Autor Thema: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt  (Gelesen 1391 mal)

Erich Mladi und 1 Gast betrachten dieses Thema.

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Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« am: 26. April 2026, 12:14:24 »
Unter anderem angeregt durch die Foto-Retrospektive zur ehemaligen Straßenbahn Klagenfurt, habe ich mich in ein waghalsiges Projekt gestürzt und einen Vorschlag für ein neues Straßenbahnnetz für Klagenfurt ausgearbeitet. Da ich die Stadt nur von einigen wenigen Besuchen kenne, hoffe ich nicht allzu viele Fehler gemacht zu haben.

Im Jahr 2006 kam eine Studie zur Wiedereinführung einer Straßenbahn in Klagenfurt zu dem Schluss, dass eine solche wirtschaftlich nicht gerechtfertigt wäre und empfahl alternativ die Optimierung des bestehenden Busnetzes.

Zwei Jahrzehnte sind seither vergangen. Die damals empfohlene Strategie wurde weitgehend umgesetzt, die Stadt hat die Schwelle von 100.000 Einwohnern überschritten und wächst weiter, das Mobilitätsverhalten hat sich durch neue Technologien und gesellschaftliche Umbrüche stark verändert. Dennoch hat Klagenfurt unter allen größeren Landeshauptstädten Österreichs bis heute den niedrigsten Anteil am öffentlichen Verkehr im Modal Split, die schwächsten Erschließungswerte laut ÖV-Güteklasse und den höchsten Prozentsatz an motorisiertem Individualverkehr.

Seit 2023 nimmt Klagenfurt am EU-Programm „100 klimaneutrale und intelligente Städte bis 2030“ teil und hat sich deshalb zu verschiedenen klimaschützenden Maßnahmen verpflichtet. Eine davon bestand in der Umstellung der städtischen Busflotte auf Elektroantrieb. Im Sommer 2025 ist das Projekt aus politischen Gründen gescheitert. Nun muss eine Alternative gefunden werden, um dennoch die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. 

Es ist daher an der Zeit, die seinerzeitige Entscheidung kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob unter den geänderten Umständen eine Straßenbahn für Klagenfurt nunmehr wieder eine brauchbare oder sogar bessere Lösung als die Elektrobusse darstellen könnte.

Bis 2027 muss Klagenfurt einen strategischer Mobilitätsplan (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) erarbeiten, bei dem die Einbindung von Bürgern und relevanten Akteuren einen wichtigen Bestandteil darstellt.

Die vorliegende Arbeit versteht sich nicht als vergleichende Studie, sondern explizit als ein Plädoyer für die Wiedereinführung der Straßenbahn in Klagenfurt. Sie soll einen Denkanstoß und Diskussionsbeitrag leisten zum SUMP und zum weiteren Vorgehen nach dem Scheitern der Umstellung des öffentlichen Verkehrs auf Elektrobusse, gemäß dem erklärten Ziel der Stadtverwaltung die Mobilität in Klagenfurt langfristig weiterzuentwickeln – sicherer, umweltfreundlicher und alltagstauglicher für alle, wonach Projekte umgesetzt werden sollen, die die Lebensqualität erhöhen, den Verkehr verbessern und die Stadt zukunftsfit machen.


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WVB

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #1 am: 27. April 2026, 17:07:34 »
Bis 2027 muss Klagenfurt einen strategischer Mobilitätsplan (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) erarbeiten [...]
Klagenfurt muss nur eines erarbeiten: Einen Plan um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Die Stadt tut sich schon schwer das Budget für wirklich wichtige Dinge wie neue Bildungseinrichtungen oder eine Kläranlage zu stemmen. Da kann man schon froh sein wenn das jetzige halbwegs brauchbare Mobilitätsangebot erhalten bleibt.

Klagenfurt droht Zahlungsunfähigkeit (23.06.2025): https://kaernten.orf.at/stories/3310627/
Lösung fast unmöglich. 27 Millionen Minus! Bleibt Klagenfurt Pleitestadt? (01.12.2025): https://www.krone.at/3974836

fr3

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #2 am: 27. April 2026, 20:37:01 »
Klagenfurt muss nur eines erarbeiten: Einen Plan um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Die Stadt tut sich schon schwer das Budget für wirklich wichtige Dinge wie neue Bildungseinrichtungen oder eine Kläranlage zu stemmen. Da kann man schon froh sein wenn das jetzige halbwegs brauchbare Mobilitätsangebot erhalten bleibt.

