statt ... Aßmayergasse (ab 1915 Wilhelmstraße - Hoffmeistergasse [zurück Eichenstraße - Aßmayergasse]) - Eichenstraße ... vielmehr ... Aßmayergasse - Eichenstraße (ab 1915 zurück Hoffmeistergasse - Wilhelmstraße) ... heißen. Ist offenbar ein Fehler im Wiki.

Zum Verständnis der Angabe im Straßenbahnjournal-Wikli empfielt es sich, die Vorbemerkungen zu lesen, dort heißt es:

Es wird generell die Fahrtrichtung für den Rechtsverkehr (ab 19. September 1938) angegeben, im Linksverkehr meist umgekehrte Richtung.
Ausnahmen werden extra angeführt, "immer diese Richtung" bedeutet, daß die Schleife sowohl im Links-, als auch im Rechtsverkehr in der selben Richtung befahren wurde bzw. wird.

Das bedeutet, daß alle Angaben für den Rechtsverkehr erfolgen und in der Regel im Linksverkehr umgekehrt gefahren wurde.

Die Niederhofstraße war immer nur an ihren jeweiligen Enden für ein kurzes Stück zweigleisig und ansonsten eingleisig. Etwa in der Mitte der Strecke befand sich eine Ausweiche. Die Strecke war auch bis zum Ausbau der Weichen in der Meidlinger Hauptstraße in beiden Richtungen befahrbar. Die Linie 61 benutzte sie aber immer nur in Richtung Stadt.


Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 08. September 2012, 15:46:42
[attach=1]
Generalstadtplan 1904


[attach=2]
Generalstadtplan 1912
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 08. September 2012, 15:50:42
Zum Verständnis der Angabe im Straßenbahnjournal-Wikli empfielt es sich, die Vorbemerkungen zu lesen, dort heißt es:

Es wird generell die Fahrtrichtung für den Rechtsverkehr (ab 19. September 1938) angegeben, im Linksverkehr meist umgekehrte Richtung.
Ausnahmen werden extra angeführt, "immer diese Richtung" bedeutet, daß die Schleife sowohl im Links-, als auch im Rechtsverkehr in der selben Richtung befahren wurde bzw. wird.

Das bedeutet, daß alle Angaben für den Rechtsverkehr erfolgen und in der Regel im Linksverkehr umgekehrt gefahren wurde.
Danke. Jetzt ist alles klar. Ich dachte, daß die Angabe "ab 1915" explizit auf eine Ausnahme von dieser Regel hingewiesen hätte. Daß diese Formulierung nicht als Angabe einer Ausnahme zu interpretieren ist, ist etwas verwirrend. Gut, soll so sein. Wichtig ist nur, daß es immer gleich interpretiert wird.

Das ist nämlich dann bei "Meidlinger Hauptstraße - Niederhofstraße" nicht der Fall. Um das richtig zu interpretieren, muß man nämlich wissen, daß:
Wie das zu interpretieren ist, ist im Wiki leider nicht sehr klar beschrieben. Daher danke für die Aufklärung.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 08. September 2012, 21:01:29
@ Generalstadtplan 1904: Die Gleisanlage in der Niederhofstraße hat 1904 ganz sicher nicht so ausgesehen, da spätestens mit der Aufnahme des elektrischen Betriebs am 12. Jänner 1903 die Niederhofstraße mit einer Ausweiche in der Mitte der Strecke und einer zweigleisigen Anbindung an die Meidlinger Hauptstraße in Form eines Gleisdreiecks versehen war. Ob die gezeigte Gleisanlage je so ausgesehen hat, ist fraglich, da bei einer eingleisigen Anbindung an die Meidlinger Hauptstraße von der Niederhofstraße bis zur Tivoligasse auf dem falschen Gleis hätte gefahren werden müssen. Auch war 1904 die Anlage in der Tivoligasse bereits seit einem Jahr im Besitz der Straßenreinigung. Wie immer, größte Vorsicht bei Stadtplänen, die stimmen fast nie.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 08. September 2012, 21:42:27
. . . . die stimmen fast nie.
Das habe ich ja auch nie behauptet. Aber einen Anhaltspunkt geben alte Pläne durchaus. Es ist halt ein ziemliches Puzzlespiel, den korrekten Zustand zu einer bestimmten Zeit herauszufinden! Auch war das Updaten der Pläne früher nicht einfach, musste doch alles von Hand gezeichnet werden und vorher aus diversen Unterlagen zusammengetragen. Auch Luftbilder gab es ja noch nicht, bzw. nur ganz wenige aus Ballonflügen, aber die waren für die Stadtvermessung sicher nicht brauchbar.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 08. September 2012, 23:30:09
@ Generalstadtplan 1904: Die Gleisanlage in der Niederhofstraße hat 1904 ganz sicher nicht so ausgesehen, da spätestens mit der Aufnahme des elektrischen Betriebs am 12. Jänner 1903 die Niederhofstraße mit einer Ausweiche in der Mitte der Strecke und einer zweigleisigen Anbindung an die Meidlinger Hauptstraße in Form eines Gleisdreiecks versehen war.
Ist das eine Vermutung oder gibt es Quellen, die das behaupten? Daß die Strecke zu Zeiten des Bhf. Tivoligasse in beide Richtungen betrieben wurde, ist mir jetzt dank Deiner Ausführungen klar. Was aber wäre der Grund gewesen, eine angenommen vorher nur eingleisige Strecke ausgerechnet nach Stillegung dieses Bahnhofs infolge der Elektrifizierung gerade dann mit Ausweichen zu versehen, als diese Strecke maximal nur mehr in eine Richtung für Schleifenfahrten verwendet wurde? Einzig den Pendelverkehr zwischen 1904 und 1906 ließe ich mir noch als Grund für eine Ausweiche einreden, in Anbetracht der Kürze dieser Strecke aber auch nicht wirklich. Oder wurde diese Strecke für Einführungs- und Schlußfahrten vom Bhf. Fuchsenfeld Richtung Schönbrunn (63er, L-Wagen etc.) verwendet, d.h. nach Übernahme der NWT durch die  Städtische Straßenbahn? Dein weiter oben geposteter Gleisplan von 1915 hat mir jedenfalls neue Rätsel bei der Erörterung der Sinnfrage dieser Gleislage aufgegeben. Er läßt jedenfalls auf einen größeren Verkehrsumfang als nur auf eine Schleifenstrecke schließen.

Ob die gezeigte Gleisanlage je so ausgesehen hat, ist fraglich, da bei einer eingleisigen Anbindung an die Meidlinger Hauptstraße von der Niederhofstraße bis zur Tivoligasse auf dem falschen Gleis hätte gefahren werden müssen. Auch war 1904 die Anlage in der Tivoligasse bereits seit einem Jahr im Besitz der Straßenreinigung.
Wie die Einbindung in die Meidlinger Hauptstraße erfolgt ist, kann ich wegen des abdeckenden Kreises dem Generalstadtplan 1904 nicht entnehmen. Die Tivoligasse als Begründung taugt meines Erachtens nicht, da diese ja zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr in Verwendung gestanden sein soll. Oder wurden die Gleise ab 1903 dann von der Straßenreinigung weiter benutzt?

Ich möchte damit keineswegs sagen, daß man so einem Stadtplan wirklich vertrauen kann. Nur als wirklich unplausibel erscheint mir der dargestellte Zustand auch nicht. Vielleicht stellt er einen nicht ganz aktuellen Zwischenzustand in einer Umbauphase oder gar je nach Örtlichkeit unterschiedliche, zeitliche Zustände dar? Auch wenn solche Stadtpläne gelegentlich Fehler enthalten, oft habe diese aber einen wahren, wenn auch etwas anders gelagerten Kern.

Weitere Fragen, die ich mir stelle: War die Strecke zu Zeiten des Haferbetriebs wirklich nur eingleisig ohne Ausweichen? Hätte vermutlich gereicht, und zwar morgens alles hinaus auf die Strecke, abends wieder rein. Dann wäre es aber auf das kurze Stück von der Tivoligasse zur Niederhofstraße am falschen Gleis auch nicht mehr angekommen. Vielleicht hat eine eingleisige Strecke von der Niederhofstraße dort auch in beide Gleise der Meidlinger Hauptstraße eingemündet? Hat es tagsüber irgendwann Pferdewechsel gegeben?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 09. September 2012, 01:27:13
Ist das eine Vermutung oder gibt es Quellen, die das behaupten? Daß die Strecke zu Zeiten des Bhf. Tivoligasse in beide Richtungen betrieben wurde, ist mir jetzt dank Deiner Ausführungen klar. Was aber wäre der Grund gewesen, eine angenommen vorher nur eingleisige Strecke ausgerechnet nach Stillegung dieses Bahnhofs infolge der Elektrifizierung gerade dann mit Ausweichen zu versehen, als diese Strecke maximal nur mehr in eine Richtung für Schleifenfahrten verwendet wurde? Einzig den Pendelverkehr zwischen 1904 und 1906 ließe ich mir noch als Grund für eine Ausweiche einreden, in Anbetracht der Kürze dieser Strecke aber auch nicht wirklich. Oder wurde diese Strecke für Einführungs- und Schlußfahrten vom Bhf. Fuchsenfeld Richtung Schönbrunn (63er, L-Wagen etc.) verwendet, d.h. nach Übernahme der NWT durch die  Städtische Straßenbahn? Dein weiter oben geposteter Gleisplan von 1915 hat mir jedenfalls neue Rätsel bei der Erörterung der Sinnfrage dieser Gleislage aufgegeben. Er läßt jedenfalls auf einen größeren Verkehrsumfang als nur auf eine Schleifenstrecke schließen.

Jedenfalls ist im Elektrifizierungsplan von 1903 die Gleislage so drinnen, wie im Plan von 1915. Daher auch mein Verdacht, daß die Strecke möglicherweise niemals oder nur sehr viel früher so ausgesehen hat, wie im Stadtplan von 1904 gezeigt. 63 und L eher weniger, aber die Linie 8 samt ihrem Vorläufer könnte gut und gerne einen Teil ihrer Einführungs- und Schlußfahrten so abgewickelt haben.

Zitat
Wie die Einbindung in die Meidlinger Hauptstraße erfolgt ist, kann ich wegen des abdeckenden Kreises dem Generalstadtplan 1904 nicht entnehmen. Die Tivoligasse als Begründung taugt meines Erachtens nicht, da diese ja zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr in Verwendung gestanden sein soll. Oder wurden die Gleise ab 1903 dann von der Straßenreinigung weiter benutzt?

Sicher ist sie auf dem Plan aber nur eingleisig, da sonst eine Verzweigungsweiche in der Niederhofstraße zu sehen sein müßte.

Zitat
Ich möchte damit keineswegs sagen, daß man so einem Stadtplan wirklich vertrauen kann. Nur als wirklich unplausibel erscheint mir der dargestellte Zustand auch nicht. Vielleicht stellt er einen nicht ganz aktuellen Zwischenzustand in einer Umbauphase oder gar je nach Örtlichkeit unterschiedliche, zeitliche Zustände dar? Auch wenn solche Stadtpläne gelegentlich Fehler enthalten, oft habe diese aber einen wahren, wenn auch etwas anders gelagerten Kern.

Der Zustand ist deshalb wenig plausibel, weil ja schon in NWT-Pferdebahnzeiten zeitweilig jeder zweite Zug der Arbeitergassenlinie statt zum Meidlinger Südbahnhof über die Niederhofstraße zur Meidlinger Hauptstraße geführt wurde. Einige Zeit wurde dieser Verkehr auch durch Schleifenfahrten in beide Richtungen über die Meidlinger Hauptstraße abgewickelt.

Zitat
Weitere Fragen, die ich mir stelle: War die Strecke zu Zeiten des Haferbetriebs wirklich nur eingleisig ohne Ausweichen? Hätte vermutlich gereicht, und zwar morgens alles hinaus auf die Strecke, abends wieder rein. Dann wäre es aber auf das kurze Stück von der Tivoligasse zur Niederhofstraße am falschen Gleis auch nicht mehr angekommen. Vielleicht hat eine eingleisige Strecke von der Niederhofstraße dort auch in beide Gleise der Meidlinger Hauptstraße eingemündet? Hat es tagsüber irgendwann Pferdewechsel gegeben?

Eingleisigkeit siehe oben. Gegen die Falschfahrt in der Meidlinger Hauiptstraße hätte aber auch der Betrieb der Gürtellinie gesprochen, der dadurch behindert worden wäre. Über die Betriebsabwicklung der Pferdebahn ist leider so gut wie nichts bekannt. Sicher mußten die Pferde irgendwann gewechselt werden, aber ob das durch die Zuführung von Pferden allein oder mit Pferdebahnwagen geschah bleibt offen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 13er am 09. September 2012, 11:05:57
Über die Betriebsabwicklung der Pferdebahn ist leider so gut wie nichts bekannt.
"Anasechzich fünf, Stondurt Niedahofstroßn. Meim Gaul is schlecht wurdn. Brauch a Tauschpferd. Kommen." 8)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Wattman am 09. September 2012, 14:29:39
*LOL*
Ein Vorteil: das Tauschpferd konnte schienenunabhängig zugeführt werden.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 09. September 2012, 14:52:14
*LOL*
Ein Vorteil: das Tauschpferd konnte schienenunabhängig zugeführt werden.
Ist nicht sicher, da gab es garantiert strenge Vorschriften! Wahrscheinlich musste da auch immer wer mit einer blinkenden blauen Laterne vorausreiten oder gehen.  ;)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 09. September 2012, 18:58:00
"Anasechzich fünf, Stondurt Niedahofstroßn. Meim Gaul is schlecht wurdn. Brauch a Tauschpferd. Kommen." 8)
Stehen bei gelbes Haus, Pferd haben Fieber. ;)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 09. September 2012, 22:26:50
Noch als Nachtrag: Vom 14. August bis 17. September 1906 wuirde wegen eines Kanalbaus der Vorläufer der Linie 8 in Richtung Eichenstraße über Niederhofstraße und Aßmayergasse geführt. Da die Angaben über Betriebsabweichungen aus damaliger Zeit äußerst spärlich sind, können weitere Umleitungen zu verschiedenen Zeiten absolut nicht ausgeschlossen werden.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 10. September 2012, 10:54:26
Weil wir wieder beim Thema sind:

Ein hochbetagter Bewohner der Gartenstadt am Tivoli hat mir vor Jahren erzählt, dass es geplant war die Linie 61 in die Hohenbergstraße bis Schönbrunn zu verlängern. Die Trasse wäre nach der Philadelphiabrücke in der Edelsinnstraße und dann schräg nach links vorbei am Bahnhof Koppreiter in die Hohenbergstraße geführt worden. Ab der Ruckergasse wäre sie links in Seitenlage bis zum Grünen Berg verlaufen. Die Trasse wurde bereits freigehalten und ist der Grund dafür, dass bis heute in der Hohenbergstraße die Fahrbahn rechts liegt und links auf der "Tramwaytrasse" Schrägparker und teilweise ein Radweg platzhaben.
Die Endstelle wäre ca beim Hauptgebäude der Gartenstadt gelegen.

