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« Letzter Beitrag von trambahn am Heute um 16:49:01 »
Weil ich unlängst vorbeigefahren bin: hat hier schon jemand geschrieben, dass die Zugangsbauwerke der zukünftigen U5 Station Frankhplatz unnötig sind und dort besser gar nicht errichtet worden wären?
Es ist gar nicht so einfach, so etwas anzusprechen, ohne gleich in einer Denk-Ecke zu landen, in der es für jedes komplexe Problem eine Antwort gibt, die klar, einfach und falsch ist. Ich weiß, es gab eine Ausschreibung, und es gab Einreichungen, und es gab eine Jury, und es gab ein Siegerprojekt, und diese Stationseingänge sind so wie eben im Siegerprojekt vorgesehen. Ich weiß auch, in Stations-Eingangs-Überdachungen kann man den Lift unterbringen, und die Stiegen und Rolltreppen werden nicht nass und frieren so leicht ein. In den Außenbezirken stellen sie zudem eine gewisse Verbundenheit durch Präsenz von sichtbarer öffentlicher Bausubstanz her.
Trotz alledem: bei der Station Frankhplatz sind sie fehl am Platz. Der Ort hat eines der wichtigsten Otto Wagner Gebäude direkt in der Blickachse von der Landesgerichtsstraße, dazu das Straflandesgericht aus dem Biedermeier und eine durchgehende Gründerzeit-Zeile, die vom Platz vor dem Rathaus bis zum Albert-Schweitzer-Haus reicht. Der Ort braucht keine weiteren architektonischen Akzentuierungen. Alles was er braucht ist (viel) weniger Platz für motorisierten Individualverkehr, wenn der Umbau einmal abgeschlossen ist.
Und dann ist die Architektur auch noch ... also sorry Franz&Sue, sorry Jury, aber durchdacht und hochwertig ist etwas anderes. Das sind türkis-weisse Star Wars Sandcrawler, die in dem Moment, in dem man Zugang zu ihnen bekommt durch Graffiti und Kleinplakate aussehen werden wie Sau.
Meines Erachtens bestünde die beste Lösung dort aus Löchern im Boden ohne Überdachung, wie am Stephansplatz, in der Mariahilfer Straße und bei anderen zentrumsnahen Stationen. Mir hat an der Verlängerung der U2-Stationen mit den neuen Eingängen vor etwa 20 Jahren gefallen, dass diese neuen Eingänge Löcher im Boden sind, die keine Aufmerksamkeit heischen und keine Blickachsen verstellen.
Kann man vor der tatsächlichen Eröffnung der Station diese Zugangsgebäude nicht einfach wieder abtragen? Die Ticketmaschinen in den Untergrund verlegen, den Liften dezente Einfassungen geben und die Rolltreppen dann halt etwas öfter warten lassen? Das Stadtbild verlangt es meines Erachtens nach.