Klagenfurt droht Zahlungsunfähigkeit (23.06.2025): https://kaernten.orf.at/stories/3310627/
Lösung fast unmöglich. 27 Millionen Minus! Bleibt Klagenfurt Pleitestadt? (01.12.2025): https://www.krone.at/3974836
Du hast wahrscheinlich mehr Einblick in die finanzielle Situation von Klagenfurt. Mit leeren Stadtkassen haben mehr oder weniger alle Gemeinden zu kämpfen. Umgekehrt liegt es an der Politik, für bestimmte Vorhaben die entsprechenden Mittel flüssig zu machen. Ganz so tragisch scheint die Situation in Klagenfurt nicht zu sein, denn man leistet sich trotz angespannter Finanzlage ein neues Hallenbad um (mindestens) 70 Mio. Euro.

Die Kosten für eine Straßenbahnnetz sind freilich höher. Die Kernstrecke der Stadt-Regionalbahn Linz ist mit 667 Mio. Euro veranschlagt, der Ausbau der Straßenbahn in Innsbruck (Linien 2 und 5) und 30 neue Fahrzeuge hat 408 Mio. Euro gekostet, nur so um eine Vorstellung von ähnlichen Investitionen zu bekommen. Ich habe das Grundnetz für Klagenfurt so irgendwo bei 350 Mio. Euro eingestuft.

Wichtig ist freilich auch, welche Kosten nach der Investition in den Folgejahren entstehen. Die schweren Gelenkbusse, welche die Straßen kaputtwalzen und die alle 10-15 Jahre neu gekauft werden müssen, fallen ohne Straßenbahn weiter an. Und nur wegen politischer Uneinstimmigkeit ist das Projekt für die Elektrobusse in Klagenfurt (167 Mio Euro) letztes Jahr zu Fall gekommen, nicht weil man dafür nicht eine Finanzierung auf die Beine gebracht hat. Rückwirkend muss man sagen: besser so, denn gebracht hätte die Maßnahme Recht wenig - sowohl im Bezug auf die Angebotsverbesserung als auch punkto Betriebskosten. Und der Mehrwert bezüglich Nachhaltigkeit und Stadterneuerung wäre auch überschaubar gewesen.

Der finanzielle Aspekt ist nur ein Teil des ganzen - letztlich geht es darum, wie eine Stadt sich entwickeln will. Wenn der politische Wille besteht, finden sich entsprechende Wege.
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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #3 am: 29. April 2026, 23:49:06 »
Ein ausführliches Dokument, schaut auf den ersten Blick gut argumentiert aus.

Ich halte aber die Anschaffung von kurzen, etwa 25 Meter langen Fahrzeugen bei Neubaunetzen für wenig sinnvoll. Zum einen sind diese pro Fahrgast überproportional teuer (Ein- bzw. Zweimalkomponenten wie Führerstände), zum anderen bieten sie auch keinen kapazitativen Vorteil gegenüber Gelenkbussen. Einen großen Vorteil von Straßenbahnen können sie dadurch schon einmal nicht ausspielen. Eine spätere Verlängerung ist auch nicht immer einfach möglich, besonders, wenn das Fahrzeug schon älter ist – gerade Besançon ist ein Beispiel, wo das nicht geklappt hat.

Das müsste natürlich anhand von Fahrgastpotentialen auch bewertet werden. Ich denke aber, durch Bündelung (heißt auch: keine parallel fahrenden Stadtbusse) sollten Achsen, die 32-35m-Fahrzeuge zumindest einigermaßen füllen, denkbar sein.

60er

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #4 am: 30. April 2026, 07:44:48 »
Ganz so tragisch scheint die Situation in Klagenfurt nicht zu sein, denn man leistet sich trotz angespannter Finanzlage ein neues Hallenbad um (mindestens) 70 Mio. Euro.
Weil Klagenfurt kein Hallenbad mehr hat und diese Situation für eine Landeshauptstadt eigentlich nicht tragbar ist. Das alte Bad musste 2021 wegen Baufälligkeit geschlossen werden.

fr3

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #5 am: 30. April 2026, 11:20:01 »
Ich halte aber die Anschaffung von kurzen, etwa 25 Meter langen Fahrzeugen bei Neubaunetzen für wenig sinnvoll. Zum einen sind diese pro Fahrgast überproportional teuer (Ein- bzw. Zweimalkomponenten wie Führerstände),
Das stimmt grundsätzlich. Andereseits wäre es wirtschaftlich wenig sinnvoll, mit größeren Fahrzeuge zu fahren, welche zumeist nur gering besetzt sind.

Zitat
zum anderen bieten sie auch keinen kapazitativen Vorteil gegenüber Gelenkbussen.
Das ist nicht ganz richtig. Die 24-Meter Fahrzeuge (Einrichtung) entsprechen in etwa dem wiener Typ A/A1 (Kurz-ULF), mit einer Kapazität von 130-140 Fahrgästen, wobei für Stehplätze 4 Personen/m2 angenommen werden.
Bei den üblichen 18m-Gelnkbussen geben die Hersteller auch meist 130-140 Personen Fassungsvermögen an, wobei diese Zahlen jedoch anhand des Zuladegewichts ermittelt werden. Tatsächlich geht sich das nur aus, wenn man bei den Stehplätzen mit 6 Personen/m2 rechnet, was dann schon extrem eng wird. Deshalb rechnet etwa der Verband deutscher Verkehrsunternehmen bei Gelenkbussen mit nur 100 Personen Fassungsvermögen, um einen fairen Vergleich mit der Straßenbahn herzustellen (also ebenso 4 Pers./m2).

