Tramwayforum

Gesamter öffentlicher Verkehr in Wien => U-Bahn => Thema gestartet von: Interessierte am 09. November 2018, 07:03:58

Titel: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 09. November 2018, 07:03:58
Ich weiß, das Thema wurde da und dort hierzuforum ebenso, wie auch in der Fotokiste thematisiert. Bisher fand ich noch keine befriedigende Antwort, im betreffenden Wikipediaartikel zur elek. StB finde ich im Abschnitt Linienkennfarben irgendwie nix Belegtes, sondern schlichtweg Eigentheorien bzw. Schlußfolgerungen des Autors, wie sich die Farben entwickelt haben.

Gibt es irgendeinen Grund, warum der erweiterte Probebetrieb der (U)4 am 8. Mai 1976 violett begonnen hat, die Linienpläne in den Stadtbahnwagen nur wenige Wochen später, Ende Mai, jedoch auf die Endfarbe grün für die U4 ausgefertigt wurden, die Station Friedensbrücke aber jedenfalls noch bis mindestens Oktober 1977 (dank Fotos von TARS631 belegt, hierzuforum mehrfach eingebunden) die lila Stationsbezeichnungstafeln hatte?

Ich meine, es war doch schon lange vor der Aufnahme des erweiterten 4-Probebetriebs das Konzept der Stationen mit ihrem einheitlichen Design und der roten Farbe für die U1 (wie ich erinnerlich auch entsprechende Fotos von tramway.at gesehen habe) in Umsetzung. Es erscheint mir irgendwie undenkbar, dass für das Grundnetz neben dem Rot für die U1 das Grün für die U4 und das Lila für die U2 zu dem Zeitpunkt nicht bereits längst feststand? Ob die linke Hand nicht gewusst hat, was die rechte Hand tut?

Und damit ich neben Fragen auch etwas einbringen kann:

Erfunden hat das U-Bahn-Leitsystem und die grüne Farbgebung übrigens der (mir persönlich bekannte) Grafiker Werner Sramek, wie in https://www.meinbezirk.at/margareten/c-lokales/margaretner-urgestein-gestaltete-u-Bahn-mit_a659807 (https://www.meinbezirk.at/margareten/c-lokales/margaretner-urgestein-gestaltete-u-Bahn-mit_a659807)
zu lesen:
Frage: "Von Ihnen stammt auch das Wiener U-Bahn-Leitsystem."
Sramek: "Richtig. Meine Nerven lagen damals blank. In der Nacht vor der Eröffnung und Präsentation bin ich zu jeder Station gefahren und habe überprüft, ob die Schilder auch alle in Ordnung sind."
(Bilduntertitelung zu Bild 3 auch: "Die U1 in rot, die U4 in grün - ein Konzept, das uns täglich begleitet und Werner Srameks Ideenreichtum entsprang.")

Bestätigt wird das neben dem ins Bild 3 gehaltenen Bildband auch auf https://www.wien.gv.at/bezirke/margareten/geschichte-kultur/kulturplattform/bildendekunst.html (https://www.wien.gv.at/bezirke/margareten/geschichte-kultur/kulturplattform/bildendekunst.html) in "Margaretner Kulturschaffende - Bildende Künstlerinnen und Künstler, ziemlich weit unten zu Sramek Werner ("Grafisches Atelier seit 1963, unter anderem Leitsysteme für die Wiener U-Bahn, ..."). Laut Biografie auf eigener Website http://www.sramekgrafik.at/biografie/ (http://www.sramekgrafik.at/biografie/) @ U-Bahn-spezifisch auch Leitsystem für Bonn.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 09. November 2018, 09:01:18
Die zugehörige Urban Legend besagt, man habe sich nicht getraut, mit einer violetten U-Bahn nach Hütteldorf zu fahren. :D
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Linie 58 am 09. November 2018, 09:08:42
Die zugehörige Urban Legend besagt, man habe sich nicht getraut, mit einer violetten U-Bahn nach Hütteldorf zu fahren. :D

Selbige Urban Legend gibt es nunmehr auch zur Leitfarbe der S45. Hier wäre ja auch eine andere Farbe als grün etwas sinnvoller (zweimaliges Berühren der U4).
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 60er am 09. November 2018, 09:43:47
Selbige Urban Legend gibt es nunmehr auch zur Leitfarbe der S45. Hier wäre ja auch eine andere Farbe als grün etwas sinnvoller (zweimaliges Berühren der U4).
Da man sich bei der Stammstrecke für ein blassrosa entschieden hat, blieb halt die Komplementärfarbe blassgrün für die S45.

Abgesehen von der Urban Legend mit Rapid, wird als weiterer Grund für die grüne Kennfarbe der U4 des öfteren Otto Wagner angeführt. Zu seinen Stationsbauwerken hätte die Farbe violett nicht gepasst.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Ferry am 09. November 2018, 09:51:00
Abgesehen von der Urban Legend mit Rapid, wird als weiterer Grund für die grüne Kennfarbe der U4 des öfteren Otto Wagner angeführt. Zu seinen Stationsbauwerken hätte die Farbe violett nicht gepasst.

Da passt das für die U4 verwendete Grün aber auch nicht dazu, das ist viel zu hell und schlägt sich sogar mit dem Dunkelgrün der Stationsbauwerke.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 09. November 2018, 10:24:09
Soweit ich gehört habe, kam man erst verspätet drauf, dass lila nicht zu den Jugendstilbauwerken passt, dafür aber auf der Ustrab teilweise lila Fliesen verwendet wurden. Dass das Friedensbrücken-Lila kein Irrtum war, zeigen diese Bilder:
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 60er am 09. November 2018, 10:28:02
Da passt das für die U4 verwendete Grün aber auch nicht dazu, das ist viel zu hell und schlägt sich sogar mit dem Dunkelgrün der Stationsbauwerke.
Sicher passt das "Grasgrün" der U4 auch nicht perfekt, aber besser als violett ist es allemal.

Zumal es gar kein einheitliches "Stadtbahngrün" gibt, da Otto Wagner entlang der Donaukanal- und Wientallinie unterschiedliche Farbtöne verwendet hat. Die Bauwerke der Gürtelstadtbahn und Vorortelinie waren ja ursprünglich beige bzw. braun.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: abc am 09. November 2018, 10:45:15
Zumal es gar kein einheitliches "Stadtbahngrün" gibt, da Otto Wagner entlang der Donaukanal- und Wientallinie unterschiedliche Farbtöne verwendet hat. Die Bauwerke der Gürtelstadtbahn und Vorortelinie waren ja ursprünglich beige bzw. braun.

