Autor Thema: Präsentation TramTrain  (Gelesen 1022 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

abc

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2780
Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #15 am: Gestern um 22:09:15 »
In meinen Gesprächen hab ich das riesige WC als Problem herausgehört.

Als Behindertenverbände zum Test an einem lebensgroßen Fahrzeugmodell eingeladen wurden, waren die Rollstuhlfahrer vom voluminösen barrierefreien WC wenig begeistert – sie eröffneten den überraschten Planenden, dass sie es in einer schwankenden Straßenbahn sowieso nie benützen würden, zu groß wäre die Sturzgefahr, zu kurz die Reisedauer – ein inzwischen fast typisches Beispiel des Overengineerings aufgrund überzogener Vorschriften und Normen, die nicht nur niemandem nützen, sondern vieles unbezahlbar machen.

Die haben gesagt, "da kommen wir ja nicht dran vorbei, der Gang ist zu schmal, und außerdem gibts ja niemand der hilft, wenn man stürzt" - pipigehen ist nämlich keine einfache Verrichtung, die meisten Rollifahrer haben andere Lösungen (wurde mir erzählt)

https://www.mauerspiel.at/texte/2025-11-29-Presse-Spectrum-Tramwaydesign.pdf

Gut, bei der "kurzen Reisedauer" haben sie sich aber vielleicht auch etwas zu sehr vom Wort "Tram" in "TramTrain" leiten lassen. Auf der LILO ist man durchaus länger als 10, 15 min unterwegs, im Netz der künftigen Regional-Stadtbahn ebenso. Die Fahrt von Waizenkirchen nach Linz dauert über eine Stunde. Und warum sollten die TramTrains da mehr schwanken als die aktuellen Züge?

Ich glaube, das Konzept der Mischung aus Straßen- und Eisenbahn ist bei vielen noch nicht ganz angekommen. Die Fahrzeuge müssen eben einer Fahrt von Waizenkirchen nach Linz genauso dienen wie vom Science Park zum Linzer Hauptbahnhof. Natürlich zieht das Kompromisse nach sich.