Zitat
Einen großen Vorteil von Straßenbahnen können sie dadurch schon einmal nicht ausspielen.
Realistisch gerechnet ergibt sich ca. 30% mehr Fassungsvermögen bei einer 24m-Straßenbahn gegenüber dem 18m-Gelenkbus. Soweit ich aus den bekannten Verkehrsflüssen für Klagenfurt herauslesen konnte, müssten diese Fahrzeuge also fürs erste ausreichen. Die größten Verkehrsströme sollten zwischen Bahnhof und Zentrum sein. Dort kommt es auch wegen der ankommenden Züge zu kurfristigen Spitzen. Und in diesem Abschnitt wäre durch die Überlagerung von 2 Linien ein dichteres Intevall - 5 Minuten - gegeben, also doppelte Leistungsfähigkeit.

Zitat
Eine spätere Verlängerung ist auch nicht immer einfach möglich, besonders, wenn das Fahrzeug schon älter ist – gerade Besançon ist ein Beispiel, wo das nicht geklappt hat.
Ich habe Gemini zur Beschaffung der neuen Fahrzeuge für Besançon befragt (https://share.google/aimode/waXKGY8IWOVOjlOcq). Demach werden die Fahrzeuge zur Intervallverdichtung (von 10 auf 8 Minuten) angeschafft. Da aber die Nutzung der Straßenbahn allgemein zugenommen hat, wurden größere Fahrzeuge bestellt. Mit den CAF Urbos au der ersten Serie gab es technische Probleme, wodurch Umbauten notwendig wurden. CAF wollte daher auch keine zusätzlichen Module liefern. Bei den neuen Fahrzeugen wurden im Rahmen einer Sammelbestellung gemeinsam mit Brest und Toulouse Alstom Citadis bestellt.

Zitat
Das müsste natürlich anhand von Fahrgastpotentialen auch bewertet werden. Ich denke aber, durch Bündelung (heißt auch: keine parallel fahrenden Stadtbusse) sollten Achsen, die 32-35m-Fahrzeuge zumindest einigermaßen füllen, denkbar sein.
Überschlagsmäßig bin ich nicht auf diese Werte gekommen. Zugegeben, für eine Festlegung der idealen Gefäßgröße müsste man etwas detaillierte Studien machen. Umgekehrt bestehen Chancen, dass eine Straßenbahn mittelfristig Opfer ihres eigenen Erfolgs wird und die Kapazität kurzer Fahrzeuge eines Tages tatsächlich nicht mehr reicht.

Ganz so tragisch scheint die Situation in Klagenfurt nicht zu sein, denn man leistet sich trotz angespannter Finanzlage ein neues Hallenbad um (mindestens) 70 Mio. Euro.
Weil Klagenfurt kein Hallenbad mehr hat und diese Situation für eine Landeshauptstadt eigentlich nicht tragbar ist. Das alte Bad musste 2021 wegen Baufälligkeit geschlossen werden.
Ja, das ist mir bekannt. Allerdings gibt es Meldungen, wonach eine Sanierung des alten Hallenbades wesentlich günstiger zu haben gewesen wäre. Das neue Bad kommt vor allem wegen der Trockenlegung des Untergrunds (Sumpfgebiet) sehr teuer (abgesehen davon dass die Lage des neuen Bades am Stadtrand verkehrsmäßig - vor allem für den ÖV - sehr ungünstig ist). Was ich damit sagen will: nicht immer sind die Kosten bzw. die finanzielle Situation einer Stadt ausschlaggebend. Wenn die Politik eine Lösung durchdrücken will, findet sie Wege dafür.
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Katana

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #6 am: 30. April 2026, 19:30:48 »
Ganz so tragisch scheint die Situation in Klagenfurt nicht zu sein, denn man leistet sich trotz angespannter Finanzlage ein neues Hallenbad um (mindestens) 70 Mio. Euro.
Weil Klagenfurt kein Hallenbad mehr hat und diese Situation für eine Landeshauptstadt eigentlich nicht tragbar ist. Das alte Bad musste 2021 wegen Baufälligkeit geschlossen werden.
Ja, das ist mir bekannt. Allerdings gibt es Meldungen, wonach eine Sanierung des alten Hallenbades wesentlich günstiger zu haben gewesen wäre. Das neue Bad kommt vor allem wegen der Trockenlegung des Untergrunds (Sumpfgebiet) sehr teuer (abgesehen davon dass die Lage des neuen Bades am Stadtrand verkehrsmäßig - vor allem für den ÖV - sehr ungünstig ist). Was ich damit sagen will: nicht immer sind die Kosten bzw. die finanzielle Situation einer Stadt ausschlaggebend. Wenn die Politik eine Lösung durchdrücken will, findet sie Wege dafür.
Du hast aber bei der ersten Erwähnung das Hallenbadbaus diesen als Ganzes kritisiert, nicht nur die Mehrkosten gegenüber einer der Alternativvarianten. Der Einwurf von 60er war also vorhersehbar.
Und die kritisierten Kosten schrumpfen von 70 Mio. auf einen Bruchteil.