Das heute vielfach Wagner zugeschriebene "Stadtbahngrün" gibt es wohl überhaupt erst seit den 50er Jahren. Vor einiger Zeit wurde am Franz-Josefs-Kai ein Geländer in seiner ursprünglichen Farbe angstrichen, zwischen Urania und Schwedenplatz. Wenn ich mich nicht täusche, ist es die Stiege zum Donaukanal hinunter gegenüber der Biberstraße.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Ferry am 09. November 2018, 11:11:07
Soweit ich gehört habe, kam man erst verspätet drauf, dass lila nicht zu den Jugendstilbauwerken passt, dafür aber auf der Ustrab teilweise lila Fliesen verwendet wurden. Dass das Friedensbrücken-Lila kein Irrtum war, zeigen diese Bilder:

Interessant, dass da sichtlich noch angedacht war, die U6 erst ab Längenfeldgasse Richtung Süden zu führen und die Gürtelstadtbahn unverändert zu belassen.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 09. November 2018, 11:13:20
Soweit ich gehört habe, kam man erst verspätet drauf, dass lila nicht zu den Jugendstilbauwerken passt, dafür aber auf der Ustrab teilweise lila Fliesen verwendet wurden. Dass das Friedensbrücken-Lila kein Irrtum war, zeigen diese Bilder:

Danke, tramway.at. Auf dich mit deinem umfangreichen Archiv aller Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ist immer Verlass.  Das ist echt super so über die zeitliche Schiene untereinander. 8)

Von Irrtum, soweit wollte ich eh nicht gehen. Es ist nur alles schlicht obskur.

Das ist auch das erste Mal - siehe den Entwurf von der AGU, datiert 31.12.1971 - wo ich Werner Sramek auf einem authentischen, zeitgenössischen Ding drauf stehen sehe. Und an der Stelle wird's für mich noch sonderbarer, wo doch in dem Artikel im Bezirksjournal (siehe oben von mir verlinkt und zitiert), zu dem Bild 3 die Untertitelung die Erfindung von rot = U1 und grün = U4 steht, Sramek von seinen blank liegenden Nerven zur Eröffnung berichtet (gemeint, schätze ich mal, die U1-Eröffnung 1978) und andererseits dieser von dir eingebundene Prospekt von 1978 da ist mit dem überhaupt aus heutiger Sicht wirren Konzept, wo überdies die U3 braun gezeichnet ist, die U6 gelb nur von der Wientallinie nach Süden abgeht und die Gürtellinie als schwarz gezeichnete Stadtbahn drinnen ist.
Dem wiederum andererseits, da ja erwiesenermaßen in den auf den Windfangscheiben geklebten Linienplänen bereits Ende Mai 1976 die U4 grün ist (was wieder nicht zum erst viel späteren Prospekt 1978 mit lila passt) und die Rumpfstadtbahn G gestrichen braun ist.

Der Knackpunkt ist dabei: Wann wurden demnach wirklich die heutigen Farben endgültig festgelegt? Stimmt doch vielleicht linke Hand versus rechte Hand?

Und wenn ja Sramek auf dem AGU-Entwurf von Ende 1971 drauf ist, mit U2 = grün und U4 fehlend, wie geht es dann zusammen, dass er, Sramek, nun als Erfinder von U1 = rot (als einzig stabile Farbe) und U4 = grün genannt wird?

Fragen, Fragen über Fragen.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 60er am 09. November 2018, 11:18:42
Interessant, dass da sichtlich noch angedacht war, die U6 erst ab Längenfeldgasse Richtung Süden zu führen und die Gürtelstadtbahn unverändert zu belassen.
Ich bezweifle, dass das so angedacht war. Es wurde in der Skizze halt nur die geplante U6-Neubaustrecke eingezeichnet, nicht aber der Anschluss an den Altbestand.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 09. November 2018, 11:27:54
Soweit ich gehört habe, kam man erst verspätet drauf, dass lila nicht zu den Jugendstilbauwerken passt, dafür aber auf der Ustrab teilweise lila Fliesen verwendet wurden. Dass das Friedensbrücken-Lila kein Irrtum war, zeigen diese Bilder:

Interessant, dass da sichtlich noch angedacht war, die U6 erst ab Längenfeldgasse Richtung Süden zu führen und die Gürtelstadtbahn unverändert zu belassen.

Nein, das ist ein Grafiker-Fehler, das war nie geplant.
Übrigens, soweit ich weiß, hing der erste Plan auch in den Zügen - und ansonsten waren die Farben bei den Grafikern noch etwas willkürlich, aber man vergleiche bitte die fehlerhaften heutigen Grafikprodukte, aus denen man in 50 Jahren auch keine Wahrheiten ablesen wird dürfen!

Wobei - edit - ich vom Sramek früher nie hörte, Tino Erben war dagegen sehr bekannt seinerzeit, der wäre eigentlich der tatsächliche Kopf hinter allem.

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Tino_Erben
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 09. November 2018, 11:34:34
Soweit ich gehört habe, kam man erst verspätet drauf, dass lila nicht zu den Jugendstilbauwerken passt, dafür aber auf der Ustrab teilweise lila Fliesen verwendet wurden. Dass das Friedensbrücken-Lila kein Irrtum war, zeigen diese Bilder:

Was stellt der weiße Punkt am äußeren Rand der Fallblattanzeiger dar? Signalisierung eines einfahrenden Zuges, Lautsprecheröffnung oder ganz was anderes?
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 15. November 2018, 20:43:39
Was stellt der weiße Punkt am äußeren Rand der Fallblattanzeiger dar? Signalisierung eines einfahrenden Zuges, Lautsprecheröffnung oder ganz was anderes?

Etwas verspätet - keine Ahnung, aber es gab ihn auch in echt!
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Tatra83 am 15. November 2018, 21:59:49
Was stellt der weiße Punkt am äußeren Rand der Fallblattanzeiger dar? Signalisierung eines einfahrenden Zuges, Lautsprecheröffnung oder ganz was anderes?
Etwas verspätet - keine Ahnung, aber es gab ihn auch in echt!

Ich habe Fotos von der alten U2 (Karlsplatz - Schottenring) gesehen, wo an der Stelle des weißen Punkts die Gleisangabe angebracht war.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 15. November 2018, 22:02:19
Übrigens, soweit ich weiß, hing der erste Plan auch in den Zügen - und ansonsten waren die Farben bei den Grafikern noch etwas willkürlich, aber man vergleiche bitte die fehlerhaften heutigen Grafikprodukte, aus denen man in 50 Jahren auch keine Wahrheiten ablesen wird dürfen!

Wobei - edit - ich vom Sramek früher nie hörte, Tino Erben war dagegen sehr bekannt seinerzeit, der wäre eigentlich der tatsächliche Kopf hinter allem.

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Tino_Erben


Zum "Übrigens, ...": Ich schätze mal, da waren anfangs noch keine Grafiker am Werk, sondern Mitarbeiter aus dem Rathaus u/o der Verkehrsbetriebe, die halt mal nach eigenem Gutdünken was zusammengebastelt haben. In dem Fall wäre das also alles andere als Planung, geschweige denn eine strategische Vorausplanung gewesen sein (anders als im betreffenden Wikipediaartikel herumspekuliert wird).

