Tramwayforum

Allgemeines => Viennensia => Thema gestartet von: nord22 am 26. Juli 2017, 18:12:20

Titel: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 26. Juli 2017, 18:12:20
Die DDSG war bekanntlich das größte Binnenschifffahrtsunternehmen der Welt. Nach dem Zerfall der Monarchie wurden die Schiffe der DDSG unter den Nachfolgestaaten aufgeteilt. Von diesen Dampfschiffen existiert heute nur mehr die "Schönbrunn"; das Wrack der "Johann Strauss" liegt noch bei der Schwedenbrücke und soll bald verschrottet werden. Anbei zwei Aufnahmen der DFS "Hebe" und "Johann Strauss" in Linz 1962 (Fotos: Karl Prucha). Die "Hebe" war im August 1969 letztmalig in Betrieb und landete letztendlich in Griechenland. Die "Johann Strauss" wurde 1913 als "Erzherzog Franz Ferdinand" vom Technischen Stab in Linz erbaut und hatte eine Dampfmaschine mit 740 PS von der Firma Gebr. Sachsenberg, Rosslau a. d. Elbe. Nach dem Ende der Monarchie erhielt das Schiff den Namen des Walzerkönigs, bekam 1945 in Linz einen Bombentreffer ab und sank. Nach der Hebung wurden die Maschinen 1950 in den Rumpf des Dampfers "Grein" eingebaut. Die "Johann Strauss" wurde nach einem Bruch der Antriebswelle 1971 ausgemustert.

nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 26. Juli 2017, 19:22:40
Unter http://www.fhsaustria.org/aktuelles/einzelansicht/article/20160209-400-m-containerriese-nach-ueber-fuenf-tagen-aus-dem-schlick-in-der-elbe-gezogen-kopie/ (http://www.fhsaustria.org/aktuelles/einzelansicht/article/20160209-400-m-containerriese-nach-ueber-fuenf-tagen-aus-dem-schlick-in-der-elbe-gezogen-kopie/) steht u. a.:

"07.06.2016 - Wieder ein Stück Geschichte unter dem Hammer: "Johann Strauß"-Auktion zum Schrottpreis
Und wieder verschwindet ein Stück Geschichte aus der historischen Schifffahrt: Die zuletzt als Clubschiff  geführte "Johann Strauß" (Baujahr 1853) mit Liegeplatz im Donaukanal wird in einer Auktion des Dorotheums zum Schrott- und Ausrufungspreis von Euro 2.000,00 angeboten. Der einstige Stolz der DDSG rostete die letzten Jahre am Donaukanal vor sich hin. Seit den1970-er Jahren als Restaurantschiff eingesetzt und zuletzt als abgetakelte Club-Disko eingesetzt wurde sie 2013 wegen "Gefahr im Verzug" gesperrt.
Lapidare Ankündigung:
Clubschiff "Johann Strauß", (schwimmende Anlage mit Auftriebskörper), erbaut 1853 in Budapest, ehemals als Passagierschiff im Einsatz, ab 1972 als Schiffsrestaurant (nicht schwimmend), keine Schiffspapiere bzw. Zulassung vorhanden, Antriebsmaschine und Schaufelräder fehlen, Länge ca. 68,38 m Breite 15,85 m, Tiefgang max. 1,20 m, Konstruktionsveränderungen ca. 325 t, Bruttotonnen ca. 500, Allgemeinzustand: desolat, teilweise stark korrodiert, Innenverkleidung und Inneneinrichtung sowie schiffstechnische Gegenstände teilweise ausgebaut bzw. fehlen. Wert der Johann Strauß: ein nicht abschätzbarer Liebhaberwert bzw. ein Schrottmittelwert von EURO 22500,00, bei einem geschätzten Stahlgewicht von ca. 250 t nach entfernen der Inneneinrichtung. Der Abtransport: alle Kosten und eventuell erforderliche Genehmigungen sind in der Verantwortung des Käufers! Letzter Tag der Abholung 30.06.2016. Besichtigungsort und Zeit: 1010 Wien, Franz Josefs Kai 27-29, am Liegeplatz "Donaukanal", nur am 01.06.2016 von 13:00 bis 16:00 Uhr."

nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: martin8721 am 26. Juli 2017, 20:27:13
Welch prächtiges Schiff die "Johann Strauß" einmal war.  :o
Ewig schade drum... :'(

Wie kommen die im verlinkten Artikel aber auf das Baujahr 1853?  ???
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 5er am 26. Juli 2017, 20:48:01
Wie kommen die im verlinkten Artikel aber auf das Baujahr 1853?  ???
Steht so im Gutachten (ebenfalls auf der verlinkten Seite). Demzufolge (und auch was man sonst so im Internet findet) ist die aktuelle Johann Strauß die vorherige GREIN (BJ 1853, ex CARL LUDWIG), die 1950 die Dampfmaschine der "vorherigen" Johann Strauß (BJ 1919, nach einem Bombentreffer gesunken) eingebaut bekam.

Edit: nord22 hat eh schon im ersten Beitrag im Prinzip das gleiche geschrieben, er hat nur nicht hervorgehoben, dass die erste Johann Strauß 1950 verschrottet wurde und die (ältere) Grein die neue Johann Strauß wurde
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Linie 360 am 27. Juli 2017, 21:26:10
Die "Johann Strauß" wird zwangsversteigert->http://wien.orf.at/news/stories/2857286/
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: moszkva tér am 27. Juli 2017, 23:30:18
Schade um das Schiff! Vor ca. 20 Jahren bin ich da einmal mit Freunden zu Gast gewesen. Die Edelstahl-Kanne verwende ich immer noch, um Eistee selbst zu machen und der Schneebesen hat für meine Kinder schon zahlreiche Grießköche zubereitet. (Hab ich damals gefunden).

Vor ca. 10 Jahren war ich auf dem Schiff auf einer polnischen Diskoparty, da hat die polnische Diaspora Wiens mehr oder weniger geschlossen zu polnischer Popmusik abgetanzt, das Krügerl Warka gab es für 3 Euro. Ein sehr netter Abend!

Aber was soll man tun, es ist so wie mit den E1-c3. Eines Tages muss man sich vom sehr geliebten Alten trennen und es kommt was Neues. Am Donaukanal fehlt eh eine weitere Strandbar wie ein Bissen Brot!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 4463 am 28. Juli 2017, 16:05:21
In der Schweiz sind derartige Schiffe auch heute noch im täglichen Liniendienst anzutreffen, beispielsweise am Genfer See, wo 7 Raddampfer der Baujahre 1904-1927 im Einsatz sind!

Siehe auch: http://www.cgn.ch/de-ch/flotte-belle-epoque/shiplist.aspx
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: moszkva tér am 28. Juli 2017, 18:36:00
In der Schweiz sind derartige Schiffe auch heute noch im täglichen Liniendienst anzutreffen, beispielsweise am Genfer See, wo 7 Raddampfer der Baujahre 1904-1927 im Einsatz sind!
In Istanbul sind auch die ältesten Bosporusfähren aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg, und die sind auch täglich unterwegs - im großstädtischen Nahverkehr sicher auch deutlich strapazierter als in der Ausflugsschifffahrt.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: WIENTAL DONAUKANAL am 28. Juli 2017, 19:54:14
Dir Elbe-Dampfschifffahrt hat derzeit neun Raddampfer im Liniendienst.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 29. Juli 2017, 09:00:51
Die Bildergalerie zum Thema Donaudampfschiffe wird natürlich fortgesetzt:

DFS Hebe am Donaukanal bei der Urania (Postkartenmotiv Archiv nord22): Baujahr 1905 Werft Obuda, 1985 in Eleusis/ Athen verschrottet
DFS Franz Josef (Archiv Erwin Hauke): Baujahr 1853 Werft Obuda, 1943 als "Melk" ausgemustert
DFS Franz Schubert (Postkartenmotiv Archiv nord22): Baujahr 1913 Linzer Schiffswerft, 1971 ausgemustert; bis 1918 "Herzogin von Hohenberg"

LG nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 04. August 2017, 11:22:48
Dampfschlepper Samson; Baujahr 1910 Schiffswerft Budapest, 800 PS, 1968 ausgemustert (Foto: Harald Herrmann)
DFS Johann Strauss in Melk (Postkartenmotiv Archiv nord22)
DFS Szent Istvan, ungarische DSG (Archiv Erwin Hauke)

LG nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 37er-Wagen am 04. August 2017, 13:06:57
Zur "Johann Strauß" sei noch angemerkt: noch im Juni 2017 wurde mir von offizieller Seite erklärt, es laufe ein Rechtsverfahren gegen den Pächter, dessen Ende nicht absehbar sei, aber die Stadt habe Pläne mit dem Schiff am derzeitigen Standort.