fr3

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #7 am: 30. April 2026, 21:48:38 »
Hat zwar nichts mit dem Threadtitel zu tun, aber Du hast Recht. Ich habe geschrieben sie leisten sich ein neues Hallenbad um 70 Mio. Euro trotz angespannter Finanzlage. Ich hätte gleich schreiben sollen, dass die Renovierung des bestehenden Bades billiger zu haben gewesen wäre. Ich will die Entscheidung nicht grundsätzlich kritisieren - das ist eine lokale Angelegenheit.

Die Entscheidung zu Gunsten des neuen Hallenbades hat politisch ein anderes Projekt zu Fall gebracht: die Umstellung der Autobusflotte auf Elektrobetrieb (KEBIP). Die Kostenaufteilung von 167 Mio. Euro zwischen Bund, Land und Gemeinde war bereits ausverhandelt, EU Mittel genehmigt und die Finanzierung durch die EIB vereinbart. Man war also bereit, eine noch viel größere Ausgabe trotz angespannter Finanzen zu stemmen. Deshalb habe ich den Eindruck gewonnen, dass bei entsprechendem politischen Willen trotzdem einiges geht. Hoffentlich eines Tages auch eine neue Straßenbahn  :)
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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #8 am: 01. Mai 2026, 11:36:34 »
Ich halte aber die Anschaffung von kurzen, etwa 25 Meter langen Fahrzeugen bei Neubaunetzen für wenig sinnvoll. Zum einen sind diese pro Fahrgast überproportional teuer (Ein- bzw. Zweimalkomponenten wie Führerstände),
Das stimmt grundsätzlich. Andereseits wäre es wirtschaftlich wenig sinnvoll, mit größeren Fahrzeuge zu fahren, welche zumeist nur gering besetzt sind.
[...]
Zitat
Das müsste natürlich anhand von Fahrgastpotentialen auch bewertet werden. Ich denke aber, durch Bündelung (heißt auch: keine parallel fahrenden Stadtbusse) sollten Achsen, die 32-35m-Fahrzeuge zumindest einigermaßen füllen, denkbar sein.
Überschlagsmäßig bin ich nicht auf diese Werte gekommen. Zugegeben, für eine Festlegung der idealen Gefäßgröße müsste man etwas detaillierte Studien machen. Umgekehrt bestehen Chancen, dass eine Straßenbahn mittelfristig Opfer ihres eigenen Erfolgs wird und die Kapazität kurzer Fahrzeuge eines Tages tatsächlich nicht mehr reicht.
Ich denke, wenn es in Gmunden darstellbar war (natürlich bei längeren Intervallen, da keine überlagerten Linien), sollte das in Klagenfurt, wo die Tagesbevölkerung doch deutlich höher ist, auch sein. Ist jetzt aber nur eine Extrapolation aus anderen Städten, keine Abschätzung anhand von Fahrgastpotentialen und Betriebskosten. Vielleicht sind ja auch 35m zu lang, es gäbe ja auch etwas dazwischen (z.B. Graz mit den dort heiligen 27m).

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #9 am: 01. Mai 2026, 18:02:21 »
Das müsste natürlich anhand von Fahrgastpotentialen auch bewertet werden. Ich denke aber, durch Bündelung (heißt auch: keine parallel fahrenden Stadtbusse) sollten Achsen, die 32-35m-Fahrzeuge zumindest einigermaßen füllen, denkbar sein.
[...]
Überschlagsmäßig bin ich nicht auf diese Werte gekommen. Zugegeben, für eine Festlegung der idealen Gefäßgröße müsste man etwas detaillierte Studien machen. Umgekehrt bestehen Chancen, dass eine Straßenbahn mittelfristig Opfer ihres eigenen Erfolgs wird und die Kapazität kurzer Fahrzeuge eines Tages tatsächlich nicht mehr reicht.
Ich denke, wenn es in Gmunden darstellbar war (natürlich bei längeren Intervallen, da keine überlagerten Linien), sollte das in Klagenfurt, wo die Tagesbevölkerung doch deutlich höher ist, auch sein. Ist jetzt aber nur eine Extrapolation aus anderen Städten, keine Abschätzung anhand von Fahrgastpotentialen und Betriebskosten. Vielleicht sind ja auch 35m zu lang, es gäbe ja auch etwas dazwischen (z.B. Graz mit den dort heiligen 27m).
Die Fahrzeuge in Gmunden sind zwar 35 m lang, aber wegen der Schmalspur nur 2,4 m breit. Sie könne maximal 175 Personen befördern, während die Normalspurvariante des Tramlink bei gleicher Länge und 2,65 m Breite (zB Rostock) 210 Personen fasst. Gmunden ist von der Stadtstruktur her ein Sonderfall, weil aufgrund der Geographie der gesamte Verkehr durch ein Nadelör (Traunbrücke/Altstadt) muss. Zudem dürften die Verkehrsspitzen vor allem durch den Pendlerstrom zu Stande kommen und weniger durch den innerstädtischen Verkehr. 15-Minuten-Intervall hast Du erwähnt.