Im Zweiten: "... wäre eigentlich der tatsächliche Kopf hinter allem." Jein. Nach außen wird Erben das wohl gewesen sein. Wie es im Innenverhältnis der Designergruppe ausgesehen haben mag, ist dann vermutlich noch was anderes gewesen. Drum hat wahrscheinlich wirklich Sramek die Idee gehabt und sich auch - wie er im Interview sagt - noch knapp vor der Eröffnung persönlich überzeugt, dass alles hinhaut. Erben hat dann, wie es so oft in solchen Gruppen der Fall ist, als "der tatsächliche Kopf hinter allem" die Lorberen eingeheimst und Sramek ist der stille, unbekannt im Hintergrund Gebliebene gewesen. Nur so als Idee, wie das gelaufen sein könnte.

Was stellt der weiße Punkt am äußeren Rand der Fallblattanzeiger dar? Signalisierung eines einfahrenden Zuges, Lautsprecheröffnung oder ganz was anderes?

Etwas verspätet - keine Ahnung, aber es gab ihn auch in echt!

Das sieht mir nach einer verkleideten Öffnung für einen Lautsprecher aus. Würde zum Gesamtdesign dazupassen.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 15. November 2018, 22:04:37
Ich habe Fotos von der alten U2 (Karlsplatz - Schottenring) gesehen, wo an der Stelle des weißen Punkts die Gleisangabe angebracht war.

Diese Pickerl kamen erst später (zu meinem Leidwesen), ich hab mich als Ästhet immer über die Verhunzungen geärgert.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Taurus am 15. November 2018, 22:09:31
Welche für Fahrgäste relevante Info kann man binär (ein /aus) anzeigen?

Für mich wäre eine Anzeige von Kurzzügen sinnvoll.

Ob dort wirklich Lautsprecher geplant waren? Für ausreichende Beschallung bräuchte man wohl ohnehin mehrere und die kann man besser "verstecken".
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Tatra83 am 15. November 2018, 22:14:07
Danke für die Bilder, Harald. Sie zeigen eindeutig, dass Wiener Linien mit Ästhetik schon damals gänzlich auf Kriegsfuß standen. Ich glaube nicht, dass sich dahinter Lautsprecher-Öffnungen befanden, denn warum sollte man sie überkleben?
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 15. November 2018, 22:20:20
Hat sich mit dem Absenden meines letzten Postings überschnitten:

Ich habe Fotos von der alten U2 (Karlsplatz - Schottenring) gesehen, wo an der Stelle des weißen Punkts die Gleisangabe angebracht war.

Wie von mir vermutet, dürfte es sich bei dem Punkt um eine Lautsprecheröffnung handeln. Demnach wäre an der Stelle die Gleisangabe eine nachträgliche Zweckentfremdung gewesen sein bzw. einfach über die Lautsprecheröffnung ohne gröbere Funktionseinschränkung drübergeklebt worden sein (siehe tramway.at gerade zuvor).

Interessant übrigens, dass in der Ursprungsplanung - wie weiter oben in einem der Bilder von tramway.at zu sehen - digitale Zeitanzeigen vorgesehen waren, tatsächlich aber schöne große Analoguhren von Schauer in dem Anzeigesegment verbaut wurden.

Die Faltblattanzeigen, wie es sie überdies als Faltblattuhren gab, als weiteres übrigens, kamen von der Fa. ITT-Schaub-Lorenz. Im Großformat gab es die Faltblattanzeigen bekanntlich auch in den ÖBB-Bahnhöfen (West-, Süd-, etc.) für die Zugsanzeige. Mein Vater war dereinst in den Vertrieb der Faltblattanzeigetafeln eingebunden, eine Faltblatttischuhr stand deshalb auch bei uns daheim herum.

Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 15. November 2018, 22:31:29
Welche für Fahrgäste relevante Info kann man binär (ein /aus) anzeigen?

Für mich wäre eine Anzeige von Kurzzügen sinnvoll.

Ob dort wirklich Lautsprecher geplant waren? Für ausreichende Beschallung bräuchte man wohl ohnehin mehrere und die kann man besser "verstecken".

Nochmals eine Überschneidung, während ich getippselt habe.

Auf den letzten Bildern von Harald zeigt sich, dass die Beklebungen mit den Gleisnummern im Wildwuchs aufgebracht waren. Nur in einem der abgebildeten Fällen, dort wo sonst kein Platz war, haben sie den Kreis überklebt.

Da es ja auf jedem Bahnsteig mehrere dieser Anzeigesegmente gegeben hat, wäre das bei entsprechender Dimensionierung der Lautsprecher durchaus machbar gewesen. In dem Sinn geht es auch nicht ums "Verstecken" per se, sondern um das Gesamtdesign mit einem Anzeigesegment, wo Anzeige von Linie, Ziel, Uhr und wohl auch Ansage in einem Stück gebündelt war. ... Wobei, wie ich gerade an dem einen Bild bemerke, bei der U2 eine Konzeptaufweichung vollzogen wurde.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Taurus am 15. November 2018, 22:45:16
Ich persönlich kann mich an die Faltblattanzeigen gar nicht erinnern (vielleicht hab ich sie auch gar nicht erlebt).
Wenn es davon mehrere am Bahnsteig gab, könnten es natürlich schon Lautsprecheröffnungen sein.
Obwohl ich analoge Uhren eigentlich lieber habe, die digtalen Uhren hätten sicher gut zum Design gepasst.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 15. November 2018, 22:53:16
Fallblatt!
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 15. November 2018, 23:09:22
Da es ja auf jedem Bahnsteig mehrere dieser Anzeigesegmente gegeben hat, wäre das bei entsprechender Dimensionierung der Lautsprecher durchaus machbar gewesen. In dem Sinn geht es auch nicht ums "Verstecken" per se, sondern um das Gesamtdesign mit einem Anzeigesegment, wo Anzeige von Linie, Ziel, Uhr und wohl auch Ansage in einem Stück gebündelt war. ... Wobei, wie ich gerade an dem einen Bild bemerke, bei der U2 eine Konzeptaufweichung vollzogen wurde.

Bei den U2-Anzeigen gab es dieses Loch nicht, die Stationen sind ja in einem völlig anderen Design entworfen. Warum? Nach dem Wettbewerb, nach dem sich die beiden bestplazierten Teams (sie hatten recht ähnliche Entwürfe) zur Architektengruppe U-Bahn zusammenschlossen, gab es noch einen altgedienten gemeindenahen Architekten (Kurt Schlauss). Dieser hatte schon die USTRAB unter der 2er-Linie geplant. Der bekam dann Schottentor, Karlsplatz und den 2er-Linien-Umbau. Auch später ging das noch weiter: von ihm ist zB Volkstheater und die U6-Stationen in Meidling und Michelbeuern, während andere Teile wieder von der AGU sind (es gab noch weitere beteiligte Architekten, aber die haben nicht so daneben gehauen wie Schlauss). Ich hab da mal einen etwas zynischen Artikel über eine kleine Skurrilität geschrieben:

http://www.tramway.at/fachartikel/karlsplatz-west.html
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 60er am 16. November 2018, 08:58:43
Auch später ging das noch weiter: von ihm ist zB Volkstheater und die U6-Stationen in Meidling und Michelbeuern, während andere Teile wieder von der AGU sind (es gab noch weitere beteiligte Architekten, aber die haben nicht so daneben gehauen wie Schlauss).
Der gesamte erste Ausbauabschnitt der U6 (Längenfeldgasse, Niederhofstraße, Bhf. Meidling) ist von Schlauss. Das war gleichzeitig auch sein letztes großes U-Bahn-Projekt.

