Autor Thema: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder  (Gelesen 32246 mal)

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #105 am: 09. August 2014, 14:26:38 »
Ich glaube eher, dass es sich um irgendeinen Umsetzer handelt (Transformator im Prinzip, aber die Telekommunikationsleute haben immer ihr ganz eigenes Vokabular) und zwar am ehesten aus dem Bereich Feldtelefon (Militär, Eisenbahn, was weiß ich). Das Schaltzeichen ist jedenfalls eindeutig ein Trafo.

"Übertrager" nennt man das in dem Zusammenhang üblicherweise.
Liebe Fahrgäste: Der Zug ist abgefahren.

inno

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #106 am: 01. November 2014, 14:01:04 »
Wegen dem habe ich mich jetzt angemeldet :-)

Ich kann das soweit aufklären - das ist ein Transformator (wie man am Schaltzeichen in der Mitte erkennen kann) links befinden sich zwei Potentiometer die zu Anzapfungen bei der Spule führen dadurch kann man die zwei unterschiedlichen Signalspannungen regeln.


Wo ist das Teil her?

W_E_St

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #107 am: 01. November 2014, 16:24:03 »
Wegen dem habe ich mich jetzt angemeldet :-)

Ich kann das soweit aufklären - das ist ein Transformator (wie man am Schaltzeichen in der Mitte erkennen kann) links befinden sich zwei Potentiometer die zu Anzapfungen bei der Spule führen dadurch kann man die zwei unterschiedlichen Signalspannungen regeln.


Wo ist das Teil her?

So weit waren wir ja auch schon. Es ist offensichtlich ein regelbarer Übertrager (Fernmeldesprech für Trafo). Mein Verdacht lautet weiterhin Bereich Feldtelefon, Übertrager mit Anpassungsmöglichkeit an unterschiedliche Leitungslängen.

Aber ich mach einmal ein Crossposting in einem Telefonforum, vielleicht weiß dort jemand mehr.

Nachtrag: hätte sich jemand die Mühe gemacht die Bezeichnung zu googeln wüssten wir schon längst mehr. VZ.35 war ein Feldtelefon von Prchal-Ericsson aus den 1930ern (vermutlich ab 1935, solche Telefonbezeichnungen waren oft die Jahreszahlen). Dementsprechend gehört dieser Übertrager sicher dazu. Wahrscheinlich ist das im Zuge der Kriegswirren in Österreich gelandet.
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hema

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #108 am: 01. November 2014, 16:57:39 »
Mein Verdacht lautet weiterhin Bereich Feldtelefon, Übertrager mit Anpassungsmöglichkeit an unterschiedliche Leitungslängen.

Vielleicht war das so eine Art Signalüberträger von zwei galvanisch voneinander getrennten Feldtelefonleitungen bzw. -netzen!?
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

inno

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #109 am: 02. November 2014, 09:27:01 »
Genauere Informationen zu einem Transformator gibts nicht - bei meiner Nachrichtentechnikausbildung war genau das Teil Standard.

Ob du jetzt Multiplexen, ein OVSt betreibst oder eine Modelleisenbahn baust irgenwo nimmst du die benötigte Spannung her und dazu ist das Ding geeignet.
:-)

Zum Abhören brauchte man keinen Trafo sondern nur einen Hörer und zwei Kroko-Klemmen. Die Dinger wurden baugleich mit unterschiedlichen Spulen angefertigt, Interessant wäre daher das Innenleben.


inno

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #110 am: 02. November 2014, 09:43:19 »
Interessant waren diese Dinger vorallem auch zum betreiben von militärischen Funkanlagen wegen "Outdoortauglichkeit" oder generell Amateurfunk.

W_E_St

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #111 am: 02. November 2014, 12:55:45 »
Du meinst also das Ding wäre zur Erzeugung der Betriebsspannung aus dem Wechselspannungsnetz? Und wo ist dann der Gleichrichter und wieso kann man da was einstellen? Ich war der Meinung, das ganze Fernmeldezeug würde üblicherweise mit fixen 48 oder 60 V DC (symmetrisch) versorgt, damals meistens mit rotierenden Umformern.

Ich bin immer noch der Meinung das ist ein Signalübertrager. Im Telefonforum kam übrigens die Vermutung, es handle sich um einen Spezial-Übertrager, der die Nutzung der Leitung gleichzeitig für Feldtelefonie und Fernschreibbetrieb ermöglicht.

