Autor Thema: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus  (Gelesen 172145 mal)

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abc

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #360 am: Gestern um 10:16:09 »
Ich fürchte nur, es kommt wieder eine Selbstbeweihräucherung wie toll nicht die neue Züge sind. Am Grundproblem der Verspätungen ins Umland werden diese Züge auch nach der Stammstreckenadaptierung nichts lösen. Ausgefallene Züge, verpasste Busanschlüssen, Kürzung der Strecke...  :fp:

Nach der Stammstreckensanierung sollte der Fahrplan aber wieder fahrbar sein. Zumindest bis die nächsten Baustellen diesen wieder ausbremsen.
Die Züge fassen nur mehr Personen. Und erlauben etwas bessere Fahrleistungen als eine Lok und die Doppelstockwagen. Womit der Fahrplan besser haltbar sein sollte.

Außerdem würde ein Verzicht auf die Nord-Süd-Durchbindungen ein deutliches Mehrangebot auf der Stammstrecke bedeuten (oder Verschlechterungen auf den Außenstrecken). Das wird weder finanzierbar sein noch die Betriebsstabilität erhöhen.

Sinnvoller wäre wahrscheinlich, gerade auf den eingleisigen Zulaufstrecken im Norden zusätzliche zweigleisige Abschnitte und Kreuzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Bus

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #361 am: Gestern um 10:26:50 »
Ich fürchte nur, es kommt wieder eine Selbstbeweihräucherung wie toll nicht die neue Züge sind. Am Grundproblem der Verspätungen ins Umland werden diese Züge auch nach der Stammstreckenadaptierung nichts lösen. Ausgefallene Züge, verpasste Busanschlüssen, Kürzung der Strecke...  :fp:

Nach der Stammstreckensanierung sollte der Fahrplan aber wieder fahrbar sein. Zumindest bis die nächsten Baustellen diesen wieder ausbremsen.
Die Züge fassen nur mehr Personen. Und erlauben etwas bessere Fahrleistungen als eine Lok und die Doppelstockwagen. Womit der Fahrplan besser haltbar sein sollte.

Außerdem würde ein Verzicht auf die Nord-Süd-Durchbindungen ein deutliches Mehrangebot auf der Stammstrecke bedeuten (oder Verschlechterungen auf den Außenstrecken). Das wird weder finanzierbar sein noch die Betriebsstabilität erhöhen.

Sinnvoller wäre wahrscheinlich, gerade auf den eingleisigen Zulaufstrecken im Norden zusätzliche zweigleisige Abschnitte und Kreuzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Nunja, die Nordbahn zB ist komplett 2gleisig. Man kürzt halt die Züge, damit sie wieder pünktlich im Plan retour sind. Oder lässt sie gleich komplett ausfallen ab Wien Bringt halt den Anwohnern dort nicht viel.

Vielleicht sind die Aufenthalte in den Stationen falsch berechnet, dazu habe ich keine Angaben. Die Nordwestbahn war schon beim Bürgeranwalt, da gibt es ja dasselbe Problem (aber auch nicht praxistaugliche Abschnitte).

Es fehlt einfach  an einer Ausgleichzeit in Wien. 5 min Verspätung im Süden schaukelt sich auf bis zu 15 min in den Norden auf.
Ob da neue Garnituren helfen? Selbst die Ertüchtigung bringt ja keine schnelleren Züge.

abc

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #362 am: Gestern um 10:31:28 »
Es fehlt einfach  an einer Ausgleichzeit in Wien. 5 min Verspätung im Süden schaukelt sich auf bis zu 15 min in den Norden auf.
Ob da neue Garnituren helfen? Selbst die Ertüchtigung bringt ja keine schnelleren Züge.

Wenn sich Verspätungen aufschaukeln, lässt sich das Problem aber auch nicht durch schnellere Züge lösen, sondern durch eine höhere Kapazität auf der Stammstrecke (geschieht mit ETCS) und mehr Türen (geschieht durch die neuen Garnituren). Damit letzteres auch ausgeschöpft wird, wäre eine entsprechende Information über Haltepositionen und Zuglängen wichtig, damit die Fahrgäste sich verteilen und am richtigen Ort warten. Sonst muss man sich nicht wundern, wenn man Praterstern 80 % der Fahrgäste direkt an der Treppe in Bahnsteigmitte warten, statt die vollen 220 m zu nutzen (und ganz ans Ende wird sich niemand stellen, wenn zwischendurch auch kürzere Züge unterwegs sind). Dann dauert der Ein- und Ausstieg halt.