Ist ein wenig offtopic, geht aber wohl in die selbe Richtung wie das "Schloß Cobenzl" oder wie man mit Altbauten in der Stadt umgeht: erst ewig rauszögern und dann mit Verweis auf "Gefahr in Verzug" abreißen, verschrotten lassen, demolieren.

wäre es nicht möglich, das Schiff in den Freudenauer Hafen zu schleppen und dort wieder aufzuarbeiten?

Schade, ich hätte ein klassisches Wiener Kaffeehaus an Bord der Johann Strauss, als Kontrapunkt zum "Motto" beim "Tor zu Wien" sehr begrüßenswert gefunden. Dass die Stadt Wien in touristischen Fragen immer so patzen muß....

@ moszkva tér: du glaubst doch nicht, dass beim Liegeplatz der Johann Strauß IRGENDWAS hinkommt... das könnte ja dem "Motto" die Gäste vertreiben / wegschnappen...noch dazu die Gefahr der steilen Uferanlagen....vergiss es.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 5er am 04. August 2017, 17:52:55

wäre es nicht möglich, das Schiff in den Freudenauer Hafen zu schleppen und dort wieder aufzuarbeiten?


Auf der in Antwort #1 verlinkten Seite ist ein Gutachten verlinkt, das relativ genau über den Zustand Auskunft gibt. Eine Aufarbeitung wäre sicher möglich, dürfte aber mit sehr hohen Kosten verbunden sein
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 37er-Wagen am 04. August 2017, 18:27:56

wäre es nicht möglich, das Schiff in den Freudenauer Hafen zu schleppen und dort wieder aufzuarbeiten?


Auf der in Antwort #1 verlinkten Seite ist ein Gutachten verlinkt, das relativ genau über den Zustand Auskunft gibt. Eine Aufarbeitung wäre sicher möglich, dürfte aber mit sehr hohen Kosten verbunden sein

tja, das ist es meistens, wenn man die Sachen verkommen läßt... es stellt sich nur die Frage: wenn alle, die um die Johann Strauss öffentlich "weinen" ein bisserl was hergeben, könnte das durchaus machbar sein.... es könnte aber auch die Stadt Wien sowas wie historische Verantwortung zeigen und nicht alles auf Biegen und Brechen "modern" machen müssen...
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 04. August 2017, 21:04:52
tja, das ist es meistens, wenn man die Sachen verkommen läßt... es stellt sich nur die Frage: wenn alle, die um die Johann Strauss öffentlich "weinen" ein bisserl was hergeben, könnte das durchaus machbar sein.... es könnte aber auch die Stadt Wien sowas wie historische Verantwortung zeigen und nicht alles auf Biegen und Brechen "modern" machen müssen...
Das "verkommen lassen" begann in diesem Fall allerdings bereits im Jahr 1985, als man das Schiff nach Wien holte (zuvor war es in Regensburg als Restaurantschiff im Einsatz gewesen). Damals wurde vorgeschlagen, das zu dem Zeitpunkt noch weitestgehend intakte Schiff in Linz oder Korneuburg aufzulegen und im Unterwasserbereich gründlich zu konservieren. Das Vorhaben scheiterte letztlich daran, dass die Kosten dafür dem Eigentümer, der WIGAST (d.h. der Stadt Wien), zu hoch erschienen. Das ist im Wesentlichen die Ursache für die im Gutachten erwähnten Schäden, die das Schiff vermutlich zum Fall für den Hochofen werden lassen.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Tatra83 am 16. August 2017, 11:33:34
Hier noch eine Aufnahme der Johann Strauß im Donaukanal von gestern.

[attach=1]
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: luki32 am 10. Oktober 2017, 14:38:12
Zitat
"Johann Strauß": Stadt Wien lässt "Schandfleck" entfernen
Das Partyschiff des Copa-Pächters Norbert Weber, der kürzlich seinen Namen geändert hat, muss bis Ende Oktober entfernt werden.[...]

https://kurier.at/chronik/wien/johann-strauss-stadt-wien-laesst-schandfleck-entfernen/291.226.979 (https://kurier.at/chronik/wien/johann-strauss-stadt-wien-laesst-schandfleck-entfernen/291.226.979)
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 38ger am 10. Oktober 2017, 15:19:49
Der Zustand mag schlecht sein, dennoch ist sie wunderschön anzusehen! (Trotz der eingeschlagenen Scheiben, dem schlechten Lackzustand und der wenig ansehnlichen Graffitis).
Wenn der Stephansdom, das Riesenrad oder das Schloß Schönbrunn baufällig, beschmiert und aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden müsste, dann würde man sich auch einen Ruck geben und die Sehenswürdigkeit sanieren und wieder zugänglich machen!
Dasselbe sollte mMn auch für das einzig wirklich ansehnliche Schiff am Wiener Donaukanal gelten!
Enteignung des Schiffes und Neuverpachtung nach erfolgreicher Restauration wären ja kein Problem.
Die Nutzungsmöglichkeiten wären an dem Standort extrem vielfältig ... ein Café, ein Museum über die Donauschifffahrt, die Donau-Auen, die Errichtung des Donaukanals, der Donauinsel, eine Cocktail-Bar, ein Partyschiff ... an dem Standort würde mMn alles funktionieren!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 95B am 10. Oktober 2017, 15:38:30
Der Zustand mag schlecht sein, dennoch ist sie wunderschön anzusehen!

Ich glaube, du warst schon lang nicht mehr dort. Das ehemalige Clubschiff ist durch die langjährige Vernachlässigung längst zu einem verwahrlosten, devastierten Haufen Altmetall verkommen und weit davon entfernt, jemals eine Sehenswürdigkeit gewesen zu sein.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 38ger am 10. Oktober 2017, 15:49:02
Der Zustand mag schlecht sein, dennoch ist sie wunderschön anzusehen!

Ich glaube, du warst schon lang nicht mehr dort. Das ehemalige Clubschiff ist durch die langjährige Vernachlässigung längst zu einem verwahrlosten, devastierten Haufen Altmetall verkommen und weit davon entfernt, jemals eine Sehenswürdigkeit gewesen zu sein.

Ich fahr dort regelmäßig mit dem Fahrrad vorbei. Dass sie verwahrlost ist mag sein, aber das ließe sich ja ändern. Der Nutzungsdruck am Donaukanal ist so hoch, dass sich daraus womöglich sogar noch Geld machen ließe!
Aber gut,  die Stadt Wien hat die Copa Cagrana ja auch extremst redimensioniert im Zuge der rein funktionalen, aus ästhetischen Gesichtspunkten verachtenswerten "Neugestaltung" als CopaBeach.
Und vom Leopoldsberg, der den Kahlenberg ja eigentlich i  den Schatten stellen müsste red' ich gar nicht erst.
Der Begriff Sehenswürdigkeit trifft wohl nicht ganz zu auf das ehemalige Partyschiff, dennoch strahlt es ein gewisses Flair aus - und das fände ich sogar dann erhaltenswert, wenn es gar nicht genutzt werden würde!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 10. Oktober 2017, 16:18:36
Der Zustand mag schlecht sein, dennoch ist sie wunderschön anzusehen! (Trotz der eingeschlagenen Scheiben, dem schlechten Lackzustand und der wenig ansehnlichen Graffitis).
Wenn der Stephansdom, das Riesenrad oder das Schloß Schönbrunn baufällig, beschmiert und aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden müsste, dann würde man sich auch einen Ruck geben und die Sehenswürdigkeit sanieren und wieder zugänglich machen!
Dasselbe sollte mMn auch für das einzig wirklich ansehnliche Schiff am Wiener Donaukanal gelten!
Enteignung des Schiffes und Neuverpachtung nach erfolgreicher Restauration wären ja kein Problem.
Die Nutzungsmöglichkeiten wären an dem Standort extrem vielfältig ... ein Café, ein Museum über die Donauschifffahrt, die Donau-Auen, die Errichtung des Donaukanals, der Donauinsel, eine Cocktail-Bar, ein Partyschiff ... an dem Standort würde mMn alles funktionieren!

