Autor Thema: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt  (Gelesen 291 mal)

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Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« am: Gestern um 12:14:24 »
Unter anderem angeregt durch die Foto-Retrospektive zur ehemaligen Straßenbahn Klagenfurt, habe ich mich in ein waghalsiges Projekt gestürzt und einen Vorschlag für ein neues Straßenbahnnetz für Klagenfurt ausgearbeitet. Da ich die Stadt nur von einigen wenigen Besuchen kenne, hoffe ich nicht allzu viele Fehler gemacht zu haben.

Im Jahr 2006 kam eine Studie zur Wiedereinführung einer Straßenbahn in Klagenfurt zu dem Schluss, dass eine solche wirtschaftlich nicht gerechtfertigt wäre und empfahl alternativ die Optimierung des bestehenden Busnetzes.

Zwei Jahrzehnte sind seither vergangen. Die damals empfohlene Strategie wurde weitgehend umgesetzt, die Stadt hat die Schwelle von 100.000 Einwohnern überschritten und wächst weiter, das Mobilitätsverhalten hat sich durch neue Technologien und gesellschaftliche Umbrüche stark verändert. Dennoch hat Klagenfurt unter allen größeren Landeshauptstädten Österreichs bis heute den niedrigsten Anteil am öffentlichen Verkehr im Modal Split, die schwächsten Erschließungswerte laut ÖV-Güteklasse und den höchsten Prozentsatz an motorisiertem Individualverkehr.

Seit 2023 nimmt Klagenfurt am EU-Programm „100 klimaneutrale und intelligente Städte bis 2030“ teil und hat sich deshalb zu verschiedenen klimaschützenden Maßnahmen verpflichtet. Eine davon bestand in der Umstellung der städtischen Busflotte auf Elektroantrieb. Im Sommer 2025 ist das Projekt aus politischen Gründen gescheitert. Nun muss eine Alternative gefunden werden, um dennoch die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. 

Es ist daher an der Zeit, die seinerzeitige Entscheidung kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob unter den geänderten Umständen eine Straßenbahn für Klagenfurt nunmehr wieder eine brauchbare oder sogar bessere Lösung als die Elektrobusse darstellen könnte.

Bis 2027 muss Klagenfurt einen strategischer Mobilitätsplan (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) erarbeiten, bei dem die Einbindung von Bürgern und relevanten Akteuren einen wichtigen Bestandteil darstellt.

Die vorliegende Arbeit versteht sich nicht als vergleichende Studie, sondern explizit als ein Plädoyer für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Klagenfurt. Sie soll einen Denkanstoß und Diskussionsbeitrag leisten zum SUMP und zum weiteren Vorgehen nach dem Scheitern der Umstellung des öffentlichen Verkehrs auf Elektrobusse, gemäß dem erklärten Ziel der Stadtverwaltung die Mobilität in Klagenfurt langfristig weiterzuentwickeln – sicherer, umweltfreundlicher und alltagstauglicher für alle, wonach Projekte umgesetzt werden sollen, die die Lebensqualität erhöhen, den Verkehr verbessern und die Stadt zukunftsfit machen.


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It may be dangerous to be America's enemy, but to be America's friend is fatal.
(Henry Kissinger)

WVB

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #1 am: Heute um 17:07:34 »
Bis 2027 muss Klagenfurt einen strategischer Mobilitätsplan (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) erarbeiten [...]
Klagenfurt muss nur eines erarbeiten: Einen Plan um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Die Stadt tut sich schon schwer das Budget für wirklich wichtige Dinge wie neue Bildungseinrichtungen oder eine Kläranlage zu stemmen. Da kann man schon froh sein wenn das jetzige halbwegs brauchbare Mobilitätsangebot erhalten bleibt.

Klagenfurt droht Zahlungsunfähigkeit (23.06.2025): https://kaernten.orf.at/stories/3310627/
Lösung fast unmöglich. 27 Millionen Minus! Bleibt Klagenfurt Pleitestadt? (01.12.2025): https://www.krone.at/3974836