Autor Thema: [PM]"Schaffner neu"  (Gelesen 3997 mal)

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U4

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[PM]"Schaffner neu"
« am: 03. Januar 2012, 09:39:51 »
Zitat
„Schaffner neu“ wird bewertet

Die Wiener Linien bewerten derzeit den „Schaffner neu“: Nach zwei Jahren Probebetrieb evaluieren die Verkehrsbetriebe ihren Linienservice „Lise“ - und gehen bei der Sicherheit andere Wege als deutsche Großstädte. Eine „knochenharte Knüppeltruppe“ wolle man nicht.

Das subjektive Gefühl von Sicherheit habe sich seit dem Einsatz der mit gelben Warnwesten gekennzeichneten Bediensteten verbessert, sagt der für deren Einsatz Zuständige bei den Wiener Linien, Karlheinz Klausner, gegenüber der APA.

70 Mitarbeiter der Wiener Verkehrsbetriebe, davon etwas mehr als ein Drittel Frauen, sind seit November 2009 als Doppelstreifen im gesamten Netz unterwegs, um Auskünfte zu erteilen, die Einhaltung der „Hausordnung“ anzumahnen, Fahrscheine zu kontrollieren, aber vor allem den 2,5 Millionen täglichen Fahrgästen das Gefühl von Sicherheit zu geben.

„Alte Hasen“ für Einsatz ausgewählt

Nach dem ersten Jahr hätten die Fahrgäste die neuen Einsatzkräfte der Wiener Linien noch nicht recht wahrgenommen, gibt Klausner zu. Und auch jetzt dürften die „gelben Engel“ noch nicht jedem ein vertrauter Anblick sein, doch zeige sich weit mehr als die Hälfte der Benützer der Wiener Linien zufrieden mit der Institution. Der Einsatz verlange Fingerspitzengefühl: Zu wenig Präsenz sei wirkungslos, zuviel könne den Fahrgast erst recht beunruhigen.

Für die Arbeit der Lise-Mitarbeiter verfolgt deren Leiter die Philosophie der „Eskalationsleiter von unten nach oben“, also: „Steigern, wenn es nichts hilft“, sagt Klausner: „Die letzte Stufe ist die Mehrgebühr.“ Allerdings würden sich 95 Prozent der von den Mitarbeitern Angesprochenen „einsichtig“ zeigen, wenn sie auf Rauchverbot oder Beißkorbpflicht für Hunde hingewiesen würden. Dabei sei es wichtig „die richtige Dosis“ zu finden, sagt Klausner, der für den Einsatz großteils „alte Hasen“ ausgewählt hat: „Ich habe beruhigtere Kaliber genommen, weniger die Heißsporne“.

Andere Taktik als deutsche Großstädte

Von hartem Auftreten wie in deutschen Großstädten hält man bei den Wiener Linien, wohl auch aufgrund der in der österreichischen Bundeshauptstadt im Vergleich friedlichen Atmosphäre, wenig. Die Hamburger Hochbahn etwa hat nach einem Mord in einer U-Bahnstation eine eigene Hochbahnwache geschaffen, die mit Hunden patrouilliert: „Hunde haben Symbolwirkung, außerdem braucht das eine irre Ausbildung“, so Klausner: „Wir wollen auch nicht die knochenharte Knüppeltruppe sein.“

In Berlin stellt die Polizei nach zwei brutalen Überfällen in U-Bahnstationen derzeit 250 zusätzliche Polizisten ein, die Verkehrsbetriebe schicken 200 zusätzliche Mitarbeiter, teilweise gemeinsam mit der Polizei, auf Streife. Gleich vier Personen im gemeinsamen Einsatz wären den Wiener Verantwortlichen aber zu viel. Die Exekutive ist aber auch hier im Einsatz: Mit Einführung der Nacht-U-Bahn in Wien hat die Polizei elf Teams mit 22 Beamten gebildet, die - getrennt von den Wiener-Linien-Mitarbeitern - die U-Bahn überwachen.

Weiterhin Kontrolleure auch in Zivil unterwegs

Während Berlin wieder zur Fahrschein-Kontrolle in Uniform übergeht, sieht man dazu in Wien keinen Grund: „Wenn nur mehr die Dummen und Verschlafenen ins Netz gehen, wäre das zu wenig“, sagt Karlheinz Klausner. Weiterhin werde es in Wien auch Zivilkontrollen geben.

Ein Verkehrsverbund in Nordrhein-Westfalen hat ein generelles „Nahrungsmittel-Konsumationsverbot“ in seinen Bussen und Bahnen verhängt. In Berlin wiederum sind in den Abend- und Nachtstunden Fahrgäste ohne Flasche in der Hand mitunter die Minderheit, weshalb dort ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln überlegt wird.