Dann schau einmal, wie lange die Stadt Wien schon bei der Copa Cabana prozessiert hat. Das Problem ist, dass du mit dem richtigen Rechtsanwalt die Verfahren endlos in die Länge ziehen kannst.

Ein Bekannte hatte 4 (in Worten VIER) Jahre gebraucht, bis er einen Mietnomaden wieder angebracht hat. Du hast nämlich das Problem, dass die Urteile zwar ausgesprochen werden, für die schriftliche Ausführung der Urteilsbegründung vergeht aber oft ein Jahr. Und erst dann beginnt die Einspruchsfrist. Das hatte ein Kollege bei einem Schadenersatzprozess gehabt.

Genauso wie zum Beispiel meine Mutter mittlerweile 3 1/2 Monate auf den Lohnsteuerausgleich wartet. Und nach Nachfrage am Finanzamt muss sie froh sein, wenn sie heuer überhaupt nach das Geld bekommt.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 38ger am 10. Oktober 2017, 16:55:39
Der Zustand mag schlecht sein, dennoch ist sie wunderschön anzusehen! (Trotz der eingeschlagenen Scheiben, dem schlechten Lackzustand und der wenig ansehnlichen Graffitis).
Wenn der Stephansdom, das Riesenrad oder das Schloß Schönbrunn baufällig, beschmiert und aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden müsste, dann würde man sich auch einen Ruck geben und die Sehenswürdigkeit sanieren und wieder zugänglich machen!
Dasselbe sollte mMn auch für das einzig wirklich ansehnliche Schiff am Wiener Donaukanal gelten!
Enteignung des Schiffes und Neuverpachtung nach erfolgreicher Restauration wären ja kein Problem.
Die Nutzungsmöglichkeiten wären an dem Standort extrem vielfältig ... ein Café, ein Museum über die Donauschifffahrt, die Donau-Auen, die Errichtung des Donaukanals, der Donauinsel, eine Cocktail-Bar, ein Partyschiff ... an dem Standort würde mMn alles funktionieren!

Dann schau einmal, wie lange die Stadt Wien schon bei der Copa Cabana prozessiert hat. Das Problem ist, dass du mit dem richtigen Rechtsanwalt die Verfahren endlos in die Länge ziehen kannst.

Ein Bekannte hatte 4 (in Worten VIER) Jahre gebraucht, bis er einen Mietnomaden wieder angebracht hat. Du hast nämlich das Problem, dass die Urteile zwar ausgesprochen werden, für die schriftliche Ausführung der Urteilsbegründung vergeht aber oft ein Jahr. Und erst dann beginnt die Einspruchsfrist. Das hatte ein Kollege bei einem Schadenersatzprozess gehabt.

Genauso wie zum Beispiel meine Mutter mittlerweile 3 1/2 Monate auf den Lohnsteuerausgleich wartet. Und nach Nachfrage am Finanzamt muss sie froh sein, wenn sie heuer überhaupt nach das Geld bekommt.

Und was hat das damit zu tun, dass man den CopaBeach so hässlich gestalten musste? Oder damit, dass riesige gastronomische Areale dort jetzt ungenutzt sind anstatt, dass man vorab schon Pläne gemacht hätte, wie man die CopaCagrana wieder aufbauen will? In den letzten Jahren der Copa Cagrana waren die Lokale immer ansehnlich - baufällig, morsch schimmlig vielleicht, aber für den Kunden wurde jedes Frühjahr alles frisch lackiert usw.
Mir ist es lieber, etwas wir optisch in Schuss gehalten, so lange es nutzbar ist, als man baut so steril und rein funktional, wie nur irgendwie möglich. Diese Sichtbetonkästen beim CopaBeach sind doch hässlich, wie nur was!

Zurück zum verfallenen Partyschiff: Bis man die Genehmigung hat, das Schiff entsorgen zu dürfen vergeht vermutlich auch nicht viel weniger Zeit, als bis zu dem Zeitpunkt, wo man es zur Restaurierung übertragen bekäme. Das Ziel, dass das Schiff nicht eines Tages untergeht, nicht leckt usw. wäre ja dasselbe.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 10. Oktober 2017, 17:53:48
Der Zustand mag schlecht sein, dennoch ist sie wunderschön anzusehen! (Trotz der eingeschlagenen Scheiben, dem schlechten Lackzustand und der wenig ansehnlichen Graffitis).
Wenn der Stephansdom, das Riesenrad oder das Schloß Schönbrunn baufällig, beschmiert und aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden müsste, dann würde man sich auch einen Ruck geben und die Sehenswürdigkeit sanieren und wieder zugänglich machen!
Dasselbe sollte mMn auch für das einzig wirklich ansehnliche Schiff am Wiener Donaukanal gelten!
Enteignung des Schiffes und Neuverpachtung nach erfolgreicher Restauration wären ja kein Problem.
Die Nutzungsmöglichkeiten wären an dem Standort extrem vielfältig ... ein Café, ein Museum über die Donauschifffahrt, die Donau-Auen, die Errichtung des Donaukanals, der Donauinsel, eine Cocktail-Bar, ein Partyschiff ... an dem Standort würde mMn alles funktionieren!

Dann schau einmal, wie lange die Stadt Wien schon bei der Copa Cabana prozessiert hat. Das Problem ist, dass du mit dem richtigen Rechtsanwalt die Verfahren endlos in die Länge ziehen kannst.

Ein Bekannte hatte 4 (in Worten VIER) Jahre gebraucht, bis er einen Mietnomaden wieder angebracht hat. Du hast nämlich das Problem, dass die Urteile zwar ausgesprochen werden, für die schriftliche Ausführung der Urteilsbegründung vergeht aber oft ein Jahr. Und erst dann beginnt die Einspruchsfrist. Das hatte ein Kollege bei einem Schadenersatzprozess gehabt.

Genauso wie zum Beispiel meine Mutter mittlerweile 3 1/2 Monate auf den Lohnsteuerausgleich wartet. Und nach Nachfrage am Finanzamt muss sie froh sein, wenn sie heuer überhaupt nach das Geld bekommt.

Und was hat das damit zu tun, dass man den CopaBeach so hässlich gestalten musste? Oder damit, dass riesige gastronomische Areale dort jetzt ungenutzt sind anstatt, dass man vorab schon Pläne gemacht hätte, wie man die CopaCagrana wieder aufbauen will? In den letzten Jahren der Copa Cagrana waren die Lokale immer ansehnlich - baufällig, morsch schimmlig vielleicht, aber für den Kunden wurde jedes Frühjahr alles frisch lackiert usw.
Mir ist es lieber, etwas wir optisch in Schuss gehalten, so lange es nutzbar ist, als man baut so steril und rein funktional, wie nur irgendwie möglich. Diese Sichtbetonkästen beim CopaBeach sind doch hässlich, wie nur was!

Zurück zum verfallenen Partyschiff: Bis man die Genehmigung hat, das Schiff entsorgen zu dürfen vergeht vermutlich auch nicht viel weniger Zeit, als bis zu dem Zeitpunkt, wo man es zur Restaurierung übertragen bekäme. Das Ziel, dass das Schiff nicht eines Tages untergeht, nicht leckt usw. wäre ja dasselbe.

Das man jemanden den Kahn zur Restaurierung übergeben kann, muss man vorher einmal den alten Eigentümer enteignen. Und leider gehört der Kahn noch immer demjenigen, der mehrere Jahre vergeblich versucht hat die Enteignung der Kopa Cabana zu verhindern. Sein letzter Schachzug. Er hat einen anderen Namen angenommen.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Ferry am 11. Oktober 2017, 09:34:11
Das man jemanden den Kahn zur Restaurierung übergeben kann, muss man vorher einmal den alten Eigentümer enteignen. Und leider gehört der Kahn noch immer demjenigen, der mehrere Jahre vergeblich versucht hat die Enteignung der Kopa Cabana zu verhindern. Sein letzter Schachzug. Er hat einen anderen Namen angenommen.

