Das müsste natürlich anhand von Fahrgastpotentialen auch bewertet werden. Ich denke aber, durch Bündelung (heißt auch: keine parallel fahrenden Stadtbusse) sollten Achsen, die 32-35m-Fahrzeuge zumindest einigermaßen füllen, denkbar sein.
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Überschlagsmäßig bin ich nicht auf diese Werte gekommen. Zugegeben, für eine Festlegung der idealen Gefäßgröße müsste man etwas detaillierte Studien machen. Umgekehrt bestehen Chancen, dass eine Straßenbahn mittelfristig Opfer ihres eigenen Erfolgs wird und die Kapazität kurzer Fahrzeuge eines Tages tatsächlich nicht mehr reicht.
Ich denke, wenn es in Gmunden darstellbar war (natürlich bei längeren Intervallen, da keine überlagerten Linien), sollte das in Klagenfurt, wo die Tagesbevölkerung doch deutlich höher ist, auch sein. Ist jetzt aber nur eine Extrapolation aus anderen Städten, keine Abschätzung anhand von Fahrgastpotentialen und Betriebskosten. Vielleicht sind ja auch 35m zu lang, es gäbe ja auch etwas dazwischen (z.B. Graz mit den dort heiligen 27m).
Die Fahrzeuge in Gmunden sind zwar 35 m lang, aber wegen der Schmalspur nur 2,4 m breit. Sie könne maximal 175 Personen befördern, während die Normalspurvariante des Tramlink bei gleicher Länge und 2,65 m Breite (zB Rostock) 210 Personen fasst. Gmunden ist von der Stadtstruktur her ein Sonderfall, weil aufgrund der Geographie der gesamte Verkehr durch ein Nadelör (Traunbrücke/Altstadt) muss. Zudem dürften die Verkehrsspitzen vor allem durch den Pendlerstrom zu Stande kommen und weniger durch den innerstädtischen Verkehr. 15-Minuten-Intervall hast Du erwähnt.
Dem gegenüber verteilen sich die Verkehrsströme in Klagenfurt auf 5 Achsen, so dass es bei einem 10-Minuten-Intervall auf einer einzelnen Linie kaum zu entsprechenden Fahrgastkonzentrationen kommen sollte. Eine Ausnahme bildet die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Zentrum, wo sich jedoch zwei Linien überlagern sollten, demnach mit entsprechend versetztem Fahrplan ein 5-Minuten-Intervall gegeben wäre.
Gegenwärtig wird diese Achse von 2 Hauptlinien im 10-min-Intervall bedient, von denen eine mit Gelenkbussen betrieben wird, sowie von einer Linie im 20-Minuten-Intervall mit Standardbussen. Das entspricht einem stündlichen Platzangebot für 1230 Personen.
Bei einer Straßenbahn mit 135 Plätzen im 5-Minuten-Intervall beträgt die stündliche Transportkapazität 1620 Personen, das wären 31% mehr als gegenwärtig mit den Bussen.
Auf allen 10-Minuten-Linien wäre die stündliche Kapazität mit der Straßenbahn 810 Personen gegenüber 600 Personen im Gelenkbus, also um 35% höher.
Sollte tatsächlich zu manchen Tageszeiten ein höherer Fahrgastandrang bestehen, so wäre es vermutlich günstiger, 2-3 zusätzliche Garnituren zu besorgen und zu Spitzenzeiten wo notwendig und/oder auf Teilstrecken das Intervall zu verdichten, statt einen kompletten Wagenpark mit 35-Meter-Straßenbahnen vorzuhalten, um die meiste Zeit viel Luft zu transportieren. Bei einem 8-Minuten-Intervall hätte man so 1012 Personen/h und Richtung, also um 25% mehr Kapazität.