@Revisor?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: tramway.at am 10. September 2012, 12:26:27
Weil wir wieder beim Thema sind:

Ein hochbetagter Bewohner der Gartenstadt am Tivoli hat mir vor Jahren erzählt, dass es geplant war die Linie 61 in die Hohenbergstraße bis Schönbrunn zu verlängern. Die Trasse wäre nach der Philadelphiabrücke in der Edelsinnstraße und dann schräg nach links vorbei am Bahnhof Koppreiter in die Hohenbergstraße geführt worden. Ab der Ruckergasse wäre sie links in Seitenlage bis zum Grünen Berg verlaufen. Die Trasse wurde bereits freigehalten und ist der Grund dafür, dass bis heute in der Hohenbergstraße die Fahrbahn rechts liegt und links auf der "Tramwaytrasse" Schrägparker und teilweise ein Radweg platzhaben.
Die Endstelle wäre ca beim Hauptgebäude der Gartenstadt gelegen.

@Revisor?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 10. September 2012, 12:32:12
Mit Plänen, die niemals oder kaum umgesetzt werden, hat ja Wien schon lange Erfahrung  ;D
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 10. September 2012, 13:43:38
Die Legende zu der im von "tramway.at" geposteten Plan unter Nr. 14 eingezeichneten projektierten 'Strecke lautete:

14 Neue Linie von der Philadelphiabrücke durch die Hohenbergstr. zur Grünbergstr.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: luki32 am 11. September 2012, 15:01:57
Eine Übersicht über die ehemaligen Betriebsbahnhöfe geht mir im Straßenbahnjournal-Wiki ab (z.B. auch Penzing).

http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Alle_Bahnh%C3%B6fe (http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Alle_Bahnh%C3%B6fe)

mfG
Luki
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 11. September 2012, 21:31:49
Eine Übersicht über die ehemaligen Betriebsbahnhöfe geht mir im Straßenbahnjournal-Wiki ab (z.B. auch Penzing).

http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Alle_Bahnh%C3%B6fe (http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Alle_Bahnh%C3%B6fe)

mfG
Luki
Danke für den Hinweis. Dann ist diese Liste zwischenzeitlich um fehlende Bahnhöfe erweitert worden. Fehlt aber nicht noch Zögernitz?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 11. September 2012, 22:50:56
Fehlt aber nicht noch Zögernitz?

Ob eine zweigleisige, stumpf endende Strecke mit drei vorgelagerten Gleiswechseln als Bahnhof zu bezeichnen ist? An sonstigen Baulichkeiten gibt es dort nur noch ein Expeditionslokal.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 12. September 2012, 00:29:03
Fehlt aber nicht noch Zögernitz?

Ob eine zweigleisige, stumpf endende Strecke mit drei vorgelagerten Gleiswechseln als Bahnhof zu bezeichnen ist? An sonstigen Baulichkeiten gibt es dort nur noch ein Expeditionslokal.
War das wirklich nicht mehr? Im Buch "Straßenbahn in Wien" von Slezak ist im Liniennetz von 1873 die "Remise Zögernitz" jedenfalls angeführt, wobei aber nicht darauf eingegangen wird, wie es dort ausgeschaut hat. Wobei ich den Netzplänen in diesem Buch jedenfalls nicht ganz traue, denn im Liniennetz von 1893 ist auch die Remise Fuchsenfeld (Meidling) eingezeichnet, obwohl diese erst 1903 in Betrieb gegangen ist, und Tivoligasse fehlt.

Ich bilde mir ein, mich zu erinnern, irgendwo einen Gleisplan von Zögernitz gesehen zu haben. Nur weiß ich nicht mehr wo und wie dieser ausgesehen hat. Klingt aber plausibel, denn die Remise Döbling (Schegargasse) so nahe an einer Remise Zögernitz klänge etwas seltsam. Andererseits sind Penzing und Rudolfsheim auch nicht gerade sehr weit voneinander entfernt. Danke jedenfalls für die Klarstellung.

Interessant ist das im Straßenbahn-Wiki beim Bhf. Penzing veröffentlichte Photo. Es zeigt Gleise dieses Bahnhofs mit Fahrdraht. Habe mir bis jetzt eingebildet, daß Penzing mit der Elektrifizierung aufgelassen wurde.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 12. September 2012, 01:03:48
Interessant ist das im Straßenbahn-Wiki beim Bhf. Penzing veröffentlichte Photo. Es zeigt Gleise dieses Bahnhofs mit Fahrdraht. Habe mir bis jetzt eingebildet, daß Penzing mit der Elektrifizierung aufgelassen wurde.

Ja, freilich. Aber die Halle wurde weiterhin als Materiallager und wohl auch gelegentlich zum Abstellen vermutlich kassierungsreifer ehemaliger Pferdebahnwagen verwendet. Für diesen Zweck erhielten einige Gleise von Penzing eine Fahrleitung.

Anbei der Elektrifizierungsplan von Zögernitz aus 1902.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: moszkva tér am 13. September 2012, 10:05:13
@ Plan, den tramway.at gepostet hat:

Super Sache! Man sieht, dass viele Planungen von heute schon 80 Jahre alt sind und auch heute nie umgesetzt werden: Wienerbergtangente, 18er zum Stadion, Laaer-Berg-Straße.  :(

Interessant ist die neue Linie zur Einsiedelei. Die hätte durch die Veitingergasse gehen sollen? Brücke über die Verbindungsbahn neu zu errichten?
Die Linie nach Atzgersdorf würde heute auch wie ein Bissen Brot fehlen!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 13. September 2012, 10:31:32
An gewissen Dingen wird sich auch die nächsten 80 Jahre nichts ändern.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 13. September 2012, 12:12:46
@ Plan, den tramway.at gepostet hat:

Super Sache! Man sieht, dass viele Planungen von heute schon 80 Jahre alt sind und auch heute nie umgesetzt werden: Wienerbergtangente, 18er zum Stadion, Laaer-Berg-Straße.  :(

Interessant ist die neue Linie zur Einsiedelei. Die hätte durch die Veitingergasse gehen sollen? Brücke über die Verbindungsbahn neu zu errichten?
Die Linie nach Atzgersdorf würde heute auch wie ein Bissen Brot fehlen!

Hier die Legende zu diesem Plan:

1   Zweigl. Ausbau d. Linie in der Pragerstr. v. Floridsdorf – Strebersdorf
2   Zweigl. Ausbau d. Linie in der Wagramerstr. v. Schüttaustr. – Erzh. Karl Straße
3   Zweigl. Ausbau d. Linie in der Erzh. Karl Straße bis Stadlau
4   Neue Linie Stadlau – Aspern, Schleife Reithweg
5   Verlängerung d. Linie in der Wehlistr. bis zum Winterhafen über Handelskai
6   Zusätzliches Gleis und Schleife beim Stadion in der Engerthstr.
7   Zweigleisiger Ausbau der Linie in der Engerthstr. zwischen Reichsbrückenstr. und Ausstellungsstr.
8   Neue Linie durch die Stadionallee zur Hauptallee mit Schleife
9   Verlängerung der Linie in der Erdbergstr. bis zum Gaswerk
10   Neue Linie vom Reumannpl. gegen Oberlaa
11   Neue Linie in der Troststr. von d. Triesterstr. zur Favoritenstr.
12   Neue Linie von der Wiedner Hauptstr. zur Troststr. (Klieberg. – Neilreichg.)
13   Neue Linie von der Eichenstr. zur Triesterstr. (Wienerberg), mit Schleife Wienerbergstr.
14   Neue Linie von der Philadelphiabrücke durch die Hohenbergstr. zur Grünbergstr.
15   Neue Linie nach Liesing durch die Breitenfurterstr.
16   Zweigleisiger Ausbau d. südl. Linie bis Perchtoldsdorf – Brunnerg.
17   Neue Linie von der Lainzerstr. zur Einsiedelei (Titelg.)
18   Unterfahrung der Verbindungsbahn
19   Verlängerung der Linie in der Herbststr. bis zur Wernhardtstr.
20   Neue Linie zum Ottakringer Friedhof (Thaliastr. – Galizinstr.)
21   Verlängerung der Linie „10“ Maroltingerg. – Sandleiteng.
22   Neue Schleife Güpferlingstr.
23   Peter Jordan Str. - Döblinger Friedhof
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 13. November 2013, 14:07:37
Auf Vintage Vienna (https://www.facebook.com/VintageVienna) hab ich dieses nette Farbfoto gefunden:
Ein G4 biegt grad von der rechten Wienzeile in die Schleifmühlgasse ab.

(https://scontent-b-vie.xx.fbcdn.net/hphotos-prn2/1234237_10202190413392224_437478734_n.jpg)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 20. Dezember 2013, 21:07:38
G 533 (mit Stecktüren) biegt in den 30 er Jahren in die Kärntner Straße ein, rechts ein WIVO Autobus auf Linie 7 (Foto: Archiv W.L.).
Die Schleife rund um den Heinrichshof wurde auch nach der Umstellung auf Rechtsverkehr 1938 in derselben Richtung befahren.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 20. Dezember 2013, 21:19:46
Wahnsinn, beste Bildqualität!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Operator am 20. Dezember 2013, 22:13:37
Wahnsinn, beste Bildqualität!
Ist ja auch aus dem W.L. Archiv!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: schaffnerlos am 23. Dezember 2013, 09:27:03
Wahnsinn, beste Bildqualität!

Sehr gute Bildqualität, denn bei einer besten Bildqualität würde ich den Text der Autobushaltestellentafel entziffern können.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 23. Dezember 2013, 10:55:46
Sehr gute Bildqualität, denn bei einer besten Bildqualität würde ich den Text der Autobushaltestellentafel entziffern können.
Das liegt aber sicher nicht am Original, sondern an der Kompression der Bilddatei. ;)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Laiseka am 20. November 2014, 16:54:38
Ich habe eine Frage bzgl. der Linie 61:

Auf diesen beiden Aufnahmen vom Margaretenplatz sind Schienen zu sehen, die nach dem Margaretenplatz in die Margaretenstraße weiterführen. Handelt es sich dabei um Schienen der Linie 61? (Ich kann im Netz leider keinen Plan der Linie 61 finden).

[attach=1]

[attach=2]

Bildquelle: Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 20. November 2014, 17:14:14
Die Gleisanlagen der Linie 61 im Bereich Margaretenplatz sind unter http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/images/8/85/Wien_Tram_1953.jpg (http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/images/8/85/Wien_Tram_1953.jpg) dokumentiert. Die Fahrtrichtung auf den eingleisigen Abschnitten der Margaretenstraße und Schönbrunner Straße auf dem Netzplan ist natürlich jene vom Rechtsverkehr.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 20. November 2014, 17:44:19
Die Linienfühgrung für die Linie 61 im Rechtsverkehr war: Arbeitergasse - Ramperstorffergasse - Margaretenstraße - Pilgramgasse - Rechte Wienzeile - Hamburgerstraße - Rechte Wienzeile.

In der Gegenrichtung: Rechte Wienzeile - Hamburgerstraße - Rechte Wienzeile - Pilgramgasse - Schönbrunner Straße - Ramperstorffergasse - Arbeitergasse.

Das gleiche für die Linie 63: Schönbrunner Straße - Reinprechtsdorfer Straße - Margaretenstraße - Preßgasse - Rechte Wienzeile.

Und ebenfalls die Gegenrichtung: Rechte Wienzeile - Heumühlgasse - Schönbrunner Straße.

Zur Illustration ein Planausschnitt dieser Gegend.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 20. November 2014, 19:32:26
Zur Illustration ein Planausschnitt dieser Gegend.

Wahnsinn.
Da kommen einem die Tränen...
Abgesehen von dem kleinen Stückchen in der Wiedner Hauptstraße, ist von dem gezeigten Bild nichts mehr übrig.  :( 
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: schaffnerlos am 20. November 2014, 21:28:52
Abgesehen von dem kleinen Stückchen in der Wiedner Hauptstraße, ist von dem gezeigten Bild nichts mehr übrig.  :(

Doch - die Stadtbahn, heute U4.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Conducteur am 21. November 2014, 20:50:01
Abgesehen vom 61er und 63er ist am Margaretenplatz - Margaretenstraße auch die Linie 7 gefahren, und zwar von dort beginnend über Schönbrunnerstraße bzw. Margaretenstraße (63) - Reinprechtsdorferstraße (6) - Gudrunstraße - Gräßlplatz (- Zentralfriedhof).

Und zwar (nicht durchgehend) bis 1951 als HVZ-Linie, und als Allerheiligenlinie bis Zentralfriedhof sogar bis 1.11.1963, als von 61 und 63 als Tramway längst nichts mehr unterwegs war. Siehe http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Linie_7. (http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Linie_7.)

Diese von der Linie 7 befahrenen (Schleifen-)Gleise zur Reinprechtsdorferstraße wurden erst am 1. Juni 1964 gesperrt, während die übrigen Gleise bereits am 2. Juli 1961 mit der Einstellung des 13ers gesperrt wurden.
Siehe http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Streckenauflassungen. (http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php/Streckenauflassungen.)

Den 7er gab es ab 27.3.1961 bis 10.1.1969 wieder als HVZ-Linie auf geänderter Strecke (als Nachfolgelinie des 18ers, der mit diesem Datum die Linienführung des 118ers übernahm).

Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 13er am 03. März 2015, 00:41:32
Auf diesen beiden Aufnahmen vom Margaretenplatz sind Schienen zu sehen, die nach dem Margaretenplatz in die Margaretenstraße weiterführen. Handelt es sich dabei um Schienen der Linie 61?
Als späte Bildantwort hier ein Foto von Elfried Schmidt aus der anderen Richtung:

[attach=1]

Im Ausweichgleis sowie im Hintergrund, so weit in der Vergrößerung erkennbar, ein Zug der Linie 3 zum Wallensteinplatz.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: HLS am 04. März 2015, 11:03:02
Zitat
Linienchronik
von    bis    Linienführung    Anmerkung
4. April 1915    28. September 1941    Grinzing - 38 - 8 - 18 - Ostbahnhof    SF nB
18. März 1923    12. Dezember 1924    Barawitzkagasse - 34 - 36 (RF 37) - 8 - 18 - Ostbahnhof    Sport Hohe Warte
Aida-Aufführung Hohe Warte
von    bis    Linienführung    Anmerkung
24. Juli 1924    22. August 1924    Barawitzkagasse - 37 - 8 - 18 - Ostbahnhof    

Wie ist das zu verstehen, dass diese Linien zur selben Zeit mehrere Linienverläufe bedient hat?
Wurden dann zusätzliche Züge eingesetzt, die vom 37er und 38er kamen oder wurden diese dann nur vom 38er abgezogen?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: haidi am 04. März 2015, 11:13:31
Zitat
Linienchronik
von    bis    Linienführung    Anmerkung
4. April 1915    28. September 1941    Grinzing - 38 - 8 - 18 - Ostbahnhof    SF nB
18. März 1923    12. Dezember 1924    Barawitzkagasse - 34 - 36 (RF 37) - 8 - 18 - Ostbahnhof    Sport Hohe Warte
Aida-Aufführung Hohe Warte
von    bis    Linienführung    Anmerkung
24. Juli 1924    22. August 1924    Barawitzkagasse - 37 - 8 - 18 - Ostbahnhof    

Wie ist das zu verstehen, dass diese Linien zur selben Zeit mehrere Linienverläufe bedient hat?
Das waren Sonderlinien, die ja nie gleichzeitig verkehrt sind.