Der Kerl gehört m.M.n. schon lange eingesperrt.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: luki32 am 11. Oktober 2017, 10:03:36
Das man jemanden den Kahn zur Restaurierung übergeben kann, muss man vorher einmal den alten Eigentümer enteignen. Und leider gehört der Kahn noch immer demjenigen, der mehrere Jahre vergeblich versucht hat die Enteignung der Kopa Cabana zu verhindern. Sein letzter Schachzug. Er hat einen anderen Namen angenommen.

Der Kerl gehört m.M.n. schon lange eingesperrt.

Die größten Verbrecher haben die besten Anwälte, siehe den ehemaligen schönsten Finazminister.  ;)

mfg
Luki
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 37er-Wagen am 12. Oktober 2017, 17:21:12
um zur Johann Strauß zurückzukehren: die Stadt Wien gefällt sich ja immer darin, "Schandflecke" zu entfernen, sei es nun die Johann Strauß abschleppen und verschrotten zu lassen oder sei es der geplante Abriss vom Cafe (und ehemaliger Meierei) Cobenzl...
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 12. Oktober 2017, 18:23:30
um zur Johann Strauß zurückzukehren: die Stadt Wien gefällt sich ja immer darin, "Schandflecke" zu entfernen, sei es nun die Johann Strauß abschleppen und verschrotten zu lassen oder sei es der geplante Abriss vom Cafe (und ehemaliger Meierei) Cobenzl...

Also wenn ich dich richtig verstehe, soll die Stadt Wien die angeführten Objekte revovieren und erhalten, auch wenn sie keine Verwendung dafür haben.

Da habe ich mir eine Frage. Wer finanziert das?
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 37er-Wagen am 12. Oktober 2017, 18:38:50
Also wenn ich dich richtig verstehe, soll die Stadt Wien die angeführten Objekte revovieren und erhalten, auch wenn sie keine Verwendung dafür haben.

Da habe ich mir eine Frage. Wer finanziert das?

na Moment, am Cobenzl hat ja das Forstamt Eigenbedarf angemeldet, also über "sie haben keine Verwendung dafür" kann man ja vorzüglich streiten. Wenn ich das richtig verstanden habe, stehen beide Objekte ja ohnehin im Besitz der Stadt Wien, also obliegt der Stadt ja auch eine gewisse Erhaltungspflicht. Wenn man immer nur abreißt und neu baut, ist vom historischen, Touristen anziehenden Wien bald gar nix mehr vorhanden. Wegen moderner Architektur kommt kein Tourist nach Wien.

und das Nämliche gilt auch für die Johann Strauß: ein Stück Geschichte zu erhalten und touristisch zu nutzen, gerade an einem Standort wie dem Donaukanal, sollte ja eigentlich im ureigensten Interesse der Stadt liegen.

und zur Finanzierungsfrage: man will und kann sich ja auch eine U-Bahn in die Pama leisten, wenn man es entsprechend argumentiert bzw. wurden ja an anderer Stelle ja auch schon andere Möglichkeiten genannt (Beschäftigung Langzeitarbeitslose / Jugendliche). Nur der WILLE zum Erhalt müßte halt da sein.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 38ger am 12. Oktober 2017, 19:29:24
um zur Johann Strauß zurückzukehren: die Stadt Wien gefällt sich ja immer darin, "Schandflecke" zu entfernen, sei es nun die Johann Strauß abschleppen und verschrotten zu lassen oder sei es der geplante Abriss vom Cafe (und ehemaliger Meierei) Cobenzl...

Also wenn ich dich richtig verstehe, soll die Stadt Wien die angeführten Objekte revovieren und erhalten, auch wenn sie keine Verwendung dafür haben.

Da habe ich mir eine Frage. Wer finanziert das?

Bist Du oarg? Für eine Liegenschaft in so einer Lage hat man nicht keine, Verwendung, sondern sch####egal, was ich dort mache - es funktioniert, weil die Lage schlichtwegs konkurrenzlos ist!  :fp:
Meinetwegen sollen Sie die Johann Strauß zerstören - aber bitte nur dann, wenn es ein ERSATZKONZEPT dafür gibt (neues Schiff, neuer Schwimmkörper, Terassenbereich über dem Donaukanal, ähnlich jenem der am Wienfluß errichtet wurde.
Aber so ein Konzept sollte man eben erstellt haben BEVOR man sich zu einem Abriss, einer Abtragung oder derartigem entschließt!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 12. Oktober 2017, 19:51:52
um zur Johann Strauß zurückzukehren: die Stadt Wien gefällt sich ja immer darin, "Schandflecke" zu entfernen, sei es nun die Johann Strauß abschleppen und verschrotten zu lassen oder sei es der geplante Abriss vom Cafe (und ehemaliger Meierei) Cobenzl...

Also wenn ich dich richtig verstehe, soll die Stadt Wien die angeführten Objekte revovieren und erhalten, auch wenn sie keine Verwendung dafür haben.

Da habe ich mir eine Frage. Wer finanziert das?

Bist Du oarg? Für eine Liegenschaft in so einer Lage hat man nicht keine, Verwendung, sondern sch####egal, was ich dort mache - es funktioniert, weil die Lage schlichtwegs konkurrenzlos ist!  :fp:
Meinetwegen sollen Sie die Johann Strauß zerstören - aber bitte nur dann, wenn es ein ERSATZKONZEPT dafür gibt (neues Schiff, neuer Schwimmkörper, Terassenbereich über dem Donaukanal, ähnlich jenem der am Wienfluß errichtet wurde.
Aber so ein Konzept sollte man eben erstellt haben BEVOR man sich zu einem Abriss, einer Abtragung oder derartigem entschließt!

Egal, ob man das Schiff reaktiviert oder ob man etwas neues baut. Alles braucht eines Geld. Und wenn man keinen Geldgeber hat, dann kann man je viele Konzepte entwickeln, aber umgesetzt werden sie alle nicht.

Man braucht ja nur schauen, wie viele Verkehrskonzepte in den diversen Bezirksämter aufliegen. Nur umgesetzt werden sie Mangels des Wichtigsten, nämlich des Geldes, alle nicht.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 38ger am 12. Oktober 2017, 20:56:14
um zur Johann Strauß zurückzukehren: die Stadt Wien gefällt sich ja immer darin, "Schandflecke" zu entfernen, sei es nun die Johann Strauß abschleppen und verschrotten zu lassen oder sei es der geplante Abriss vom Cafe (und ehemaliger Meierei) Cobenzl...

Also wenn ich dich richtig verstehe, soll die Stadt Wien die angeführten Objekte revovieren und erhalten, auch wenn sie keine Verwendung dafür haben.

Da habe ich mir eine Frage. Wer finanziert das?

Bist Du oarg? Für eine Liegenschaft in so einer Lage hat man nicht keine, Verwendung, sondern sch####egal, was ich dort mache - es funktioniert, weil die Lage schlichtwegs konkurrenzlos ist!  :fp:
Meinetwegen sollen Sie die Johann Strauß zerstören - aber bitte nur dann, wenn es ein ERSATZKONZEPT dafür gibt (neues Schiff, neuer Schwimmkörper, Terassenbereich über dem Donaukanal, ähnlich jenem der am Wienfluß errichtet wurde.
Aber so ein Konzept sollte man eben erstellt haben BEVOR man sich zu einem Abriss, einer Abtragung oder derartigem entschließt!

Egal, ob man das Schiff reaktiviert oder ob man etwas neues baut. Alles braucht eines Geld. Und wenn man keinen Geldgeber hat, dann kann man je viele Konzepte entwickeln, aber umgesetzt werden sie alle nicht.

Man braucht ja nur schauen, wie viele Verkehrskonzepte in den diversen Bezirksämter aufliegen. Nur umgesetzt werden sie Mangels des Wichtigsten, nämlich des Geldes, alle nicht.