Dem gegenüber verteilen sich die Verkehrsströme in Klagenfurt auf 5 Achsen, so dass es bei einem 10-Minuten-Intervall auf einer einzelnen Linie kaum zu entsprechenden Fahrgastkonzentrationen kommen sollte. Eine Ausnahme bildet die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Zentrum, wo sich jedoch zwei Linien überlagern sollten, demnach mit entsprechend versetztem Fahrplan ein 5-Minuten-Intervall gegeben wäre.

Gegenwärtig wird diese Achse von 2 Hauptlinien im 10-min-Intervall bedient, von denen eine mit Gelenkbussen betrieben wird, sowie von einer Linie im 20-Minuten-Intervall mit Standardbussen. Das entspricht einem stündlichen Platzangebot für 1230 Personen.
Bei einer Straßenbahn mit 135 Plätzen im 5-Minuten-Intervall beträgt die stündliche Transportkapazität 1620 Personen, das wären 31% mehr als gegenwärtig mit den Bussen.

Auf allen 10-Minuten-Linien wäre die stündliche Kapazität mit der Straßenbahn 810 Personen gegenüber 600 Personen im Gelenkbus, also um 35% höher.

Sollte tatsächlich zu manchen Tageszeiten ein höherer Fahrgastandrang bestehen, so wäre es vermutlich günstiger, 2-3 zusätzliche Garnituren zu besorgen und zu Spitzenzeiten wo notwendig und/oder auf Teilstrecken das Intervall zu verdichten, statt einen kompletten Wagenpark mit 35-Meter-Straßenbahnen vorzuhalten, um die meiste Zeit viel Luft zu transportieren. Bei einem 8-Minuten-Intervall hätte man so 1012 Personen/h und Richtung, also um 25% mehr Kapazität.
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Straßenbahn Graz

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #10 am: 01. Mai 2026, 18:21:09 »

Gegenwärtig wird diese Achse von 2 Hauptlinien im 10-min-Intervall bedient, von denen eine mit Gelenkbussen betrieben wird, sowie von einer Linie im 20-Minuten-Intervall mit Standardbussen.

Sowohl A als auch C fahren höchstens bedarfsorientiert mit Gelenkbussen. Die meiste Zeit sind Solowagen unterwegs. Ich entschuldige mich höflich für die beiden Busbilder.

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #11 am: 01. Mai 2026, 18:46:45 »
Danke für die ergänzende Information. Das spricht also eher für eine temporäre Intervallverdichtung als für generell größere Fahrzeuge.

Es bestehen für mich kaum Zweifel, dass es durch einen Straßenbahnbetrieb zu einer deutlichen Verschiebung im Modal Split kommen könnte. Allerdings lässt sich das nur mit einer detaillierten Simulation quantifizieren. Ich bin daher generell (vorsichtig) von 30% Zuwachs im ÖV ausgegangen.
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Kurzzug

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #12 am: Gestern um 17:29:38 »
Ich glaube, ein stumpfer Vergleich mit der nächstgrößeren Stadt bezüglich der Bevölkerungszahl und -dichte ist an erster Stelle, um zu eruieren, wie schwer es sein wird, so eine Straßenbahn vollzubekommen. Für die Stadtentwicklung wäre ein Straßenbahnprojekt ein großes Plus und würde auch das Image stark verbessern. Viele sehen Klagenfurt als Kaff und das wird zum Teil auch daran hängen.