Früher hat man recht flexibel reagiert und bei Ausflugswetter etliche Linien verstärkt. So hat die Linie 360 an einem Pfingstwochenende(?) nach 1945 bei einem Auslfugswetter eine extrem hohe Anzahl an Fahrgästen gehabt, es ist der bis heute bestehende "Weltrekord" an Fahrgastbeförderunen für eine eingleisige Straßenbahnstrecke. Da wird man wohl auch Einlagezüge aufgetrieben haben.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 04. März 2015, 11:15:18
Zitat
Linienchronik
von    bis    Linienführung    Anmerkung
4. April 1915    28. September 1941    Grinzing - 38 - 8 - 18 - Ostbahnhof    SF nB
18. März 1923    12. Dezember 1924    Barawitzkagasse - 34 - 36 (RF 37) - 8 - 18 - Ostbahnhof    Sport Hohe Warte
Aida-Aufführung Hohe Warte
von    bis    Linienführung    Anmerkung
24. Juli 1924    22. August 1924    Barawitzkagasse - 37 - 8 - 18 - Ostbahnhof    

Wie ist das zu verstehen, dass diese Linien zur selben Zeit mehrere Linienverläufe bedient hat?
Wurden dann zusätzliche Züge eingesetzt, die vom 37er und 38er kamen oder wurden diese dann nur vom 38er abgezogen?

Die Frage ist - und die kann ich dir nicht beantworten -, ob tatsächlich gleichzeitig mehrere Linienführungen existierten, da die Führung nach Grinzing an Sonn- und Feiertagen nur nach Bedarf bestand, die beiden anderen aber ereignisbezogen waren. Sicher wurden diese Züge nicht von jenen Linien abgezogen, die sie verstärken sollten, sondern es wurden zusätzliche Züge in Verkehr gesetzt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 26. April 2015, 19:08:48
Auf der Schleifmühlbrücke sind dieser Tage Gleise des alten 61ers zu Tage getreten:

https://xover.mud.at/~tramway/fotokiste/show.php?group=stadtverkehr-austria-fotos&msg=21589 (https://xover.mud.at/~tramway/fotokiste/show.php?group=stadtverkehr-austria-fotos&msg=21589)

Wär auch was für die Aufnahme bei Tramtrack.at.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Revisor am 26. April 2015, 19:21:09
Auf der Schleifmühlbrücke sind dieser Tage Gleise des alten 61ers zu Tage getreten:

Genauer gesagt die Gleise des 63ers, die ab 1915 auch vom 61er benutzt wurden.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ex-Kagraner am 03. Juni 2015, 10:02:43
(http://fs2.directupload.net/images/150603/o3jr6j5e.jpg) (http://www.directupload.net)
Fotograf und Quelle leider unbekannt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: oldtimer am 08. Mai 2016, 10:14:35
 G4 325 mit einem k2 vor der Sezession. Im Jahr 1958.

Eine wunderbare Aufnahme aus dem Archiv Hermann.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 22. Juli 2016, 13:14:52
G4 324 + k5 3976 auf der Eichenstraße (Bildautor nicht bekannt). Beide Fahrzeugtypen zeigen die Sparsamkeit bei der Fuhrparkerneuerung der Wiener Straßenbahn in Krisenzeiten: die k5 wurden auf Untergestellen von Lastbeiwagen gm1 aufgebaut und die Type G4 war eine Rekonstruktion von schrottreifen G.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 06. September 2016, 18:19:51
H 2160 + k3 (k4) in der Heinrichshofschleife/ Opernring in den 30er Jahren (Foto: Archiv W.L.).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 09. September 2016, 13:43:11
Die Linie 61 war ein frühes Opfer des Autowahns. G4 327 + k3 3635 auf der Kärntner Straße (Foto: Harald Herrmann, 17.05.1960).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 10. September 2016, 09:04:29
Toll, daß man auch mal Bilder von der Schleife Opernring sieht! Vielen Dank!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 10. September 2016, 09:30:40
G 533 (mit Stecktüren) biegt in den 30 er Jahren in die Kärntner Straße ein, rechts ein WIVO Autobus auf Linie 7 (Foto: Archiv W.L.).
Die Schleife rund um den Heinrichshof wurde auch nach der Umstellung auf Rechtsverkehr 1938 in derselben Richtung befahren.

LG nord22

Habe heute mal den Thread durchgeschaut. Ich staune, daß die Schleife Opernring nach der Umstellung auf Rechtsverkehr "verkehrt" befahren wurde. Da mußte man ja jedes Mal eigens die Türen auf der linken Seite öffnen und dann wieder verschließen!! Ist das wirklich bis zur Einstellung so geblieben?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 10. September 2016, 11:05:46
Habe heute mal den Thread durchgeschaut. Ich staune, daß die Schleife Opernring nach der Umstellung auf Rechtsverkehr "verkehrt" befahren wurde. Da mußte man ja jedes Mal eigens die Türen auf der linken Seite öffnen und dann wieder verschließen!! Ist das wirklich bis zur Einstellung so geblieben?
Ich würde eher annehmen, dass die Leute nach der Umstellung einfach zur rechten Straßenseite ausgestiegen sind. War ja beispielsweise in der alten 60er-Schleife in der Eduard-Klein-Gasse ähnlich.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 10. September 2016, 11:51:46
Habe heute mal den Thread durchgeschaut. Ich staune, daß die Schleife Opernring nach der Umstellung auf Rechtsverkehr "verkehrt" befahren wurde. Da mußte man ja jedes Mal eigens die Türen auf der linken Seite öffnen und dann wieder verschließen!! Ist das wirklich bis zur Einstellung so geblieben?
Ich würde eher annehmen, dass die Leute nach der Umstellung einfach zur rechten Straßenseite ausgestiegen sind. War ja beispielsweise in der alten 60er-Schleife in der Eduard-Klein-Gasse ähnlich.

Nur daß man bei der Eduard-Klein-Gasse zum Umsteigen in die gleiche Richtung (nämlich Richtung heutiger Kennedybrücke) gehen mußte, während man beim Opernring um die Straßenbahn herum auf den Bahnsteig der Ringlinien gehen mußte (mit der Gefahr, die eventuell abfahrende Straßenbahn beachten zu müssen).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: haidi am 10. September 2016, 12:22:30
Ich würde eher annehmen, dass die Leute nach der Umstellung einfach zur rechten Straßenseite ausgestiegen sind. War ja beispielsweise in der alten 60er-Schleife in der Eduard-Klein-Gasse ähnlich.
Nur daß man bei der Eduard-Klein-Gasse zum Umsteigen in die gleiche Richtung (nämlich Richtung heutiger Kennedybrücke) gehen mußte, während man beim Opernring um die Straßenbahn herum auf den Bahnsteig der Ringlinien gehen mußte (mit der Gefahr, die eventuell abfahrende Straßenbahn beachten zu müssen).
Auch in der Eduard-Klein-Gasse musste man die Gleise queren - die meisten haben das vor der STraßenbahn gemacht, weil kürzer. Ampel hat es dort erst nach dem Bau der Kennedybrücke gegeben.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: luki32 am 10. September 2016, 20:10:24
Habe heute mal den Thread durchgeschaut. Ich staune, daß die Schleife Opernring nach der Umstellung auf Rechtsverkehr "verkehrt" befahren wurde. Da mußte man ja jedes Mal eigens die Türen auf der linken Seite öffnen und dann wieder verschließen!! Ist das wirklich bis zur Einstellung so geblieben?

Nein, man mußte rechts aussteigen und die Schienen queren, einen Grund habe ich noch nicht gefunden, warum man nach 1938 die Fahrtrichtung beibehalten hat.

mfG
Luki
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 11. September 2016, 07:52:53
Habe heute mal den Thread durchgeschaut. Ich staune, daß die Schleife Opernring nach der Umstellung auf Rechtsverkehr "verkehrt" befahren wurde. Da mußte man ja jedes Mal eigens die Türen auf der linken Seite öffnen und dann wieder verschließen!! Ist das wirklich bis zur Einstellung so geblieben?

Nein, man mußte rechts aussteigen und die Schienen queren, einen Grund habe ich noch nicht gefunden, warum man nach 1938 die Fahrtrichtung beibehalten hat.

mfG
Luki

Heutzutage wäre so etwas undenkbar!! Ein Grund könnte gewesen sein, daß die Gleise in der Friedrichstraße (also entlang der Häuserzeile zwischen Kärntner Straße und Operngasse/Sezession) auf der rechten Straßenseite (Fahrtrichtung Sezession) gelesen sein könnten, was für den Autoverkehr dann dumm gewesen wäre.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 19. April 2017, 23:47:36
Die Umstellung der Linie 63 auf Busbetrieb am 23. Februar 1959 war nach der Umstellung Linie 158 der Anfang vom Ende der Wiener Straßenbahn. Bis 19. Juni 1960 wurde die Heinrichhofsschleife noch von der Buslinie 63 und der Straßenbahnlinie 61 genutzt; hier G4 329 + k1 (k2) hinter einem U10 der Linie 63 am Opernring. Die Situation beim Umsteigen von und zu den Ringlinien war, wie in diesem Thread bereits erörtert, äußerst unzweckmäßig (Foto: Archiv W.L., 14.04.1959)

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: tramway.at am 20. April 2017, 11:30:55
Die Situation beim Umsteigen von und zu den Ringlinien war, wie in diesem Thread bereits erörtert, äußerst unzweckmäßig (Foto: Archiv W.L., 14.04.1959)

Schon damals gabs ja solche Glanzleistungen der Wiener Verkehrtbetriebe. Auf das muss man mal kommen, da hat man Zweirichtungsfahrzeuge und verwendet sie wie Einrichter.  :ugvm: Meine Theorie ist ja immer, wäre der M ein einigermaßen moderner Vierachser gewesen, hätte sich das Netz technisch in Richtung Budapest entwickelt. Nur weil der erste Drehgestellwagen mit seinen Maximumdrehgestellen anscheinend eine Fehlkonstruktion war (wieso eigentlich? München war jahrzehntelang so unterwegs), hat man sich jahrzehntelang nicht über Drehgestellwagen getraut...
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 20. April 2017, 11:55:20
Nur weil der erste Drehgestellwagen mit seinen Maximumdrehgestellen anscheinend eine Fehlkonstruktion war (wieso eigentlich? München war jahrzehntelang so unterwegs), hat man sich jahrzehntelang nicht über Drehgestellwagen getraut...

Weil es keine (technisch bewährten, echten) Maximum-Drehgestelle waren, sondern ein unzureichender Nachbau durch die Waggonfabrik Ringhoffer. Womöglich stand schon damals der Spargedanke im Vordergrund: Wos brauchn mir a Lizenz, des kennan ma so aa!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 4463 am 20. April 2017, 19:25:52
Die Situation beim Umsteigen von und zu den Ringlinien war, wie in diesem Thread bereits erörtert, äußerst unzweckmäßig (Foto: Archiv W.L., 14.04.1959)
Schon damals gabs ja solche Glanzleistungen der Wiener Verkehrtbetriebe. Auf das muss man mal kommen, da hat man Zweirichtungsfahrzeuge und verwendet sie wie Einrichter.  :ugvm:
Noch perverser wird die Angelegenheit, wenn man sich im Vergleich mit Antwort #62 ansieht, dass sie Schleife bei Umstellung auf Rechtsverkehr nicht einfach in die Gegenrichtung befahren wurde (dann hätte es das Problem mit den Türen auf der falschen Seite garnicht gegeben), sondern offensichtlich die Fahrtrichtung des Linksverkehres (mittels Umbaumaßnahmen?) beibehalten wurde. Es wurde also anscheinend eine gute Situation durch Investitionen verschlechtert. :fp:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: luki32 am 20. April 2017, 20:21:22
Die Situation beim Umsteigen von und zu den Ringlinien war, wie in diesem Thread bereits erörtert, äußerst unzweckmäßig (Foto: Archiv W.L., 14.04.1959)
Schon damals gabs ja solche Glanzleistungen der Wiener Verkehrtbetriebe. Auf das muss man mal kommen, da hat man Zweirichtungsfahrzeuge und verwendet sie wie Einrichter.  :ugvm:
Noch perverser wird die Angelegenheit, wenn man sich im Vergleich mit Antwort #62 ansieht, dass sie Schleife bei Umstellung auf Rechtsverkehr nicht einfach in die Gegenrichtung befahren wurde (dann hätte es das Problem mit den Türen auf der falschen Seite garnicht gegeben), sondern offensichtlich die Fahrtrichtung des Linksverkehres (mittels Umbaumaßnahmen?) beibehalten wurde. Es wurde also anscheinend eine gute Situation durch Investitionen verschlechtert. :fp:

Diese Diskussion über die Heinrichshofschleife hatten wir schon einmal. Ich glaube, das Ergebnis war damals, daß es um Konflikte mit den MIV ging.

mfG
Luki
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 20. April 2017, 20:26:09
War es nicht eher umgekehrt? Man hat fast nichts investiert und die Schleife aus Linksverkehr-Zeiten im Grunde unverändert beibehalten. Die Linien 61 und 63 waren halt eher unwichtige Linien, die schon ziemlich früh auf der Abschussliste standen und auf Busverkehr umgestellt bzw. im Falle des 63ers nur wenige Jahre später überhaupt komplett eingestellt wurden.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: luki32 am 20. April 2017, 20:30:10
War es nicht eher umgekehrt? Man hat fast nichts investiert und die Schleife aus Linksverkehr-Zeiten im Grunde unverändert beibehalten. Die Linien 61 und 63 waren halt eher unwichtige Linien, die schon ziemlich früh auf der Abschussliste standen und auf Busverkehr umgestellt bzw. im Falle des 63ers nur wenige Jahre später überhaupt komplett eingestellt wurden.