Der massive Unterschied ist aber, dass zusätzliche Verkehre kein Geld einbringen, da öffentlicher Verkehr nicht eigenwirtschaftlich funktionieren kann. Eine Nutzungsmöglichkeit am hippen Donaukanal - noch dazu in der Nähe des lebendigen Schwedenplatzes - und darüber hinaus sogar auf der Seite des zentralsten aller Wiener Bezirke ... wenn ich an so einem Ort keinen Umsatz machen kann mit Cafe, Kuchen, Cocktails, Bier, oder was auch immer einem dazu einfällt, dann kann ich es nirgends!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 4463 am 12. Oktober 2017, 22:38:48
Wenn man immer nur abreißt und neu baut, ist vom historischen, Touristen anziehenden Wien bald gar nix mehr vorhanden. Wegen moderner Architektur kommt kein Tourist nach Wien.

und das Nämliche gilt auch für die Johann Strauß: ein Stück Geschichte zu erhalten und touristisch zu nutzen, gerade an einem Standort wie dem Donaukanal, sollte ja eigentlich im ureigensten Interesse der Stadt liegen.
Ich stimme dir zu, dass wegen der modernen Architektur niemand nach Wien kommt, zumal das Singapur, Dubai, Tokio, in XXL machen und daher diesbezüglich in jedem Fall beeindruckender sind.

Was an der Johann Strauß oder am Donaukanal aber für Touristen interessant sein soll, musst du mit bitte erklären? Der Donaukanal ist ein Gebiet, das die in Wien ansässige, tendenziell jüngere Generation, bevölkert. Touristisch ist da - abgesehen von manchen Brücken oder einzelnen Bauwerken, wie dem Gebäude der Kaiserbadschleuse und der Urania - nur die Anlegestelle vom Twin City Liner interessant. Die restliche Donaukanalgegend ist ja seit Jahrzehnten in keinster Weise mehr auch nur im entferntesten historisch - die Johann Strauß war das spätestens seit dem Umbau zum Clubschiff auch nicht mehr.

Das Problem mit Schiffen in Wien ist aus meiner Sicht das folgende: die Stadt liegt nicht an der Donau, sondern wird von ihr richtiggehend geteilt (nicht umsonst gibt es die Begriffe Cis- und Transdanubien ::) ). Der Fluss hat nichts verbindendes, deshalb gibt es in Wien auch keine "echte" Linienschiffahrt wie auf der Themse, Spree, Seine, etc..., dadurch sind aber auch Schiffe wie die Johann Strauß nicht auf dem Radar der Tourismusbranche. Und der Donaukanal selbst ist halt doch eher eine Route, die durch den tiefen Einschnitt und die wenigen touristisch interessanten von dort sichtbaren Orte, auch wohl kaum eine touristische Schiffahrt mit einer historischen Johann Strauß attraktiv erscheinen lässt.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: moszkva tér am 13. Oktober 2017, 07:04:16
Das Donaukanalufer wird sehr wohl von Touristen "überschwemmt". Die Partylocations auf beiden Seiten des Flusses stehen in wirklich jedem Reiseführer. Man muss sich nur umhören, welche Sprachen in Tel Aviv Beach, Adria, Flex, Badeschiff und Strandbar Herrmann gesprochen werden.

Touristen sind nicht nur steinalte Pensionisten. Das ist das eigentliche Zielpublikum des Wien-Tourismus, weil die kann man gut mit Sisi- und Mozart-Kitsch abspeisen. "Leider" kommen aber auch viele junge, die sich für andere Sachen interessieren.

Ja, der Donaukanal ist ein Tourismus-Hotspot.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 4463 am 13. Oktober 2017, 18:43:10
Das Donaukanalufer wird sehr wohl von Touristen "überschwemmt". Die Partylocations auf beiden Seiten des Flusses stehen in wirklich jedem Reiseführer. Man muss sich nur umhören, welche Sprachen in Tel Aviv Beach, Adria, Flex, Badeschiff und Strandbar Herrmann gesprochen werden.

Touristen sind nicht nur steinalte Pensionisten. Das ist das eigentliche Zielpublikum des Wien-Tourismus, weil die kann man gut mit Sisi- und Mozart-Kitsch abspeisen. "Leider" kommen aber auch viele junge, die sich für andere Sachen interessieren.

Ja, der Donaukanal ist ein Tourismus-Hotspot.
Den Touristen, die nicht wegen Sisi und Mozart-Kitsch kommen, wird aber das besagte Schiffswrack eben nicht abgehen. Und darum ging es in der ursprünglichen Diskussion. Dass es diese anderen Touristengruppen gibt, ist gut so, aber bezüglich derer kann man dann auch nicht mit Dingen argumentieren, die sie nicht betreffen. Für die ist, was Schwimmkörper angeht, eher das Badeschiff interessant. Die Johann Strauß wäre nur interessant, wäre sie weiterhin ein Party- oder Gastronomiestandort geblieben, was aber einer historisch korrekten Verwertung dann eher zuwider läuft.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 38ger am 14. Oktober 2017, 00:00:10
Von einer historisch korrekten Verwertung hat niemand gesprochen. Als Schiff wird man das Teil nicht nehr in Betrieb setzen können. Als Schwimmkörper sehr wohl.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 14. Oktober 2017, 12:42:45
Von einer historisch korrekten Verwertung hat niemand gesprochen. Als Schiff wird man das Teil nicht nehr in Betrieb setzen können. Als Schwimmkörper sehr wohl.
Laut einschlägiger Gutachten aus dem Vorjahr, zu denen ich bei Interesse gerne einen Link posten kann, ist der Schiffskörper stark angerostet und müsste im Dock einer Werft einer Überholung (Sandstrahlen, Anstrich) unterzogen werden. Das Problem dabei ist, das alleine die Kosten für das Abschleppen, das Flussaufwärts erfolgen müsste, den Restwert des Schiffskörpers bei Weitem übersteigen.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Helga06 am 14. Oktober 2017, 12:51:59
Ich habe einige Aufnahmen von alten Taxis, darf ich die ins TRAMWAYFORUM stellen, oder passt das nicht so wie alte Dampfschiffe? :-\
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 4463 am 14. Oktober 2017, 13:35:08
Von einer historisch korrekten Verwertung hat niemand gesprochen. Als Schiff wird man das Teil nicht nehr in Betrieb setzen können. Als Schwimmkörper sehr wohl.
Wenn eine historisch korrekte Verwertung ohnehin nicht zur Diskussion steht, dann ist es besser, dieses Ding abzuwracken und für ein Lokal oder ähnliches irgendeinen ausrangierten, aber intakten Leichter dort festzumachen und dann nach Wunsch zu gestalten (siehe Badeschiff).
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: 95B am 14. Oktober 2017, 17:00:41
Ich habe einige Aufnahmen von alten Taxis, darf ich die ins TRAMWAYFORUM stellen, oder passt das nicht so wie alte Dampfschiffe? :-\

Passt meiner Meinung nach gut in den Viennensia-Bereich.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: martin8721 am 26. Oktober 2017, 17:45:36
Ich habe einige Aufnahmen von alten Taxis, darf ich die ins TRAMWAYFORUM stellen, oder passt das nicht so wie alte Dampfschiffe? :-\

Passt meiner Meinung nach gut in den Viennensia-Bereich.

Ja, ich wäre auch interessiert an Bildern alter Wiener Taxis!  :up:
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: martin8721 am 07. Dezember 2017, 21:01:31
Heute Vormittag wurde irgendetwas an der Johann-Strauß rumgewerkt.
Ein großer Felbermayr-Kran war dort und hat Häken am Schornstein angebracht. Leider hatte ich nicht die Zeit, länger zu bleiben und zu schauen, was weiter geschah.
Laut Zeitungsberichten soll das Schiff jedoch in den nächsten Tagen vom Schwedenplatz verschwunden sein. Vielleicht war es heute eh schon soweit und die Arbeiten mit dem Kran waren bereits ein Vorbote?

Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 07. Dezember 2017, 21:37:46
Ich nehme an, dass der Schornstein abgenommen werden muss, damit das Schiff unter den Kanalbrücken durchpasst. So gesehen ein eindeutiges Zeichen für einen baldigen Abtransport.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: coolharry am 08. Dezember 2017, 09:17:53
Ich nehme an, dass der Schornstein abgenommen werden muss, damit das Schiff unter den Kanalbrücken durchpasst. So gesehen ein eindeutiges Zeichen für einen baldigen Abtransport.

Das Ding soll ja vor Ort zerlegt werden. Da es ja angeblich nicht schwimmfähig ist und beim abschleppen auseinander brechen könnte. Oder es kommt ein Eisberg.  >:D
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 08. Dezember 2017, 09:59:57
Lt. Medienberichten wird die Johann Strauß in den Hafen Freudenau geschleppt und dort verschrottet.

nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Hawk am 08. Dezember 2017, 12:01:57
Ja das Schiff wird abgeschleppt!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: hema am 08. Dezember 2017, 12:16:59
Schade, dass man das (einstmals) schöne Schiff so verkommen hat lassen!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: h 3004 am 08. Dezember 2017, 14:43:45
Gerüchten nach wurde die Johann Strauß nach dem 2. WK aus der Grein und der Johann Strauß (nach Bombenschäden) zusammengebastelt. Dadurch auch der komische Anblick mit zwei "Bugteilen" anstatt Heck und Bug. Mit der Johann Strauß, die früher Franz Ferdinand geheißen hat, dürfte sie nicht viel gemein gehabt haben.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 08. Dezember 2017, 17:06:08
Gerüchten nach wurde die Johann Strauß nach dem 2. WK aus der Grein und der Johann Strauß (nach Bombenschäden) zusammengebastelt. Dadurch auch der komische Anblick mit zwei "Bugteilen" anstatt Heck und Bug. Mit der Johann Strauß, die früher Franz Ferdinand geheißen hat, dürfte sie nicht viel gemein gehabt haben.
Ganz so "russisch" lief der Umbau nicht ab, die versenkte Johann Strauß spendete die noch intakte Dampfmaschine, die Grein den Rumpf. Zur Geschichte des Schiffes sowie dem (fast) aktuellen Zustand siehe:
http://www.fhsaustria.org/fileadmin/Bibliothek/News/2016/Gutachten_JohannStrauss-Teil1-1.pdf (http://www.fhsaustria.org/fileadmin/Bibliothek/News/2016/Gutachten_JohannStrauss-Teil1-1.pdf)
http://www.fhsaustria.org/fileadmin/Bibliothek/News/2016/Gutachten_JohannStrauss-Teil2-1.pdf (http://www.fhsaustria.org/fileadmin/Bibliothek/News/2016/Gutachten_JohannStrauss-Teil2-1.pdf)
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Tramwayhüttl am 08. Dezember 2017, 18:44:09
Das Schoff wird in den Hafen Freudensu geschleppt und versteigert.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 15. Dezember 2017, 14:46:23
Und weg ist sie:

Donaukanal: Partyschiff abgeschleppt
Die desolate "Johann Strauss" wurde nach jahrelangem Rechtsstreit abgeschleppt.

Die "Johann Strauss" hat am Freitag ihre vorerst letzte Fahrt angetreten. Das ehemalige Dampfschiff der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft (DDGS) wurde nach Abschluss aller rechtlicher Verfahren und intensiver Vorbereitungsarbeiten endgültig abgeschleppt. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der Stadt Wien und dem Besitzer des Schiffes Norbert Weber, welcher laut eigenen Angaben jedoch gar nicht mehr Eigner des Schiffes ist.

„Dieser Schandfleck, der jahrelang Ärgernis am Donaukanal war, ist nun endgültig Geschichte. Der Weg war ein mühsamer, aber die Gerichte haben uns Recht gegeben und so konnten wir den Erholungsort Donaukanal endlich von diesem Wrack befreien“, gab sich die zuständige Stadträtin Ulli Sima erfreut über die Entfernung des desolaten Dampfers.

100 000 Euro Abschleppkosten
Bevor das Schiff abgeschleppt werden konnte, wurde es entrümpelt und baulich gesichert, erklärte Martin Jank, Geschäftsführer der Gewässer Management GmbH. Am Freitagvormittag wurde schließlich zunächst die Anlegebrücke mit einem Kran entfernt und der am Kai befestigte Schorbaum - eine Halterung, die das Schiff zum Ufer auf Distanz hält - abmontiert.

Danach trat der Dampfer - gezogen von einem Schleppschiff - seine rund zwei Stunden lange Fahrt in den Hafen Freudenau an. Die Kosten für die Abschleppung des Schiffes, die auf von Jank auf mindestens 100 000 Euro beziffert werden, soll Norbert Weber, der sich mittlerweile Norbert Waldenburg nennt, tragen.

Gefahr für Mensch und Umwelt
Das Magistratische Bezirksamt für den 10. Bezirk hatte aufgrund mehrerer Gutachten  von verschiedenen nautischen Sachverständigern einen Bescheid erlassen, dass Waldenburg das desolate Schiff von ihrem derzeitigen Liegeplatz zu entfernen hat.

Ende November verstrich die Frist, welche die Stadt Waldenburg gestellt hatte, um es selbst zu entfernen. Die Stadt Wien hat das Wrack daher nun auf Kosten Waldenburgs entfernen lassen.

Waldenburg hatte jahrelang keine Sanierungen und Wartungen durchgeführt, womit eine ordnungsgemäße Verwendung unmöglich wurde und das Schiff eine Gefahr für Mensch, Umwelt und Eigentum anderer darstellte. Im nächsten Jahr soll die "Johann Strauss" versteigert werden.

Quelle:https://kurier.at/chronik/wien/donaukanal-partyschiff-abgeschleppt/302.188.824 (https://kurier.at/chronik/wien/donaukanal-partyschiff-abgeschleppt/302.188.824)
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: moszkva tér am 16. Dezember 2017, 06:50:23
„Dieser Schandfleck, der jahrelang Ärgernis am Donaukanal war, ist nun endgültig Geschichte. Der Weg war ein mühsamer, aber die Gerichte haben uns Recht gegeben und so konnten wir den Erholungsort Donaukanal endlich von diesem Wrack befreien“, gab sich die zuständige Stadträtin Ulli Sima erfreut über die Entfernung des desolaten Dampfers.
Gestern Nachmittag mit der U4 vom Büro heim gefahren und zwischen Schwedenplatz und Schottenring schaue ich aus dem Gitter raus zum Kanal. Plötzlich reißt es mich, weil da, wo immer das Schiff war, waren nur mehr zwei Kranwagen von Toman.  :'(

Man kann natürlich mit Ulli Sima übereinstimmen, teilweise mache ich das auch, dass das ein Schandfleck war. Aber das Schiff war auch eine Art Wahrzeichen am Donaukanal. Es war "immer schon" da. Und es war gemeinsam mit der Agora am Ufer gegenüber einer der wenigen Orte am Donaukanal, der noch nicht komplett durchkommerzialisiert war. Insoferne tut es mir schon leid um das Schiff.

Schade, dass man es so hat verkommen lassen. Dabei muss man die Stadt natürlich auch in die Schuld nehmen, dass man wiederholt mit so einer Person Verträge schließt. Dass der Herr was komplett verkommen lässt, ist nicht das erste Mal passiert Aber das war vielleicht so gewollt, dass man da herunterwirtschaften lässt, damit man dann den Liegeplatz an ein neues Badeschiff o.Ä. verpachten kann.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 16. Dezember 2017, 07:55:32
Das es auch anders geht, hat die ÖGEG mit der Schönbrunn bewiesen. Das Verhältnis zwischen Kaufpreis und den Kosten der Generalüberholung war allerdings extrem: Die Casinos Austria trennten sich von der Schönbrunn um öS 1.-, die Instandsetzung inkl. Hauptuntersuchung der Kessel und Maschinenanlage verschlang dann 16 Millionen öS.

nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 16. Dezember 2017, 08:33:04
Schade, dass man es so hat verkommen lassen. Dabei muss man die Stadt natürlich auch in die Schuld nehmen, dass man wiederholt mit so einer Person Verträge schließt. Dass der Herr was komplett verkommen lässt, ist nicht das erste Mal passiert Aber das war vielleicht so gewollt, dass man da herunterwirtschaften lässt, damit man dann den Liegeplatz an ein neues Badeschiff o.Ä. verpachten kann.