Die Gestaltung der Westpassage am Karlsplatz finde ich nicht so schlimm. Die passt stilistisch zum Rest der Station, etwas "Futuristischeres" hätte da weniger gepasst.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 16. November 2018, 09:23:20
Der gesamte erste Ausbauabschnitt der U6 (Längenfeldgasse, Niederhofstraße, Bhf. Meidling) ist von Schlauss. Das war gleichzeitig auch sein letztes großes U-Bahn-Projekt.
Die Gestaltung der Westpassage am Karlsplatz finde ich nicht so schlimm. Die passt stilistisch zum Rest der Station, etwas "Futuristischeres" hätte da weniger gepasst.

Ja klar, ich meinte die späteren  Stationen der Verlängerungen - die U6 Süd von Gsteu gefällt mir persönlich auch nicht sehr, aber das ist Geschmackssache, die sind saubere zeitgemäße Architektur. Schade, dass man nicht konsequent geblieben ist, die Sachen der AGU sind ziemlich das beste, was ich so in Europa kenne (wenn man das Konzept verfolgt, die Stationen einheitlich zu gestalten). @Westpassage - futuristisch muss es nicht sein, geschmackvoll tät schon reichen.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: coolharry am 16. November 2018, 09:27:02
Der gesamte erste Ausbauabschnitt der U6 (Längenfeldgasse, Niederhofstraße, Bhf. Meidling) ist von Schlauss. Das war gleichzeitig auch sein letztes großes U-Bahn-Projekt.
Die Gestaltung der Westpassage am Karlsplatz finde ich nicht so schlimm. Die passt stilistisch zum Rest der Station, etwas "Futuristischeres" hätte da weniger gepasst.

Ja klar, ich meinte die späteren  Stationen der Verlängerungen - die U6 Süd von Gsteu gefällt mir persönlich auch nicht sehr, aber das ist Geschmackssache, die sind saubere zeitgemäße Architektur. Schade, dass man nicht konsequent geblieben ist, die Sachen der AGU sind ziemlich das beste, was ich so in Europa kenne (wenn man das Konzept verfolgt, die Stationen einheitlich zu gestalten). @Westpassage - futuristisch muss es nicht sein, geschmackvoll tät schon reichen.

Das häßlichste, meiner Meinung nach, ist die Zwischendeckenverkleidung.
Ein Raum steht und fällt, meiner Meinung nach, mit seinem Boden und seiner Decke.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Anid am 16. November 2018, 10:02:29
die Sachen der AGU sind ziemlich das beste, was ich so in Europa kenne (wenn man das Konzept verfolgt, die Stationen einheitlich zu gestalten). @Westpassage - futuristisch muss es nicht sein, geschmackvoll tät schon reichen.

Vom Schlauss gefällt mir eigentlich nur Volkstheater, wegen der Kunst. Der Rest ist 60er-Jahre-"Ästhetik" schlimmer als manche alten Münchner Stationen und könnte eigentlich in den nächsten 20 Jahren mal einem Radikalumbau unterzogen werden (jaja, das Geld).

Die Sachen der AGU aus der 2. Ausbaustufe sind so ziemlich perfekt, vor allem was das Innendesign betrifft. Die U3-Stationen sind bald 30 Jahre alt, ansehen tut man es ihnen absolut nicht. Andere Stationen aus der 1. Ausbaustufe gehörerten eigentlich schonmal dringend renoviert, Taubstummengasse oder Schwedenplatz zb. Aber da hatte man halt noch nicht die Erfahrung wie sich die einzelnen Materialien auf die Haltbarkeit auswirken würden.

Ganz großartig finde ich auch die AGU-Entwürfe für den U2-Ast ab Schottenring, tut mir immer noch weh dass daraus nix geworden ist. Kann ich mal bei Interesse posten...
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 16. November 2018, 10:11:16
Das häßlichste, meiner Meinung nach, ist die Zwischendeckenverkleidung.
Ein Raum steht und fällt, meiner Meinung nach, mit seinem Boden und seiner Decke.

Gerade bei den Deckenverkleidungen sind sehr uneinheitliche Herangehensweisen zu beobachten. Am besten geeignet sind meiner Meinung nach die Lochplatten im Bahnsteigbereich – schauen gut aus, sind funktional und ermöglichen im Fall des Falles auch einen guten Zugang zu den dahinter gelegenen Elementen. Was in späteren Stationsbauwerken dabei weniger gut gelungen ist: Man hat offensichtlich aus Einsparungsgründen (weniger unterschiedliche Plattengrößen) Bereiche leer gelassen, die entweder wirklich leer sind oder mit dunklen Gittern abgedeckt wurden.

Eine dem Zeitgeist entsprechende Idee war die Alulamellenverkleidung in den Passagengeschoßen des Grundnetzes. Hier hat sich in späteren Jahren herausgestellt, dass der Zugang zu den dahinter befindlichen Elementen problembehaftet ist, irgendwann gab es auch keine Ersatzteile mehr und vom Reinigen hat man sich ebenfalls verabschiedet. Daher muteten die Pasagengeschoße mit der Zeit immer versiffter an, bis man durch ersatzlose Entfernung den Raumeindruck rumänischer Fußgängertunnel (nackte Dämmplatten, Aufputz-Verteilerdosen, nackte Leuchtstoffröhren, Dreck) geschaffen hat.

Teilweise wurden als Ersatz auch sehr filigrane weiße geschlossene Lamellen eingezogen, die sind aber denkbar ungeeignet, weil sie sich schon beim ersten Herausnehmen gern so verbiegen, dass man sie nicht wieder einwandfrei zusammensetzen kann. Es wird offensichtlich nur allzu gern darauf vergessen, dass es ein wesentlicher Zweck der Zwischendecke ist, Zugang zu den dahinter verborgenen Einbauten zu gewähren.

Wenn man aber daran denkt und auch Zutritt benötigt... ja, dann bleiben die geöffneten Teile aus Schlamperei, Materialdefekt, Wurschtigkeit oder was auch immer oft gleich mehrere Monate im geöffneten Zustand und erzeugen dementsprechend den mangelhaften Eindruck einer Dauerbaustelle.