Zitat
Mit 2 solchen Übertragern kann eine Doppelader gleichzeitig zur Fernschreibübertragung (Mittelanzapfung gegen Erde) oder mit 6 Übertragern aus 2 DA eine 3. "Phantom" Doppelader gebildet werden. Voraussetzung dabei ist immer die Symetrie der genutzten realen Leitung(en), deshalb die Potis.
Ist absolut nichts seltenes und dürfte heute noch tausendfach im Einsatz sein.
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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #112 am: 03. November 2014, 14:37:35 »
Transformatoren funktionieren nur mit Wechselspannung Prinzipbedingt, sobald bei einer Spule das Magnetfeld steht ists nur noch ein Leiter.

W_E_St

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #113 am: 03. November 2014, 14:46:02 »
Transformatoren funktionieren nur mit Wechselspannung Prinzipbedingt, sobald bei einer Spule das Magnetfeld steht ists nur noch ein Leiter.
Ach nein...  :fp:
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haidi

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #114 am: 03. November 2014, 19:25:30 »
Transformatoren funktionieren nur mit Wechselspannung Prinzipbedingt, sobald bei einer Spule das Magnetfeld steht ists nur noch ein Leiter.
Als Laie gefragt: nicht eher eine Drossel?
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W_E_St

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #115 am: 03. November 2014, 19:38:27 »
Transformatoren funktionieren nur mit Wechselspannung Prinzipbedingt, sobald bei einer Spule das Magnetfeld steht ists nur noch ein Leiter.
Als Laie gefragt: nicht eher eine Drossel?
Bei Gleichspannung nicht. Da wirkt nur der ohmsche Widerstand des Kupferdrahtes unabhängig von der Anordnung. Der Begriff Drossel wird meistens für Wechselspannung verwendet, wo der (frequenzabhängige) induktive Blindwiderstand mitspielt. Das wird zum Beispiel bei klassischen Leuchtstofflampen ausgenützt, und zwar doppelt. Erstens wäre eine einmal gezündete Lampe mehr oder weniger ein Kurzschluss und die in Serie geschaltete Drossel (auch konventionelles Vorschaltgerät genannt) begrenzt den Strom. Zweitens erfordert die Zündung eine Spannung deutlich über der Netzspannung. Schaltet man eine Induktivität plötzlich ab, entsteht eine ziemlich hohe Spannungsspitze. Diesen Trick nützt der Glimmstarter aus. Ein Thermoelement unterbricht nach kurzer Zeit den Stromkreis, die Spannungsspitze zündet die Gasentladung und die überbrückt den Starter. Falls sie nicht zündet, wiederholt sich der Vorgang. Das ist das charakteristische Geflacker von älteren Leuchtstofflampen beim Einschalten.
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haidi

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #116 am: 03. November 2014, 19:45:57 »
Danke, wieder ein bisschen gescheiter geworden
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martin8721

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #117 am: 01. Juli 2019, 20:07:54 »
Aktuell ist die U6-Station Gumpendorfer Straße eingerüstet.
Mal sehen, ob der Straßenmelder die Sanierung wieder überleben wird...


37er-Wagen

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #118 am: 21. August 2019, 15:05:22 »
und, hat er? (überlebt)

ich wollte eigentlich nur ergänzen (weil es hier nirgends steht), dass eine modernere Version (wohl aus der Zeit der Schließung der kleineren Wachzimmer in den 70er Jahren, wie hier bereits vermerkt) in der Michaelerstraße 30 hing. Auf dem Google Maps Foto (https://goo.gl/maps/RAVkp38UpnjouTwV9) sieht man noch die 4 Bohrungen des Polizeischildes (Dreieckschild), darunter wurde die Mauer bereits verputzt.

Mich hat das Kastl immer fasziniert, weil das Schild drüber genauso ausgesehen hat wie bei den Wachzimmern, und doch hing dort nur ein klobiger Kasten mit Sprechtaster). Das ganze Konstrukt wurde - glaube ich - Anfang der 2000er Jahre entfernt.
Mit freundlichen Grüßen
37er-Wagen

PRO Wiederherstellung Linie 8 !!

martin8721

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Re: Historische Elektroinstallationen: Polizei-Straßenmelder
« Antwort #119 am: 21. August 2019, 15:42:55 »
Der Apparat bei der Gumpendorfer Straße ist noch da! Das Gerüst steht zwar schon seit längerer Zeit, aber an der Fassade haben noch keinerlei Sanierungsarbeiten begonnen.