Für diese Behauptung wäre interessant, welchen Ruf der Eigner zum Kauf des Schiffes hatte und von wem er es gekauft hat. Wenn es damals ein Privatverkauf war, dann hatte die Stadt Wien keinen Einfluss auf den Kauf.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: coolharry am 16. Dezember 2017, 09:16:25
Schade, dass man es so hat verkommen lassen. Dabei muss man die Stadt natürlich auch in die Schuld nehmen, dass man wiederholt mit so einer Person Verträge schließt. Dass der Herr was komplett verkommen lässt, ist nicht das erste Mal passiert Aber das war vielleicht so gewollt, dass man da herunterwirtschaften lässt, damit man dann den Liegeplatz an ein neues Badeschiff o.Ä. verpachten kann.

Für diese Behauptung wäre interessant, welchen Ruf der Eigner zum Kauf des Schiffes hatte und von wem er es gekauft hat. Wenn es damals ein Privatverkauf war, dann hatte die Stadt Wien keinen Einfluss auf den Kauf.

Lt. einem Wien Heute Berichts gehörte es 1986 der Wigast. Einer Gemeindeeigenen Gastro Gesellschaft.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 16. Dezember 2017, 09:24:40
Schade, dass man es so hat verkommen lassen. Dabei muss man die Stadt natürlich auch in die Schuld nehmen, dass man wiederholt mit so einer Person Verträge schließt. Dass der Herr was komplett verkommen lässt, ist nicht das erste Mal passiert Aber das war vielleicht so gewollt, dass man da herunterwirtschaften lässt, damit man dann den Liegeplatz an ein neues Badeschiff o.Ä. verpachten kann.

Für diese Behauptung wäre interessant, welchen Ruf der Eigner zum Kauf des Schiffes hatte und von wem er es gekauft hat. Wenn es damals ein Privatverkauf war, dann hatte die Stadt Wien keinen Einfluss auf den Kauf.


Lt. einem Wien Heute Berichts gehörte es 1986 der Wigast. Einer Gemeindeeigenen Gastro Gesellschaft.

Nur das war vor 30 Jahren. Und ich glaube da stand der Eigentümer noch als erfolgreicher Geschäftsmann dar. Und zu dem damaligen Zeitpunkt gab es wahrscheinlich keinerlei Argumente, dass man ihm das Schiff NICHT verkauft.

Zumindest gab es damals auch noch keinerlei Probleme mit der Copa Kagraner.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 16. Dezember 2017, 09:36:03
Nur das war vor 30 Jahren. Und ich glaube da stand der Eigentümer noch als erfolgreicher Geschäftsmann dar. Und zu dem damaligen Zeitpunkt gab es wahrscheinlich keinerlei Argumente, dass man ihm das Schiff NICHT verkauft.

Zumindest gab es damals auch noch keinerlei Probleme mit der Copa Kagraner.
Das ist schon richtig, die Frage ist nur, ob man dem Treiben nicht fahrlässig/absichtlich zu lange zugesehen hat, um anschließend den "Schandfleck" loswerden und die Fläche gewinnbringend neu vermarkten zu können (medienwirksamer Auftritt einer bekannten Stadträtin inklusive). War ja, wenn man sich den Gang der Ereignisse ansieht, beim Schloss Cobenzl ein recht ähnlicher Vorgang.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Klingelfee am 16. Dezember 2017, 10:06:14
Nur das war vor 30 Jahren. Und ich glaube da stand der Eigentümer noch als erfolgreicher Geschäftsmann dar. Und zu dem damaligen Zeitpunkt gab es wahrscheinlich keinerlei Argumente, dass man ihm das Schiff NICHT verkauft.

Zumindest gab es damals auch noch keinerlei Probleme mit der Copa Kagraner.
Das ist schon richtig, die Frage ist nur, ob man dem Treiben nicht fahrlässig/absichtlich zu lange zugesehen hat, um anschließend den "Schandfleck" loswerden und die Fläche gewinnbringend neu vermarkten zu können (medienwirksamer Auftritt einer bekannten Stadträtin inklusive). War ja, wenn man sich den Gang der Ereignisse ansieht, beim Schloss Cobenzl ein recht ähnlicher Vorgang.

Ich weis nicht, wie lange streitet sich da jetzt eigentlich man sich eigentlich jetzt schon mit den Hr. Weber.

Du hast das Problem, dass eine Räumungsklage sich über mehrere Jahre ziehen kann. Da gehört endlich einmal unser Rechtssystem geändert.

Derzeit hast du nämlich nach ewigen Zeiten eine Gerichtsverhandlung, wo du zwar Recht bekommst, du aber dann noch Monatelang auf ein schriftliches Urteil warten musst. Und erst bei Zustellung des schriftlichen Urteil beginnt dann auch die Einspruchsfrist zu laufen. Und wenn dann womöglich dann schon Gegenklagen eingebracht werden, dann wird die Einspruchsfrist bis zum Urteil des anderen Verfahren ausgesetzt. Einspruch hast du in der Regel nur 4 Wochen. Bis zur Ausstellung eines schriftlichen Urteil vergehen oft Monate. Ein Kollege hat bei einem Rechtstreit 10 (in Worten ZEHN) Monate auf das Urteil gewartet.

Und auch wenn ich wieder einen Rüffel von den Admins bekomme, weil es nicht hierher gehört. Das ist etwas, was ich auch im Asylverfahren verurteile. Dass es bis zu einem endgültigen Urteil von mehrere Jahre dauert.

Da sollte man schauen, dass es ZWISCHEN den einzielen Instanzen nicht so lange vergehen, bzw wenn eine Verhandlung wegen der langen Verhandlungszeit nicht immer oft auf mehrere Wochen unterbrochen wird.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: moszkva tér am 16. Dezember 2017, 10:09:52
... und die Fläche gewinnbringend neu vermarkten zu können (medienwirksamer Auftritt einer bekannten Stadträtin inklusive).
Gewinnbringend ist es i.d.R. nicht für die Stadt, sondern für befreundete Unternehmen / Unternehmer. Ich glaube auch, dass die Liegeposition im Donaukanal, so wie der Treppelweg, nicht der Stadt gehört, sondern der Via Donau.
Es geht außer dem Zuschanzen von geschäftlichen Vorteilen primär um den medienwirksamen Auftritt.  >:D

Dass bei der Vergabe am Donaukanal eh ein bisschen seltsam ausgezählt wird, zeigt ja auch die neue Ausschreibung zahlreicher Gastro-Lizenzen. Da bevorzugt man ganz klar Großinvestoren (also Eventgastronomie im gehobenen Preissegment) und versucht ganz unverblümt, die kleineren, alternativen Lokale (z.B. Hafenkneipe) rauszudrängen. Mit Hilfe der Stadt, versteht sich. http://derstandard.at/2000068670365/Neuvergabe-von-Lokalflaechen-Aufstand-am-Donaukanal
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: N1 am 16. Dezember 2017, 11:09:14
Das ist schon richtig, die Frage ist nur, ob man dem Treiben nicht fahrlässig/absichtlich zu lange zugesehen hat, um anschließend den "Schandfleck" loswerden und die Fläche gewinnbringend neu vermarkten zu können (medienwirksamer Auftritt einer bekannten Stadträtin inklusive). War ja, wenn man sich den Gang der Ereignisse ansieht, beim Schloss Cobenzl ein recht ähnlicher Vorgang.
Beim Café und Schloss Cobenzl könnte es auch so gewesen sein, dass der Pächter, nachdem absehbar war, dass sein Pachtvertrag nicht mehr verlängert wird, einfach nur mehr das Nötigste investiert hat, was einerseits durchaus verständlich erscheint, aber andererseits natürlich ungewollt die Position der Stadt gestärkt hat, die dann am Ende genüsslich den heruntergekommenen Zustand, ich denke da nicht zuletzt an die Küche, den Medien präsentieren konnte.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: T1 am 16. Dezember 2017, 12:53:59
Das es auch anders geht, hat die ÖGEG mit der Schönbrunn bewiesen. Das Verhältnis zwischen Kaufpreis und den Kosten der Generalüberholung war allerdings extrem: Die Casinos Austria trennten sich von der Schönbrunn um öS 1.-, die Instandsetzung inkl. Hauptuntersuchung der Kessel und Maschinenanlage verschlang dann 16 Millionen öS.
Natürlich kann man Äpfel mit Birnen vergleichen. Nur was hat man davon?