Nein, die Schleife wurde bis auf eine kurze Zeit 1938 immer in der selben Richtung befahren.
Wenn man sie unverändert belassen hätte, würde sich die Richtung geändert haben.

http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php?title=Schleifen (http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php?title=Schleifen)

mfG
Luki
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 20. April 2017, 21:31:48
Nein, die Schleife wurde bis auf eine kurze Zeit 1938 immer in der selben Richtung befahren.
Wenn man sie unverändert belassen hätte, würde sich die Richtung geändert haben.
Du hast recht. Dieser Umbau war in der Tat ein ziemlicher Schildbürgerstreich und der Grund dafür vermutlich wirklich nur in der Rücksichtnahme auf den Autoverkehr zu suchen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 22. April 2017, 21:55:11
G4 315 + k1 324x in der Eichenstraße (Foto: Franz Kraus).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: sheldor am 26. April 2017, 15:29:29
Ein Zug der Linie 61 beim Wechsel von der Rechten auf die Linke Wienzeile (Rechte Wienzeile/Schleifmühlgasse).
Foto: Sammlung J. Reittinger
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Operator am 26. April 2017, 15:48:04
Ein Zug der Linie 61 beim Wechsel von der Rechten auf die Linke Wienzeile (Rechte Wienzeile/Schleifmühlgasse).
Foto: Sammlung J. Reittinger
Solche Bilder sind rar, danke!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: diogenes am 27. April 2017, 06:53:20
Hatten wir das bild nicht schon? Na, auch egal: Es ist so hübsch, da sieht man es sich gern ein zweites Mal an :)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Petersil am 27. April 2017, 21:09:49
G4 315 + k1 324x in der Eichenstraße (Foto: Franz Kraus).

Auf welcher Höhe ist dieses Bild entstanden?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bahnpetzi am 27. April 2017, 21:16:50
G4 315 + k1 324x in der Eichenstraße (Foto: Franz Kraus).

Auf welcher Höhe ist dieses Bild entstanden?

Dörfelstrasse
Das hintere alte Eckhaus (rechte Seite) wurde zugunsten eines Studentenheimes abgerissen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 28. April 2017, 01:10:31
Es war ein Lehrlingsheim für Burgenländer. Was aktuell drin ist, weiß ich nicht.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 28. April 2017, 09:25:07
Es war ein Lehrlingsheim für Burgenländer. Was aktuell drin ist, weiß ich nicht.
Ein Studentenwohnheim (http://www.oejab.at/meidling).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 19. Juli 2017, 19:21:56
Eine vom Fotografen arrangierte Szene zeigt das Treffen von G 687 + k1 (k2) der Linie 3 mit G 572 + k3 der Linie 61 Ecke Pilgramgasse - Rechte Wienzeile (Foto: Archiv W.L., 10.1930). Seit 02.07.1961 verkehren an dieser Stelle keine Straßenbahnen mehr.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: E1-c3 am 19. Juli 2017, 19:59:02
Eine vom Fotografen arrangierte Szene zeigt das Treffen von G 687 + k1 (k2) der Linie 3 mit G 572 + k3 der Linie 61 Ecke Pilgramgasse - Rechte Wienzeile (Foto: Archiv W.L., 10.1930). Seit 02.07.1961 verkehren an dieser Stelle keine Straßenbahnen mehr.

LG nord22
Man beachte den Linksverkehr.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 25er am 19. Juli 2017, 21:07:40
Man beachte den Linksverkehr.

Warum? Bis 1938 war in Wien Linksverkehr.  ???
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 21. Juli 2017, 21:33:35
Als ich heute durch den 5. Bezirk spaziert bin, traute ich im ersten Moment meinen Augen nicht und musste ein zweites Mal hinsehen: Tatsächlich - an der Kreuzung Ramperstorffergasse / Bräuhausgasse trat ein Stück Schiene vom alten 61er zu Tage!  :D

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Und bei der Kreuzung Ramperstorffergasse / Schönbrunner Straße kann man sogar ansatzweise den Gleisbogen erahnen.

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Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: T1 am 10. Dezember 2017, 22:30:08
Eine vom Fotografen arrangierte Szene zeigt das Treffen von G 687 + k1 (k2) der Linie 3 mit G 572 + k3 der Linie 61 Ecke Pilgramgasse - Rechte Wienzeile (Foto: Archiv W.L., 10.1930). Seit 02.07.1961 verkehren an dieser Stelle keine Straßenbahnen mehr.
Tolles Foto!

Ob das Häuslein auf der Brücke auch damals schon ein Würstelstand war? :D
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: michael-h am 26. Dezember 2017, 21:35:32
Der G4 317 auf der Linie 61. Ort, Datum und Fotograf sind mir leider nicht bekannt. Es könnte sich hier allerdings um die Aßmayergasse handeln.

LG Michi
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 26. Dezember 2017, 22:05:01
Ja, das ist in der Aßmayergasse. Rechts ist das Erinnerungssignal "Bremsstrecke" für das Richtung Flurschützstraße führende Gleis zu erkennen.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 26. Dezember 2017, 22:30:45
Ja, das ist in der Aßmayergasse. Rechts ist das Erinnerungssignal "Bremsstrecke" für das Richtung Flurschützstraße führende Gleis zu erkennen.

nord22

Ja und es muss kurz nach dem Krieg sein, da man rechts hinten den Bebelhof sieht und das markante Neubauhaus Ecke Böckgasse # Steinbauergasse noch nicht in der Sichtachse steht.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: luki32 am 27. Dezember 2017, 22:55:29
Ja, das ist in der Aßmayergasse. Rechts ist das Erinnerungssignal "Bremsstrecke" für das Richtung Flurschützstraße führende Gleis zu erkennen.

Nur was macht der 61er dort, der sollte doch in die Wilhelmstraße abbiegen?

fG
Luki


Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 28. Dezember 2017, 00:38:26
Ja, das ist in der Aßmayergasse. Rechts ist das Erinnerungssignal "Bremsstrecke" für das Richtung Flurschützstraße führende Gleis zu erkennen.

Nur was macht der 61er dort, der sollte doch in die Wilhelmstraße abbiegen?

fG
Luki

Der Zug befindet sich etwas oberhalb der Teichackergasse, also noch vor der Abzweigung zur Wilhelmstrasse. Die Bremsstrecke war wegen des Gefälles und der vielen Weichen in das Oberbaulager durchgehend von der Eichenstrasse bis zur Steinbauergasse eingerichtet.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 13. April 2018, 10:29:38
G + s3 1475 in der Margaretenstraße kurz vor dem Margaretenplatz (Foto: H. Braunsperger, 1939). Links ein Zug der Linie 3 mit k 3168 mit Fahrziel Wallensteinplatz. Von der Type s3 gab es nur zwei Beiwagen, welche 1940 kassiert wurden. Der Straßenbahnverkehr in dieser Gegend wurde in den Jahren 1958 - 1961 von der autobesessenen Stadtverwaltung der Ära Jonas gemeuchelt.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Linie 360 am 13. April 2018, 10:54:17
G + s3 1475 in der Margaretenstraße kurz vor dem Margaretenplatz (Foto: H. Braunsperger, 1939). Links ein Zug der Linie 3 mit k 3168 mit Fahrziel Wallensteinplatz. Von der Type s3 gab es nur zwei Beiwagen, welche 1940 kassiert wurden. Der Straßenbahnverkehr in dieser Gegend wurde in den Jahren 1958 - 1961 von der autobesessenen Stadtverwaltung der Ära Jonas gemeuchelt.

LG nord22
Tolles Foto! :up:
Vor allem Fotos, bei denen die Verwendung von Beiwagensignalscheiben so gut erkennbar ist, sind doch nicht so häufig!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bahnpetzi am 09. Mai 2018, 19:56:53
Internetfund (eBay)

Foto ist vermutlich von einem Amerikaner gemacht worden.

Aufnahmezeitraum 1955-1958

[attach=1]
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 10. Mai 2018, 09:58:21
Internetfund (eBay)

Aufnahmezeitraum 1955-1958


Ein klassisches Süchtungsfoto anno 1955.  8)
Aber für Helga06 mit Julius-Meinl-Filiale!  :D
Bemerkenswert, da auf der gegenüberliegenden Seite (bei der 62er-Endstation, wo heute der Spar drinnen ist) auch eine Meinl-Filiale war.
Hatte der gleich 2 Standorte bei der Oper, oder ist die am Bild zu sehende Filiale erst später auf die andere Straßenseite übersiedelt?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Helga06 am 10. Mai 2018, 10:04:37
Die Filiale Kärntner Ring 2/Ecke Kärntner Straße war durch Kriegseinwirkung zerstört. Das Bristol-Eck war bis zur Wiedererrichtung der Filiale Ktn. R. (1957) die Ausweichfiliale.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: martin8721 am 12. Mai 2018, 04:38:37
Die Filiale Kärntner Ring 2/Ecke Kärntner Straße war durch Kriegseinwirkung zerstört. Das Bristol-Eck war bis zur Wiedererrichtung der Filiale Ktn. R. (1957) die Ausweichfiliale.

Danke für die profunde Info!  :up:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 24. Juni 2018, 11:16:02
Anbei eine Aufnahme von G4 317 + BW, welche die äußerst tristen Verhältnisse 1945 illustriert. Die Oberlichten des G4 sind wegen Mangel an Fensterglas mit Hartpappe verschlossen; für die Reparatur einer Streifung auf der Seitenwand fehlte die Werkstattkapazität (das ist auch 2018 W.L. Standard). Im Fahrwerk sind noch die Aufhängungen der Schienenbremse zu erkennen, welche bereits demontiert war (Bildautor nicht bekannt).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Tramwayhüttl am 24. Juni 2018, 13:05:42
Immerhin sind alle Fenster bereits wieder intakt und es wird bereits wieder für (vermutlich recht dünnes) Bier geworben.

Fragen dazu: Wurden die G4 nicht ursprünglich von Werk aus mit Lüftungsklappen aus Hartpappe/Sperrholz ausgeliefert?

Offensichtlich wurde die blaue Verdunklungfarbe sehr rasch und durchgängig von den Fensterscheiben entfernt. Weiß jemand wie lange dieser Vorgang gedauert hat?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 24. Juni 2018, 14:33:29
Es wird kaum jemand mehr leben, der beim Entfernen des Verdunkelungsanstrichs mitgearbeitet hat. Es gab aber einen sehr triftigen Grund, die Verdunkelungsmaßnahmen so schnell als möglich aufzuheben: Im zweiten Weltkrieg kam es aufgrund der Verdunkelungsmaßnahmen in der Nacht zu zahlreichen Unfällen wie Eigenkollisionen und Niederstoßen von Passanten. Dies wurde streng geheim gehalten und intern bei der Straßenbahn und der Polizei mit Unfallmeldungen dokumentiert.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 10. September 2018, 08:14:05
G4 3x1 + k2 3510 am Margaretengürtel/ Gaudenzdorfer Gürtel vor der Arbeitergasse (Bildautor nicht bekannt). Man beachte den tadellosen Erhaltungszustand des k2, der trotzdem schon per 01.05.1960 ausgemustert wurde.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Helga06 am 10. September 2018, 08:20:59
Sieht sehr gut aus, damit hast du recht. Du kennst aber sicherlich das (von mir abgewandelte) Sprichwort "Außen hui, drunter pfui".
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Hawk am 11. September 2018, 20:02:41
Sieht sehr gut aus, damit hast du recht. Du kennst aber sicherlich das (von mir abgewandelte) Sprichwort "Außen hui, drunter pfui".
Nein ich denke nicht das es damals, so üblich war wie heute!  ;)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 05. November 2018, 13:10:13
Eine Aufnahme aus der Glanzzeit der Linien 61 und 63 in der Kärntner Straße 1922; ein G + k1 (k2) Zug der Linie 61 gefolgt von einem Dreiwagenzug der Linie 63 mit Beiwagen der s Reihe und o. Die fehlende Konkurrenz der Stadtbahn brachte hohe Fahrgastzahlen auf der Schönbrunner Linie (Bildautor nicht bekannt).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 05. November 2018, 20:07:15
Bemerkenswert, wenn man bedenkt, daß die Uhren auch heute noch so ausschauen wie damals...
(ach so, die Zeiger sind nicht mehr so schön, okay....)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 06. November 2018, 08:45:15
Auch die Haltestellenschilder haben sich nur wenig verändert, trotzdem will man sie gegen die "Haltestelle neu" ersetzen. Bei den Würfeluhren gab es einen Aufstand...
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 06. November 2018, 08:58:37
Auch die Haltestellenschilder haben sich nur wenig verändert, trotzdem will man sie gegen die "Haltestelle neu" ersetzen. Bei den Würfeluhren gab es einen Aufstand...
Hoffentlich gibt es den bei den Haltestellenschildern auch. Diese haben sich seit vielen Jahrzehnten bewährt und gehören genau wie die Würfeluhren einfach zu Wien.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 05. Dezember 2018, 17:31:01
Gleisrest des 61ers, ebenfalls 1983 Arbeitergasse
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 13er am 05. Dezember 2018, 22:15:38
Hast du absichtlich gewartet, bis hinten ein Zug vorbeifährt? :)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 05. Dezember 2018, 22:19:40
Gute Frage. Ist 35 Jahre her. vermutlich schon. Das war 1983, somit kann das nur ein 6 oder 64 gewesen sein ;-)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 13er am 05. Dezember 2018, 22:20:27
Mit einem 64er wärs dann gleich noch einmal historischer!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: schaffnerlos am 06. Dezember 2018, 12:25:00
Für einen 64er scheinen mir zu viele Fahrgäste drinnen zu sein, der ist in diesem Abschnitt meistens recht leer herumgefahren.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 06. Dezember 2018, 12:46:47
Für einen 64er scheinen mir zu viele Fahrgäste drinnen zu sein, der ist in diesem Abschnitt meistens recht leer herumgefahren.

Stimmt, deswegen wurde er nach Einstellung des 8ers ja auch bis Murlingenschleife gekürzt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 10. Februar 2019, 19:09:27
Weiss jemand, wann am 19.6.1960 der Blaue 61 uhrzeitmässig gefahren ist?

Fuhr er Meidling>Oper>Meidling>Koppreiter?

Um welche Uhrzeit startete er, wann war er bei der Oper und wann war er in Meidling?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 11. Februar 2019, 13:07:49
Weiss jemand, wann am 19.6.1960 der Blaue 61 uhrzeitmässig gefahren ist?

Fuhr er Meidling>Oper>Meidling>Koppreiter?

Um welche Uhrzeit startete er, wann war er bei der Oper und wann war er in Meidling?

Wenn du nicht zufällig Zeitzeugen auftreiben kannst (was nach so langer Zeit auch schon schwierig sein dürfte), wird deine Frage heute kaum mehr zu beantworten sein. Ich gehe davon aus, dass nach normalem Fahrplan gefahren und eingezogen wurde. Nicht alle Einstellungen verliefen so spektakulär wie beim 360er!