Für diesen Vergleich nehmen wir erstmal die nackten Bevölkerungszahlen von Innsbruck und Klagenfurt: 132000 vs. 106000. Klingt ok, aber bei Betrachtung der Dichte schrillen bei mir schon die Alarmglocken: 1263 vs. 876, also fast ein Drittel weniger. Wenn man sich dazu die Bevölkerungszahlen der Stadtregion ansieht (Definition der Statistik Austria, von Wikipedia genommen), erhärtet sich dieses Bild: In der Kernzone der Stadtregion Innsbruck leben etwa 233000 Menschen, in der Außenzone kommen noch 59000 dazu. Wären gesamt 292000. In Klagenfurt hat man eine Kernzone die fast dem Stadtgebiet entspricht und damit nur 120000 Einwohner, mit der Außenzone (44000) sind es 164000. Wir haben es also mit etwa der halben Bevölkerung zu tun, die so ein Straßenbahnnetz regulär benutzen würde. Dazu kommt aufgrund der niedrigeren Dichte eine geringere Konzentration um leicht zu erschließende Achsen. Man kann hier also nicht ehrlich für die Straßenbahn argumentieren und dabei ihre Leistungsfähigkeit besonders hervorheben. Dieses Argument ist für Klagenfurt nicht stichhaltig, da in dieser Stadt alles mit Gelenkbussen zu stemmen wäre, "notfalls" im attraktiveren 7,5 min Takt.

Man muss also auf die Attraktivierung des Stadtbildes und den Schienenbonus bei der Verkehrsmittelwahl besonders hinweisen, was im vorliegenden Text auch geschieht. Es gibt andernorts ja auch Straßenbahnbetriebe mit deutlich weniger Andrang und Halbstundentakt, z. B. in Halberstadt.

Mit Blick auf die Finanzlage muss man auch die Frage stellen, ob man die Umweltziele nicht billiger mit einem Ausbauprogramm für Fahrräder (plus Abbauprogramm für MIV) auch erreichen kann. Die Fahrradabstellung am Hauptbahnhof war bei meinen Besuchen stets gut gefüllt, hier kann sicher noch Potenzial gehoben werden.

Ein paar technischere Anmerkungen zum Entwurf:

Die Tram-Train-Idee halte ich langfristig für verfolgenswert, aber nicht auf der vorgeschlagenen Strecke. Ferlach muss das Ziel einer solchen Erschließung sein. Für die Anbindung von Viktring genügt eine normale Straßen-/Lokalbahn, die Bestandsstrecke bringt ob ihrer Eingleisigkeit ohnehin Komplikationen bzw. Ausbaubedarf. Für die 2 km Zweisystemfahrzeuge anschaffen, lohnt sich ebenfalls nicht.

Zur Verbindung nach Feldkirchen: Ja, es gibt nur eine Umwegverbindung mit der S2, aber der X2 ist die Pendlerverbindung der Feldkirchner und die wird auch sehr gut angenommen. Ein Umlenken des X2 nach Annabichl bringt dir ganz viele FE-Autos wieder in die Stadt Klagenfurt. Beim Dörfer-Bus 401 ist das etwas anders, der hat ohnehin schon so lange Fahrzeiten, dass der von Autobesitzern gar nicht in Betracht gezogen wird.

Außerdem würde ich annehmen, dass sich so ein Netzentwurf besser verkauft, wenn man direkt im Kernnetz eine gute Anbindung von Europapark und Strandbad aufnimmt. Vielleicht ist es am sinnvollsten, die Museumstram zum Lakeside Park zu führen und dort einen Umstieg an nachgefragten Tagen zu schaffen. Direkte Museumszüge übers Hauptnetz wären ein netter Bonus, leider ist die Museumsbahn in Meterspur.

Das Konzept an sich finde ich gut durchdacht, man merkt, dass du viel Arbeit reingesteckt hast. Danke dafür!

fr3

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Re: Klagenfurt: Straßenbahnprojekt
« Antwort #13 am: Gestern um 22:26:57 »
Ich glaube, ein stumpfer Vergleich mit der nächstgrößeren Stadt bezüglich der Bevölkerungszahl und -dichte ist an erster Stelle, um zu eruieren, wie schwer es sein wird, so eine Straßenbahn vollzubekommen. Für die Stadtentwicklung wäre ein Straßenbahnprojekt ein großes Plus und würde auch das Image stark verbessern. Viele sehen Klagenfurt als Kaff und das wird zum Teil auch daran hängen.
Danke für Dein Feedback. Ja, nüchtern betrachtet käme Klagenfurt auch ohne Straßenbahn aus (und tut dies ja bereit seit über 60 Jahren), weshalb ich andere Faktoren wie Stadterneuerung und Image betont habe.