Nach Art der Wiener Linien NACH Öffnen der Türen anzusagen, dass bitte alle Türen benützt werden sollen, nützt nichts, dann wenn die Fahrgäste dann anfangen, sich über den Zug zu verteilen, spart das auch keine Zeit mehr. Eine nette Ergänzung wäre ein System, wie es neuerdings auf der Berliner Stadtbahn bei der S-Bahn testweise zur Anwendung kommt.

denond

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #363 am: Gestern um 12:12:05 »
Kann man nur hoffen, dass sich auch am Fahrplan etwas ändert.

Die Nord-Südverbindungen durch Wien sind einfach zu lange, niemand fährt diese Strecke durch und die Verspätungen sind einfach nicht aufholbar. Das Kürzen der Züge bringt nur Unmut, weil man seinen Zielort nicht erreicht.

Am Fahrplan muß sich was ändern, denn: Man setzt alle Hoffnung auf ETCS und einer BFZ. Dies wird sich nicht erfüllen.

BFZ verlangsamt den Verkehr zusehens (siehe auch den nur sehr kurzen Streckenabschnitt Wien West nach Hütteldorf) im Ablauf, wo vier bis 8 Minuten Verspätung allein in diesem nur sehr kurzen Streckenabschnitt auftreten kann. Dies ist seit der Migrierung dieses Streckenabschnittes feststellbar. Und dann auch ETCS. Dieses System verlangsamt den Verkehr nochmals sehr deutlich im allgemeinen durch seine Betriebsphilosophie.
Und was noch dazu kommt: Im Störungsfalle hat man keine optischen Signale mehr, die ein ev. Weiterkommen oder Umgehung eines entstandenen Problems mit optischen Signalen - nach kurzer Übersichtskontrolle - über Umweg vielleicht sogar leicht ermöglichen könnte. Letztlich Stillstand. Diese Komponenten führen dann zu dem Szenario, das @ Bus auch oben beschrieben hat und eintreten kann: Fahrweg zu lange, Verspätungen nicht mehr aufholbar, dadurch Zielort des Zuges nicht mehr erreichbar durch Kürzung des Fahrweges. Neue Züge machen das auch nicht wett.

Für die Fahrgäste der Stammstrecke bedeutet dies für die Zukunft nur Verlangsamung einer Fahr-/Reisezeit und Aufbringung von viel Geduld bei einer Fahrt mit ev. Umsteigen/Wartezeit in einer Station auf den nächsten Zug.

haidi

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #364 am: Gestern um 22:00:03 »
Für die, denen es wie mir geht: BFZ Betriebsführungszentrale.
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

coolharry

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #365 am: Heute um 07:29:41 »
BFZ verlangsamt den Verkehr zusehens (siehe auch den nur sehr kurzen Streckenabschnitt Wien West nach Hütteldorf) im Ablauf, wo vier bis 8 Minuten Verspätung allein in diesem nur sehr kurzen Streckenabschnittauftreten kann. Dies ist seit der Migrierung dieses Streckenabschnittes feststellbar.

Wie kann ein BFZ vulgo elektronisches Stellwerk mit Fahrdienstleiter, den Betrieb so massiv verlangsamen? Wohl eher der dort herrschende Personalmangel. Aber der würde durch ein dezentraleres Stellwerk auch nicht plötzlich verschwinden.