Warum interessiert dich das?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 11. Februar 2019, 21:15:26
Ich denke Interesse hier im Forum muss man nicht rechtfertigen.
Wann eine Blaue gefahren ist gehört genauso dazu als zu wissen, wann auf welchem Treibwagen eine Elindose ab wann eingebaut wurde.

Aber es ist interessant, zu welchen Uhrzeiten in den 50ern die Linien verkehrt sind.

Während der 158 und der 13 spektakulär verabschiedet wurden, sind der 61 und 63 einfach über Nacht aus Meidling, Margareten und Wieden verschwunden,
ohne dass sich die Bezirke oder die Anwohner irgendwie emotional verabschiedet haben.
Man denke an das Abschiedsfoto vom 158 und der 13-Begräbnisshow am 1.7.1961.
Beim 61 und 63 standen halt Tafeln bei den Haltestellen, ab Montag fährt halt ein Bus, Aus, Schluss.
Kein Spalier, keine Fotografen, keine Austria Wochenschau, einfach nix. Und der 61 und 63 gehörten genauso zu Meidling und
Margarten wie der 13. Auch irgendwie komisch, aber es war halt eine andere Zeit.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: buschberg am 12. Februar 2019, 08:41:21
Die Linie 13 war eben etwas Besonderes.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 12. Februar 2019, 09:39:49
Die Linie 13 war eben etwas Besonderes.

Die Umstellung der Linie 13 war insofern etwas Besonderes, da dort erstmals Doppeldeckerbusse (DD U-10 H) zum Einsatz kamen. Das wurde von der Politik natürlich fest beworben und entsprechend stark war dann der Andrang.

Dass beim 158er der Andrang groß war, bezweifle ich; dazu war die Linie zu kurz und unwichtig. Der 158er war halt die erste Linie, die auf Busbetrieb umgestellt wurde. Sonst nix.

Zitat von: win22
Ich denke Interesse hier im Forum muss man nicht rechtfertigen.

Natürlich musst du dich nicht rechtfertigen, ich habe nur aus Interesse gefragt. Es hätte ja einen konkreten Grund geben können.

Zitat von: win22
Wann eine Blaue gefahren ist gehört genauso dazu als zu wissen, wann auf welchem Treibwagen eine Elindose ab wann eingebaut wurde.

Ich weiß beides nicht und habe dennoch kein Problem. ;) Und wie ich schon geschrieben habe: es wird schwer sein, nach so langer Zeit noch an solche Informationen heranzukommen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: david am 12. Februar 2019, 21:27:33
Hallo,

Laut Heft 'Betriebsbeginn und Betriebsschluss der Straßenbahn-, Stadtbahn- und Autobuslinien' von Mai 1960 fuhr die letzte Fahrt um 22.37 Uhr von Meidling und um 23.00 Uhr von der Oper.

Servus aus Amsterdam!
David
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 12. Februar 2019, 21:35:23
Danke für die Infos!. Leider gibt es kein Foto von der letzten Blauen am 61er. Das war meine Stammlinie...
Noch interessanter dass die Betriebszeit im Laufe der Jahre um über eine Stunde gestreckt wurde.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: maybreeze am 12. Februar 2019, 21:48:37

Zitat

Dass beim 158er der Andrang groß war, bezweifle ich; dazu war die Linie zu kurz und unwichtig. Der 158er war halt die erste Linie, die auf Busbetrieb umgestellt wurde. Sonst nix.


Es waren die Mitglieder des Wiener Madrigal Chrores, die dem 158er ein würdiges Abschiedsfest bereitet haben - sogar der Verkehrsbetriebe-zuständige Stadtrat war da ...
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 12. Februar 2019, 22:05:38

Zitat

Dass beim 158er der Andrang groß war, bezweifle ich; dazu war die Linie zu kurz und unwichtig. Der 158er war halt die erste Linie, die auf Busbetrieb umgestellt wurde. Sonst nix.


Es waren die Mitglieder des Wiener Madrigal Chrores, die dem 158er ein würdiges Abschiedsfest bereitet haben - sogar der Verkehrsbetriebe-zuständige Stadtrat war da ...

Auch  der 360er wurde ziemlich pompös verabschiedet (aber es kam auch zu Ausschreitungen).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 12. Februar 2019, 22:11:28
Ich hatte noch die Gelegenheit, mit einem prominenten Zeitzeugen über den blauen 158 zu reden, der damals mitfuhr. Es war ein illustrer Abgang des 158er.
Siehe:

https://www.1133.at/document/view/id/39

Umso mehr verwundert mich, dass dann kurz danach der 61 und 63 ohne irgendetwas über Nacht einfach umgestellt wurde.

Fotograf ist unbekannt. Leider ist der exakte Aufnahmeort nicht eruierbar, eventuell in Ober St. Veit unterhalb eines Fussgängerübergangs.




Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 13. Februar 2019, 09:12:41
Umso mehr verwundert mich, dass dann kurz danach der 61 und 63 ohne irgendetwas über Nacht einfach umgestellt wurde.
Zwischen 1958 und 1974 wurden folgende Linien eingestellt: C, F, L, P, 106, 7, 11, 13, 16, 17, 117, 217, 317, 17A, 118, 24, 24K, 24R, 33, 36, 39, 40, 41A, 47, 48, 57, 158, 59, 260, 360, 61, 162, 63, 165, 69, 72, 73, 74, 75, 80, 181.

Vielleicht leuchtet dir jetzt ein, warum es nicht für jede Linie eine pompöse Einstellungsfeier gegeben hat, sondern die Umstellung von Straßenbahn auf Autobus meistens ohne großes Aufsehen ablief.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: schaffnerlos am 13. Februar 2019, 09:26:46
Leider ist der exakte Aufnahmeort nicht eruierbar, eventuell in Ober St. Veit unterhalb eines Fussgängerübergangs.

Das ist ziemlich sicher in der Endstation Wolfrathplatz, siehe auch dieses Bild (https://www.1133.at//files/Bilder/Themen/Verkehr/158er/00000022542.jpg).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 13. Februar 2019, 21:56:54
Es braucht nichts leuchten, mir sind die zitierten Einstellungen alle bekannt. Auch dass es nur beim 158, 13, 317 und 360 relativ turbulent zuging. Alle anderen wurden praktisch über Nacht eingestellt. Und um diese zeithistorische Sache ging es mir.
Der Kahlschlag des Straßenbahnnetzes war vor allem Anfang der 60er-Jahre enorm. Da wurden pro Jahr gleich mehrere Linien eingestellt. Hätte man da jede Linie gesondert gefeiert, wären das sehr viele Abschiedsfeiern gewesen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 13. Februar 2019, 22:41:42
Ich habe da eine andere historische Statistik.

Die Umstellungsphase auf Bus dauerte 16 Jahre (1958 – 1974).
Danach die Ersetzungsphase durch die U-Bahn bis heute 39 Jahre (1978-2017)

Wäre interessant, wieviele km durch einen Bus und wieviele km durch die U-Bahn ersetzt wurden.

1958

158      So. 27.07.1958

1959

63      So. 22.02.1959   02.11.1969 Auflassung Bus Linie 63               
L      So., 11.10.1959

1960

C      Sa. 13.02.1960
F      Sa. 13.02.1960
61      So. 19.06.1960
40      So., 13.11.1960

1961

73      03.04.1961
72      13.06.1961
13      01.07.1961

1962

47      11.02.1962
165      23.11.1962

1963

-
               1963 Baubeginn USTRAB Zweierlinie

1964

-               12.08.1964 USTRAB Baubeginn Gürtel

1965

-

1966


57      13.05.1966
               08.10.1966 USTRAB Eröffnung Zweierlinie

1967

360      30.11.1967

1968

48      29.11.1968

1969

181      26.07.1969
80      17.08.1969
                  03.11.1969   Baubeginn Wr. U-Bahn
                                                11.01.1969       USTRAB Eröffnung Gürtel               
1970

17A      10.04.1970
39      30.08.1970
317      30.08.1970

1971

106      14.05.1971
17      03.09.1971

1972

-

1973

-

1974

11      06.01.1974

1978

66      25.02.1978      U1: Favoritenstrasse bis Reumannplatz
167      25.02.1978      U1: Favoritenstrasse bis Reumannplatz

1980

H2      27.06.1980      U2: Eröffnung 30.08.1980
E2      27.06.1980      U2: Eröffnung 30.08.1980
G2      27.06.1980      U2: Eröffnung 30.08.1980

1981

A      28.02.1981          U1: Praterstrasse
AK      28.02.1981          U1: Praterstrasse
B      28.02.1981          U1: Praterstrasse
BK      28.02.1981          U1: Praterstrasse

1982

22      03.09.1982         U1: Lassallestrasse / Kaisermühlen / Wagramerstrasse
VOR      10.11.1982         Letzter Betriebstag Bhf. Vorgarten

1984

T (74)      02.01.1984   U3: Baubeginn 03.01.1984
J (75)      02.01.1984   U3: Baubeginn 03.01.1984

1989

8      07.10.1989          U6: Inbetriebnahme

1992

(52/58)   29.02.1992         U3: Mariahilfer Straße von Stiftsgasse bis Ring
      30.05.1992         U3: Schleife Babenbergerstrasse-Elisabethstrasse

1993

(52/58)   04.09.1993         U3: Innere Mariahilfer Straße bis Gürtel

1995

64      07.04.1995        U6: Verlängerung nach Siebenhirten am 15.04.1995

2006

25      21.07.2006        U1: Wagramerstrasse ab Kagranerplatz am 02.09.2006

2008

21      09.05.2008        U2: Verlängerung bis Stadion am 10.05.2008
      30.06.2008       Auflassung der Strecke nach der WM

2014

(67)      01.03.2014   U1: Alaudagasse bis Oberlaa

2017

(67)      03.09.2017   U1: Reumannplatz bis Alaudagasse



Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 13. Februar 2019, 23:29:12
Deine Auflistung ist nicht vollständig, die Linien 217, 78, 25R/K und die wesentliche Änderung der Linie 26 bzw. Verkürzung/ Änderung der Linie 25 ab 04.09.1982 fehlen. Der Straßenbahnverkehr in der Stiftgasse und inneren Mariahilfer Straße bis Westbahnhof (Linien 52 und 58) wurde am 3. Juli 1993 eingestellt; das haben wir im twf schon x-fach diskutiert, dass die Daten im Wiki etwas irrführend dokumentiert sind (näheres unter "Betriebsabweichungen und SEV mit Autobussen").

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 14. Februar 2019, 10:37:07
und 1974 wurden folgende Linien eingestellt: C, F, L, P, 106, 7, 11, 13, 16, 17, 117, 217, 317, 17A, 118, 24, 24K, 24R, 33, 36, 39, 40, 41A, 47, 48, 57, 158, 59, 260, 360, 61, 162, 63, 165, 69, 72, 73, 74, 75, 80, 181.

In der Aufzählung fehlen die Linien Tk, 45/56 und 75/78.  :)

Und im Falle von 117 und 118 kann man ja eigentlich nicht von einer Einstellung reden kann, die Linien wurden ja nur in 17A bzw. 18 umbenannt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 14. Februar 2019, 11:24:33
Ist zwar ganz interessant die Auflistung, aber viele Linien wurden ja nicht durch Busse ersetzt, sondern entweder gar nicht oder durch andere Straßenbahnlinien oder andere Linienführung. Beispielsweise C, F und L.

In meiner privaten Buslinien-Statistik finde ich nur folgende Buslinien, die direkt auf eingestellte Straßenbahnlinien zurückzuführen sind (und deren Liniensignale sich tw. ziemlich bald wieder verändert haben):
1956: 158
1959: 63
1960: 40, 61
1961: 13, 72, 73
1962: 165, 47
1967: 57
1968: 48
1969: 80, 81
1970: 117, 217, 317, 39
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 60er am 14. Februar 2019, 11:38:51
In der Aufzählung fehlen die Linien Tk, 45/56 und 75/78.  :)
Ja, die hätte man auch noch erwähnen können. Wobei es bei den Bruchstrichlinien, die eigentlich nur reine Frühkurse waren, Ansichtssache ist, ob man diese als eigenständige Linien sieht.

Und im Falle von 117 und 118 kann man ja eigentlich nicht von einer Einstellung reden kann, die Linien wurden ja nur in 17A bzw. 18 umbenannt.
Es ist natürlich richtig, dass darunter auch einige reine Umbezeichnungen zu finden sind.

Ist zwar ganz interessant die Auflistung, aber viele Linien wurden ja nicht durch Busse ersetzt, sondern entweder gar nicht oder durch andere Straßenbahnlinien oder andere Linienführung. Beispielsweise C, F und L.
Es ist mir natürlich klar, dass nicht alle eingestellten Straßenbahnlinien durch Busse ersetzt wurden. Die Durchgangslinien C und F wurden halt durch den Bau des Jonasreindls gekillt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 14. Februar 2019, 17:54:48
Bis auf die Buchstabenlinien 1960 habe ich versucht die Stammlinien aufzuzählen, die nahezu 1:1 durch einen Bus oder U-Bahn ersetzt wurden.

Das oft parallel Sonderlinien (wie zB 78 mit J und T) aufgelassen wurden, ist eine Begleiterscheinung.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: tram am 14. Februar 2019, 20:41:03
Zurück zum Thema bitte, das ist der Thread für die Linie 61, nicht für allgemeine Diskussionen über Linieneinstellungen!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 23. Februar 2019, 22:36:08
Hoffmeistergasse am 30.Juli 1948.

[attachimg=1]
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 24. Februar 2019, 02:42:51
Hoffmeistergasse am 30.Juli 1948.

(Dateianhang Link)
.
Vielen Dank für dieses atmosphärische Foto, das ist mein schäbiges Meidling!
Ich rieche wieder den modrigen Geruch der grundfeuchten Häuser, darüber wabbert das Kakaoaroma vom rechts sichtbaren Küfferle, noch steht der Gasbehälter am Wienerberg nicht und die Südbahn fuhr noch mit Dampflokomotiven, deren Rauch bis zum Standort des Fotografen vordrang.
Die Frau im getupften Kleid trägt sauteure und schwer erhältliche Nahtstrümpfe, die man im Falle einer Laufmasche sogar zum Repassieren trug. Die Kinder laufen teilweise >bloshappert<.

Der Zug der Linie 61 hält seine Ausgleichszeit auf einem für die meidlinger Schleifen typischen Gegenbögen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: buschberg am 24. Februar 2019, 08:17:38
Ein interesanntes viel aussagendes Bild.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 24. Februar 2019, 09:47:58
Man muss auch beachten, dass das Foto drei Jahre nach Kriegsende aufgenommen wurde.