Zitat
Für diesen Vergleich nehmen wir erstmal die nackten Bevölkerungszahlen von Innsbruck und Klagenfurt: 132000 vs. 106000. Klingt ok, aber bei Betrachtung der Dichte schrillen bei mir schon die Alarmglocken: 1263 vs. 876, also fast ein Drittel weniger.
Die Bevölkerungsdichte laut Wikipedia bezieht sich immer auf das gesamte Gemeindegebiet. Im Fall Klagenfurt ist da sehr viel landwirtschaftliche Fläche und Wald dabei. Bei Innsbruck wird es zwar ähnlich sein, aber hier habe ich Zahlen zum Stadtgebiet gefunden, nämlich 6.119 Einwohnern pro km². Zu Klagenfurt finden sich nur brauchbare Zahlen für die Innere Stadt (Bezirke innerhalb der Ringstraßen) - 4262 Einwohner je km² und die vier Vorstädte, mit Werten zwischen 3000 und 5000 Einwohnern pro km² (Quelle). Bei den bevölkerungsreichsten Bezirken (St.Martin und St. Peter) sind dann doch wieder ausgedehnte unbebaute Gebiete dabei, wodurch sich "nur" Werte zwischen 1600 und 2200 Einwohner je km² ergeben. Grundsätzlich ist aber in der kompakten Stadt durchaus eine Bevolkerungsdichte vorhanden, welche eine Straßenbahn rechtfertigt. Und genau aus diesem Grund habe ich die Linien auch nicht über diesen Bereich hinaus gezeichnet - denn die Grenzen zum locker verbauten Gebiet lassen sich ziemlich genau umreissen.

Zitat
Dazu kommt aufgrund der niedrigeren Dichte eine geringere Konzentration um leicht zu erschließende Achsen.
Es gibt einige dicht bebaute Gebiete auch in einiger Entfernung vom Zentrum, aber grundsätzlich, ja. Da man in Klagenfurt den (vernüftigen) Entschluss gefasst hat, die Stadt im Inneren zu verdichten (zumindest am Papier), sollte mittelfristig eine größere Konzentration entstehen. Dann wird es mitunter schwierig, nachträglich leistungsfähige Massenverkehrsmittel bereitzustellen.

Zitat
Man kann hier also nicht ehrlich für die Straßenbahn argumentieren und dabei ihre Leistungsfähigkeit besonders hervorheben. Dieses Argument ist für Klagenfurt nicht stichhaltig, da in dieser Stadt alles mit Gelenkbussen zu stemmen wäre, "notfalls" im attraktiveren 7,5 min Takt.
Es ginge sicher noch eine Weile mit den Bussen. Aber je mehr Busse, umso größer die Belastung der Straßen - umso teurer wird das System pro beförderte Person. Ab 4000 Personen/Richtung/Tag ist eine Straßenbahn im Betrieb günstiger. Unabhängig davon wissen wir alle, dass man mit einem reinen Bussystem keine Revolution im Modal Spilt hin bekommt - und das sollte ebenso ein Ziel sein. Wie Du richtig erwähnst, zählt der Schienenbonus. "Nachhelfen" kann man beim Bedarf indem man einerseits Buslinien aus der Peripherie an die Straßenbahn anbindet, andereseits durch "Push"-Maßnahmen wie Verkehrseinschränkungen für den MIV und restriktive Parkraumbewirtschaftung, was übrigens auch der Rechnungshof in seinem Bericht zu den Straßenbahnen in Graz, Linz und Innsbruck empfielt.

Zitat
Man muss also auf die Attraktivierung des Stadtbildes und den Schienenbonus bei der Verkehrsmittelwahl besonders hinweisen, was im vorliegenden Text auch geschieht. Es gibt andernorts ja auch Straßenbahnbetriebe mit deutlich weniger Andrang und Halbstundentakt, z. B. in Halberstadt.
Halberstadt ist ein historischer Betrieb, ebenso wie Gmunden. Ich habe mir u.a. das Projekt der Straßenbahn für Pisa (90.000 Einwohner) angesehen, welches demnächst realisiert wird. Es geht also auch bei neuen Systemen in kleineren Städten. Dort hat man noch eine Nachbargemeinde in das Projekt einbezogen, um die für die staatlichen Zuschüsse notwendigen 100.000 Einwohner zu erreichen.

Zitat
Mit Blick auf die Finanzlage muss man auch die Frage stellen, ob man die Umweltziele nicht billiger mit einem Ausbauprogramm für Fahrräder (plus Abbauprogramm für MIV) auch erreichen kann. Die Fahrradabstellung am Hauptbahnhof war bei meinen Besuchen stets gut gefüllt, hier kann sicher noch Potenzial gehoben werden.
Beim Fahrradanteil steht Klagenfurt gar nicht so schlecht da, auch wenn die zahlreichen Pseudo-Radwege (Bodenmarkierungen auf der Straße) verbesserungswürdig wären. Sicher geht noch mehr, aber um eine wesentliche Verlagerung weg vom MIV zu erwirken braucht es mE einen überzeugenden ÖV. Auch sollte man die Wetteranfälligkeit von Fahrrädern nicht unterschätzen. Hier in Italien fahre ich das ganze Jahr über mit dem Elektroroller. Wenn ich im Dezember nach Wien komme, nehme ich ihn nicht mit - ist mir einfach zu kalt. Da fahre ich lieber öffentlich. Im Sommer ist das anders.

