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Chronik / Re: Störungen und Fahrtbehinderungen (Straßenbahn)
« Letzter Beitrag von haidi am Heute um 11:08:39 »Wenn man am Gürtel bei jeder kreuzenden Straße ohne Ampel runterbremst, hat das einen anderen Grund. Fahrer kennt nicht das Zusatzzeichen für Vorrangstraße, unter der Nachrangtafel ein weißes Schild mit waagrechten dickeren Strich und ein bis zwei dünnere Striche auf den dicken zulaufend.Das nennt sich vorausschauendes, defensives Fahren und ist grundsätzlich eine gute Idee.
Ist es das? Meiner Tochter, die gerade den Führerschein macht, hat man in der Fahrschule gesagt, dass es bei der praktischen Prüfung als Fehler gewertet wird, wenn sie bei einer ansonsten ungeregelten Kreuzung Vorrang hat, aber - warum auch immer - anhält und damit auf den Vorrang verzichtet. Wenn sie Vorrang hat, muss sie fahren.
Soviel zum Thema defensives Fahren.
Defensives fahren heißt nicht, dass man überall sofort ewig stehen bleibt und mal die Lage sondiert.*
Defensives fahren heißt, ausreichend Abstand zum Vordermann, sich je nach Situation und Blickfeld und daraus abgeleiteter Geschwindigkeit einer Kreuzung nähern und dabei merken ob man Vorrang hat oder nicht. Und dann durchfahren. Es heißt aber auch nicht ich muss mit 30/50/70 durchheizen.
Mag sein, dass das in der Fahrschule nicht so rüber gekommen ist.
*Sobald man das macht ist man für alle anderen aus dem Vetrauensgrundsatz gefallen. Und man stelle sich vor jemand bremst bei jeder Gasse die in den Gürtel, ohne Ampel, mündet auf stillstand ab, nur damit er sehen kann ob die einmündende Straße eine Vorrang geben Tafel hat. Das machst sicher nicht sehr oft. Wennst das Nachts machst, hast einen BMW hinten drin picken.
Defensives fahren heißt nicht zwingend das man überall und jederzeit auf seine Rechte verzichtet.
Ein Straßenbahnfahrer/in kann trotz besonenerer Fahrweise manchen Unfall gar nicht verhindern. Das liegt in der Natur der Sache. Aber ob man einen Lieferwagen mit 25km/h erwischt oder mit 40km/h vermildert für beide Seiten die Unfallfolgen.
Früher (vor Jahrzehnten) gab es ab und zu eine Vorrangstraßentafel und nicht das Zusatzzeichen. Genau genommen konnte man an den meisten Einmündungen nicht erkennen, ob die Querstraße eine Vorrangstraße ist.

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