Persönlich halte ich die sanfte Weiterentwicklung des AGU-Designs (Anpassung der Materialwahl), wie es bei den U1-Verlängerungen praktiziert wurde, für die gelungenste Umsetzung. Auf Platz 2 würde ich die AGU-Abwandlung reihen, die beispielsweise bei der U3 angewendet wurde. Und mein Platz 3 geht an die U3-Station Volkstheater, denn so vorgestrig das Mosaik auch sein mag, es ist ein fröhlicher, farbenfroher Tupfer im Wiener Alltagsgrau und es zeigt, dass man die Hallenstationen nicht zwingend so verhunzen muss wie Karlsplaz und Schottentor.

Ganz großartig finde ich auch die AGU-Entwürfe für den U2-Ast ab Schottenring, tut mir immer noch weh dass daraus nix geworden ist. Kann ich mal bei Interesse posten...

Ja, bitte!
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Bus am 16. November 2018, 12:35:50
Wenn man sich die alten Anzeigen ansieht, fragt man sich schon, wie haben die Leute ohne den Minutencountdown überlebt.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 60er am 16. November 2018, 12:45:03
Wenn man sich die alten Anzeigen ansieht, fragt man sich schon, wie haben die Leute ohne den Minutencountdown überlebt.
Die Leute haben auch ohne Internet, ohne Handy und verschiedene andere moderene Errungenschaften überlebt. Vermisst hat es niemand damals. Was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 16. November 2018, 13:25:08
Nach einem zweistündigen Gespräch mit Tino Erben kann ich nun vielleicht einige Punkte aufklären :)

Beim Wettbewerb zur Gestaltung der U-Bahn war die Mitarbeit eines Grafikers und die Integration eines Leitsystems gefordert. Tino Erben hat mit Wilhelm Holzbauer zusammengearbeitet, Werner Schramek mit Marschalek/Ladstätter/Gantar. Es wurden zwei zweite Preise vergeben, daraus entstand die Architektengruppe U-Bahn, wobei schlussendlich das meiste von Holzbauer stammt; Marschalek hat sich um die Finanzen gekümmert, die anderen beiden haben wenig gemacht. Das Leitsystem ist von Erben, er hat dann mit Schramek zusammengearbeitet.

Die Vorabeiten zum Wettbewerb passierten in Amsterdam, wo Holzbauer gerade das Rathaus/Operngebäude plante. In drei Wochen war alles fertig! Erben kannte vorher nur Paris und London als Benutzer und hat einfach mit Hausverstand und aus Sicht des Fahrgastes entworfen. Die Leitsystemversion von Schramek war eher schwach, Erben ist nach der Entwurfsarbeit ausgestiegen, während Schramek die Ausführungen weiter gemacht hat (Folien picken, Schild für Schild definieren, etc.). Es gab übrigens lange kein CI-Handbuch (unbekannt, ob's heute eins gibt). Erben wollte sich nicht nicht zum Leitsytem-Profi entwickeln, deswegen hat er die späteren Arbeiten Sramek überlassen, der damit immer wieder Aufträge von den WiLi bekommen hat. Abgesehen von den Zahlungen der Anfangsphase hat Erben übrigens keine weiteren Honorare oder Lizenzgebühren erhalten. Apropos Lizenz: Von Barcelona weiß Herr Erben nichts, das wurde nicht lizensiert!
Zum Wettbewerb noch: Kurz nach Holzbauer hat Hollein angerufen, Erben musste absagen, Hollein hat schließlich nicht am Wettbewerb mitgemacht.

Erben sieht das Leitsystem und die Stationsgestaltung / Wegführung als ineinander greifend, so wurde seitens der Architektur schon vermieden, Wege schlecht anzulegen. Das gilt nicht für den Karlsplatz, dessen Planung schon vor dem Wettbewerb an Schlauss vergeben wurde. Es war dann auch mühsam, das Leitsystem dort anzupassen, weil am Karlsplatz etliches schlechter geplant wurde als später von der AGU - bei deren Stationen war das Leitsystem dann integrierter Bestandteil, während man am Karlsplatz halt Schilder aufgehängt hat.

Später hat Schlauss aus unbekannten Gründen auch immer wieder direkt Aufträge erhalten, obwohl es den Wettbewerb gab (das ist leider typisch Wien, eigene Anm.).

Nun zu den Farben:

Die Auswahl wurde nach dem Ausscheidungsprizip unternommen. Blau war für die Schnellbahn reserviert, Gelb als Warnfarbe fiel aus, auch wegen der schlechten Lesbarkeit weißer Buchstaben auf hellem Grund. Es sollten klare, auch sprachlich (!) leicht definierbare Farben sein, Rot, Grün - Lila=Violett war schon ein Grenzfall, Orange ein Kompromiss wegen der Nähe zu Rot, Braun blieb halt am Schluss über. Einen Zusammenhang mit dem typischen Ockerton der alten Stadtbahnstrecke durch Bremsstaub gibt es nicht, das ist Zufall, ebenso wie der Zusammenhang Grün/Otto Wagner! Die Tiefstationen waren damals gelb gestrichen, die Metallelemente waren undefinierbar dunkel bis dreckig. Rot als "stärkste" aller Farben war für die U1 als stärkste Linie vorgesehen, Lila ergab sich für die U2 wegen der Fliesen dort. Zur Lila U4 Friedensbrücke-Heiligenstadt - das war damals alles noch im Fluss, es war kein Irrtum, man hat sich den endgültigen Versionen erst angenähert.

Die Beschriftung der Eingänge musste neutral sein, da ja manchmal mehrere Linien zusammenkamen; schwarze Schrift auf weißem Grund, weil das vor dem dunklen Stationsabgang am besten sichtbar ist. Für die Ausgänge umgekehrt, weil zB vor dem hellen einfallenden Licht eine schwarze Tafel mit weißer Schrift besser lesbar ist (vergl. mit der Tramway, wo das ja wahrscheinlich auch empirisch erforscht wurde - es gibt Bilder weißer Dachsignale mit schwarzer Schrift, die üblichen Blechsignale waren besser, während die Innenbesteckung schwarz auf weiß war. Nach der Umstellung in den 1980ern auf die schwarzen Taferln wurde das wesentlich schlechter lesbar.). Man hat beim Entwurf des U-Bahn-Leitstems auch genaue Sichtwinkel etc. probiert, die Größe ergab sich dann zB aus dem maximal möglichen Abstand am Bahnsteig zur Tafel.

Zur Schriftwahl: Frutiger stand auch zur Auswahl, dieser wurde für den Flughafen Orly entworfen (Wikipedia sagt Charles de Gaulle) und der Inbegriff der Modernität, Helvetica gabs aber als Letraset... Eine eigene Schrift zu entwerfen war aus Zeitgründen nicht möglich, Serifenschriften schieden rasch aus (in den USA ist das übrigens anders, dort haben sich die serifenlosen Schriften nicht recht durchgesetzt!) manches war kurios, zB hängen die Überkopfwegweiser höher als anderswo, weil die Wiener Verkehrsbetriebe meinten, es gäbe viele Schifahrer als Passagiere (schon damals wurden also absurde Dinge reinreklamiert, ohne den Beweis für die Notwenigkeit mitzuliefern). Problem waren übrigens auch die extra langen Haltestellennamen in Wien (Taubstummengasse). Die enge Spationierung war damals modern, half aber auch ein wenig beid er Bewältigung der langen Namen.