Ich habe es nicht erlebt aber vermute, 10 Jahre später in den 1950er Jahren begann ein bis dahin nie
gekannter permanenter Wohlstandszuwachs.

Daher auch aus heutiger Sicht nachvollzieher Fortschrittswahn mit individuellen Autos und
freien Strassen für die moderne Mobiltität, indirekt geschürt durch die Erdöllölindustrie,
die Absatzmärkte für Erdlöprodukte brauchte.

Umweltschutz, Denkmalschutz und Nachhaltigkeit ist ein Fremdwort, es beginnt die Zukunft.

Bis uns die Erdölkrise, Three Miles Island und Tschernobyl gelehrt haben, dass technischer Fortschritt nicht
automatisch eine bessere Welt bedeutet.

Ob aus heutiger Sicht der Umstellungswahn auf Autobusse bessere Verbindungen brachte kann
diskutiert werden, jedoch im Zeitalter wo man von Elektromobilität spricht hätten
elektrisch betriebe Strassenbahnen einen weit besseren "ökologischen Fussabdruck" pro gefahrenen Km als
mit Diesel betriebene Autobusse, auch wenn Sie Euro 6 haben. Trotzdem haben sie Abgase und
verbrauchen fossile Brennstoffe.

Dieses Foto ist ein eindrucksvoller Einblick in die Zeit, bevor es vermeintlich "bergauf" ging.....


Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: N1 am 24. Februar 2019, 10:24:00
Das Foto ist womöglich gestellt. Jedenfalls scheint es mir schwer nachvollziehbar, warum man mit nur einem Schuh außer Haus gehen sollte.

Die Umstellung von Straßenbahnlinien auf Busbetrieb wurde bereits in den 30er Jahren angedacht, unterblieb aber nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, denn damals war der Tramwaybetrieb noch billiger. Dieser Kostenvorteil wird wohl 20 Jahre später perdu gewesen sein.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 24. Februar 2019, 10:31:32
Das Foto ist womöglich gestellt.

Ja, es ist (von den Amerikanern) gestellt, hier gibt es noch eine andere Version: http://www.bildarchivaustria.at/Preview/685400.jpg
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 24. Februar 2019, 12:32:43
Wenn wir schon bei den Amerikanern sind, erinnern wir uns an den großen amerikanischen Straßenbahnskandal (englisch General Motors streetcar conspiracy).

Die systematische Zerstörung des auf der Straßenbahn basierenden öffentlichen Personennahverkehrs in 45 Städten der Vereinigten Staaten wurde unter Führung des größten Automobilherstellers der USA, General Motors (GM), ab den 1930er bis in die 1960er Jahre durchgeführt. Die Verkehrsunternehmen wurden aufgekauft, um anschließend eine Stilllegung der Straßenbahnstrecken zu Gunsten des Automobil- und Autobusverkehrs zu erreichen, damit Fahrzeuge und Betriebsstoffe aus eigener Produktion abgesetzt werden konnten.

War auch in Europa ähnlich, man hat den Städten den Busverkehr schmackhaft gemacht und damit sie in eine Abhängigkeit gebracht.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 24. Februar 2019, 13:05:36
. . . . denn damals war der Tramwaybetrieb noch billiger.
Ist er eigentlich auch heute noch, nur ist das durch "amtliche" Kostenverschleierung, "gekonnte" Kostendarstellung und diverse versteckte Subventionen des Schwerverkehrs nicht erkennbar!   :-[

Außerdem investiert man leider lieber viel Geld in für die Bau- und Fahrzeugindustrie wesentlich lukrativere U-Bahn-Projekte.   :-X 
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 18er am 24. Februar 2019, 16:13:30
Das Foto ist womöglich gestellt.

Ja, es ist (von den Amerikanern) gestellt, hier gibt es noch eine andere Version: http://www.bildarchivaustria.at/Preview/685400.jpg

Vielen Dank für diese Bilder und eure wohlgewählten Worte dazu. Ich bin gespannt, ob wir es schaffen Städte wieder menschen-/kindgerechter zu gestalten. Wenn man bedenkt, dass es noch in den 1950er möglich war ohne abbremsen vom Matzleinsdorferplatz bis zum Wienfluss mit dem Tretroller zu flitzen (fast keine Autos) und binnen weniger Jahren dies verunmöglicht wurde - wie lange wird es wieder dauern, bis sich Kindern wieder frei, selbstständig und sicher durch unsere Städte bewegen können?

Zum 2. und verlinkten Bild: was erkennt man denn da im Inneren des Hauses?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 24. Februar 2019, 16:24:34
Ich denke es bedarf einem nachhaltigen Ereignis, dass zum Umdenken anregt.
Will von der Linie 61 nicht abschweifen aber rechnen wir mal:
Gleislegung, Oberleitung, Gleichrichterstationen, Oberflächengestaltungen, Ampelanlagen, Fahrzeuge
(ca. 10 neue Garnituren, Platz in einem Bahnhof), Fahrpersonal, mind. ein Schneepflug mehr, usw.
Ich denke das sind über 100 Mio Anschaffungskosten. Und was würde der Wiederbetrieb der Linie 61
mit Strassenbahnen kosten und was kostet er heute mit Bussen?
Da liegt die Wahrheit. Wenn die Wiener Linien die Instandhaltung der befahrenen Strassen
aliqot zur Belastung durch den Linienbus mitbezahlen würde die Kostenrechnung anders aussehen.
Einschließlich Treibstoff und Schmierkosten, Wartungskosten, Lebensdauer der Busse, usw.

Wenn das wer mal echt durchrechnet bin ich gespannt was bei einem Beobachtungsezeitraum von 10 Jahren
oder mehr billiger oder nachhaltiger ist.
Bei der Straßenbahn gibt es keine Emissionen entlang der Fahrstrecke, praktisch keinen Bremsstaubfeinabrieb und kein Altöl zum Entsorgen.

Wenn wir schon beim Thema Umwelt sind, gibt es kein Argumente für den Bus sondern alles spricht für die Straßenbahn.
Ausser man schürt Angst und sagt, die Straßenbahn fährt mit Atomstrom....
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Tramwayhüttl am 24. Februar 2019, 16:26:44
Ich denke nicht, dass der junge Mann “einen Schuh” trägt, eher dass er bloßhappert ist und am rechten Fuß eine Verletzung/einen Verband hat, welcher durch einen dicken Wollsocken geschützt ist.
Da die Quäker, vor deren Niederlassung das Bild ja gemacht wurde, eine Gemeinschaft mit angelsächsischen Wurzeln sind, könnte es sein, dass die Dame im getupften Kleid eine Mitarbeiterin ist. Das würde auch die Nylons erklären. Wobei man diese durchaus zu horrenden Preisen am Schwarzmarkt oder gegen sonstige Naturalien *räusper* bekommen konnte. Insgesamt, gestellt oder nicht, ein schönes Stommungsbild der frühen Nachkriegszeit.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 24. Februar 2019, 17:12:55
Ich denke nicht, dass der junge Mann “einen Schuh” trägt, eher dass er bloßhappert ist und am rechten Fuß eine Verletzung/einen Verband hat, welcher durch einen dicken Wollsocken geschützt ist.
Da die Quäker, vor deren Niederlassung das Bild ja gemacht wurde, eine Gemeinschaft mit angelsächsischen Wurzeln sind, könnte es sein, dass die Dame im getupften Kleid eine Mitarbeiterin ist. Das würde auch die Nylons erklären. Wobei man diese durchaus zu horrenden Preisen am Schwarzmarkt oder gegen sonstige Naturalien *räusper* bekommen konnte. Insgesamt, gestellt oder nicht, ein schönes Stommungsbild der frühen Nachkriegszeit.

Ja da hast du recht, so wurden damals Verbände an lädierten Füssen geschützt. Ich wollte es nicht schreiben um nicht wieder vom Thema abzuschweifen.
Zu den Quäkern gab es bei den einfältigen Neumargaretnern und Wilhelmsdorfern folgende Meinung: "Das sind die Heiden, die steigen den Berg nauf und reden dort mitn Herrgott."
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: benkda01 am 11. Juni 2019, 20:16:27
Die Schienen der Linie 63 61 auf der Rechten Wienzeile bei der Kreuzung mit der Kettenbrückengasse werden gerade entfernt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 11. Juni 2019, 20:53:25
Du meinst die Schienen der Linie 61; die Linie 63 kreuzte die Kettenbrückengasse in der Schönbrunner Straße und verkehrte in der Margaretenstraße bei der Einmündung der Kettenbrückengasse.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: benkda01 am 12. Juni 2019, 18:41:57
Du meinst die Schienen der Linie 61; die Linie 63 kreuzte die Kettenbrückengasse in der Schönbrunner Straße und verkehrte in der Margaretenstraße bei der Einmündung der Kettenbrückengasse.

nord22
Ja – völlig richtig, das war ein Denkfehler von mir. :-[
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 06. August 2019, 00:13:18
Ein Sitzstreik von Studenten wegen Erhöhung der Studiengebühren blockierte am 24.06.1953 G4 327 in der Operngasse; die Straßenbahner waren sichtlich erbost (Foto: Hilscher/ Archiv Uni Wien).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Hawk am 06. August 2019, 20:39:54
Da waren sicher einige Altpolitiker dabei!  :down:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Nussdorf am 06. August 2019, 21:12:06
Ein Sitzstreik von Studenten wegen Erhöhung der ÖH Gebühren blockierte am 24.06.1953 G4 327 in der Operngasse; die Straßenbahner waren sichtlich erbost (Foto: Hilscher/ Archiv Uni Wien).

LG nord22

ÖH-Gebühren im Jahr 1953? Vielleicht doch Studiengebühren.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 06. August 2019, 21:47:16
Ich habe noch einmal nachgeschaut; die ÖH initiierte einen Sitzstreik wegen Erhöhung der Studiengebühren.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 19. August 2019, 21:53:18
In Wien Heute wurde heute über die kommende Baustelle wegen dem Ragweg auf der Wienzeile berichtet. U.a. Wurde erwähnt, das die ehem. strassenbahngleise entfernt werden. Wird spannend, was da zu tage kommt.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Kanitzgasse am 02. September 2019, 15:09:52
Die Bauarbeiten auf der Linken Wienzeile haben begonnen:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: fr3 am 02. September 2019, 16:30:05
Beim letzten Bild dürfte es sich um den ehemaligen Eingang zum Wienzeile-Kino handeln. Der Rückbau der Fassade hat alle Spuren verwischt. Wenigstens kommen kurz jetzt Straßenbahnschienen zum Vorschein.

Ein Bild mit sicher damals noch befahrenen Schienen der Linie 61 findet sich im Bildarchiv der ÖNB (http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=1887395).

Titel    Wien 6, Linke Wienzeile 4
Beschreibung    Eingang zum ´Kino Wienzeile´. Frontalansicht.
Autor    Reiffenstein, Bruno
Datierung    12.1949
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Operator am 03. September 2019, 20:12:20
Zutage kommt z.B. eine alte Weiche in der linken Wienzeile, aufgenommen heute am 3.September 2019.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Kanitzgasse am 03. September 2019, 20:23:22
Besagte Weiche später am Tag, zusammen mit anderen Eindrücken von heute:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 03. September 2019, 20:24:42
Echt faszinierend,  auch die Tatsache, dass die Schienen fast länger unter der Erde liegen, als sie benützt worden sind.

Nur wozu war dort eine Weiche?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Operator am 03. September 2019, 20:54:34
Echt faszinierend,  auch die Tatsache, dass die Schienen fast länger unter der Erde liegen, als sie benützt worden sind.

Nur wozu war dort eine Weiche?
Wenn ich mir alte Fotos ansehe, sehe ich fast auf jeder Linie solche ausweichen; war ja eine gute und schnelle Möglichkeit zu kürzen oder abzulenken!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 05. September 2019, 10:07:56
Echt faszinierend,  auch die Tatsache, dass die Schienen fast länger unter der Erde liegen, als sie benützt worden sind.

Nur wozu war dort eine Weiche?

Geschäftsausweiche. Der 13er war dafür besonders bekannt, er war aber sicher nicht die einzige Linie mit solchen Ausweichen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 05. September 2019, 10:18:08
Echt faszinierend,  auch die Tatsache, dass die Schienen fast länger unter der Erde liegen, als sie benützt worden sind.

Nur wozu war dort eine Weiche?

Geschäftsausweiche. Der 13er war dafür besonders bekannt, er war aber sicher nicht die einzige Linie mit solchen Ausweichen.

Ich wurde soeben aus berufenem Munde darüber informiert, dass es sich um einen einfachen Gleiswechsel handelte, über den bei Bedarf gewendet werden konnte. Auch solche Gleiswechsel gab es früher im Netz in großer Zahl.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 05. September 2019, 10:34:05
Danke für die Information  :)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 05. September 2019, 13:18:06
Anfang der 50er Jahre gab es von der Linie 61 mehr als rostige Gleisreste, hier G4 317 + k1 (k2). Der Aufnahmeort ist nicht leicht zu eruieren, vielleicht hat jemand konstruktive Vorschläge (Bildautor nicht bekannt).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: schaffnerlos am 05. September 2019, 13:29:52
Ich lehne mich einmal sehr weit raus und sage, dass dies Arbeitergasse vor Gürtel ist. Im Hintergrund wäre dann das Eckhaus zur Johannagasse zu sehen.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 05. September 2019, 20:44:02
Könnte hinkommen. Die rechten Häuser wurden in den 80er Jahren gebaut.

Übrigens: Die Gleise von der Wienzeile werden in die ZW-Gleisbaustelle gebracht. Sollen ca. 80 Jahre alt sein .
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 06. September 2019, 01:57:56
Ich bin sogar sicher, dass das dort ist!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 06. September 2019, 08:37:06
Könnte hinkommen. Die rechten Häuser wurden in den 80er Jahren gebaut.

Übrigens: Die Gleise von der Wienzeile werden in die ZW-Gleisbaustelle gebracht. Sollen ca. 80 Jahre alt sein .

Zur Wiederverwendung?  ;D
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: coolharry am 06. September 2019, 08:38:35
Könnte hinkommen. Die rechten Häuser wurden in den 80er Jahren gebaut.

Übrigens: Die Gleise von der Wienzeile werden in die ZW-Gleisbaustelle gebracht. Sollen ca. 80 Jahre alt sein .

Zur Wiederverwendung?  ;D

Wahrscheinlich sinds besser beinand als alle Gleise am Ring.  >:D
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 07. September 2019, 08:52:33
Somit sind Reste des 61 nur mehr in der Ramperstorffer Gasse und Rechte Wienzeile zu finden. Wenn die mal weg sind,
gibt es keine Gleise mehr. Der Rest dürfte in den letzten Jahren bereits verschwunden sein.