Ganz so knapp dürfte die Finanzlage der Stadt nicht sein, siehe hier. Was mich jedoch dazu bewogen hat, die Straßenbahnfrage aufzuwerfen, war das Projekt KEBIP zu Elektrifizierung der Busflotte. Da war man immerhin fast so weit, 167 Mio Euro auszugeben und hatte eigentlich alles bereits unter Dach und Fach, inklusive Finanzierung. Nur wollte ein Teil der entscheidenden Politiker lieber andere Projekte verwirklichen und hat sich damit schließlich durchgesetzt. Wobei die Elektrobusse nicht annnähernd so viel wie eine Straßenbahn gebracht hätten und langfristig für die Stadt sogar teurer gewesen wären.

Zitat
Die Tram-Train-Idee halte ich langfristig für verfolgenswert, aber nicht auf der vorgeschlagenen Strecke. Ferlach muss das Ziel einer solchen Erschließung sein. Für die Anbindung von Viktring genügt eine normale Straßen-/Lokalbahn, die Bestandsstrecke bringt ob ihrer Eingleisigkeit ohnehin Komplikationen bzw. Ausbaubedarf. Für die 2 km Zweisystemfahrzeuge anschaffen, lohnt sich ebenfalls nicht.
Ich habe das Thema vor allem wegen des Vorschlags von Fahrgast Kärnten erwähnt. Der kam jedoch noch vor der Elektrifizierung der Rosentalbahn. Ich wäre auch sehr skeptisch bei Zweisystem-Fahrzeugen. Jetzt gibt es einmal die S-Bahn, daran wird sich so bald nichts ändern. Natürlich wäre Ferlach der ideale Endpunkt, aber als Vollbahn kommt das bestimmt nie. Erst wenn die gegenwärtige Fahrzeuggeneration am Ende ihrer Laufzeit angekommen sein wird, könnte ein Tram-Train interessant werden, dann aber zweckmäßigerweise mit Gleichstrom-Fahrleitung und als Lokalbahn. Und dann wäre eine Gabelung nach Viktring eventuell machbar, mit einem zweigleisigen Ausbau im Stadtbereich.

Zitat
Zur Verbindung nach Feldkirchen: Ja, es gibt nur eine Umwegverbindung mit der S2, aber der X2 ist die Pendlerverbindung der Feldkirchner und die wird auch sehr gut angenommen. Ein Umlenken des X2 nach Annabichl bringt dir ganz viele FE-Autos wieder in die Stadt Klagenfurt. Beim Dörfer-Bus 401 ist das etwas anders, der hat ohnehin schon so lange Fahrzeiten, dass der von Autobesitzern gar nicht in Betracht gezogen wird.
Eine direkte Verbindung zu kappen tut immer jemandem weh. Im gegeben Fall würden sich die Fahrzeiten trotz Umstieg nicht verlängern, da die Weiterfahrt sowohl mit der Straßenbahn als auch mit der S-Bahn schneller wäre. Durch die Straßenbahn wäre etwa das Klinikum besser erschlossen, welches sicher auch ein wichtiges Ziel für Fahrgäste aus der Region ist (es wird vom X2 nicht angefahren). Man hätte also zwei Umstiegsmöglichkeiten vom Bus - einmal Straßenbahn für Klinikum und Zentrum, einmal S-Bahn für Hauptbahnhof und Richtung Westen. Zugegeben, ein heikler Vorschlag.

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Außerdem würde ich annehmen, dass sich so ein Netzentwurf besser verkauft, wenn man direkt im Kernnetz eine gute Anbindung von Europapark und Strandbad aufnimmt. Vielleicht ist es am sinnvollsten, die Museumstram zum Lakeside Park zu führen und dort einen Umstieg an nachgefragten Tagen zu schaffen. Direkte Museumszüge übers Hauptnetz wären ein netter Bonus, leider ist die Museumsbahn in Meterspur.
Jeder km Straßebahn kostet mindestens 16-18 Mio € + eventuell Brücke über den Lendkanal. Sowohl Strandbad/Schiffsanlegestelle als auch der Europapark/Minimundus haben aber nur maximal das halbe Jahr über einen ausreichenden Besucherstrom. Da wäre es tatsächlich besser, die Museumstramway - als ergänzenden Freizeitverkehr - zur Straßenbahnendstelle zu führen. Denn das würde schwach ein Drittel einer Straßenbahn kosten. Darum habe ich das nur als mögliche Erweiterung erwähnt.

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Das Konzept an sich finde ich gut durchdacht, man merkt, dass du viel Arbeit reingesteckt hast. Danke dafür!
Gerne. Ich habe auch Freude daran gehabt.
It may be dangerous to be America's enemy, but to be America's friend is fatal.
(Henry Kissinger)