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« Letzter Beitrag von fr3 am Gestern um 22:34:37 »
Ja, ein unrühmliches Ende für eine Lokalbahn, die einst eine Länge von über 100 km hatte, von Rom bis Frosinone, mit einer Zweigstrecke nach Frascati und eine weiteren nach Guarcino nel Lazio. Die Strecke wurde über Jahrzehnte immer mehr verkürzt. Alatri-Frosinone wurde bereits nach den 2. WK aufgegeben.
In Rom hieß die Strecke immer Roma-Fiuggi, nach dem wichtigsten Ort an der Strecke, der Thermalquelle Fiuggi, wo es auch eine Stadtstrecke als Straßenbahn gab.
Viele Erinnerungen verbinden mich mit der Bahn. Als ich 1983 nach Rom übersiedelte, wohnte ich eine Zeit lang außerhalb, bei Freunden, an der via Casilina bei Zagarolo. Fast täglich fuhr ich damals mit der Bahn nach Rom, die d
zu jener Zeit schon nur mehr bis Genazzano fuhr, wo sich ein Depot befand. Beim Bahnhof Zagarolo (FS) gab es eine Verbindungsstrecke der Schmalspurbahn, auf der gelegentlich Schotterzüge für die Bahnerhaltung fuhren. Leider habe ich damals nicht fotografiert. Die Bahnanlagen sind längst verschwunden.
Gleich außerhalb von Rom gab es eine beachtliche Steigung, welche die gut motorisierten Triebwagen in schneller Fahrt bewältigten. Einige Triebwagen wurden nach der Einstellung der Schmalspurbahn Calalzo-Cortina-Dobbiaco (Dolomitenbahn) von der Roma-Fiuggi übernommen.
So um 1985 wurde dann die Überlandstrecke eingestellt und der Betrieb endete in Pantano Borghese. Immerhin wurden damals für die Stadtstrecke noch neue Fahrzeuge besorgt.
Mittlerweile begannen in Rom die Bauarbeiten für die U-Bahn-Linie C, die im äußeren Abschnitt die Trasse der Roma-Fiuggi benutzt. Eine Zeit lang fuhr die Schmalspurbahn noch auf der umgebauten Trasse und hielt in den zukünftigen U-Bahn-Stationen. Dann würde sie sukzessive verkürzt, zuerst nach Grotte Celoni, dann Giardinetti und zuletzt zur Remise in Centocelle.
Dort wohnte eine Zeit lang meine damalige Freundin (und heutige Gattin), so dass ich wieder oft mit der Bahn fuhr. Auch damals habe ich keine Fotos gemacht, hatte anderes im Sinn.
Die Bahn war in den letzten Jahren schon ziemlich desolat. Sie sollte bereits 2022 eingestellt werden, nur hatte sich der Umbau auf Normalspur-Straßenbahn mehrfach verzögert, weshalb der Betrieb noch bis Ende, dann Mitte dieses Jahres verlängert wurde.
Ja, viele Erinnerungen, aber die Einstellung war überfällig. Schwierig wird es in den kommenden 2-3 Jahren bis zur Fertigstellung der neuen Straßenbahn für die Anwohner der Via Casilina, denn die Verbindung war in der Stadt schneller als der Bus, der in der Stoßzeit im Verkehr stecken bleibt. Bequemer waren die Rumpelkisten nicht. Manche stammten noch aus dem 1920ern!
Übrigens: die Unfallstelle war ein Verschlingung der Gleise, Nähe Porta Maggiore und direkt neben den Gleisen der Staatsbahnstrecke Roma-Napoli.