Übrigens: Hat wer 61er Fotos vorzugsweise Arbeitergasse # Einsiedlerplatz?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 07. September 2019, 20:21:34
Dem Strassenbahnfreund schmerzen diese Bilder aber auch die Passanten haben verwundert geschaut "Was, hier war einmal eine Straßenbahn? Welche Linie fuhr hier?". Eine Passantin starrte auf die Gleise und erzählte mir aus Ihrer Kindheit, dass sie sich plötzlich wieder an eine Tram am Naschmarkt erinnern konnte..

Als ich sagte, dass hier am 20.6.1960 knapp nach Mitternacht die letzte "Blaue" Straßenbahn der Linie 61 Richtung Meidling fuhr, konnte sie es nicht fassen,
dass das so lange schon her ist....

Tja, nach 59 Jahren verschwindet wieder ein Stück Erinnerung an den 61er und 63er....  Demnächst wird es in der VOEST wieder zu Stahl geschmolzen...

Teile der Weiche und des Gleisbogens der Schleifmühlbrücke warten auf den Abtransport zur ZW
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: MK am 07. September 2019, 20:31:46
Ich wurde soeben aus berufenem Munde darüber informiert, dass es sich um einen einfachen Gleiswechsel handelte, über den bei Bedarf gewendet werden konnte. Auch solche Gleiswechsel gab es früher im Netz in großer Zahl.

Wurden über solche Gleiswechsel auch Zwei- und Drei-Wagen-Züge gewendet und wenn ja, wie?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: diogenes am 07. September 2019, 20:35:16
Ich wurde soeben aus berufenem Munde darüber informiert, dass es sich um einen einfachen Gleiswechsel handelte, über den bei Bedarf gewendet werden konnte. Auch solche Gleiswechsel gab es früher im Netz in großer Zahl.

Wurden über solche Gleiswechsel auch Zwei- und Drei-Wagen-Züge gewendet und wenn ja, wie?
Wenn's getan wurde, dann vermutlich wie bei Kuppelendstellen (https://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php?title=Kuppelendstelle).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: fr3 am 08. September 2019, 15:16:30
Auf der Rechten Wienzeile auf der Höhe Schikanedergasse (neben dem Tunnelfenster der Stadtbahn) sind jetzt auch noch ein paar Schienen nach Abkratzen des Asphalts zu Vorschein getreten, die ich dem 61er zuordnen würde. Bilder von heute Vormittag.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hewerner am 08. September 2019, 17:51:18
Bei der Einmündung der Schikanedergasse war auch noch die Linie 63 mit im Boot, die ja die Rechte Wienzeile bei der Heumühlgasse Richtung Schönbrunn verließ.

Auf dem Foto sieht man ja, dass das Gleis in eben diese Richtung freigelegt wurde.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 08. September 2019, 18:28:12
Am 20.6.1960, knapp nach Mitternacht fuhr hier der letzte 61er nach Meidling. Die Strecke wurde am 4.7.1960
offiziell aufgelassen. Hat man da sicherheitshalber noch zwei Wochen gewartet, ob der Busbetrieb reibungsfrei läuft?
Warum wurde die Strecke nicht gleich gesperrt?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: RobertK am 12. September 2019, 15:08:30
Am 20.6.1960, knapp nach Mitternacht fuhr hier der letzte 61er nach Meidling. Die Strecke wurde am 4.7.1960
offiziell aufgelassen. Hat man da sicherheitshalber noch zwei Wochen gewartet, ob der Busbetrieb reibungsfrei läuft?
Warum wurde die Strecke nicht gleich gesperrt?

Die Antwort darauf findet sich im Tramtrack-Wiki, allerdings nicht im Artikel zur Linken Wienzeile (https://tramtrack.zeitlinie.at/index.php?title=Linke_Wienzeile), sondern in jenem zur Rechten Wienzeile (https://tramtrack.zeitlinie.at/index.php?title=Rechte_Wienzeile):

Der letzte Betriebstag der Linie 63 war der 22. Februar 1959, der 61er verkehrte letztmalig am 19. Juni 1960. Die Einstellung der Strecke 63 erfolgte aber erst am 4. Juli 1960, da man den 63er (ähnlich wie auch die Linie 158) zunächst nur "probeweise" auf Busbetrieb umgestellt hatte. Weiters diente die Strecke 63 außerhalb des Gürtels bis zu ihrer Einstellung noch als Zufahrtsstrecke zur Hauptwerkstätte Rudolfsheim, danach erfolgte die Zufahrt zur HW über die Strecke 57.

Diese Information stammte - wie so viele Details im Tramtrack-Wiki - von unserem seligen Revisor.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: tramway.at am 22. September 2019, 16:12:58
morgen (MO, 23.9.2019) dürfte nun das rechte Gleise auf ganzer Länge sichtbar werden.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 22. September 2019, 16:44:42
Ungefähr die gleiche Stelle nur wenige Jahre nach der Einstellung beider Linien.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 15. April 2020, 22:30:43
Trotz mäßiger Qualität interessant: ein G4 + k1 (k2) Zug der Linie 61 in der Hamburger Straße, aufgenommen aus einer Privatwohnung auf der linken Wienzeile etwa 1959 (Foto: Gerhard Gschladt). Am linken Bildrand ist der Rüdigerhof zu erkennen.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 16. April 2020, 08:30:48
Und gerade solche ungewohnten Ausblicke sind besonders interessant! Egal, welche Qualität.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: tramway.at am 16. April 2020, 09:02:23
Trotz mäßiger Qualität interessant

Das scheint ein Ausschnitt zu sein - hast du auch das ganze Bild?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 16. April 2020, 10:24:23
Mit dem gesamten Bild kann ich leider nicht aufwarten.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 12. Juni 2020, 21:19:48
G4 330 + BW der Linie 61 beim Einbiegen in die Eichenstraße (Foto: J. Kössner, Archiv Dr. Peter Standenat).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Schaltkurbel am 12. Juni 2020, 22:22:18
G4 330 + BW der Linie 61 beim Einbiegen in die Eichenstraße (Foto: J. Kössner, Archiv Dr. Peter Standenat).
LG nord22
Frage, da ich in der Gegend "nicht zu Hause" war: kommt der Zug aus der Hoffmeistergasse? (bei der Auflösung leider nicht lesbar)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 12. Juni 2020, 22:58:28
Ja.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 12. Juni 2020, 23:08:52
Kommenden Freitag jährt sich zum 60x die Einstellung des 61ers.

Hat wer ein Foto vom letzten 61 vom 19.6.1960? Oder gibt es keines?
Hat damals niemand fotografiert oder gefilmt?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Schaltkurbel am 12. Juni 2020, 23:10:58
Ja.
nord22
Danke!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: fr3 am 12. Juni 2020, 23:28:01
Kommenden Freitag jährt sich zum 60x die Einstellung des 61ers.

Hat wer ein Foto vom letzten 61 vom 19.6.1960? Oder gibt es keines?
Hat damals niemand fotografiert oder gefilmt?

Bilder vom letzten Betriebstag gibt es auf www.railway-tram.org/bahnbilder (http://www.railway-tram.org/bahnbilder.htm), leider nur mit niedriger Auflösung.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 13. Juni 2020, 00:22:14
Danke aber vom letzten blauen 61er gibt es Fotos?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 14. Juni 2020, 00:41:43
Noch eine Frage: Warum wurde das Gleis in der Rampersdorfergasse zw. Schönbrunnerstrasse und Margaretenstrasse erst 1964 mit der Schleife Margaretenplatz aufgelassen? Welchen Zweck hatte dieses Stück. Wird ja doch niemand im Minikreis Pilgramgasse-Schönnbrunnerstrasse-Rampersdorfergasse-Margaretenstrasse gefahren sein. Warum hat man dieses sinnlose Stück nicht gleich mit dem 61er am 20.6.1960 aufgelassen? Ein Überholgleis gab es ja in der Margaretenstrasse vor der Grohgasse, also wäre auch dieser Zweck sinnlos gewesen mit dem Minikreis.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 14. Juni 2020, 04:12:01
Noch eine Frage: Warum wurde das Gleis in der Rampersdorfergasse zw. Schönbrunnerstrasse und Margaretenstrasse erst 1964 mit der Schleife Margaretenplatz aufgelassen? Welchen Zweck hatte dieses Stück. Wird ja doch niemand im Minikreis Pilgramgasse-Schönnbrunnerstrasse-Rampersdorfergasse-Margaretenstrasse gefahren sein. Warum hat man dieses sinnlose Stück nicht gleich mit dem 61er am 20.6.1960 aufgelassen? Ein Überholgleis gab es ja in der Margaretenstrasse vor der Grohgasse, also wäre auch dieser Zweck sinnlos gewesen mit dem Minikreis.

Vorwiegend für den Allerheiligenverkehr der Linie 7.

Siehe #6, Linie 7:

https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=653.0
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Helga06 am 14. Juni 2020, 07:52:07
In den 60er-Jahren gab es Mo-Fr zeitig früh zwei 3-Wagenzüge der Linie 6 die diese große Schleife befuhren. Wenn wir bei der SchwieMu in der Margareten Str. übernachteten war ich zum Leidwesen meiner Frau immer beim Fenster um die beiden Züge zu beobachten. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern warum die Züge so fuhren.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 14. Juni 2020, 08:47:11
Danke für eure Antworten aber schaut euch den Gleisplan an. Wenn man die Schönbrunnerstrasse stadtauswärts gefahren ist, bog bei der Kirche
der 61 in die Ramperstorfergasse ein und fuhr Richtung Meidling. An der Kreuzung Rampersdorfergasse#Margaretenstrasse kreuzte man
das Gleis des 63, hatte aber nur eine Linksweiche in die Margaretenstrasse, wo man wieder stadteinwärts wieder Richtung Margaretenplatz fuhr.

Die Schleifenfahrten des 6ers bzw. 7ers kamen aber von der Reinprechtsdorferstrasse über Margaretenenplatz und Pilgramgasse zurück Richtung
Reinprechtsdorferstrasse, somit war das Gleis samt Linksweiche in der Rampersdorfergasse nicht erforderlich.

Daher kann ich nicht verstehen, warum das Gleis in der Rampersdorferstrasse betriebsfähig gehalten hat, wenn westlich davon nur keine erforderliche
Schleifenfahrt mehr erforderlich war, weil der 61, 13 und 63 bereits eingestellt waren und die Schleife Margaretenplatz nur mehr westlich angefahren wurde.

Ich kann daher keinen Sinn erkennen, von der Pilgramgasse-Margaretenstrasse in die Ramperstorfergasse einzubiegen,
um danach gleich wieder in die Margaretenstrasse stadteinwärts zurück zu biegen (sonst ging es nach 1960 nicht mehr weiter),
um danach gleich wieder beim Margaretenplatz in die Pilgramgasse nach links einzubiegen (weil es den 13 und 63
danach nicht mehr gab) und dann in der Pilgramgasse wieder links in die stadteinwärts führende Margaretenstrasse
einzubiegen (weil der 13 Richtung Pilgrambrücke auch bereits eingestellt war).

Versteht man jetzt meine Frage, wozu dieses kurzes Stück Gleis nach 1961 in der Rampersdorfersgasse noch erforderlich war?
Bis 1961 hätte dort noch ein 13 wenden können, jedoch danach war das Stück Gleis aus meiner Sicht
betrieblich sinnlos, daher warum blieb es in Betrieb?

Danke für Antworten, vielleicht ist auch in den Wiki-Aufzeichnungen das Einstellungsdatum falsch,
2.7.1961 wäre logischer als 1964.


Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 14. Juni 2020, 13:00:50
G4 320 + k1 3296 in der Eichenstraße im Dezember 1959 (Foto: Dr. Werner Frank, Archiv Dr. Peter Standenat).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 14. Juni 2020, 17:37:25
Versteht man jetzt meine Frage, wozu dieses kurzes Stück Gleis nach 1961 in der Rampersdorfersgasse noch erforderlich war?
Bis 1961 hätte dort noch ein 13 wenden können, jedoch danach war das Stück Gleis aus meiner Sicht
betrieblich sinnlos, daher warum blieb es in Betrieb?

Danke für Antworten, vielleicht ist auch in den Wiki-Aufzeichnungen das Einstellungsdatum falsch,
2.7.1961 wäre logischer als 1964.

Nein, das Einstellungsdatum stimmt. Man hat das Gleis nicht betriebsfähig gehalten, es "blieb" einfach in Betrieb. Möglicherweise standen später Bauarbeiten in der Rampersdorfer Straße an, in deren Zuge es ohnehin entfernt worden wäre. Oder es war 1961 schon absehbar, dass sämtliche Gleisanlagen in diesem Bereich früher oder später entfernt werden, weil auch die Einstellung des Straßenbahnverkehrs in der Reinprechtsdorfer Straße absehbar war.

Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, nicht mehr befahrene Gleisanlagen "nur so" zu demontieren. Stören sie nicht, bleiben sie solange, bis sie stören, dann kommen sie weg. Das war übrigens mit dem Schleifengleis der früheren Schleife "Burgring" auch so. Das blieb nach der Kürzung von 52 und 58 auch noch eine Zeitlang erhalten und wurde erst im Zuge von Straßenbauarbeiten demontiert (wobei ich finde, dass die Schleife, die vom Ring aus aus beiden Richtungen befahrbar war, für Kurzführungen hätte erhalten bleiben sollen). Und das ist auch der Grund, dass bei der Kennedybrücke immer noch die Oberleitung des früheren 58er-Gleises Richtung Unter St.Veit vorhanden ist - sie stört nicht (hätte man nicht die Weiche getauscht, wäre die auch geblieben), also lässt man sie, bis die Station komplett umgebaut wird.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 14. Juni 2020, 18:15:55
Nein, das Einstellungsdatum stimmt. Man hat das Gleis nicht betriebsfähig gehalten, es "blieb" einfach in Betrieb.

Danke für die Antwort, wobei ich hätte mir gedacht, die Weiche von der Margaretenstrasse Richtung Rampersdorferstrasse
wurde ab Juli 1961 verkeilt (da kein 13, 61 und 63 mehr dort stadteinwärts wenden) und die Oberleitung in der Ramperstorfergasse
weiter Richtung Bacherplatz entfernt samt Zeichen Fahrverbot.

Weiß wer wann die Oberleitung vom 61er im 5. Bezirk entfernt wurde?. Ging das damals sehr rasch oder hing die
noch länger oben und wurde erst nach Jahren oder Monaten entfernt?

Ich denke der 61er wurde nicht mehr probehalber auf Bus umgestellt sondern ich denke, bei dem war es definitiv
dass er nicht mehr wieder kommt.

Hat das wer noch Infos von damals?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 14. Juni 2020, 19:04:55
Nein, das Einstellungsdatum stimmt. Man hat das Gleis nicht betriebsfähig gehalten, es "blieb" einfach in Betrieb.