Der U-Bahn-Würfel ist auch von Erben und bezieht sich auf die Wiener Würfeluhr.

Zur Detailfrage nach dem Loch in den Fallblatt-Zielanzeigen: Das war für Kameras vorgesehen. Bild: Tino Erbens erster Entwurf für das U-Bahn-Symbol :)

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Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 25er am 16. November 2018, 13:49:11
Danke für den ausführlichen Beitrag, die Geschichte hinter dem Leitsystem ist einfach unglaublich interessant!  :) :up:
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Bus am 16. November 2018, 13:51:52
Ha! Vor 3 Wochen wunderte ich mich noch... danke
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Tatra83 am 16. November 2018, 15:21:50
Nach einem zweistündigen Gespräch mit Tino Erben kann ich nun vielleicht einige Punkte aufklären :)

Danke Tino Erben und dir, dass ihr das Wissen hier teilt! Ich hatte auch erst überlegt, WL-intern nachzufragen, ob man weiß, wofür die Löcher in den Fallblatt-Anzeigern waren, aber so ergibt das viel mehr ein Gesamtbild.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 17. November 2018, 10:08:10
Vielen Dank für die ausführliche Recherche! :up:
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Superguppy am 17. November 2018, 11:19:43
Ich schließe mich hiermit den Danksagungen an - ein wunderbares Stück Geschichte super recherchiert und aufbereitet!  :)

Dass sie das Leitsystem in Barcelona übernommen/abgekupfert haben, wusste ich bisher auch nicht. Spannend!
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 17. November 2018, 12:07:55
Merci für die Danksagungen. Ich bin halt neugierig und frag gern mal höflich nach :) Anbei noch paar abgeknipste Sachen - lustig, ein mit Tusche gezeichnetes Originalpiktogramm zu sehen, als Kunstfan ist das für mich ein wenig so wie erstmals vor einem bekannten Gemälde zu stehen :D

Mir gefallen ja besonders die Netzplan-Originalentwürfe von Erben, die waren echt schön!
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 4463 am 17. November 2018, 18:04:23
Was war das bitte für eine angedachten Linienführung der Linie 6 am letzten Bild? :o
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Klingelfee am 17. November 2018, 18:10:50
Was war das bitte für eine angedachten Linienführung der Linie 6 am letzten Bild? :o

Ich würde sagen Reaktivierung des 18G. Wobei diese Linie dann über Stadionallee - Engerthstraße - Ausstellungsstraße zum Praterstern geführt werden sollte. Zumindest lese ich so den Plan.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 25er am 17. November 2018, 18:12:24
Sieht wie eine Verschmelzung der U6 (Gürtelstadtbahn) - U5 (Gürtel-USTRAB) - U3 (St. Marx - Stadion) - U1B (Stadion - Praterstern) des Netzentwurf M (http://wiener-untergrund.at/media/rueckblick/aufgelassen/netzentwurf_m_1974_geo.jpg) aus.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: bes am 17. November 2018, 20:56:20
Mir gefallen ja besonders die Netzplan-Originalentwürfe von Erben, die waren echt schön!

Hat aber auch Schwächen, zB. der scheinbare Übergang U2 - U4 am Karlsplatz oder die mehrdeutige U6-Liniengabelung.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 18. November 2018, 02:04:48
Nach einem zweistündigen Gespräch mit Tino Erben kann ich nun vielleicht einige Punkte aufklären :)

Beim Wettbewerb zur Gestaltung der U-Bahn war die Mitarbeit eines Grafikers und die Integration eines Leitsystems gefordert. Tino Erben hat mit Wilhelm Holzbauer zusammengearbeitet, Werner Schramek mit Marschalek/Ladstätter/Gantar. Es wurden zwei zweite Preise vergeben, daraus entstand die Architektengruppe U-Bahn, wobei schlussendlich das meiste von Holzbauer stammt; Marschalek hat sich um die Finanzen gekümmert, die anderen beiden haben wenig gemacht. Das Leitsystem ist von Erben, er hat dann mit Schramek zusammengearbeitet.

[...]

Ganz herzlichen Dank dafür, sehr erhellend. Kleine Korrektur: Werner Sramek, nicht Schramek.
Danke auch für die mit Antwort #37 ebenfalls noch nachgelieferten Entwurfszeichnungen aus deinen Archivschätzen. Hierzu ergänzend noch nachgefragt: a.jpg stammt wohl aus einem Artikel oder Aufsatz von Tino Erben, worin er sich auf "Der 1970 ausgeschriebene Wettbewerb ..." bezieht - der Interesse halber: Hast du dazu noch die Quelle und den Veröffentlichungszeitpunkt? (Die AGU hat übrigens, das sei an dieser Stelle verlinkt, eine Website: http://www.agu.at (http://www.agu.at).)

Apropos Sramek: Das, was dir Tino Erben dankenswerter Weise erzählt hat, ist naturgemäß seine Sicht der Dinge (was selbstverständlich nicht impliziert, dass ich seine Leistung und seine Bereitschaft zur Auskunft herabwürdigen will, das liegt mir ferne). Im Gegenlicht zu Erbens wäre nun wohl auch die Sichtweise von Werner Sramek nicht uninteressant:
* Vgl. hierzu (tramway.at/Harald) "Das Leitsystem ist von Erben, er hat dann mit Schramek [sic!] zusammengearbeitet." sowie "Die Leitsystemversion von Schramek war eher schwach, Erben ist nach der Entwurfsarbeit ausgestiegen, während Schramek die Ausführungen weiter gemacht hat (Folien picken, Schild für Schild definieren, etc.)."
* versus (aus der Bezirkszeitung, wie in meinem Startposting verlinkt und zitiert) "BZ: 'Von Ihnen stammt auch das Wiener U-Bahn-Leitsystem.' - Sramek: 'Richtig. ...'" sowie die Bilduntertitelung zu Bild 3: "Die U1 in rot, die U4 in grün - ein Konzept, das uns täglich begleitet und Werner Srameks Ideenreichtum entsprang."

Ich kenne ihn, Sramek, persönlich, leider schon seit den 90er Jahren keinen Kontakt mehr. So wie ich ihn kennengelernt habe, ist er ein sehr bescheidener Mensch, der stets im Hintergrund bleibt und sich nie in den Vordergrund, ins Scheinwerferlicht gedrängt hat. Vielleicht gelingt es mir bei Gelegenheit, doch auch noch seine Sichtweise herauszufinden und hierforums einzubringen.