Und ETCS verlangsamt den Betrieb auch nicht mehr als es die fixen Signale machen. In der Praxis wird sich kaum was ändern zu dem heutigen Ist Zustand.
Und sollte die ETCS mal ausfallen, ja dann steht das Werkl. Das wäre aber mit Ortsfesten Lichtsignalen nicht anders.
Und auf Sicht kann immer gefahren werden. Ob man es macht, bezweifel ich, aber möglich wäre es.
Btw. die Wiener U-Bahn fährt seit jahrzehnten ohne ortsfeste Lichtsignale und Zentralstellwerk.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

mitleser

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #366 am: Heute um 09:59:10 »
Was Verspätungen und dadurch Kürzungen/Ausfälle betrifft: Als Pendler der vom 21. in den 23. in den Schichtdienst muss, kann ich nur sagen wenn es an den einfachsten Dingen scheitert.
Beispiel: Nachtdienst 18.10/18.20  Hauptbahnhof, Zug nach Mödling oder Liesing hat Verspätung, da lasse ich den nach Liesing fix aus und fahre lieber mit dem nächsten Rex nach Liesing. Der nach Liesing
wird immer in Atzgersdorf eingezogen sobald er 5 Min. Verspätung hat. Selbst nach freundlichen Hinweisen die letzten 8 Jahre interessiert es genau niemanden. Problem ist wenn man in Atzgersdorf "strandet"
fährt ein paar Minuten später der Rex nach Wr. Neustadt durch (der hält nicht in Hetzendorf und Atzgersdorf) und man muss auf eine "normale" S- Bahn hoffen.
Es ist scheinbar technisch so schwer das am Bahnsteig/in der Scotty App/im Zug anzuzeigen bzw. spätestens in Meidling durchzusagen das der Zug in Atzgersdorf endet.
Detto die Schnellbahn nach Mödling: Wenn der eine Verspätung hat endet er in Liesing (was in meinem Fall gsd. egal ist) und keine Anzeige/Durchsage nada, erst wenn er vor Liesing langsam wird.
Verspätungen können passieren, man ist es eh gewohnt, aber das oben gezeigte Beispiel zeigt auf warum die Leute zurecht angefressen sind. Klar kann man den Fahrplan oder die verdiente Pause nicht
einhalten, aber dann zeigt es doch bitte am Bahnsteig/in der App oder eine Durchsage im Zug, das würde das Frustpotential extrem senken  :fp: 

Bus

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #367 am: Heute um 10:12:48 »
Ist im Weinviertel mittlerweile der Hauptgrund, aufs Auto umzusteigen.

Verspätete Zug wird gekürzt, der nächste kommt 30 oder 60 min später, hat aber keinen Busanschluss.

Die Reisezeit verlängert sich von 2,5 auf 4/4,5 h. Ganz ehrlich, das tut man sich nicht an.
Umgekehrt in der Früh ein einziger Bus zum Bahnhof. Natürlich fällt dann der Anschlusszug aus. 35 min warten, verspätet in die Arbeit. Das bis zu 2-3 x die Woche. Da verliert man seinen Job.

Und dann wird immer auf die Pendler geschimpft, die mit dem bösen bösen Auto nach Wien kommen.

Im Sommer mit den unzähligen SEVs wird es besonders lustig werden.

Kurzzug

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Re: ÖBB schreiben 95 Elektrodoppelstocktriebzüge aus
« Antwort #368 am: Heute um 11:37:23 »
Es ist scheinbar technisch so schwer das am Bahnsteig/in der Scotty App/im Zug anzuzeigen bzw. spätestens in Meidling durchzusagen das der Zug in Atzgersdorf endet.
Detto die Schnellbahn nach Mödling: Wenn der eine Verspätung hat endet er in Liesing (was in meinem Fall gsd. egal ist) und keine Anzeige/Durchsage nada, erst wenn er vor Liesing langsam wird.
Verspätungen können passieren, man ist es eh gewohnt, aber das oben gezeigte Beispiel zeigt auf warum die Leute zurecht angefressen sind.

Soweit ich das mitbekomme, werden Kurzführungen erst relativ spät final entschieden. Man kann den ÖBB zugutehalten, dass sie immer bis zum letzten Moment probieren, den Zug doch noch durchzubringen, man kann ihnen umgekehrt vorwerfen, dass es dadurch schwerer planbar wird. Ein technisches Problem liegt meines Wissens nach nicht vor.

(Dass man in der Nachmittags-HVZ gar nicht probieren braucht, mit der S2 nach Perchtoldsdorf oder Brunn zu kommen, ist ein bekanntes Problem und führt zu sehr gut gefüllten S3/S4-Zügen.)