Danke für die Antwort, wobei ich hätte mir gedacht, die Weiche von der Margaretenstrasse Richtung Rampersdorferstrasse
wurde ab Juli 1961 verkeilt (da kein 13, 61 und 63 mehr dort stadteinwärts wenden) und die Oberleitung in der Ramperstorfergasse
weiter Richtung Bacherplatz entfernt samt Zeichen Fahrverbot.

Weiß wer wann die Oberleitung vom 61er im 5. Bezirk entfernt wurde?. Ging das damals sehr rasch oder hing die
noch länger oben und wurde erst nach Jahren oder Monaten entfernt?

Ich denke der 61er wurde nicht mehr probehalber auf Bus umgestellt sondern ich denke, bei dem war es definitiv
dass er nicht mehr wieder kommt.

Hat das wer noch Infos von damals?

Als Zeitzeuge kann ich dir berichten dass die Fahrleitung in Meidling im Bereich Steinbauergasse und innerhalb des Gürtels kurz nach der Umstellung entfernt wurde. Die Granitpflasterung der Steinbauergasse und Arbeitergasse war für das Fahrgefühl im Bus nicht zuträglich und somit hat man kurz nach der Umstellung die Steinbauergasse samt Gleise mit einer dicken Asphaltschicht abgedeckt. In der Arbeitergasse hat man die billigere Variante gewählt, da hat man nur die Gleise überasphaltiert und zum Strassenrand mit einer erheblichen Stufe die Granitpflasterung belassen. Die Schleife Hofmeistergasse war noch viele Jahre betriebsfähig aber ständig in den Gegenbögen zur Eichenstrasse verparkt.


Vor geraumer Zeit war eine Postkarte im Handel, Bebelhof - Assmayergasse und die teildemontierten Gleisbögen in die einstige Stammstrecke Niederhofstrasse.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 14. Juni 2020, 19:22:25
Lieber Zeitzeuge.

Vielen Dank für die Wahrnehmungen!

Also war scheinbar schon ab Sommer 1960 die Fahrleitung weg und relativ bald (auch im Jahr 1960) ein Asphalt darüber?

Das erklärt, dass die Strecke 61 sofort aufgelassen wurde und eine Rückumstellung nie geplant war.

Hast du noch Erinnerungen an den letzten Betriebstag des 61ers? Gibt es Fotos vom letzten Blauen?

Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: benkda01 am 15. Juni 2020, 01:22:45
Rampersdorfergasse
Ramperstorfergasse
Rampersdorferstrasse
Rampersdorfersgasse
Rampersdorfer Straße
Leute, bitte – die Straße heißt Ramperstorffergasse! :lamp:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Helga06 am 15. Juni 2020, 11:13:53
In den 60er-Jahren gab es Mo-Fr zeitig früh zwei 3-Wagenzüge der Linie 6 die diese große Schleife befuhren. Wenn wir bei der SchwieMu in der Margareten Str. übernachteten war ich zum Leidwesen meiner Frau immer beim Fenster um die beiden Züge zu beobachten. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern warum die Züge so fuhren.
Nachdem ich im Wiki nichts finden konnte betreffs der beiden kurz geführten Züge zum Margaretenplatz und ich auch nicht den Grund dafür kenne, meine Frage: wer weiß mehr darüber?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 17. Juni 2020, 10:29:12
Ich denke der 61er wurde nicht mehr probehalber auf Bus umgestellt sondern ich denke, bei dem war es definitiv
dass er nicht mehr wieder kommt.

Natürlich. Bei allen in den 60ern und 70ern durchgeführten Umstellungen von Straßenbahn auf Bus war nie geplant, dass die Straßenbahn eines Tages wieder in Betrieb genommen wird, auch bei den darauf folgenden Umstellungen von Straßenbahn auf U-Bahn nicht (obwohl das im Falle des O zwischen Südtiroler Platz und Quellenplatz doch passiert ist).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Halbstarker am 17. Juni 2020, 13:35:09
Da wir schon OT sind: eine weitere Ausnahme fällt mir da noch ein - die Donaufelder Straße. Obwohl diese als Zufahrt zu Lohner/Bombardier überlebte - der Linienverkehr war 11 Jahre lang eingestellt (bis 1971 Linie 17, ab 1982 Linie 26).
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: coolharry am 17. Juni 2020, 13:40:46
Da wir schon OT sind: eine weitere Ausnahme fällt mir da noch ein - die Donaufelder Straße. Obwohl diese als Zufahrt zu Lohner/Bombardier überlebte - der Linienverkehr war 11 Jahre lang eingestellt (bis 1971 Linie 17, ab 1982 Linie 26).

Ganz weit hergeholt wäre auch noch das Stück am Kagraner Platz.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Kanitzgasse am 18. Juni 2020, 12:29:39
Schönbrunner Straße Höhe ONr. 50, heute:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Kanitzgasse am 19. Juni 2020, 12:06:15
Auch von heute ein Eindruck aus der Schönbrunner Straße:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 04. August 2020, 19:39:31
Manchmal wurden am 61er anstelle der Type G4 auch G1 eingesetzt: G1 796 + k3 in der Wilhelmstraße 1957 (Foto: J. Kössner, Archiv Dr. Peter Standenat).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 04. August 2020, 22:17:10
Ein wunderschönes Foto, das mich an meine Kindheit erinnert. Links das Eckgeschäft war tatsächlich ein Autohändler, der in der Regel zwei bis drei PKW im Verkaufslokal stehen hatte. Bei Verkauf wurde eine Auslagenscheibe ausgehängt und über mobilen Holzrampen über den Gehsteig das Auto auf die Strasse gerollt. Rechts in der Baulücke hatte sich ein Alteisenhändler etabliert, dorthin habe ich öfter meinen Vater begleitet, wenn er für einen Pfusch gebrauchte Wasserleitungs- oder Gasleitungsrohre aussuchte.
Die Krönung ist das Aquarium mit dem seltenen zentrierten Liniensignal.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 25. September 2020, 02:20:02
G + v2 1780 der Linie 61 in der Heinrichhofsschleife (Foto: Alfred Rosenkranz, Archiv Dr. Peter Standenat, 1937-38).    edit:Änderung

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Halbstarker am 25. September 2020, 07:26:18
Ein Zeitdokument!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 25. September 2020, 09:17:11
Sollte das nicht Type v2 heißen??

(1769-1780 v2)
(1781-1800 v3, ab 1904: v1)
(1801-1850 v)
(1851-1910 v1, ab 1904 v)
(1911-1914 v3)

1780 wurde 1949 kassiert.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 25. September 2020, 09:20:44
Ja.

nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 18. Oktober 2020, 17:29:39
In den 30er posierte eine Frau mit Pelzmantel für den Fotografen, im Hintergrund G 727 der Linie 61. Die genaue Örtlichkeit ist nicht bekannt, vielleicht hat jemand eine Idee (Foto: Archiv Dr. Peter Standenat).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Operator am 18. Oktober 2020, 17:34:41
Ich vermute die Rechte Wienzeile-Hamburgerstraße.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 18. Oktober 2020, 18:31:39
Die Seitengasse, die genau hinter der Haltestellentafel zu erkennen ist, könnte die Schikanedergasse sein. Die Häuser davor und danach stimmen auf Google Street View mit dem Foto überein.
Ein Stiegenaufgang links ist auch heute vorhanden, wenn auch flacher.
Siehe: https://www.google.com/maps/@48.1976513,16.362414,3a,75y,46.89h,83.61t/data=!3m6!1e1!3m4!1sUDXuyq5yQDEDLIyt4tSG3A!2e0!7i16384!8i8192 (https://www.google.com/maps/@48.1976513,16.362414,3a,75y,46.89h,83.61t/data=!3m6!1e1!3m4!1sUDXuyq5yQDEDLIyt4tSG3A!2e0!7i16384!8i8192)
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: benkda01 am 18. Oktober 2020, 20:23:02
Interessant, dass der Triebwagen Brechleisten montiert hat, obwohl er keinen Beiwagen mitführt. :o
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 01. Januar 2021, 02:19:00
G1 4796 + k3 (k4) beim Einbiegen von der Rechten Wienzeile in die Pilgramgasse (Foto: J. Kössner, Archiv Dr. Peter Standenat, 1960).

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 01. Januar 2021, 07:47:26
Die Straße heißt hier aber wieder Rechte Wienzeile! Die Hamburgerstraße endet beim Café Rüdigerhof!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 01. Januar 2021, 10:36:07
Interessant, dass es die Baulücke im Hintergrund bis heute gibt!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Paulchen am 01. Januar 2021, 14:11:26
Interessant, dass es die Baulücke im Hintergrund bis heute gibt!

Aber nicht mehr lange: http://www.ms-project.at/hotel%20indigo%20wien.html
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: N1 am 01. Januar 2021, 19:59:27
Interessant, dass es die Baulücke im Hintergrund bis heute gibt!

Aber nicht mehr lange: http://www.ms-project.at/hotel%20indigo%20wien.html
Der Rohbau ragt dort bereits einige Stockwerke empor.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 03. Januar 2021, 09:49:22
Bitte noch mehr Fotos vom 61er  ^-^ :up:
Vorzugsweise Arbeitergasse - Einsiedlerplatz-Gürtel
DANKE, und alles Gute im neuen Jahr
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: nord22 am 12. Januar 2021, 20:14:11
Dem Wunsch nach weiteren Aufnahmen der Linie 61 soll entsprochen werden:
G4 325 + k1 (k2) auf der rechten Wienzeile (Foto: Mag. Alfred Luft, 17.07.1958). Die Autofahrer hinter dem Zug verfluchten das "Verkehrshindernis" Straßenbahn und fanden damit bei Verkehrstadtrat Nathschläger und Bürgermeister Jonas gleichgesinnte Politiker.

LG nord22
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: 95B am 12. Januar 2021, 21:06:56
Eine wunderschöne Aufnahme des großen Altmeisters!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Halbstarker am 13. Januar 2021, 09:49:23
Ja! Das Foto:  :up:
Jonas & Nathschläger:  :down: :down: :down: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck: :luck:
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Ferry am 13. Januar 2021, 13:36:45
Dem Wunsch nach weiteren Aufnahmen der Linie 61 soll entsprochen werden:
G4 325 + k1 (k2) auf der rechten Wienzeile (Foto: Mag. Alfred Luft, 17.07.1958). Die Autofahrer hinter dem Zug verfluchten das "Verkehrshindernis" Straßenbahn und fanden damit bei Verkehrstadtrat Nathschläger und Bürgermeister Jonas gleichgesinnte Politiker.

Wurde die am Gegengleis erkennbare Verzweigung nach links von der Linie 63 befahren?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 13. Januar 2021, 13:58:31


Wurde die am Gegengleis erkennbare Verzweigung nach links von der Linie 63 befahren?

Ja, bis 22.2.1959 von Linie 63.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: reredol am 13. Januar 2021, 14:50:28
Habe mir die Abzweigung unter www.zeitlinie.wien angesehen, müsste die Abzweigung in die Heumühlgasse sein
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 13. Januar 2021, 18:46:46
Hier zur Ansicht das einst dichte Liniennetz:

Quelle:
https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=384.45
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Halbstarker am 13. Januar 2021, 19:03:41
Danke für den Fachbeitrag, aber musst Du uns so deprimieren?  ;D
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: hema am 13. Januar 2021, 20:16:05
Seit die Leute im 5. und 6.Bezirk so viel zu Fuß gehen dürfen, sind sie sicher viel gesünder und zufriedener. Manche wollen eben die wahren und segensreichen Handlungen nicht erkennen, die uns die Stadtpolitik seit Jahrzehnten hingebungsvoll liefert!
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 13. Januar 2021, 22:30:55
Habe mir die Abzweigung unter www.zeitlinie.wien angesehen, müsste die Abzweigung in die Heumühlgasse sein

Ich frage mich, ob die Daten (Eröffnungen, Elektrifizierungen usw.) in dieser Datei alle stimmen. Aber grundsätzlich finde so eine Seite wunderbar. Ich kannte bisher nur diejenige von Graz.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: win22 am 13. Januar 2021, 22:54:32
Hat wer ein Foto vom 61er beim Einsiedlerplatz?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Halbstarker am 14. Januar 2021, 09:24:43
Seit die Leute im 5. und 6.Bezirk so viel zu Fuß gehen dürfen, sind sie sicher viel gesünder und zufriedener.
Wieso? Statt der Straßenbahnen fahren ja Busse.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Bus am 14. Januar 2021, 09:52:01
Seit die Leute im 5. und 6.Bezirk so viel zu Fuß gehen dürfen, sind sie sicher viel gesünder und zufriedener.
Wieso? Statt der Straßenbahnen fahren ja Busse.

Ja, vor allem der 12A ist genial, damit kann man im Gegensatz zum 61er alle Gassen des 5ten abfahren  >:D
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Arkadier am 14. Januar 2021, 10:26:10
Habe mir die Abzweigung unter www.zeitlinie.wien angesehen, müsste die Abzweigung in die Heumühlgasse sein

Ich frage mich, ob die Daten (Eröffnungen, Elektrifizierungen usw.) in dieser Datei alle stimmen. Aber grundsätzlich finde so eine Seite wunderbar. Ich kannte bisher nur diejenige von Graz.

Irgendwie dürften die Daten da nicht ganz vollständig sein, denn es fehlt etwa die Pferdebahn in der Rustenschacherallee zur Weltausstellung 1873 –> http://www.pratercottage.at/2011/05/27/rustenschacherallee-kampf-gegen-den-verkehrskollaps-1873/
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 14. Januar 2021, 12:33:05
Doch, diese Pferdebahn ist eingezeichnet!
Beginn am 1. Mai 1873, Ende am 30. Juni 1874.
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Arkadier am 14. Januar 2021, 14:57:34
OK. Danke, aber weiß man, ob dann die Schienen abgetragen wurden? Denn die Pferdebahn ist dann noch bis zum Ende der Löwengasse eingezeichnet. Hat sie dort geendet? War die Sophienbrücke nicht befahrbar? Gibt's da weitere Infos?
Titel: Re: Linie 61 (1907-1960)
Beitrag von: Erdberg am 14. Januar 2021, 15:18:20
Ich vermute, die Pferdebahnlinie blieb bis zur Sophienbrücke (Rotundenbrücke) bestehen.
Am 25.6.1898 wurde die Strecke elektrifiziert und die Verlängerung bis Hauptallee eröffnet.

Laut Zeitlinie führte die Pferdebahn ab 1.7.1874 noch bis Rustenschacherallee,ab 1.7.1875 ist die Linie nur mehr bis Kreuzung Löwengasse/Rasumofskygasse eingezeichnet. Grund war möglicherweise die zu schwache Brücke (laut Wiki nur ein Straßenbahnzug auf der Brücke erlaubt). Allerdings steht dort nichts davon, daß ab 1898 wieder Straßenbahnen die Brücke befuhren.