Insgesamt freut mich - und worauf ich damit gehofft habe -, dass dieser von mir eröffnete Thread (dennoch) neue Erkenntnisse gebracht hat (danke nochmals, Harald!) und so mancher Spekulitis ein Ende bereiten könnte (insb. auch in der deWP). :lamp:

Spannend, um nicht zu sagen absurd oder gar Dilettantismus, bleibt weiterhin, dass die Design- und damit die Farbenentwicklung bis zuletzt, als bereits der sog. erweiterte Probebetrieb mit Fahrgästen auf der "4" ohne "U" zwischen Friedensbrücke und Heiligenstadt im Gange war, nicht abgeschlossen war und man mit lila in Betrieb ging. *kopf->tisch* Das ist umso mehr verwunderlich, als bereits 1973 die AGU ihr Planungskonzept vorstellte und darin - u.a. bezüglich der Linienfarben - geschrieben stand (kursive Hervorhebung von mir): "Das Informations- und Leitsystem ist ein in die Gesamtsystemplanung integrierter Teil, die Linienfarben rot für die Linie U 1 und grün für die Linie U 4 werden nicht nur für die Informationselemente verwendet, sondern bestimmen das visuelle Image der gesamten Station." (Zitiert aus Andreas Jerabek: "Die Architektur der U1 und ihre Entwicklung" (https://www.ibb.tuwien.ac.at/fileadmin/_migrated/content_uploads/04_Jerabek_Die_Architektur_der_U1.pdf) (ohne Datum), hier S. 2, ganz unten, zum AGU-Planungskonzept 1973 und S. 4, fünfter Aufzählungspunkt, als Zitat aus dem AGU-Planungskonzept.

Andererseits spannend ist die, wie sich nun herausgestellt hat, wirklich geplante Funktion des besprochenen Loches in den Zielanzeige-Segmenten, dass dieses - anders als von mir vermutet für Lautsprecher - für den Einbau von Kameras vorgesehen war: Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, dass schon damals, in den 70er Jahren, Kameraüberwachung in der Überlegung gewesen ist - Big Brother is watching you (https://de.wiktionary.org/wiki/Big_Brother), "1984 (https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman))" lässt grüßen.

Schade übrigens, dass diese Segmente zugunsten der heutigen Zielzuganzeigen aufgegeben wurden, anstelle letztere in das ursprüngliche Design einzupassen, was mbMn bei gutem Willen und unter Einbeziehung der AGU durchaus möglich gewesen wäre. :-( Vgl. die bildliche Gegenüberstellung der U1-Stationen Alte Donau (Bild ca. 1982) und Rennbahnweg (Bild 2006) in Jerabek, S. 11, wie oberhalb verlinkt.

In dem Gesamtzusammenhang dazupassend noch:

PS:

Fallblatt!

Bei mir war es, es sei zugegeben, kein Tippfehler. Wieder was gelernt. Danke demnach für die aufklärende Korrektur, 95B.

PPS: Es würde mich sehr erfreuen, wenn es zu dermaßen professionellen Beantwortungen im weiteren von mir eröffneten Thread, dort zur Konzessionsfrage der ab 1925 elektrisierten Wiener Stadtbahn, kommen würde. :-) Siehe in Historisches > Stadtbahn > Elektrische Stadtbahn (https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=8984.0).
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 18. November 2018, 11:05:05
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, dass schon damals, in den 70er Jahren, Kameraüberwachung in der Überlegung gewesen ist - Big Brother is watching you (https://de.wiktionary.org/wiki/Big_Brother), "1984 (https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman))" lässt grüßen.

Keine Spur von 1984. Kameras waren von Anfang an als Abfertigungshilfe vorgesehen, es dauerte meiner Erinnerung nach noch bis in die späten 1980er, bis Spiegel eingeführt wurden. Dass man diese Kamerabilder auch in die Leitstelle übertragen konnte, lag in der Natur der Sache, wenn man die Bilder ohnehin schon hatte. Allerdings gab es damals meines Wissens noch keine Möglichkeit zur Aufzeichnung.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 18. November 2018, 11:49:08
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, dass schon damals, in den 70er Jahren, Kameraüberwachung in der Überlegung gewesen ist - Big Brother is watching you (https://de.wiktionary.org/wiki/Big_Brother), "1984 (https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman))" lässt grüßen.

Keine Spur von 1984. Kameras waren von Anfang an als Abfertigungshilfe vorgesehen, es dauerte meiner Erinnerung nach noch bis in die späten 1980er, bis Spiegel eingeführt wurden. Dass man diese Kamerabilder auch in die Leitstelle übertragen konnte, lag in der Natur der Sache, wenn man die Bilder ohnehin schon hatte. Allerdings gab es damals meines Wissens noch keine Möglichkeit zur Aufzeichnung.

Laut seinerzeitiger Auskunft war geplant, die Bilder der Bahnsteige in den fahrenden, ankommenden Zug zu übertragen. Es wurde damals auch der freigehaltene Platz für den Monitor am Armaturenbrett der U gezeigt. Auch hier war viele noch im Fluss, daher würde ich mich auch nicht so auf den Grund des U4-Lila festnageln.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: tramway.at am 18. November 2018, 11:56:53
Danke auch für die mit Antwort #37 ebenfalls noch nachgelieferten Entwurfszeichnungen aus deinen Archivschätzen. Hierzu ergänzend noch nachgefragt: a.jpg stammt wohl aus einem Artikel oder Aufsatz von Tino Erben, worin er sich auf "Der 1970 ausgeschriebene Wettbewerb ..." bezieht - der Interesse halber: Hast du dazu noch die Quelle und den Veröffentlichungszeitpunkt?

Das sind ganz neue "Archivschätze", ich hab das bei Erben abfotografiert. Es gibt da eine "legendäre silberne Mappe", in der die Basics des Entwurfsprinzips festgehalten sind (Bilder d-i). Der Erstentwurf des Leitsystems ist aus einer Tino-Erben-Monografie, in der alle seine Arbeiten beschrieben werden (er hat ja sehr viel gemacht, viele Ausstellungsplakate sind von ihm). Zu Sramek - ich will nicht seine Schaffenskraft schmälern, aber schon seinerzeit war immer Erben als Grafiker der AGU erwähnt, er war in den 1970ern einer der bekanntesten Grafiker der Szene. https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Tino_Erben

Ach übrigens, noch ein Detail - es war auch geplant, die Zielfilme an der Zugspitze farblich zu gestalten, weiße Schrift auf linienfärbigem Grund, dazu kam es aber nicht.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Klingelfee am 18. November 2018, 12:16:11

Laut seinerzeitiger Auskunft war geplant, die Bilder der Bahnsteige in den fahrenden, ankommenden Zug zu übertragen. Es wurde damals auch der freigehaltene Platz für den Monitor am Armaturenbrett der U gezeigt.