Die Schönbrunn war zum Zeitpunkt ihres Verkaufs noch (nahezu) vollständig, wenngleich auch eher mehr Wrack. Bei der Johann Strauß hingegen ist das ja, wie hier diskutiert, nicht der Fall, die ist ja total ausgeräumt.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Hawk am 17. Dezember 2017, 12:33:43
Das es auch anders geht, hat die ÖGEG mit der Schönbrunn bewiesen. Das Verhältnis zwischen Kaufpreis und den Kosten der Generalüberholung war allerdings extrem: Die Casinos Austria trennten sich von der Schönbrunn um öS 1.-, die Instandsetzung inkl. Hauptuntersuchung der Kessel und Maschinenanlage verschlang dann 16 Millionen öS.
Natürlich kann man Äpfel mit Birnen vergleichen. Nur was hat man davon?

Die Schönbrunn war zum Zeitpunkt ihres Verkaufs noch (nahezu) vollständig, wenngleich auch eher mehr Wrack. Bei der Johann Strauß hingegen ist das ja, wie hier diskutiert, nicht der Fall, die ist ja total ausgeräumt.
Die Johann Strauß wird wohl nicht sehr viel gekostet haben!  ;)
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: T1 am 17. Dezember 2017, 12:42:36
???
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 14. Februar 2018, 09:14:44
Lt. https://derstandard.at/2000074191861/Das-Donaukanal-Partyschiff-kommt-unter-den-Hammer (https://derstandard.at/2000074191861/Das-Donaukanal-Partyschiff-kommt-unter-den-Hammer)  wird die Johann Strauß am 01. März versteigert:

"Zwangsversteigerung der Johann Strauß: Das Ausrufgebot wird zwischen 10.000 und 12.000 Euro liegen

Wien – Noch liegt die Johann Strauß im Hafen Freudenau, wohin sie Mitte Dezember abgeschleppt wurde – die Kosten für die Räumung werden auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Bald allerdings könnte die "schwimmende Anlage" zu neuen Ufern aufbrechen, denn am 1. März kommt das 164 Jahre alte Schiff bei einer konventionellen Versteigerung unter den Hammer.

Zwischen Bastlertraum und Schrott

Das ehemalige Partyschiff, auf dem nach einem Brand 2011 keine Veranstaltungen mehr stattfanden, dürfte allerdings maximal Schiffsliebhaber oder Bastler glücklich machen. Laut einem Gutachten ist die Johann Strauß nämlich in einem so schlechten Zustand, dass, um wieder eine Zulassung zu bekommen, der Schiffskörper gründlich überholt werden muss und Oberflächen behandelt werden müssen. Für eine Sanierung des Schiffskörpers muss man laut Gutachten mit mindestens 460.000 Euro rechnen, eine Sanierung der gesamten Anlage kommt demnach sogar auf 800.000 Euro. Aufgrund der beschränkten Einsatzmöglichkeiten des Schiffes könne man als Zeitwert außerdem nur den Schrottwert anführen – dieser liegt laut dem Sachverständigen Gerhard Strasser zwischen 20.500 und 25.000 Euro. Der Ausrufungspreis liegt damit zwischen 10.000 und 12.000 Euro."              (Foto: Der Standard/ Sulzbacher)

Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Verschrottung auf Kosten der Gemeinde Wien mangels Käuferinteresse.

nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: luki32 am 14. Februar 2018, 09:17:21
Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Verschrottung auf Kosten der Gemeinde Wien mangels Käuferinteresse.

Und wieder darf der Steuerzahler für eine Unternehmerkreatur aufkommen ... Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.   >:(
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Ferry am 14. Februar 2018, 12:23:49
Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Verschrottung auf Kosten der Gemeinde Wien mangels Käuferinteresse.

Und wieder darf der Steuerzahler für eine Unternehmerkreatur aufkommen ... Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.   >:(

Ich finde, die Gemeine sollte sich das Geld vom früheren Pächter, der ja letztlich für den Zustand des Schiffes verantwortlich ist, zurückholen.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Hawk am 17. Februar 2018, 17:40:24
Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Verschrottung auf Kosten der Gemeinde Wien mangels Käuferinteresse.

Und wieder darf der Steuerzahler für eine Unternehmerkreatur aufkommen ... Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.   >:(

Ich finde, die Gemeine sollte sich das Geld vom früheren Pächter, der ja letztlich für den Zustand des Schiffes verantwortlich ist, zurückholen.
Das finde ich auch so, den der Besitzer hat ja auch auf der Insel, sehr viel Blödsinn gemacht!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: haidi am 17. Februar 2018, 22:37:29
Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Verschrottung auf Kosten der Gemeinde Wien mangels Käuferinteresse.

Und wieder darf der Steuerzahler für eine Unternehmerkreatur aufkommen ... Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.   >:(

Ich finde, die Gemeine sollte sich das Geld vom früheren Pächter, der ja letztlich für den Zustand des Schiffes verantwortlich ist, zurückholen.
Wird sie wohl machen - wenn da Geld zu holen ist.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Hawk am 18. Februar 2018, 12:55:23
Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Verschrottung auf Kosten der Gemeinde Wien mangels Käuferinteresse.

Und wieder darf der Steuerzahler für eine Unternehmerkreatur aufkommen ... Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.   >:(

Ich finde, die Gemeine sollte sich das Geld vom früheren Pächter, der ja letztlich für den Zustand des Schiffes verantwortlich ist, zurückholen.
Wird sie wohl machen - wenn da Geld zu holen ist.
Da vermute ich das nichts zu holen ist!
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: N1 am 27. Februar 2018, 16:02:10
Lt. https://derstandard.at/2000074191861/Das-Donaukanal-Partyschiff-kommt-unter-den-Hammer (https://derstandard.at/2000074191861/Das-Donaukanal-Partyschiff-kommt-unter-den-Hammer)  wird die Johann Strauß am 01. März versteigert
Die Versteigerung wurde abgesagt (http://wien.orf.at/news/stories/2897962/), da Anträge des früheren Eigentümers eingelangt sind, die noch einer gerichtlichen Überprüfung bedürfen. Warum er sich jetzt wieder als solcher geriert, wo er doch laut eigenem Bekunden den Kahn schon vor einiger Zeit verkauft hat, weiß wohl nur er selbst.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kálvin tér am 27. Februar 2018, 16:50:33
Hat der einen 10er Block beim Anwalt oder bekommt er von seinem Rechtsvertreter Mengenrabatt? Die diversen juristischen Kämpfe, die er führt, müssen ja langsam ins Geld gehen.
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: Kanitzgasse am 04. Mai 2018, 20:23:39
Heute hat die Versteigerung schließlich doch noch stattgefunden:
http://wien.orf.at/news/stories/2910696
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 16. Juli 2018, 20:26:20
Anbei ein Postkartenmotiv des DFS Hebe vor dem Panorama der Wienerwaldberge; die Nordwestbahnbrücke überstand den zweiten Weltkrieg, wurde aber nach Wiedereröffnung der Nordbahnbrücke 1959 von den ÖBB an die Gemeinde Wien abgegeben und zu einer heute stark verkehrsbelasteten Autobrücke umgebaut. Die in ihrem Kern uralten Strompfeiler sind eine tickende Zeitbombe.
Nach der Stilllegung der Hebe 1969 entstand diese Aufnahme im Freudenauer Vorhafen (Bildautor nicht bekannt).

LG nord22
Titel: Re: Donaudampfschiffe
Beitrag von: nord22 am 01. August 2018, 22:35:01
Ein Neuzugang in meiner Postkartensammlung: Die 1945 zerstörte JOHANN STRAUSS in Krems-Stein; die Postkarte wurde im Juni 1938 verschickt und der Text auf der Postkarte an die neuen politischen Gegebenheiten angepasst...

LG nord22