Wien, das Probleme in solchem Ausmaß nicht kennt, verfolge ein „offenes System“: Die „Lise“-Mitarbeiter sprächen schwarze Schafe in den Bussen und Zügen, aber auch in den Stationen, zuerst „sanft“ an, klärten auf, könnten aber auch Mehrgebühren einheben, wenn es zu Verschmutzungen, etwa durch Kaffee oder Speisen, komme: „Wir sind nicht ganz zahnlos“, sagt Klausner.
Quelle: Wiener Linien/ORF-Wien

TH

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #1 am: 03. Januar 2012, 09:42:46 »
Allegemeines BLA-BLA.  8)

95B

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #2 am: 03. Januar 2012, 09:55:34 »
Zitat
„Schaffner neu“ wird bewertet
Für die Arbeit der Lise-Mitarbeiter verfolgt deren Leiter die Philosophie der „Eskalationsleiter von unten nach oben“, also: „Steigern, wenn es nichts hilft“, sagt Klausner: „Die letzte Stufe ist die Mehrgebühr.“
Die erste und gleichzeitig beliebeste Stufe ist miteinander zu tratschen und von den Vorkommnissen rundherum nichts mitzubekommen. :-X
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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TH

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #3 am: 03. Januar 2012, 10:06:46 »
Zitat
„Schaffner neu“ wird bewertet
Für die Arbeit der Lise-Mitarbeiter verfolgt deren Leiter die Philosophie der „Eskalationsleiter von unten nach oben“, also: „Steigern, wenn es nichts hilft“, sagt Klausner: „Die letzte Stufe ist die Mehrgebühr.“
Die erste und gleichzeitig beliebeste Stufe ist miteinander zu tratschen und von den Vorkommnissen rundherum nichts mitzubekommen. :-X

Flucht nach vorne, da geht es um die Existenz dieser Truppe.
 :-X

68er

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #4 am: 03. Januar 2012, 10:09:20 »
Die erste und gleichzeitig beliebeste Stufe ist miteinander zu tratschen und von den Vorkommnissen rundherum nichts mitzubekommen. :-X

Nein, das ist erst die zweite Stufe. Die erste Stufe ist die Vermeidung unangenehmer Einsatzgebiete wie z.B. der Umgebung der Josefstädter Straße (vor dem Sanierungsdebakel und der damit verbundenen Übersiedlung des Josi), wo man in jedem zweiten 2er auf Sandler mit vollgeschissener Hose treffen könnte. Linienservice habe ich in den eineinhalb Jahren bis zum Sommer dort nie gesehen, ich schätze, beim Praterstern ists nicht anders.

158er

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #5 am: 03. Januar 2012, 10:43:22 »
Ich verstehe nicht, wieso man dem Linienservice nicht fixe Einsatzorte gibt, zB U-Bahn-Stationen, in denen sie sich (auch einzeln!) aufhalten und patroullieren. So hätte man viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die U-Bahn-Aufsicht müßte nicht mehr ständig durch die Gegend fahren, Fahrgäste hätten in unbesetzten Stationen Ansprechpartner, Personal wäre schneller vor Ort und das Linienservice ließe sich von der Allgemeinheit viel besser identifizieren.

95B

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #6 am: 03. Januar 2012, 11:04:34 »
Ich verstehe nicht, wieso man dem Linienservice nicht fixe Einsatzorte gibt, zB U-Bahn-Stationen, in denen sie sich (auch einzeln!) aufhalten und patroullieren.
Einzeln geht nicht - die Sicherheitsgründe...
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158er

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #7 am: 03. Januar 2012, 11:30:56 »
Einzeln geht nicht - die Sicherheitsgründe...
Dann setzt man sie halt in einen Glaskobel oder reaktiviert - wo das nicht möglich ist - die alten Vorverkaufsräume (zB in den Otto-Wagner-Stationen), dann geht das auch. Als Informationsquelle und Aufsicht nützt das Personal meiner Meinung nach tausendmal mehr als als tratschende Herumstehende in Zügen. Und das Herumstehen wird dann auch noch hochgelobt - manchmal frag' ich mich wirklich, wo wir leben...  ??? ???

hema

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #8 am: 03. Januar 2012, 15:47:47 »
Ich verstehe nicht, wieso man dem Linienservice nicht fixe Einsatzorte gibt . . . .
Haben sie eh, du kannst sie den ganzen Tag rauchend und kaffeetrinkend in irgendwelchen Expediten rumsitzen sehen!  ;)
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

TH

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #9 am: 03. Januar 2012, 17:01:26 »
Ich verstehe nicht, wieso man dem Linienservice nicht fixe Einsatzorte gibt . . . .
Haben sie eh, du kannst sie den ganzen Tag rauchend und kaffeetrinkend in irgendwelchen Expediten rumsitzen sehen!  ;)
Schottenring ist sehr beliebt.Auch bei den Funkgeräteständern. :-X :-X

haidi

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #10 am: 03. Januar 2012, 18:04:07 »
Wenns mich zu dem Job einteilen, dann pass ich entweder auf, dass die Kindergartengruppe nichts anstellt oder ich verzieh mich auch. Keine Waffe, nicht einmal einen Schlagstockö oder so was, da lass ich mich auch auf nicht sein.

Vor ein paar Tagen im Zug nach Payerbach gesehen: Schaffner mit Security auf Fahrkartenkontrolle. DA hab ich mich gefragt, was der ausrichten soll wenns eng wird, der gute Mann war über 50, behäbig und hat nur einen Gösser-Muskel gehabt.

Hannes
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

95B

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Re: [PM]"Schaffner neu"
« Antwort #11 am: 03. Januar 2012, 22:43:27 »
Vor ein paar Tagen im Zug nach Payerbach gesehen: Schaffner mit Security auf Fahrkartenkontrolle. DA hab ich mich gefragt, was der ausrichten soll wenns eng wird, der gute Mann war über 50, behäbig und hat nur einen Gösser-Muskel gehabt.
Wird schon reichen, um Halbstarke auf Distanz zu halten. Wenn einer richtig aggressiv wird, sollte man sich eh besser zurückziehen (und aus sicherer Distanz die Exekutive zum nächsten Haltebahnhof bestellen).
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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