Keine schlechte Idee. In Hamburg wird das mWn noch heute so praktiziert. Da hätte man auch kein Problem mit der Sonneneinstrahlung am Monitor. In Wien hast du auf manchen Stationen zu gewissen Sonnenstände fast keine Möglichkeit den Fahrgastwechsel über den Monitor zu überwachen. Zum Glück sind das jedoch alles Stationen in der Gerade, so dass man den Zug über das Seitenfenster überwachen kann. Und dann handelt es sich meistens nur um ein Zeitfenster von 15 - 30 min.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: denond am 18. November 2018, 12:18:04
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, dass schon damals, in den 70er Jahren, Kameraüberwachung in der Überlegung gewesen ist - Big Brother is watching you (https://de.wiktionary.org/wiki/Big_Brother), "1984 (https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman))" lässt grüßen.

Keine Spur von 1984. Kameras waren von Anfang an als Abfertigungshilfe vorgesehen, es dauerte meiner Erinnerung nach noch bis in die späten 1980er, bis Spiegel eingeführt wurden. Dass man diese Kamerabilder auch in die Leitstelle übertragen konnte, lag in der Natur der Sache, wenn man die Bilder ohnehin schon hatte. Allerdings gab es damals meines Wissens noch keine Möglichkeit zur Aufzeichnung.

Das alles ist richtig.
1980 z.B. in Heiligenstadt: Die Bilder der Kamera haben sich in den der Abfertigung dienenden Monitor so "hineingebrannt", daß wenn man auf die Kamera die Dienstkappe darüber stülpte, zwar der Bahnsteig sichtbar blieb, aber die darauf zum Einstieg oder Zug gehenden Fahrgäste - da ja aktuell - unsichtbar wurden.

@tramway.at:  Auch von meiner Seite vielen Dank für die div. Recherchen und Ausführungen. Das mit den schon damals vorgesehenen Kameras ist auch für mich neu.

Danke und LG
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Anid am 28. November 2018, 21:21:10
So, *rauskram*
Hier die AGU-Entwürfe für die Verlängerung der U2 ab dem Stadion.
Wie man sieht wären die Hochstationen äußerst hell und freundlich ausgeführt worden, sieht meiner Meinung nach als Entwurf futuristisch und sehr gelungen aus. Weit und breit kein Sichtbeton.
Die Tiefstationen sehen dagegen den am Ende ausgeführten recht ähnlich, besonders gut gefallen mir hier die frei stehenden Vitrinen und das durchgehende Linienband.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: schaffnerlos am 29. November 2018, 16:29:35
Wie man sieht wären die Hochstationen äußerst hell und freundlich ausgeführt worden, sieht meiner Meinung nach als Entwurf futuristisch und sehr gelungen aus. Weit und breit kein Sichtbeton.

Im Sommer wäre das aber ein schöner Backofen gewesen.

Zitat
besonders gut gefallen mir hier die frei stehenden Vitrinen und das durchgehende Linienband.

Leuchtband stimme ich dir zu, aber die freistehenden Vitrinen wären doch eher ein Hindernis und Dreckfänger.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: JochenK am 30. November 2018, 08:16:35
Da fällt mir auf Anhieb die Verlängerung der U4 in Hamburg ein... die haben das so umgesetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Hamburg-Elbbr%C3%BCcken
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: coolharry am 30. November 2018, 08:23:00
Im Sommer wäre das aber ein schöner Backofen gewesen.

Optisch schöner als die Quadrate die da jetzt stehen. Und die sommerliche Überwärmung hätte man mit ein paar Lüftungsklappen/Dachfenster an den Hochpunkten durchaus in den Griff bekommen.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Anid am 30. November 2018, 10:00:01
Im Sommer wäre das aber ein schöner Backofen gewesen.

Ich bin ganz sicher die Architekten mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in dem Bereich haben etwas nicht berücksichtigt was dir in fünf Sekunden eingefallen ist. ::) Warum wissen eigentlich gerade in Wien Laien immer alles besser?
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: Interessierte am 30. November 2018, 10:10:08
Im Sommer wäre das aber ein schöner Backofen gewesen.

Ich bin ganz sicher die Architekten mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in dem Bereich haben etwas nicht berücksichtigt was dir in fünf Sekunden eingefallen ist. ::) Warum wissen eigentlich gerade in Wien Laien immer alles besser?

Nanana, Architekten sind auch nur Menschen. Vor allem sind Architekten meistens eher nur die Kreativen an den Projekten. Ausbaden dürfen es dann die Bauausführenden. Siehe auch Hauptbahnhof mit dem superduperübertollen, hochgelobten Rautendach. Dafür ziehts quer über die Bahnsteige, weils halt nur ein Dach ist und keine Wände einer Halle hat. Regen- und Schneeeintrag bei entsprechender Windlage inklusive.
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: 95B am 30. November 2018, 10:14:05
Ich bin ganz sicher die Architekten mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in dem Bereich haben etwas nicht berücksichtigt was dir in fünf Sekunden eingefallen ist. ::) Warum wissen eigentlich gerade in Wien Laien immer alles besser?

Die Architekten/Designer mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung haben unter anderem auch vorbildlich berücksichtigt, dass ...

(1) es in den A, B und T im Sommer nicht zu warm wird
(2) in der Donau City nie ein starker Wind weht
(3) es auf stylische Überdachungen immer nur senkrecht regnet
(4) die Bahnsteige des Hauptbahnhofs immer schneefrei bleiben

etc.

Warum sollte gerade diese Berufsgruppe ausschließlich fehlerlos unterwegs sein? Oder bist du selber einer von ihnen und fühlst dich auf den Schlips getreten? :D
Titel: Re: Linienkennfarben Grundnetz
Beitrag von: coolharry am 30. November 2018, 11:00:42
Ich bin ganz sicher die Architekten mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in dem Bereich haben etwas nicht berücksichtigt was dir in fünf Sekunden eingefallen ist. ::) Warum wissen eigentlich gerade in Wien Laien immer alles besser?

Die Architekten/Designer mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung haben unter anderem auch vorbildlich berücksichtigt, dass ...

(1) es in den A, B und T im Sommer nicht zu warm wird
(2) in der Donau City nie ein starker Wind weht
(3) es auf stylische Überdachungen immer nur senkrecht regnet
(4) die Bahnsteige des Hauptbahnhofs immer schneefrei bleiben

etc.

Warum sollte gerade diese Berufsgruppe ausschließlich fehlerlos unterwegs sein? Oder bist du selber einer von ihnen und fühlst dich auf den Schlips getreten? :D

Ohne jetzt genaueres zu den besagten Projekten zu wissen aber es kommt sehr oft vor, das ein Architekt etwas plant und es dem Bauherr dann zu teuer ist und der dann Dinge weg lässt die seines erachtens nicht notwendig sind. Das führt dann dazu das z.B. eben Windschutzteile fehlen, weil es nach unmotivierten Designelementen ausgesehen hat.
Und jeder macht Fehler. Schlimm sind nur die, die es nicht zugeben wollen.